Montag, 19. November 2012

Es zittern die morschen Knochen und Deutschland marschiert wieder mit

Mowitz
Was machte den deutschen Faschismus der dreißiger Jahre aus? Er glaubte auch, wie der neoliberale Wall-Street-Finanzfaschismus, ihm gehöre die Welt und dürfe mit ihr nach eigenem Gusto verfahren.

Der Strolchenstaat im Nahen Osten hat sich diese faschistische Maxime, mit Rückendeckung des Imperiums und dessen Vasallen in Europa zu Eigen gemacht, und massakriert wieder ungestraft Menschen im Gaza-Streifen. Letztlich um seine Grenzen immer weiter auszudehnen. So wie er es seit 1948 macht. Das Lügengebäude von der "Verteidigung gegen Hamas-Raketen" wie die faschistische Regierung in Israel ihren Überfall "rechtfertigt", hat ungefähr den gleichen Wahrheitsgehalt wie Hitlers Erklärung für den Überfall auf den Sender Gleiwitz, der zum Auslöser des Zweiten Weltkrieg wurde. So äußerte sich Hitler im August 1939, vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht:
"Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht." Wiki
Und so wird auch heute bei jeder Konfliktinszenierung verfahren, die mit Lug und Trug zu einem größeren Krieg eskalieren soll. Die westliche W(ä)rtegemeinschaft, die sich vor der Welt gerne als "Hüter" der Menschenrechte und Kämpfer für "Demokratie" ausgibt, besteht fast ohne Ausnahme aus einem Haufen Staaten, die noch vor einigen Jahren offen den Kolonialismus praktizierten und die Völker der Welt knebelten und massakrierten. Der einzige Unterschied zu heute besteht darin, dass sie es nicht mehr offen und unverblümt machen wie früher, sondern mit geschickter Propaganda die Menschen manipulieren und es nur im Verbund mit dem globalisierten Kasinokapitalismus tun.

Hitlers Massen machten sich Mut und grölten im Nazi-Lied der "morschen Knochen" von der "Freiheit", der morgen die Welt gehöre:
"Wir werden weiter marschieren,
Wenn alles in Scherben fällt;
Die Freiheit stand auf in Deutschland
Und morgen gehört ihr die Welt."
Noam Chomsky, brillianter Denker und Analytiker aus den USA, gab dem Schweizer Fernsehen mit Barbara Bleisch ein Interview, aus dem hier ein 10-minütiger Ausschnitt wiedergegeben ist und der mehr als nur zu empfehlen ist sich anzuhören.

Unter anderem sagt Noam Chomsky über die USA: (2:53)
"Meine Grundkritik ist, dass die USA handeln, als gehöre ihnen die Welt und wenn sich jemand diesem Besitzanspruch widersetzt, müsse man ihn stoppen. Nehmen wir die Schlagzeilen über den Iran und stellen eine einfache Frage: warum sollte der Iran eine Bedrohung sein? Das Land hat eine marode Regierung. Aber viele Länder haben marode Regierungen. Saudi-Arabien, der wichtigste Verbündete der USA in der Region, hat wohl eine schlimmere Regierung. Was macht also aus dem Iran eine Bedrohung?

Gemäß der vorherrschenden öffentlichen Meinung in Europa ist Israel die größte Bedrohung. Laut der öffentlichen Meinungen der arabischen Staaten ist Israel die Hauptbedrohung und die USA sind die zweitgrößte Bedrohung. Die arabische Welt mag den Iran nicht, aber er ist für sie keine Bedrohung. Warum sind also die USA und ihre Verbündeten so besessen von ihrer Idee der iranischen Bedrohung? Wir haben Antworten auf diese Frage. Und zwar vom Pentagon und US-Geheimdienst. Man kann sie nachlesen in ihren Berichten über die globale Sicherheitsituation. Ich habe schon daraus zitiert. Die Presse schreibt nicht darüber, aber sie sind öffentlich zugänglich und dort wird der Iran als ernstzunehmende Bedrohung dargestellt. Vor allem weil das Land ein Abschreckungsmittel gegen die USA entwickeln könne. Sie sagen, würde der Iran Atomwaffen entwickeln können, wäre das Teil seiner Abschreckungsstrategie.

Sie betonen, der Iran habe begrenzte Machtausübungsmöglichkeiten, das Land verfüge über eine Verteidigungsstrategie.

Es könne zwar nicht Macht ausüben, aber es könne eine Abschreckungswaffe herstellen. Was verrät das über uns selber? Das wir keine Abschreckung tolerieren. Wir wollen frei agieren und Macht und Gewalt anwenden können und zwar überall und uneingeschränkt. Anders gesagt: Uns gehört die Welt!

Dasselbe gilt für den Konflikt zwischen den USA und China. An China kann man vieles beanstanden. Seine Nachbarn sind unglücklich über sein Wirtschaftswachstum und seine Kriegslust. Aber nicht das stört uns. Wir haben ein Problem, das man klassisches "Sicherheitsdilemma" nennt, d.h. China und die USA haben beide ein existenzielles Bedürfnis das miteinander kollidiert und zu den Dingen gehört, die schon oft zu Krieg geführt haben. Was ist dieses existenzielle Bedürfnis?

Für die Chinesen ist es die Kontrolle ihrer Gewässer vor ihren Küsten, denn das sind ihre Haupthandelswege. Wenn sie Öl aus dem Nahen Osten brauchen, wird es auf diesem Weg transportiert. Auch die USA wollen diese Gewässer kontrollieren. Der Konflikt betrifft weder die Karibik noch den Ost-Atlantik. Es geht um die Gewässer vor China. Eine Bedrohung unserer Kontrolle über diese Gewässer ist für die USA nicht tolerierbar.

Nehmen wir die Kuba-Krise im Kalten Krieg vor 50 Jahren. Ein bedeutendes Ereignis. Es brachte die Welt an den Rand eines Atomkriegs der die nördliche Hemisphäre hätte zerstören können. Auf dem Höhepunkt der Krise, am 26./27. Oktober 1962 machte Premierminister Chruschtschow Präsident Kennedy ein Angebot zur Beendigung der Krise. Er bot an die russischen Raketen von Kuba abzuziehen, wenn die USA ihre Raketen, die sie schon lange in der Türkei hatten, abziehen würden. Kennedy lehnte ab. Er war einzig mit einem Geheimabkommen einverstanden, denn die Raketen waren veraltet und er hatte deren Abzug bereits angeordnet. Sie sollten durch Polaris-U-Boote im Mittelmeer ersetzt werden, die praktisch unzerstörbar und viel tödlicher waren.

Aber er musste das Prinzip erhärten, dass wir das Recht haben, Rivalen einzukesseln, mit massivsten Mitteln und tausenden von Soldaten, während andere nicht das Recht haben Raketen außerhalb ihrer Hoheitsgebiete zu stationieren. Das macht Sinn wenn uns die Welt gehört und das ist nicht ungewöhnlich. So funktionieren Großmächte. Die USA sind ungewöhnlich, aber nur weil sie so mächtig sind. Die Verträge von 1945 gaben den USA eine Machtposition, die in der Weltgeschichte einmalig war. So groß ist ihre Macht nicht mehr, aber immer noch beträchtlich.

Auf die Frage ob die Juden in den USA über die US-Außenpolitik bestimmen, antwortete Chomsky: "So viel kann ich dazu sagen. Wenn die Interessen der jüdischen Lobby mehr oder weniger mit den Interessen des US-Machtzentrums übereinstimmen, ist sie ziemlich einflussreich. Aber wenn sie gegen diese Ziele ist, schwindet der Einfluss. Davon zeugen viele Fälle. Gerade hat sich so ein Fall zum 30. Mal gejährt. Die israelische Invasion in den Libanon. 20.000 Menschen wurden getötet, der Südlibanon praktisch zerstört. Die Invasion war von Reagan unterstützt worden, aber Mitte August sah die US-Regierung, dass der Krieg ihren Interessen schadet. Deshalb befahl Reagan Premierminister Begin, die Operation zu beenden. Begin war sehr verärgert, denn er meinte, er habe Arafat eingebunkert und sei daran ihn zu erledigen. Doch Reagan befahl ihm den Krieg zu beenden und Begin beendete ihn. Israel ist ein kleines Land, das von den USA abhängig ist. Es gibt viele solche Fälle. Wenn die USA ein Vorhaben nicht befürworten, verhindern sie es."

Hier geht es zum Interview mit Noam Chomsky in voller, 53 Minuten, Länge. Deutsche Synchronüberzetzung.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
So ist auch der Krieg gegen Syrien zu verstehen. Es liegt im Interesse des US-Machtzentrums, (Wall Street), den Neuen Nahen und Mittleren Osten zu etablieren um die Verfügungsgewalt über Afrikas Ressourcen zu sichern und der Welt das neoliberale, kapitalistische Wirtschaftssystem aufzuoktroyieren. Mit Israel vor Ort.

Nun ist Obama zwar im Augenblick ziemlich klamm bei Kasse und hat alle Hände voll damit zu tun, dass ihm der Kongress nicht den Geldhahn zudreht und er dem störrischen Syrien, dass partout seine Souveränität nicht an die USA abtreten will, und sich so gut es geht, gegen die von der Nato und dem Imperium eingesetzten FSA-Terroristen verteidigt, dennoch seinen Willen aufzwingt. Wer wäre da besser als Deutschland geeignet, auszuhelfen? Schließlich ist man das drittgrößte Waffenexportland der Welt, ist dank seiner exorbitanten Lohndrückerpolitik im eigenen Land, gut bei Kasse, was jetzt zum Einsatz kommt. Wie sagt man doch immer wenn es sich bei dem formalen Beschluss nur noch um Stunden handeln kann, es aber schon lange abzusehen war, dass der Beschluss genau so gefasst wird? Grundgesetz hin, Grundgesetz her! Laut Medienberichten steht der Bundeswehr-Einsatz mit "Patriot"-Raketen an der syischen Grenze kurz bevor.

Klar doch, schließlich gehört uns die Welt.

FH

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