Montag, 10. Dezember 2012

Konzerndemokratur

Mowitz
Wahlergebnisse, wie sie nicht einmal bei der Papstwahl zustande kommen. Die Jungfrau im Hosenanzug wurde mit glatten 98 Prozent und gefühlten Zweistundenjubel herbeigekarrter Claqueure hochgejubelt. Der Mann mit Nehmerqualitäten, "ich bin jetzt einer von Euch", soll eine fulminante Rede gehalten und kein Honorar bekommen haben. Er brachte es auf knapp 94 Prozent Zustimmung seiner Zeitgenossen und den Zusatzsegen vom Uraltkanzler Helmut "Orakel" Schmidt, sowie des Hartz-IV-Kanzlers, Gerhard "Gazprom" Schröder.

Nach dem Junk-Food der Konzerne jetzt auch Junk-Politik der Konzerne als Normalität.
"Junk-Politik verzichtet auf Gerechtigkeit und gibt auch die geraubten Bürgerrechte nicht zurück. Junk-Politik personifiziert Probleme oder moralisiert über sie, statt sie zu lösen. [...] "Junk-Politik miniaturisiert große, komplizierte Probleme im eigenen Land, indem sie Bedrohungen aus dem Ausland maximiert. Sie ist auch durch plötzliche, unerklärliche, öffentliche Positionswechsel gekennzeichnet, bei der häufig Probleme aufgebläht werden, die man vorher klein geredet hat." Und schließlich bemüht sie sich "auf Schritt und Tritt, alle Wahrnehmungen der Wähler über sozioökonomische und sonstige Unterschiede in der Bevölkerung zu unterdrücken"." Chris Hedges
Die wichtigen Dinge – die unendlichen Kriege der Konzerne, der herbeigezauberte Finanzcrash der Finanzdiktatoren, der stetig steigende Zuwachs an Verelendungen, die Suppenküchen und Zwangsvollstreckungen, die zunehmende Arbeitslosigkeit, die nur mühsam durch Statistikfälschungen kaschiert wird, die Klimaveränderung, die zu bekämpfen uns nicht einen Euro weniger Profit kosten darf. Und unsere Politikerclowns fahren Traumergebnisse bei ihren Parteitagsbrüllern ein.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Dabei haben weder die Politik, noch Politiker insgesamt das Vertrauen der Bevölkerung. Nur 24 Prozent der Bürger haben noch etwas ähnliches wie Vertrauen in die gewählte Politikerkaste. Weniger als 60 Prozent gehen überhaupt noch wählen. Die Wähler verstehen sehr wohl, dass die Politik der Konzerne nicht an den Wahlurnen entschieden wird. 

Die deutschen Konzernherren wussten schon warum sie einen Mann wie Hitler zu fördern hatten. Er verstand es, Gewerkschaften und Arbeiterparteien auszuschalten und ihre Vertreter in Konzentrationslager einzusperren. Dafür wurde er von Henry Ford hoch bewundert. Fritz Thyssen, Friedrich Flick, Robert Bosch, Hugo Stinnes, u.u.u. finanzierten die Nazis schon frühzeitig. Was zählt ist das Geschäft. Alfred P. Sloan, ehemaliger Chef von General Motors, meinte, es sei gut, dass es in Europa mit dem Faschismus "eine Alternative zur Demokratie" gebe, deren starke, intelligente und aggressive Führer den Instinkt von Gangstern hätten und ihre Völker länger und härter arbeiten ließen – was sehr zu loben sei!"

Wie ich schon mehrfach früher betont habe, die rechte Gefahr kommt weniger von den Springerbestiefelten der Ränder, als aus den Chefetagen der Konzerne und ihrer Lakaien der Mitte. Will die denn keiner verbieten lassen??? Äsch, war nur rhetorisch gemeint.

FH

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