Montag, 3. Dezember 2012

Merkel die Teflonartige

Mowitz
Bei näherem Hinsehen pflastern keine, oder kaum wahrnehmbare politische Erfolge den Weg der ehemaligen FDJ-Agitprop-Sekretärin als oberste Springer-Bevollmächtigte im Berliner Kanzleramt.

Friede Springer bemühte sich eigens, zusammen mit dem damaligen Nonsensstar des politischen Schwatzbudenjournalismus, Sabine Christiansen, nebst Kollegin Inga Griese und Isa Gräfin von Hardenberg, ausgebuffte Werbespezialistin für Konsumenten-Reizüberflutung, zu Merkels erster Vereidigung als Bundeskanzlerin, am 22. November 2005, auf die Zuschauertribüne des Deutschen Bundestages.  Hier im Bild.

Die Rückendeckung professioneller Wirklichkeitsschönschreiber war fürs erste gesichert. Und so machte Merkel sich schnell einen Namen als teflonierte Abperlerin des Volkswillen, an der nichts hängen blieb.

Dass sie schon 1996 als Bundesumweltministerin von den Atommüll-Risiken der Asse gewusst hatte und über mögliche radioaktive Verseuchungen des Trinkwassers durch das Atommüllager Asse II informiert war, perlte ebenso an ihr ab wie die Tatsache, dass sie die politische Schlüsselfigur in der Endlagerpolitik war und nie dafür ernsthaft zur Rechenschaft gezogen wurde.

Auch überstand sie schadlos ihre Weigerung der Journalistin Gaby Weber Einsicht in Akten über den NS-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann zu gewähren. Der steht ja schon wieder unter Gedenkschutz im Neugroßdeutschen Reich. Ein Foto aus Stasi-Zeiten, auf dem Merkel zu sehen sein soll, wie sie sich dem Grundstück des DDR-Regimekritikers Robert Havemanns näherte, durfte auf Merkels Veranslassung hin, aus "Gründen des Schutzes ihrer Privatsphäre" bla. bla. bla., nicht veröffentlicht werden. Das Foto entstand zu einer Zeit als Robert Havemann unter Observation und Isolation der Stasi im eigenen Heim stand. Wenn das nicht Privatsphäre war, Frau Merkel, was dann? Und Sie, die neunmalkluge Privatsphärenbesorgte aus der Uckermark, heben den Spruch für sich selbst auf? Jetzt wo Sie eine Person des öffentlichen Interesses sind?

Auch Merkels Kanzlergriffe ins Personalklo erwiesen sich häufig als bemerkenswerte Fehlleistungen. Schaden taten sie ihr, dank medialer Reinigungsaushilfen, trotzdem nicht. Ob Nichtdoktor, Münchhausen Karl-Theodor zu Guttenberg, die Kurzzeitpräsidenten Wulff und Köhler, alles ihre einsamen Fehlentscheidungen, oder die schlichte Frau Dr. Annette Schavan als Forschungsministerin, die heute mit Dauerlächeln und erstickter Stimme um ihr Doktorhütchen kämpft und als Merkels Vertraute gilt. Oder ihr in der Versenkung verschwundener Umweltminister Norbert Röttgen, der als "federführender" Minister bei Merkels Deal mit der Atom-Lobby nur eine Statistenrolle einnahm und den Hauptgriff in die Kloake der AKW-Betreiber, seiner Chefin überlassen musste. Das schadete weder Merkel noch nutzte es Röttgen.

Eine Physikerin promoviert in Chemie zum Doktor der Naturwissenschaften und dankte noch Dr. J. Sauer, für die kritische Durchsicht ihrer Arbeit. Donnerwetter auch, ein Schelm der Böses dabei denkt. Ich aber bin ein Schelm. Heute ist sie mit ihm, dem Professor für Quantenchemie an der Humboldt-Universität, Dr. Joachim Sauer, dem Vernehmen nach,glücklich verheiratet.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Merkel, de facto auch Export-Genehmigerin des deutschen Totmacher-Know-hows in alle Welt. Besonders an Strolchen-, Diktatur- und Mörderstaaten, die ihre Nachbarn mit Angriffskriegen überziehen, ihr Land schon seit 1948 rauben, oder/und die eigenen Bevölkerungen unterdrücken, um ihre feudale Regime aufrechtzuerhalten. Merkel nennt das, wenn die Deutschen weiter an der "Stabilisierung gefährdeter Regionen" mitarbeiten möchten, sollten sie Waffen in die Hände von Marodeuren schaffen, die dort mit noch mehr Waffen, "Frieden" schaffen. So wie es die USA, Deutschland und die Nato nicht in Afghanistan hinkriegten. Also schickt man jetzt Panzer, Kanonen und U-Boote zuhauf nach Saudi Arabien, Katar, Israel, Indonesien u.u.u. Das ist gut fürs Geschäft, aber schlecht für Menschenleben. Der aggressivste Kriegsstaat in Nahost, Israel, wird von Deutschland massiv mit Waffen beliefert. U-Boote der Dolphin-Klasse werden teilweise für lau oder zum halben, vom deutschen Steuerzahler subventionierten Preis geliefert. Die rüstet man dann für kommende Einsätze auf Atomwaffen um und bringt sie auf Konfrontationskurs mit den Nachbarn, Syrien und Iran. So großzügig ist Merkel mit dem ihr anvertrauten Geld deutscher Steuerzahler, dass das Handelsblatt sich nicht zurückhielt und mitteilte:
"Die Bundesregierung hat Israel in den vergangenen Monaten verstärkt mit Waffen beliefert. Das Land habe nahezu „alles bekommen, was es haben wollte“, heißt es in der Bundesregierung - auch umstrittene Panzerfäuste."
Und morgen wird die CDU auf ihrer Parteinacht in Hannover, Merkel als Parteivorsitzende abnicken. Und im Herbst, mit Springers Hilfe, wieder als höchste Bevollmächtigte der Springer AG ins Kanzleramt entsenden.

FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen