Freitag, 28. Dezember 2012

Suppenküchen, Altersarmut, Niedriglöhne? Alles Quatsch! Es geht uns doch gut! Sogar sehr gut! Fragt mal unsere Fußballmillionäre!

Mowitz
Sportlich locker kann Merkel die nächste Bundestagswahl angehen. Zum Glück ist das deutsche Wahlrecht so angelegt, dass auch bei minimalsten Wahlbeteiligungen immer große Sieger gekürt werden können. Und so wie es zur Zeit aussieht, muss sich der gesalbte Hosenanzug im Kanzleramt um seine Wiederwahl keine größeren Sorgen machen. Laut Medienberichten, dürfen die Unionsparteien mit 41 Prozent der Stimmen rechnen, so viel, wie es bei Umfragen schon seit 2006 nicht mehr der Fall war. Egal wieviele Wähler sich zu den Wahlurnen schleppen, so läge das Wahlergebnis im Augenblick bei 41 Prozent für die Union, wenn jetzt gewählt würde.

Das hört sich schon ziemlich potent gegenüber den eher impotenten 27 Prozent einer noch impotenteren S?PD an. Sollte man allerdings die etwa 70 Prozent Wahlbeteiligung von 2009 auch für 2013 zugrunde legen, sähe es schon bescheidener aus. Dann käme die Union auf nicht mehr als 28,7 Prozent und die S?PD auf 18,9 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten. Zusammen also eine Minderheit von 47,6 Prozent. Das nennt man dann die grooooße Koalition. Wie sieht eigentlich die kleine aus?

Weil diese Rechenbeispiele eh völlig Wurscht sind, und die Regierung das tut was die Vorgängerregierungen auch schon immer taten, nämlich den Flicks, Krupps, Springers, Abs, Hugenbergs und Schachts die Wünsche von den Lippen abzulesen, wird auch kein großes Brimborium darüber veranstaltet, dass die Pfaffentochter aus der Uckermark der Meinung ist, dass der Sozialstaat in Europa bald, sehr bald der Vergangenheit angehören muss.

Auch das "aufstrebende" Dritte Reich empfand Sozialleistungen eher als Hindernis bei den hohen militärischen Rüstungskosten Deutschlands auf dem Marsch in den Untergang, so wie Merkel der Auffassung ist, Europa könne sich seine Sozialstaaten nicht länger leisten. Von wegen Wettbewerbsfähigkeit et cetera. Da ist die Rüstungsindustrie für das Allgemeinwohl so unendlich viel wichtiger. Und die Umfrageergebnisse scheinen ihr recht zu geben.

Das die Jungmillionäre der deutschen Fußballkicker mit Millionen Euros aus dem Staatssäckel gemästet werden, bleibt den meisten Fans verborgen, die ja selbst auch dem neoliberalen "weniger-Staat-Gewäsch" auf den Leim gegangen sind. Jetzt geht noch mehr Knete von Hartz-IV-lern an die Profis. Und zwar dann, wenn die "freien" Staatsmedien die ehemaligen Zwangsgebühren, die am 1. Januar 2013 in eine von allen zu entrichtende Steuer umgewandelt wird, kräftig dabei mithelfen, die Gelder der Steuerzahler, lauwarm vom Bundesligahimmel zielgenau in die Taschen der Funktionäre und Spieler regnen zu lassen. Die haben es ja bitter nötig.

Die Vorbereitung der EM 2006 ließ sich der Steuerzahler 2,5 Milliarden Euro für den Neubau oder die Auffrischung der Spielstätten kosten. Die Profilöhne explodierten seit dem Bosman-Urteil in der Bundesliga. Anstatt aber den immer viel beschworenen "freien" Markt das regeln zu lassen, sahen die staatlichen "Qualitätsmedien mit Bildungsauftrag" ihren Auftrag darin, immer höhere TV-Lizenzen an die Vereine zu zahlen.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
"Etwa 100 Millionen Euro pro Jahr zahlt allein die ARD Sportschau an die Bundesliga. Es sind dies die höchsten Summen, die die Vereine je erhalten haben. Weil die öffentlich-rechtlichen Sender ab dem 1. Januar 2013 aus einer TV-Steuer finanziert werden, die die bisherige GEZ ablöst, kann man getrost davon sprechen, dass der Staat die Bürger zwingt, für Brot&Spiele selbst aufzukommen. Begründet wird dies von den Fussballfunktionären mit der lächerlichen Idee eines Menschenrechts auf öffentlich-rechtlichen Fußball-Konsum. Die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien lassen sich die öffentlich-rechtlichen Sender etwa 210 Millionen Euro kosten – dies sind Steuergelder, die auch von jenen zu bezahlen sind, die niemals ein Fußball-Spiel verfolgen, wegen der neuen Haushaltsabgabe jedoch verpflichtet sind, mitzufinanzieren."
Es ist nicht anzunehmen, dass dies nicht mit Zustimmung der verantwortlichn Politiker geschehen ist. Letztlich auch mit Zustimmung der Gesalbten. Die einzig mir bekannte Gegenleistung eines fußballkickenden Spaßvogels an die bundesdeutsche Politik war sein hochnotpeinlicher Presseauftritt zum Fall der rechtskräftig verurteilten Julija Timoschenko. Unterdessen verrotten die Straßen in Deutschland, Schulen verfallen, Wohnungsmangel und Mietpreiserhöhungen gehen Hand in Hand. Deutschland auf den Weg in den Slum und Merkel rechnet die Armut in Deutschland tief und den Reichtum hoch.

FH

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