Montag, 30. April 2012

Drücker des Tages - Uli Hoeneß

Mowitz
Uli Hoeneß, Würstchenmacher und leitender Sprücheklopfer beim FC Bayern:

"Was glaubt ihr eigentlich, wer Euch alle finanziert? Die Leute in den Logen, denen wir die Gelder aus der Tasche ziehen", fordert von den deutschen Nationalspielern mehr Druck auf die Ukraine auszuüben.

Die Tochter des wegen Amtsmißbrauch rechtskräftig verurteilten 11-Milliarden-Gasgretchen Timoschenko, Jewgenia, flehte bereits Angela Merkel an etwas für ihre Mutter zu tun. Diese hatte in ihrer Eigenschaft als Premierministerin Verträge mit Rußland über die Lieferung von Erdgas zum Nachteil der Ukraine abgeschlossen und wird nun wieder dringend benötigt, den demokratisch gewählten Präsidenten Janukowytsch mittels einer Neuauflage der Orangen Revolution aus dem Amt zu hieven. Washington und die EU betrieben bereits 2004 erfolgreich die Orangen Revolution in der Ukraine, da ihnen Janukowytschs Wahlsieg damals schon nicht in den Kram passte.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Hauptsache der Würstchenproduzent behält den Durchblick. Strippenzieher Gabriel, S?PD, empfiehlt zur aktuellen Farbenrevolution: Fußball-EM in der Ukraine boykottieren! Ein weiterer Schritt auf dem Weg: Russland einkreisen, China ins Visier nehmen.

FH

Freitag, 27. April 2012

Riesenstrategin Charlotte Knobloch fordert: Deutsche an die Front

Mowitz
Die ehemalige Vorsitzende des jüdischen Interessenverbandes in Deutschland, ZdJ, Charlotte Knopfloch, meldet sich im Israel-Iran-Konflikt in der Passauer Neuen Presse vom Mittwoch zu Wort und zieht Angela Merkel die Ohren lang. Nicht so direkt. Nein doch! Sie nimmt den verklausulierten Umweg über "Deutschland".
"Ich gehe davon aus, dass Deutschland im Ernstfall an der Seite Israels steht."
Denn schließlich, so die Gesalbte aus München, die heute 2. Vorsitzende des globalen Lobbyistenklubs "Jüdischer Weltkongress" ist, weiter, führe der Iran die Weltgemeinschaft seit langem an der Nase herum und die Bundesregierung müsse dem Iran gegenüber mehr Härte zeigen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Plumps, da war die Kriegslüge wieder einmal mehr ausgesprochen. Medial vervielfältigt. "Der Iran" führe die Welt an der Nase herum. Nicht weil es so ist, sondern weil Frau Knobloch es sagt. Hört man aber mal so ganz nebenbei rein was israelische Generäle zum Thema von sich geben, wie zum Beispiel der israelische Armeechef Benny Gantz, wird nur das bestätigt, was der Iran seit Jahren schon immer wiederholte. Dass nämlich das iranische Atomprogramm friedlichen Zwecken dient und in völliger Übereinstimmung mit dem Atomwaffensperrvertrag steht, den der Iran unterzeichnet hat und auch einhält. Israel nicht. Darum hat Israel ihn von Anfang an auch nicht unterzeichnet und glaubt nun ungestraft seine Nachbarn mit Atomwaffen bedrohen zu dürfen.

Der Armeechef erklärte sogar, bislang habe das Staatsoberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, überhaupt noch nicht entschieden, ob es einen zusätzlichen Schritt im Atomprogramm geben werde. Gantz selbst glaubt nicht, dass der Iran sich für die Entwicklung von Nuklearwaffen entscheidet. Im Gegenteil, Gantz hält die iranische Führungsriege zu Recht für sehr rational denkenden Menschen.

Oder der ehemalige israelische Geheimdienstchef Diskin, der meint Netanjahu und Verteidigungsminister Barak führten die israelische Gesellschaft in die Irre wenn sie behaupteten, eine iranische Atombombe könne durch einen Militärschlag verhindert werden. Das Gegenteil ist der Fall. Ein israelischer Angriff auf den Iran würde die Iraner nur anspornen die iranische Nuklearforschung zu intensivieren.

Das sind ganz andere Töne als die, die dem unbedarften Teil des westlichen Publikum seit Jahren durch eine verschluderte Presse eingetrichtert und vielerorts auch geglaubt wird. Allem Anschein nach fiel auch die Gesalbte der Pressekampagne in Deutschland aus dem Hause Springer zum Opfer. Meine Empfehlung nach München: Für mehr Pressehygiene in Deutschland einzustehen und sich der gigantische Werbemaßnahme BILDs in den Weg stellen ungefragt ein kostenloses Exemplar entgegenzunehmen. Verweigern Sie die Zustellung des Jubiläum-Exemplars! Das hilft zu neuen Erkenntnissen.

Leider ist es aber so, dass Israel, die USA, sowie etliche eruopäische Mächte einen Krieg wollen. Nicht um ein nichtexistierendes Atomwaffenprogramm zu stoppen, sondern um sich weitere Naturressourcen anzueignen. Und nicht nur einen Krieg gegen den Iran, sondern viele Kriege in vielen Regionen zu führen. Die offiziellen Gründe werden dieselben sein: "Menschenrechte verteidigen," "Tyrannen vom Morden des eigenen Volkes abzuhalten," und wenn sie nicht wollen, drohen wir ihnen damit die Demokratie bei ihnen einzuführen. Wozu hat man schließlich die Nato und eine über die Maßen gewinnmaximierende Rüstungsindustrie? Im Augenblick sind die Farbenterroristen wieder in der Ukraine, dem Land der Gasprinzessin und 11-Milliarden-Dollar-Frau Julia Timoshenko unterwegs, um das Kapital dort mit Terroranschlägen wieder auf stabile Füße zu stellen.

Großisrael, als stationärer Vorposten des westlichen Kapitals in Afrika, wird versuchen den Nachschub der Bodenschätze Öl, Gas, Diamanten, Gold, Kupfer, Coltan u.u.u. in westliche Märkte abzusichern. Israel als militärische Vormacht im Nahen Osten. Nicht allein und isoliert. Aber mit Hilfe der herrschenden Klasse in den Vereinigten Staaten und Europa.

Das internationale Finanz- und Großkapital lebt von Kriegen. Es ist sein innerstes Wesen. So wie der Puff die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist, so ist Krieg nichts anderes als die Fortsetzung der Profitmaximierung mit militärischen Mitteln. Die besten Startplätze beim Kampf um immer knapper werdende Bodenschätze sichern. Das ist Wettbewerb. So wie ihn der Kapitalismus versteht. Nicht durch Zusammenarbeit und fairen Handel! Allein durch physische Vernichtung der Konkurrenten!

Und wenn die ganze Erde dabei bebt, und die Welt sich aus den Angeln hebt ... ♪♫♪♫

FH

Zum Thema


Gegenmeinung: Israel und Libyen: Afrika soll auf »Kampf der Kulturen« vorbereitet werden......
Gegenmeinung: Iran, Schlacht um Gaspipelines......
Gegenmeinung: Privatisierung der Kriege......
Gegenmeinung: Ein "humanitärer Krieg" gegen Syrien? Führt die militärische Eskalation zu einem großen Krieg im Mittleren Osten und in Zentralasien?......
Gegenmeinung: Die Vorbereitung des Schlachtfelds......

Der Mafia-Staat Kosovo und das Camp Bondsteel: Die USA streben eine permanente Militärpräsenz in Südost-Europa an

Die USA wollen dem Mafia-Staat Kosovo den Weg in die NATO und in die Europäische Union ebnen, um sich eine permanente Militärpräsenz auf dem Balkan zu sichern.

Von F. William Engdahl
Global Research, 12.04.12

Die bizarre Kosovo-Strategie der USA könnte die NATO zerstören


In einer eher bizarren außenpolitischen Erklärung der bizarren Obama-Regierung hat die US-Außenministerin Hillary Clinton angekündigt, Washington werde dem Kosovo "helfen", sich sowohl der NATO als auch der Europäischen Union anzuschließen. Das hat sie Hashim Thaci, dem Premierminister des Kosovo, bei einem Treffen in Washington versprochen, bei dem sie auch "die Fortschritte der Thaci-Regierung bei der europäischen Integration und der Wirtschaftsentwicklung" lobte". (1

Ihre Ankündigung hat zweifellos vielen Regierungsvertretern und Militärs in verschiedenen Hauptstädten europäischer NATO-Mitglieder heftige Bauchschmerzen verursacht. Nur wenige billigen den verrückten Plan der Frau Clinton, der NATO und der EU das Kosovo aufzuhalsen.

Die geopolitische Bedeutung des Kosovo

Das umstrittene Stück Land, das heute Kosovo genannt wird, war ein Teil Jugoslawiens und gehörte dann zu Serbien, bis die NATO 1999 Milosevics Serbien zerbomte und damit den USA, die von einigen EU-Staaten und besonders von Deutschland unterstützt wurden, die Möglichkeit verschaffte, das ehemalige Jugoslawien in winzige, abhängige Pseudostaaten zu zerstückeln. Dabei entstanden auch das Kosovo und Mazedonien. Slowenien und Kroatien hatten sich schon früher von Jugoslawien abgespalten, mit starker Unterstützung des deutschen Außenministers (Genscher). (Weitere Infos dazu sind hier nachzulesen.)

Eine kurzer Rückblick auf die Umstände, die zur Abspaltung des Kosovo von Jugoslawien führten, kann die Risiken sichtbar machen, die eine Mitgliedschaft des Kosovo in der NATO und in der EU für die Zukunft Europas bedeuten würde. Hashim Thaci, der gegenwärtige Premierminister des Kosovo, erhielt sein Amt nicht durch freie demokratische Wahlen, sondern vom US-Außenministerium. Das Kosovo wird von Russland, Serbien und über 100 weiteren Staaten nicht als legitimer Staat anerkannt. Als es 2008 seine Unabhängigkeit erklärte, wurde es jedoch sofort von der Bush-Administration und von (der Regierung in) Berlin anerkannt.

Wenn das Kosovo Mitglied der EU würde, könnten sich auch andere gescheiterte Staaten eingeladen fühlen; das braucht die US-Außenministerin Clinton nicht zu stören, aber die EU sollte sich in ihrer aktuellen Krise nicht darauf einlassen. Selbst nach wohlmeinenden Schätzungen liegt die Arbeitslosigkeit im Kosovo bei 60 Prozent, also fast auf Dritte-Welt-Niveau. Auch als das Kosovo noch zu Jugoslawien gehörte, war es der ärmste Teil des Landes, und heute ist alles noch schlimmer. Das eigentliche Problem für den Frieden und die Sicherheit in der EU wäre aber der innere Zustand des Kosovo, das Ende der 1990er Jahre von Washington geschaffen wurde.

Der Mafia-Staat und das Camp Bondsteel

Camp Bondsteel, Wikipedia, public domain
Das Kosovo ist zwar ein winziges Ländchen, gehört aber wegen seiner geopolitischen Bedeutung zu den strategisch wichtigsten Positionen in ganz Europa; von dort aus kann das US-Militär die Ölströme und die politischen Entwicklungen vom ölreichen Mittleren Osten bis nach Russland und Westeuropa kontrollieren. Die von den USA gewünschte Anerkennung des Kosovo, das sich selbst zur Republik erklärt hat, ist eine konsequente Fortsetzung der US-Politik auf dem Balkan, die mit der völkerrechtswidrigen Bombardierung Serbiens durch die USA und die NATO im Jahr 1999 begann; dieser Out-Of-Area-Einsatz der NATO war nicht vom UN-Sicherheitsrat gebilligt und erfolgte, weil die Armee Milosevics angeblich kurz davor war, an den Albanern im Kosovo Völkermord zu begehen.

Einige Monate vor der US-geführten Bombardierung serbischer Ziele, einem der schwersten Bombardements seit dem Zweiten Weltkrieg, erläuterte ein höherer US-Geheimdienstler in einem privaten Gespräch in Zagreb höheren Offizieren der kroatischen Armee Washingtons Strategie für die Zerschlagung des ehemaligen Staates Jugoslawien. Nach einer Information über dieses Gespräch, die der Autor privat erhielt, hatte das Pentagon bereits gegen Ende des Jahres 1998 die Absicht, das Kosovo unter seine Kontrolle zu bringen, weil es sich eine Militärbasis sichern wollte, von der aus ganz Südost-Europa bis zu den Ölländern im Mittleren Osten zu kontrollieren ist.

Seit Juni 1999, als die Kosovo Force / KFOR der NATO das Kosovo besetzte, das damals offiziell noch zu Jugoslawien gehörte, stand es durch die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates praktisch unter einem Mandat der Vereinten Nationen. Auch Russland und China hatten diesem Mandat zugestimmt, das der KFOR die Rolle zuwies, den Konflikt zwischen den Volksgruppen und die grausamen Kämpfe zwischen der serbischen und anderen Minderheiten und der Mehrheit der muslimischen Kosovo-Albaner zu beenden. Nach der Resolution 1244 sollte das Kosovo nur befriedet werden, aber weiterhin ein Teil Serbiens bleiben. Diese UN-Resolution haben die USA, Deutschland und andere EU-Staaten 2008 einfach ignoriert (als sie das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannten).

Die schnelle Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch Berlin und Washington im Februar 2008 erfolgte nur wenige Tage, nachdem der prowestliche Boris Tadic zum zweiten Mal für vier Jahre zum (serbischen) Präsidenten gewählt worden war. Nach Tadics Wiederwahl konnte Washington mit einer entgegenkommenden serbischen Reaktion auf die Anerkennung des Kleinstaates Kosovo rechnen.

Sofort nach dem Bombenkrieg gegen Serbien im Jahr 1999 beschlagnahmte das Pentagon ein 1.000 Acres (404,7 ha) großes Areal bei Uresevic in der Nähe der Grenze zwischen dem Kosovo und Mazedonien; es beauftragte die Firma Halliburton, deren Vorstandsvorsitzender damals Dick Cheney war, dort das Camp Bondsteel, eine der größten US-Militärbasen im Ausland, zu bauen, in der heute über 7.000 US-Soldaten stationiert sind (s. dazu auch hier).

Bis heute hat sich das Pentagon bereits sieben neue Militärbasen in Bulgarien und Rumänien, am Schwarzen Meer und auf dem nördlichen Balkan gesichert, darunter die Flugplätze Graf Ignatievo und Bezmer in Bulgarien und den Flughafen Mihail Kogalniceanu in Rumänien; von dort aus werden Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak durchgeführt. Der rumänische Flughafen ist Sitz der Task Force-East (der Einsatzgruppe Ost) des Pentagons. Mit der Errichtung des riesigen Camps Bondsteel im Kosovo und dem Umbau und der Nutzung kroatischer und montenegrinischer Adria-Häfen durch die US-Navy wurde die Militarisierung des Balkans (vorerst) abgeschlossen. (2

Die strategische Bedeutung des Kosovo für die USA ist zwar primär militärisch; sekundär ist es aber auch ein wichtiger Umschlagplatz für den Rauschgifthandel. Es dient als Vorposten gegen Russland und zur Kontrolle der Ölströme vom Kaspischen Meer und vom Mittleren Osten nach Westeuropa. Mit dem unabhängigen Kosovo hat Washington einen schwachen Staat geschaffen, der völlig unter seiner Kontrolle steht. Wäre das Kosovo ein Teil Serbiens geblieben, hätte es die NATO viel schwerer gehabt, die militärische Kontrolle darüber auszuüben. Heute ist das Kosovo eine Militärkolonie der NATO, und seine noch nicht einmal 2 Millionen Einwohner werden von 16.000 KFOR-Soldaten überwacht. Das Camp Bondsteel gehört zur Kette der vorgeschobenen US-Basen, die Donald Rumsfeld einmal als "Lily Pads" (Seerosen) bezeichnet hat, und es dient als Ausgangspunkt für Militäraktionen nach Osten und Süden. Die Aufnahme des Kosovo in die EU und in die NATO würde diese US-Militärbasis dauerhaft sichern; das wäre auch deshalb notwendig, weil der US-Protegé Saakaschwili 2008 so kläglich scheiterte, als er die Republik Georgien in die NATO integrieren wollte. (Weitere Infos dazu sind hier aufzurufen.)

Korridor für den Heroin-Transport


Die militärische Kontrolle des Kosovo durch die USA und die NATO dient in der großangelegten geostrategischen Planung Washingtons gleich mehreren Zwecken. Zunächst ermöglicht sie den USA eine bessere Überwachung der geplanten Öl- und Gas-Pipelines vom Kaspischen Meer und aus dem Mittleren Osten in die EU, sowie der Transportwege von der EU ans Schwarze Meer.

Sie schützt auch den Milliarden Dollar schweren Heroin-Schmuggel aus Afghanistan, der nach Angaben von Rauschgiftexperten der UNO seit Beginn der US-Besetzung auf Rekordhöhe angestiegen ist. Durch Albanien und das Kosovo führen die Hauptrouten des Heroin-Transportes nach Europa. Nach dem 2008 veröffentlichten Jahresbericht des USAußenministeriums über den internationalen Drogenhandel führen mehrere Routen für den Drogen-Transit durch den Balkan. Das Kosovo gilt als Hauptumschlagplatz für den Heroin-Transport aus Afghanistan und der Türkei nach Westeuropa. Der Drogenhandel wird natürlich mit Wissen und Unterstützung der Thaci Regierung abgewickelt.

Seit ihren Drogengeschäften mit Angehörigen des Meo-Stammes in Laos während des Vietnam-Krieges hat die CIA den Drogenhandel auf den Hauptrouten unter ihre Kontrolle gebracht und finanziert von den Einnahmen daraus einen Teil ihrer verdeckten Operationen. Der internationale Drogenhandel hat heute einen solchen Umfang erreicht, dass nach Ansicht informierter Kreise US-Banken wie die Citigroup einen bedeutenden Anteil ihrer Profite mit der Abwicklung von Drogengeschäften erzielen.

Einer der Hauptgründe für die übergroße Eile, mit der Washington und einige seiner Verbündeten die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt haben, ist die Tatsache, dass sie sehr wohl wussten, dass seine Regierung und seine beiden wichtigsten politischen Parteien Vereinigungen des organisierten albanischen Verbrechens sind.

Hashim Thaci, der Premierminister des Kosovo und Vorsitzende der Demokratischen Partei des Kosovo, war früher Chef einer von den USA und der NATO ausgebildeten Terroristentruppe, die sich Kosovo Liberation Army / KLA oder auf Albanisch UCK nannte. In Verbrecherkreisen des Kosovo wird Hashim wegen seiner persönlichen Grausamkeit gegen Feinde "Die Schlange" genannt.

1997 hat Robert Gelbard, der Sondergesandte des Präsidenten Clinton für den Balkan, von der UCK gesagt, sie sei "ohne jede Frage eine Terroristengruppe". Sie war aber noch etwas ganz Anderes. Sie war eine von einem Klan beherrschte Mafia, die unmöglich infiltriert werden konnte und insgeheim die Schattenwirtschaft des Kosovo kontrollierte. Nach Erkenntnissen europäischer Polizeibehörden unterhält Thacis Demokratische Partei auch heute noch enge Verbindungen zum organisierten Verbrechen.

In einem geheimen Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienstes / BND vom 22. Februar 2005, der durchsickerte, wurde festgestellt: “Über die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können.“ (OK=organisierte Kriminalität) (3

Die UCK begann ihre Aktionen 1996 mit Bombenanschlägen auf Lager für serbische Flüchtlinge, die vor den Kriegen in Bosnien und Kroatien geflohen waren. Die UCK hat wiederholt auch die "Befreiung" von Gebieten in Montenegro, Mazedonien und Teilen Nord-Griechenlands gefordert. Thaci tritt, zurückhaltend formuliert, ganz sicher nicht für regionale Stabilität ein.

Der heute 44-jährige Thaci war in den 1990er Jahren schon als damals 30-jähriger Gangster ein persönlicher Protegé von Clintons Außenministerin Madeleine Albright. Die UCK wurde von Anfang an von der CIA und vom deutschen BND unterstützt. Während des Krieges 1999 erhielt die UCK außerdem direkte Unterstützung von der NATO. Als die USA Mitte der 1990er Jahre Kontakt zu Thaci aufnahmen, führte er die Drenica-Gruppe, eine im Kosovo agierende kriminelle Vereinigung, die Kontakte zu albanischen, mazedonischen und italienischen Mafia-Kreisen unterhielt. In einem im Januar 2007 für die EU-Kommision erstellten Geheimbericht mit dem Vermerk "VS – Nur für den Dienstgebrauch", der in den Medien durchgesickert ist, wurden die organisierten Verbrechen der UCK und ihrer Nachfolgeorganisation, der Demokratischer Partei Thacis, detailliert untersucht.

In einem im Dezember 2010 – einen Tag, nachdem die Wahlkommission erklärt hatte, die Thaci-Partei habe die erste Wahl im unabhängigen Kosovo gewonnen – vom Europa-Rat veröffentlichten Bericht, wird den Westmächten Komplizenschaft vorgeworfen, weil sie die Verbrechen der kriminellen Vereinigung Thacis ignoriert hätten. Darin heißt es: "Thaci und andere Mitglieder der 'Drenica-Gruppe' werden in Geheimdienst-Dossiers durchweg als 'Schlüsselfiguren' des organisierten Verbrechens im Kosovo bezeichnet. Wir fanden heraus, dass Hashim Thaci, der jetzt als Politiker agiert, Chef, oder wie es in Kreisen des organisierten Verbrechens heißt, Boss der Drenica-Gruppe war. (4

In dem Bericht wird außerdem festgestellt, dass Thaci "den Heroin-Handel gewaltsam unter seine Kontrolle gebracht hat". Dick Marty, der Ermittler der Europäischen Union, legte seinen Bericht den Diplomaten aller EU-Mitgliedstaaten vor. Weil Washington Thaci stützte, reagierten diese aber nur mit Schweigen. (5

Im gleichen Bericht für den Europa-Rat über das organisierte Verbrechen im Kosovo wird Thacis Mafia-Organisation vorgeworfen, mit menschlichen Organen gehandelt zu haben. Figuren aus Thacis innerem Kreis werden beschuldigt, im Krieg serbische Gefangene über die Grenze nach Albanien verschleppt zu haben, wo mehrere Serben wegen ihrer Nieren, die auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden, ermordet worden seien. In einem Prozess, der 2008 vor dem Landgericht in Pristina stattfand, ging es um verarmte Opfer, die im Jahr 2000 von der UCK zur Organentnahme in eine mit ihr zusammenarbeitende Klinik mit Namen Medicus verbracht worden waren. (6

Die Frage, warum Washington, die NATO, die EU und besonders die deutsche Regierung so begierig waren, die Absplitterung des Kosovo möglichst schnell zu legitimieren, ist leicht zu beantworten. Ein von einem kriminellen Netzwerk beherrschtes Kosovo ist leichter von der NATO zu kontrollieren. In einem solchen Staat kann die NATO machen, was sie will. Zusammen mit dem von der NATO kontrollierten Afghanistan, aus dem das von Premierminister Thaci kontrollierte Heroin kommt, gehört das Kosovo zu einem Netz, das vom Pentagon zur Einkreisung Russlands aufgebaut wird und keinesfalls friedlichen Zwecken dient.

Thacis Abhängigkeit vom guten Willen der USA und der NATO ist die Ursache dafür, dass die Thaci-Regierung tun muss, was ihr gesagt wird. Das sichert den USA auch ihre ständige Militärpräsenz an dieser strategisch so wichtigen Position in Südost-Europa. Diese USMilitärpräsenz ist von zentraler Bedeutung für die NATO-Kontrolle über Eurasien und verschafft den USA den erwünschten Einfluss auf die Machtbalance in Europa. Moskau und eine Reihe anderer Staaten sind über diese Entwicklung natürlich nicht besonders glücklich. Die USA hantieren buchstäblich mit Dynamit und riskieren eventuell sogar einen Atomkrieg auf dem Balkan.

F. William Engdahl ist der Autor des Buches "Full Spectrum Dominance: Totalitarian Democracy in the New World Order" (Dominanz um jeden Preis: Die totalitäre Demokratie in der neuen Weltordnung). Über seine Website www.engdahl.oilgeopolitics.net kann man ihn kontaktieren.

Anmerkungen / Notes


1 RIA Novosti, US to Help Kosovo Join EU NATO: Clinton, April 5, 2012, accessed in
http://en.rian.ru/world/20120405/172621125.html.

2 Rick Rozoff, Pentagon and NATO Complete Their Conquest of The Balkans, Global
Research, November 28, 2009, accessed in
www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=16311.

3 Tom Burghardt, The End of the Affair: The BND, CIA and Kosovo’s Deep State,
accessed in
http://wikileaks.org/wiki/The_End_of_the_Affair%3F_The_BND%2C_CIA_and_Kosovo
%27s_Deep_State


4 The Telegraph, Kosovo's prime minister 'key player in mafia-like gang,' December 14,
2010, accessed in
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/kosovo/8202700/Kosovos-primeminister-
key-player-in-mafia-like-gang.htm
l .

5 Ibid.

6 Paul Lewis, Kosovo PM is head of human organ and arms ring Council of Europe
reports, The Guardian, 14 December 2010.

Übersetzung, Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mittwoch, 25. April 2012

Freie Demokratische Restpartei - Narrentag in Karlsruhe

Mowitz
Angeheitert, mit echt roten, anstatt Pappnasen, sowie endloser Helau-Parolen-Brüllerei, zelebrierten die Freien Restdemokraten mit Altstar, "wolle mer ihn reinlasse?" Rainer Brüderle vornweg, einen Parteitag in Karlsruhe, der der Määnzer Fassenacht zur Ehre gereicht hätte. Die führende deutsche Spaßpartei konnte nahtlos wieder dort anknüpfen, wo sie vor einem Jahr, auf ihrem Rostocker Parteitag, aufgehört hatte. Sich selbst und dem deutschen Wähler was in die Tasche lügen. Rösler stellte nach seiner Wahl zum 1. FDP-Jecken in Rotock fest: "Den Menschen in Deutschland geht es heute besser als zu Zeiten der großen Koalition" und drohte den lieben Mitbürgern und /Innen noch nebenbei damit, dass die "FDP ab heute liefern würde."

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Nun, die Spaßpartei ist heute mehr als scheintot und außer Versorgungschecks an eigene Amtsträger, liefert sie in der realen Politik gar nichts mehr. Nur die Büttenredner bleiben sich und ihren Sprechblasen treu. Christian Lindner, irgendwie vor ein paar Wochen zurückgetretener Parteiquasimodo, meldete sich als ein von den Konzernmedien so beschriebener Hoffnungsträger zu Wort: "Nicht die Einnahmen des Staates sind zu niedrig, sondern die Erwartungen an den Staat sind zu hoch". Helau und Alaaf! Da hat er doch glatt noch gar nicht mitbekommen, dass der Staat schon längst von den Banken übernommen wurde und sich von ihm alimentieren lassen. Jungliberale Hoffnungsträger halt.

Büttenreden taugen vielleicht zur kurzlebigen Mutmachung eigener Jecken, zum fröhlichen Gelächter anwesender Parteitagsnarren, sie taugen aber nicht dazu, dass Totgesagte wieder klammheimlich Hotelabsteigen steuerlich bedienen können. Weinkenner Brüderle, mit 66 Jahren immer noch Hoffnungsträger im Wartestand, bemühte sich nach bestem Wissen und Gewissen die Stimmung hochzuhalten und in einem Zwiegespräch mit den Narren im Saal, deren aktive Mitgestaltung beim Wohlfühlschunkeln einzufordern. "Wer hat's gemacht?" - "Wir haben es gemacht!"

Von rhetorischen Meisterleistungen auf dieser Karnevalsveranstaltung der Restdemokraten, berichteten nur anwesende Konzernmedien, deren Aufgabe es ist, mit allen medialen Kunstgriffen trunkene Warmduscher wieder in die Landtage zu schreiben. Die Ein-Prozent-Interessenpartei sei als Korrektiv zum "schwarz-rot-grünen Einheitsbrei" unverzichtbar. Mit diesen Worten schickte Rösler die Restpartei in die bevorstehenden Wahlkämpfe in NRW und Schleswig-Holstein.

Hat ihm noch keiner mitgeteilt, dass seine Luschen und er noch Teil einer Einheitsregierung in einem Einheitsparlament sind? Und das seit fast drei Jahren.

FH

Montag, 23. April 2012

Das seegestützte Raketensystem der USA und der NATO bedroht Russland

Auch der russische Sicherheitsexperte Vladimir Kozin warnt die USA und die NATO vor dem weiteren Ausbau ihres Raketenabwehrschildes in Europa.

In unmittelbarer Nachbarschaft Russlands wird ein ausgeklügelter, mehrschichtiger, gestaffelter Raketenabwehrschild errichtet

Von Vladimir Kozin
Strategic Culture Foundation and Stop NATO
Global Research, 31.03.12

Das Hauptziel der ersten Phase des European Phased Adaptive Approach / EPAA (des phasenweise angepassten Aufbaus eines Raketenabwehrschildes für Europa, s. hier) ist die Erlangung der Fähigkeit, ballistische Raketen von kurzer, mittlerer und sogar etwas längerer Reichweite (von 3.000 bis 5.500 km) abfangen zu können – durch die Verlegung des globalen, integrierten, multifunktionalen, seegestützten Aegis-Abwehrsystems (s. hier) mit seinen Raketen vom Typ SM-2 und SM-3 vor die Küsten Europas.

Karikatur: Walentin Druschinin, Russland/Ukraine
Die USA sind seit langem bei der Entwicklung seegestützter Raketenabwehrsysteme führend. Anfang 2012 besitzt die US-Navy 24 mit dem Aegis-System ausgestattete Kriegsschiffe (5 Kreuzer der Ticonderoga-Klasse und 19 Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse). Nach dem auf 30 Jahre (2011-2041) angelegten US-Schiffsbauprogramm sollen insgesamt 84 Schiffe mit dem Aegis-System ausgerüstet werden: 10 von 22 Kreuzern und praktisch alle 74 Zerstörer.

Ein mit dem Aegis-System ausgestatteter Kreuzer der Ticonderoga-Klasse oder ein Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse kann bis zu 30 SM-2 oder SM-3 Abwehrraketen verschiedener Modifizierungen abfeuern. Eine auf 84 Schiffe angewachsene "Abfänger-Flotte" könnte also über 2.500 Abfangraketen verschießen.

In unmittelbarer Nachbarschaft Russlands wird ein ausgeklügelter, mehrschichtiger, gestaffelter Raketenabwehrschild errichtet, der sich über Europa und Asien erstreckt. Sein spezifisches Hauptmerkmal ist seine enge Abstimmung auf das taktische und strategische Atomraketen-Potenzial der USA und der NATO, die in jeder internationalen Krisensituation zum Tragen käme.

Als Ergebnis ihres Treffens, das am Rande des Atomgipfels in Seoul stattgefunden hatte (s. hier), mussten Dmitri Medwedew und Barack Obama gemeinsam feststellen, das es Ihnen nicht gelungen ist, beim brennendsten ungelösten Problem mit globalen Auswirkungen – beim Aufbau eines von Russland, den USA und der NATO gemeinsam betriebenen Abwehrschirmes gegen ballistische Raketen – also bei der Ballistic Missile Defense / BMD für Europa, voranzukommen.

Der US-Präsident hat um "etwas Zeit" bis nach der Präsidentenwahl gebeten (weitere Infos hier). Er deutet auch an, dass er im Falle seiner Wiederwahl im November bezüglich der bilateralen Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr "mehr Flexibilität" zeigen könnte.

Dmitri Medwedew und Barack Obama vereinbarten, in den nächsten sechs bis acht Monaten unter Beteiligung technischer Experten weitere Konsultationen, aber keine direkten Verhandlungsgespräche durchzuführen. Im Grunde blieb das Treffen so ergebnislos, wie die Gespräche, die im November 2011 in Honolulu geführt worden waren und den russischen Präsidenten zu der aufsehenerregenden Erklärung veranlasst hatten, als Antwort auf die Errichtung des europäischen Raketenabwehrschildes der USA und der NATO, die Russlands Sicherheitsinteressen ignoriere, werde er entsprechende militärisch-technische Gegenmaßnahmen veranlassen. (s. hier).

Es ist noch immer nicht bekannt, wie ernsthaft Washington mit Russland über die europäische Raketenabwehr sprechen will. Die Ende letzten Jahres aufgekommene Hoffnung, es könnte zu einer konkreten Vereinbarung zwischen Moskau und den USA kommen, ist nach dem Treffen in Seoul und vor dem nächsten NATO-Gipfel, der im Mai in Chikago stattfindet, fast erloschen.

Es sieht so aus, als wolle Washington nur Zeit schinden, um weiterhin ungestört die Errichtung des Raketenabwehrschildes auf dem europäischen Kontinent und darüber hinaus fortsetzen und die Vertagung einer Vereinbarung mit Russland zu seinem Vorteil nutzen zu können. Die Pläne (für den Raketenabwehrschild) wurden ja schließlich schon vor längerer Zeit entwickelt und beschlossen.

Erstens ist es noch nicht entschieden, ob Barack Obama überhaupt Staatsoberhaupt und Oberkommandierender der US-Streitkräfte bleibt und wie er sich nach seiner Wiederwahl in Bezug auf die Raketenabwehr verhalten würde. Könnte er nicht einfach seine gegenwärtige "Verschleppungstaktik" fortsetzen?

Zweitens, was würde geschehen, wenn ein Republikaner die Wahl gewinnt? Fast alle republikanischen Senatoren haben sich gegen Änderungen bei der geplanten Raketenabwehr und gegen eine entgegenkommende Vereinbarung mit Russland ausgesprochen. Erst kürzlich haben 43 von 47 republikanischen Senatoren einen warnenden Brief unterzeichnet, in dem sie Obama mitteilen, dass sie keine Einschränkungen bei der Raketenabwehr hinnehmen wollen, falls die gegenwärtige Regierung Pläne dafür vorlegen werde.

Wir sollten uns auch daran erinnern, dass Barack Obama während der Beratungen über die Ratifizierung eines neuen Vertrages zur Reduzierung strategischer Waffen / New START den Senatoren versichert hat, dass er keinesfalls eine "qualitative oder quantitative" Beschränkung der BMD-Pläne oder der nationalen Sicherheit der USA zulassen werde.

Die erste Phase des Plans für einen European Phased Adaptive Approach / EPAA (einen phasenweise angepassten Aufbau eines Raketenabwehrschildes für Europa) wurde 2011 erfolgreich realisiert; damit ist die Grundlage für den weiteren Aufbau (des Raketenabwehrschildes) gelegt (weitere Informationen dazu hier).

Das Hauptziel der ersten Phase des EPAA ist die Erlangung der Fähigkeit, ballistische Raketen von kurzer, mittlerer und sogar etwas längerer Reichweite (von 3.000 bis 5.500 km) abfangen zu können – durch die Verlegung des globalen, integrierten, multifunktionalen, seegestützten Aegis-Abwehrsystems mit seinen Raketen vom Typ SM-2 und SM-3 vor die Küsten Europas.

Die USA sind seit langem bei der Entwicklung seegestützter Raketenabwehrsysteme führend. Anfang 2012 besitzt die US-Navy 24 mit dem Aegis-System ausgestattete Kriegsschiffe (5 Kreuzer der Ticonderoga-Klasse und 19 Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse). Nach dem auf 30 Jahre (2011-2041) angelegten US-Schiffsbauprogramm sollen insgesamt 84 Schiffe mit dem Aegis-System ausgerüstet werden: 10 von 22 Kreuzern und praktisch alle 74 Zerstörer.

Die seegestützte Komponente der Raketenabwehr gewinnt in der gesamten Raketenabwehr-Architektur ständig an Bedeutung. Die bestehenden Pläne sehen eine Steigerung der Anzahl von SM-3 Abfangraketen von 111 im Jahr 2011 auf 436 im Jahr 2015 und auf 515 im Jahr 2020 vor – nicht erst im Jahr 2050, wie einige russische Experten meinen! Ein mit dem Aegis-System ausgestatteter Kreuzer der Ticonderoga-Klasse oder ein Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse kann bis zu 30 SM-2 oder SM-3 Abwehrraketen verschiedener Modifizierungen abfeuern. Eine auf 84 Schiffe angewachsene "Abfänger-Flotte" könnte also über 2.500 Abfangraketen verschießen.

Im Rahmen der EPAA-Planung wurden in der ersten Phase bereits Kommando- und Kontrolleinrichtungen geschaffen, Frühwarnsysteme ausgebaut und neue Radaranlagen installiert. Im Unterschied zu anderen militärischen Programmen ist die Raketenabwehr in den USA und in Europa nicht von Budgetkürzungen betroffen, die Ausgaben dafür werden sogar weiter wachsen.

Außer Washingtons NATO-Partnern Großbritannien, Spanien, den Niederlanden, Polen und Rumänien beteiligen sich auch andere Verbündete an dem Programm. Zum Beispiel hat Japan, ein (angeblich) neutraler Staat, der schon lange zur westlichen Allianz zu rechnen ist, mit neuen technologischen Erkenntnissen zur Verbesserung (der Treffsicherheit) der Abfangraketen beigetragen. Die USA haben die (japanische) Technologie erfolgreich zu ihrem Vorteil genutzt. Auch Australien und Südkorea sind als langfristige Partner an der Raketenabwehr beteiligt.

In unmittelbarer Nachbarschaft Russlands wird ein ausgeklügelter, mehrschichtiger, gestaffelter Raketenabwehrschild errichtet, der sich über Europa und Asien erstreckt. Sein spezifisches Hauptmerkmal ist seine enge Abstimmung auf das taktische und strategische Atomraketen-Potenzial der USA und der NATO, die in jeder internationalen Krisensituation zum Tragen käme.

Unter diesen Umständen muss Russland bei der Verteidigung seiner nationalen Sicherheitsinteressen eine härtere und entschlossenere Haltung einnehmen. Washingtons Versuche, Diskussionen über taktische Atomwaffen in die Verhandlungen über die Raketenabwehr einzubeziehen, sollten zurückgewiesen werden. Die Errichtung eines Raketenabwehrschildes, an dem neben NATO-Partnern auch US-Verbündete im asiatisch-pazifischen Raum beteiligt sind, sollte hingegen Teil künftiger Gespräche über eine weitere Reduzierung der strategischen Waffen werden.

Außerdem sollte Russland als Reaktion auf das Vorgehen der USA seine militärisch-technischen und diplomatisch- politischen Gegenmaßnahmen beschleunigen, falls Washington nicht endlich begreift, welche Gefahr für die Welt es heraufbeschwört, wenn es weltweit Komponenten seines Raketenabwehrschildes installiert, um die strategische Wirksamkeit der US-Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen zu erhöhen (weil damit die nach einem US-Erstschlag noch gestarteten russischen Interkontinentalraketen abgefangen werden könnten). Die langjährige Erfahrung aus Abrüstungsgesprächen besagt doch, dass Washington die höfliche Sprache der Diplomatie nicht versteht, sondern nur auf praktische militärisch-technische Aktionen reagiert, die ihm zeigen, dass auch seine eigene Sicherheit bedroht ist.

Wenn sich technische Experten aus Russland und aus den USA bis zum Ende dieses Jahres über einzelne Aspekte des Raketenabwehrschildes unterhalten, wäre es doch sinnvoll, dem Weißen Haus – falls das noch nicht geschehen ist – folgenden Vorschlag zu machen: Der weitere Ausbau des europäischen Raketenabwehrschildes der USA und der NATO sollte so lange ausgesetzt werden, bis die Arbeit der Experten getan ist. Das würde deren Bemühungen sicher befruchten.

Vladimir Kozin ist ein führender Experte des Russischen Institutes für Strategische Studien / RISS und Mitglied des Expertenrates der unter Vorsitz des Präsidenten der Russischen Föderation tagenden Arbeitsgruppe zu den Auswirkungen der NATO-Raketenabwehr.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Sonntag, 22. April 2012

Helmut Schmidt: 94 Jahre und sehr viel weiser

Mowitz
Nach Günter Grass, Spiegel: ”Günter Grass wird im Oktober 85 Jahre alt. Womöglich wäre es besser, jemand würde ihm sanft den Griffel entwenden”, meldet sich nun auch der deutsche Uraltkanzler Helmut Schmidt zu Wort und sagt was gesagt werden muss. Er kritisiert deutsche Waffenlieferungen in alle Welt im Allgemeinen und an den Kreuziger-Staat Saudi-Arabien und den,  den Weltfrieden gefährdenden Strolchenstaat im Nahen Osten, Israel, im Besonderen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Kritik richtet sich gegen Merkel, der er eh schon mal vorgeworfen hatte eine Politik des geschickten Taktierens zu betreiben, bei der aber ein strategisches Ziel nicht  erkennbar sei. Nun motzt er zurecht gegen die ehemalige FDJ-Propagandasekretärin im Kanzleramt, die die restriktive Waffenexportpolitik Deutschlands aufgegeben hat und sie durch eine offensive ersetzte. An die Diktatur Saudi-Arabien verkauften die Krämerseelen der deutschen Kriegsindustrie von KMW, mit Genehmigung der Bundesregierung, über 200 modernster Leopard-2-Panzer. Die Lieferung von Waffen in Spannungsgebiete und an die schlimmsten Diktaturen der Gegenwart, ist für Merkel & Co. völlig problemlos, da sie allem Anschein nach keine gröβeren Gedanken an den Erhalt des Friedens in dieser Spannungsegion verschwendet. Auch die Lieferung des sechsten Dolphin-U-Bootes nach Israel, für das die Bundesregierung in diesem Jahr eine Summe von 135 Mio. € in den Haushaltsentwurf eingestellt hat, um die Anschaffung des sechsten Bootes für Israel finanziell mit Steuermitteln zu subventionieren, erntet harsche Worte der Kritik von Schmidt. Israel wird die U-Boote, nach Ansicht von Expertenn, mit uklearen Marschflugkörpern ausstatten was dem Frieden nicht förderlich sein wird. Ist ja auch nicht die Absicht mit den U-Booten.

Schmidt wies auf die Maxime seiner Kanzlerschaft beim Rüstungsexport, "Kriegswaffen nur an Verbündete zu liefern", hin. Was man im Umkehrschluss auch als "Israel ist nicht Deutschlands Verbündeter" deuten kann. Meilen entfernt von Merkels Knessetbekenntnis einer neuen deutschen Staatsräson, für Israel in den Krieg zu ziehen.

Der 1992 verstorbene ehemalige israelische Ministerpräsident und Terrorist, Begin, forderte Schmidt Anfang der 1980er Jahre schon einmal auf: "Wer als Offizier am Vernichtungskrieg an der Ostfront teilgenommen habe, solle zu den Problemen im Nahen Osten ein für alle Mal den Mund halten". Nun warten wir alle gespannt auf ein von Israel verhängtes Einreiseverbot für Helmut Schmidt.

FH

Freitag, 20. April 2012

In Erwartung eines westlichen Angriffs plant Russland Truppen an die Nordgrenze des Irans zu verlegen

F. Michael Maloof, ein US-Experte für Sicherheitsfragen, warnt eindringlich vor einem Konflikt mit Russland, der seiner Meinung nach durch einen Überfall auf den Iran ausgelöst werden könnte.

Von F. Michael Maloof
Information Clearing House, 12.04.12

WASHINGTON – Das russische Militär rechnet damit, dass im Sommer ein Angriff auf den Iran erfolgen wird, und plant nach informierten russischen Quellen, Truppen durch das benachbarte Georgien nach Armenien zu verlegen, das an die Islamische Republik grenzt.

Viktor Ozerow, der Chef des Russischen Sicherheitsrates, teilte mit, im Hauptquartier des russischen Militärs sei für den Fall eines Angriffs auf den Iran bereits ein Plan vorbereitet worden.

Auch Dmitri Rogozin, der bis vor kurzem Botschafter Russlands bei der NATO war, warnte vor einem Angriff auf den Iran.


"Der Iran ist unser Nachbar," sagte Rogozin. "Wenn der Iran angegriffen wird, ist auch unsere Sicherheit direkt bedroht." Rogozin ist jetzt stellvertretender Ministerpräsident der Russischen Föderation und gilt als antiwestlich. Er beaufsichtigt den russischen Verteidigungssektor. Nach Informationen aus dem russischen Verteidigungsministerium glaubt das russische Militär nicht, dass Israel in der Lage ist, die iranische Verteidigung allein zu überwinden, und rechnet deshalb damit, dass es von den USA militärische Unterstützung erhalten wird.

Die geplante Verlegung russischer Truppen erfolgt vermutlich nicht nur zum Schutz lebenswichtiger eigener regionaler Interessen, sondern wohl auch in der Absicht, dem Iran im Falle eines Angriffs zur Hilfe zu kommen. Nach Aussage von Informanten könnte der russische Aufmarsch in der Grenzregion (zum Iran) zur direkten Konfrontation mit den Streitkräften Israels oder der USA oder beiden führen.

Nach informierten Quellen haben die Russen vor "unvorhersehbaren Konsequenzen" eines Angriffs auf den Iran gewarnt und sogar mit dem Eingreifen Russlands in einen möglichen Krieg gedroht, weil dabei auch überlebenswichtige regionale Intereressen Russlands auf dem Spiel stünden.

Die einflussreiche russische Zeitung Nezavisimaya Gazeta hat eine Quelle beim russischen Militär zitiert, nach deren Aussage die sich verschärfende Situation um Syrien und den Iran Russland veranlasst habe, seine Militärkräfte im südlichen Kaukasus und im Raum Kaspisches Meer, Mittelmeer und Schwarzes Meer zu verstärken.

Diese letzte Information wird durch eine Reihe von Berichten bestätigt, die sich auf offizielle Sprecher der russischen Regierung und regierungsnahe Nachrichtenagenturen berufen, die ebenfalls mit einem israelischen Angriff (auf den Iran) im Sommer rechnen.

Quellen besagen, dass die russische Militärbasis 102 bei Gjumri in Armenien wegen ihrer strategischen Bedeutung für Russland und in Vorbereitung auf diesen Angriff bereits vor zwei Jahren modernisiert wurde. (Weitere Informationen über die Basis 102 in englischer Sprache sind hier nachzulesen.) Sie wird (von den Russen) als geopolitisch besonders wichtig für die gesamte Region betrachtet.

Die Familien der Soldaten der russischen Basis bei Gjumri in Armenien, die in der Nähe der Grenzen zu Georgien und zur Türkei liegt, wurden nach russischen Quellen bereits evakuiert.

"Die Militärbasis 102 hat eine Schlüsselposition, sie ist Russlands Vorposten im südlichen Kaukasus," äußerte ein russischer Militär gegenüber der o. g. Zeitung. "Sie ist von entscheidender geopolitischer Bedeutung, und der Kreml möchte sie keinesfalls verlieren."

Da Wladimir Putin wieder das Amt des russischen Präsidenten übernehmen wird, besteht nach Aussage informierter Quellen die Aussicht, dass er erneut einen Angriff auf Georgien befiehlt, wie er das bereits im August 2008 getan hat. (s. dazu auch hier.)

Die Russen befürchten, dass Georgien zusammen mit den USA versuchen könnte, die Versorgung ihrer Militärbasis 102, die derzeit vor allem auf dem Luftweg erfolgt, ganz zu blockieren. Der Landweg, der (bis 2008) für russische Nachschub-Transporte genutzt werden konnte, wird bereits jetzt von Georgien blockiert.

Der Kraftstoff für die russische Basis in Armenien kommt aus dem Iran. Russische Offizielle glauben, dass diese Belieferung über die Grenze im Falle eines Krieges gestoppt werden könnte.

"Möglicherweise wird es notwendig sein, die georgische Transportblockade mit militärischen Mitteln zu brechen und einen Transport-Korridor nach Armenien einzurichten," erklärte Juri Netkachew, der frühere Vizekommandeur der russischen Streitkräfte in Transkaukasien. Nach den geographischen Gegebenheiten müsste der Versorgungskorridor mitten durch Georgien und dicht an der Hauptstadt Tbilissi vorbeiführen.

Das russische Militärmanöver Kaukasus 2012 sollte eigentlich wie jedes Jahr erst im September stattfinden. Nach informierten russische Quellen hat die dafür erforderliche Bereitstellung von Militäreinheiten und militärischer Ausrüstung wegen des erwarteten Krieges gegen den Iran jedoch bereits begonnen.

Nach Aussage dieser Quellen, wurden auch schon modernstes Kommando- und Kontrolleinrichtungen in diese Region verlegt, damit das russische GPS-System GLONASS zur Zieleinweisung benutzt werden kann.

"Nach vorliegenden Berichten wurde die russische Luftwaffe im Militärbezirk Süd zu fast 100 Prozent mit neuen Kampfjets und Hubschraubern ausgestattet," teilte Pavel Felgenhauer, ein Regionalexperte der Jamestown Foundation in Washington mit.

2008 hatte Felgenhauer darauf hingewiesen, dass die russischen Streitkräfte das Manöver Kaukasus 2008 zur Bereitstellung der Truppen benutzt haben, die im August 2008 erfolgreich in Georgien eingefallen sind.

Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow hat bereits angekündigt, dass neue Spetznaz-Einheiten – das sind russische Spezialkräfte – nach Stawropol und Kislowodsk in den Nordkaukasus verlegt werden.

Nach russischen Quellen glaubt das russische Militär, dass die USA im Falle eines Krieges mit dem Iran US-Truppen nach Georgien und (US-Patrouillenboote) ins Kaspische Meer verlegen könnten, wobei sie möglicherweise mit der Unterstützung Aserbaidschans rechnen könnten, obwohl dieser Staat erklärt hatte, nicht zulassen zu wollen, dass Israel von seinem Territorium aus den benachbarten Iran angreift.

Es wird aber spekuliert, dass sich die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Israel inzwischen so verbessert haben, dass Israel doch von Flugplätzen in Aserbaidschan aus den Iran angreifen könnte, weil es sich kürzlich dazu bereit erklärt hat, Aserbaidschan militärische Ausrüstung im Wert von 1,6 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Der georgische Präsident Micheil Saakaschwili befürchtet, dass russische Luftlandetruppen, die so genannten VDV-Einheiten, mit Hubschraubern in den beiden abgefallenen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien abgesetzt werden könnten. Diese beiden Provinzen wurden im russisch-georgischen Krieg im August 2008 von russischen Truppen besetzt. Anfangs wollte Moskau sie zu unabhängigen Kleinstaaten erklären, jetzt will sie der Kreml aber wohl annektieren.

Generalleutnant Wladimir Schamanow, der Kommandeur der russischen Luftlandetruppen, hat bekannt gegeben, dass die russischen Truppen in Armenien mit Fallschirmjägern und zusätzlichen Kampf- und Transporthubschraubern verstärkt werden.

"Die russische Speerspitze (in der transkaukasischen Region) könnte den Auftrag erhalten, nach Süden loszuschlagen, um die erwartete Errichtung von US-Militärbasen in Transkaukasien zu verhindern und damit den Versuch der USA zu unterbinden, die durch Aserbaidschan und Armenien in die Türkei führenden Erdgas- und Erdöltransporte aus dem kaspischen Raum, die für den europäischen Markt bestimmt sind, unter ihre Kontrolle zu bringen," gab Felgenhauer zu bedenken.

"Durch einen überraschenden Militärschlag könnte Russland den ganzen Kaukasus und alle dortigen Staaten, die früher zur Sowjetunion gehört haben, wieder unter seine Kontrolle bringen und damit vollendete Tatsachen schaffen; der mit dem Iran beschäftigte Westen könnte nichts dagegen unternehmen," ergänzte er.

"Ein kleiner siegreicher Krieg würde die russische Nation hinter dem Kreml vereinigen und es ihm ermöglichen, die Reste der Pro-Demokratie-Bewegung, die "faire Wahlen" gefordert hat, zu zerschlagen. Mit seiner Militäraktion könnte Russland vielleicht sogar das Saakaschwili-Regime (in Georgien) beseitigen."

Putin hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er Saakaschwili verabscheut, und nach seiner Rückkehr in die Präsidentschaft könnte er eine offene Rechnung mit dem georgischen Präsidenten begleichen. Nach den Erfahrungen von 2008 müsste sich Putin keine großen Sorgen machen, denn als Russland damals Truppen in Georgien einmarschieren und Teile des Landes besetzen ließ, haben die USA und die westeuropäischen Staaten nur sehr zurückhaltend reagiert.

F. Michael Maloof (Interview s. hier) schreibt regelmäßig Beiträge für das G2-Bulletin von WorldNetDaily / WND und war früher Analyst für Sicherheitsfragen im Büro des US-Verteidigungsministers. Er kann über mmaloof@wnd.com kontaktiert werden.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im G2 Bulletin http://g2bulletin.wnd.com/ .

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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Mittwoch, 18. April 2012

Quasimodos der Politik

Mowitz
Die parlamentarischen Quasimodos von Union und der Freien Demokratischen Restpartei, Peter Altmaier und Jörg van Essen, verkündeten das vorläufige Aus für den geplanten Maulkorberlass für die in freien Wahlen gewählte Hinterbänklerschaft im Parlament. S?PD-Quasimodo, Thomas Oppermann, schloss sich dem geordneten Rückzugsgefecht seiner Standeskollegen aus den Bruderparteien an. Die klassenbewusste Einheitsfront parlamentarischer (Ä)liten gegen das Fußvolk der Volksvertreter hat einen Dämpfer hinnehmen müssen, nachdem der politische Pöbel des Hohen Hauses, sich nicht völlig entmachten lassen wollte. Ihre Statistenrolle als Wasserträger, für die in dunklen Hinterzimmern ausgeklüngelten "Richtlinien der Politik", ließ sie schon lange als überflüssiges Stimmvieh ihrer parlamentarischen Ober-Quasimodos erscheinen,  und ¨wären bei dem beabsichtigten Redeverbot endgültig in die Mülltonne gekloppt worden.  Der Wähler honoriert schon lange nicht mehr die Statistenrolle des Parlaments und verweigert folgerichtig bereits seit vielen Jahren und das in immer höheren Ausmaß, die Teilnahme an Wahlen.  Damit entzieht er Parlament und Regierung die Legitimierung sich noch länger als vom Volk gewählt zu sein, zu betrachten.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Altbastakanzler Schröder, S?PD, unter dessen Ägide die seiner damaligen Ansicht nach absolut notwendige "Reform" der Agenda 2010, mit den tollen Nebenwirkungen von Ein-Euro-Jobs, im Parlament durchgepeitscht wurde, gibt sich heute überrascht über die Folgen und stimmte in Brüssel neue Wahlkampftöne, (für Frau Doris?), an.

Dort nahm er an einer Agenda-2010-Konferenz teil, in der die, nach offizieller (Ä)liten-Sprachregelung so genannte "wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Deutschlands" diskutiert wurde. Wer diese "Erfolgsgeschichte" verfolgt hat, kommt nicht umhin festzustellen, dass dieser "Erfolg" ausnahmslos in die Taschen des Kapitals floss und große Teile der Bevölkerung immer tiefer im Sumpf der Schröderschen Hartz-IV-Errungenschaft versinken ließ. Nun "beklagt" der Genosse der Bosse, dass Leute nicht länger von ihrer Hände Arbeit leben können und forderte, Donnerlittchen auch, einen Mindestlohn einzuführen der es jeder Person ermögliche eine Familie mit ihrer Arbeit ernähren zu können. Eine eigene Verantwortung für die Entwicklung seiner "Reform" übernimmt er nicht. Denn, so der um das Volk besorgte Vielbeschäftigte: Die Arbeitgeber hätten die Regelungen missbraucht. Wie, das war doch für jeden vorhersehbar der sich nur etwas in Politik und Wirtschaft auskennt. Und das tut Schröder. Sein Basta dröhnt noch heute unauslöschlich in den Ohren derjenigen die von der deutschen Lohndrückerei im In- und Ausland betroffen sind. Dazu zählt nicht Schröder selbst. Er fing erst nach seiner Nichtwiederwahl an richtig Kohle zu machen:
  • Berater für den Schweizer Ringier-Verlag und dessen Verwaltungsratspräsidenten Michael Ringier (seit Januar 2006), 
  • Redner der Agentur „Harry Walker“ in New York (seit 2006), 
  • Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats des Pipeline-Konsortiums NEGP Company (seit 30. März 2006), 
  •  Berater der Investment Bank Rothschild (seit 2006)[38], 
  •  Berater des chinesischen Außenministeriums, der dabei helfen soll, die traditionelle chinesische Medizin in Europa populär zu machen (seit 2007) sowie[39] 
  • Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums des russisch-britischen Ölkonzerns TNK-BP[40], das in Streitsituationen unter den Anteilseignern schlichten soll (Rücktritt als Aufsichtsrat am 9. Dezember 2011).[41] Wiki 

FH

Montag, 16. April 2012

Jauch - sein Name ist Programm

Mowitz
Man traf sich gestern abend wieder zum Grass-Bashing bei Jauche. Selbstdarsteller vom Feinsten. Sogar ein richtiger Schauspieler war dabei. In der Sache hatte er nichts zu sagen, seine Rolle war die eines schweigsamen Vorzeige-Opfers. Die spielte er eher schlecht als recht. Ungefähr so überzeugend wie er die Rolle des eitlen Vice-Questore Patta im Tatort Donna Leon gestaltet. Dass der Nationalsozialismus Millionen Menschen auf dem Gewissen hat, muss man uns nicht länger beibringen. Das wissen wir und darum ging es auch gar nicht in Grass' Gedicht. Es sollte eigentlich darum gehen, und genau das war das Anliegen von Günter Grass mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss", die aggressive Kriegspolitik Israels gegen den Iran und seiner völkerrechtswidrigen Besatzungs- und Siedlungspolitik im Westjordanland und Ost-Jerusalem zu diskutieren.

Israel, (weiß), Resultat: Annexionspolitik, 1946 - 2000
Es steht wohl außer Frage, dass ohne die aktive, wirtschaftliche und militärische Unterstützung der USA und des gesamten Westens für Israel, diese kriminelle Annexions- und Apartheidpolitik gegen Palästina und Palästinenser nicht möglich wäre. Allem Niebel-Geschwätz und Betörungen, Grass verdrehe Ursache und Wirkung und Israel sei die einzige "Demokratie" in der Region, zum Trotz. Weiter als so führte er sein Stammtischgeschwätz in der öffentlichen Bedürfnisanstalt nicht aus. Musste er auch nicht. Von dieser Art der Volksverdummung lebt Politik und der sogenannte Journalismus in einträchtiger Symbiose zusammen. Ohne ernsthafte und kritische Nachfragen durfte er sich dann auch in Verständnis für das israelische Einreiseverbot für Grass üben und die Standardlüge über Ahmadinedschad der Iran wolle Israel vernichten weiter undwidersprochen wiederholen. Dass es für die Palästinenser keinen Unterschied macht, ob sie von einer isralischen "Dämonkratie" oder irgendeiner anderen x-beliebigen Kapitaldiktatur aus ihrer Heimat vertrieben werden, übersteigt wohl die Vorstellungskraft eines ehemaligen Arbeitsvermittlers. Die Palästinenser sind heute Opfer. Nicht Israel, das innerhalb seiner Staatsgrenzen seine Bürger sehr unterschiedlich behandelt. Je nachdem ob sie Juden oder Nichtjuden sind. Ganz nach dem Apartheid-Vorbild Süd-Afrikas.
Bereits 2008 hat das ZDF, so wie viele andere Mainstream-Medien, eingestehen müssen: Mahmud Ahmadinedschad hat 2005 nicht (übrigens auch nie vorher oder später) gedroht, Israel zu vernichten, siehe den Brief des Intendanten unter Beim zweiten Hingucken sieht man besser.
Aber wen intressierte das schon gestern in der Runde geistig Verw(a)ister? "Hauptsache ich hab's noch schnell dem Publikum zum Fraß vorgeworfen, bevor die Lichter im Studio ausgingen.

Michael Wolffsohn ließ sich in dieser Zelebritäten-Runde nicht lange bitten und übernahm forsch die Führung beim Verbreiten israelischer Allerweltsfloskeln und wird folgendermaßen auf Jauchens Seite zitiert:
"Grass macht in dem Gedicht die Opfer zu Tätern, und auch sonst steht so ziemlich jedes antisemitische Klischee darin, das man aus der rechtsextremen Ecke kennt. "
Lange nichts gehört vom deutsch-israelischen Bundeswehrprofessor, seit seinem Räsonnement über die Vorzüge der Folter 2004:
"Als eines der Mittel gegen Terroristen halte ich Folter oder die Androhung von Folter für legitim. Jawohl."
Keck der Mann. Folter, mal eben so. Auch für Staatsterroristen? Nur, verstanden hat der Professor nichts. Wohl weil er es nicht will.
Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die einseitige rechtliche Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit. Die Annexion geht über die Okkupation (Besetzung) hinaus, da auf dem (ehemals) fremden Territorium die eigene Gebietshoheit de facto ausgeübt wird und das Gebiet de jure dem eigenen Staatsgebiet oder Kolonialreich einverleibt wird. Die Okkupation geht der Annexion meistens voraus. Wiki

FH

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hohsoling@steidl.de

Sonntag, 15. April 2012

Wie behandelt Israel die Christen wirklich

Fida Jiryis فدى جريس
Vor kurzem stand in einem Artikel des The Wall Street Journal „Israel und die Misere der Nahost-Christen.“ Der Botschafter Oren stellt Israel als eine tolerante, sanftmütige friedliche Demokratie dar. Dem widersprechen die Fakten.
Ich bin eine jener palästinensischen Christen, die innerhalb Israels leben und die Oren meint.

Zu keiner Zeit in meinem Leben spürte ich „Respekt und Anerkennung“ von Seiten des jüdischen Staates, was Oren so überschwänglich lobt.

Israels christliche Minderheit wird an den Rand gedrückt, etwa in derselben Weise wie seine Muslime, oder wenigstens still geduldet. Wir leiden unter derselben Diskriminierung, wenn wir versuchen, einen Job zu finden, wenn wir in Krankenhäuser gehen, wenn wir einen Bankkredit beantragen und wenn wir in einen Bus steigen – in genau derselben Weise wie palästinensische Muslime.

Israels fundamentale Basis ist die eines rassistischen Staates, allein für Juden – und die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung kümmert sich nicht, welche Religion wir haben, wenn wir nicht-jüdisch sind. Bei meiner täglichen Beschäftigung mit dem Staat empfand ich nur Unhöflichkeit und offene Verachtung.

Orens Statement, dass die „Auslöschung der christlichen Gemeinden im Nahen Osten eine Ungerechtigkeit von historischer Bedeutung“ sei, ist für jeden erschreckend, der mit der Geschichte der israelischen Staatsgründung auch nur ein wenig vertraut ist.

Ich möchte Oren und andere daran erinnern, dass diese Gründung Israels Tausende von palästinensischen Christen 1948 aus ihren Häusern und Orten vertrieb und sie zwang, über die Grenze zu fliehen oder sie zu internen Flüchtlingen machte. Die ethnische Säuberung der Palästinensers, die auch zur Gründung Israels gehört, ist eine Ungerechtigkeit von historischer Größe. Der Mann, der im Glashaus sitzt oder in einem gestohlenen Haus von Palästinensern, sollte sehr vorsichtig sein, bevor er Steine wirft.

Der Cousin meines Mannes, Maher, kommt aus Iqrit, einem Dorf nur wenige Meilen von meinem in Galiläa entfernt. Seine Familie und alle Bewohner aus Iqrit wurden 1948 vertrieben und das Dorf vom israelischen Militär am Weihnachtsabend 1950 dem Erdboden gleichgemacht, es war ein besonderes „Weihnachtsgeschenk“ für die Dorfbewohner. Der Zeitpunkt der Zerstörung lässt einen nach der beabsichtigten Botschaft fragen.

Maher wurde Jahre später geboren, als die Familie in Rama in Galiläa Unterkunft gefunden hatte. Heute kämpft er darum, einen Platz zu finden, um ein Haus für sich und seine Familie zu bauen. Die israelische Politik schränkt die Baugebiete in arabischen Städten und Dörfern sehr ein und behindert das natürliche Wachstum der Bevölkerung. Begrenztes Land für Bewohner derselben Stadt oder desselben Dorfes bedeutet, dass interne palästinensische Flüchtlinge einer schweren Diskriminierung in Bezug auf Hausbau gegenüberstehen.

Die Rückkehr von Leuten wie Maher ist von Israel unmöglich gemacht worden. Es weigert sich, über das Rückkehrecht von Flüchtlingen in ihr Heimatland zu verhandeln.Wenn Oren so besorgt ist über palästinensische Christen, sollte er so freundlich sein, grünes Licht für die Rückkehr nach Iqrit, Birim, Tarshiba, Shmata, Haifa, Jaffa und zig anderen palästinensischen Städten und Dörfern geben, von denen sie 1948 vertrieben wurden.

Ich bin sicher, dass seine Antwort ein Nein ist. Viele dieser Flüchtlinge leben in Flüchtlingslagern in benachbarten Ländern, wo Israel und Oren sie gerne bleiben lässt.

In Bezug auf Terroristen in Orens Statement sagt er „Israel erlaubt trotz der Notwendigkeit, seine Grenzen vor Terroristen zu schützen, an Feiertagen den Christen aus der Westbank und dem Gazastreifen den Zugang zu die Kirchen Jerusalems.“ Tatsächlich sind dies palästinesische Christen, die auf dem Land leben, das von Israel besetzt ist – unter schamloser Verletzung sämtlicher Menschenrechtsgesetze – und von dem es sich weigert, seine Soldaten und Siedler zurückzuziehen.

Israel dafür zu loben, dass es den Menschen erlaubt, die Grenze (der besetzten Gebiete) zu passieren, das nach dem Gesetz ihr Land ist, ist die Höhe von Anmaßung.

Seine Behauptung, dass in Jerusalem die Zahl der Araber – darunter Christen – sich seit der Vereinigung der Stadt durch Israel 1967 verdreifacht hat, erwähnt nicht Israels unaufhaltsame Politik des harten Durchgreifens in Jerusalem: unendliches Bauen von Siedlungen; Bau der Trennungsmauer mitten durch die Stadt, die Familien, Stadtviertel und Geschäfte trennt und somit die arabische Wirtschaft hart trifft; arabisches Land an sich reißt und Familien vertreibt, die seit Generationen dort leben; die Bürgerschaft von jedem palästinensischen Bewohner zurücknimmt, der zu lange im Ausland war.

Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn ein US-Bürger für zwei Jahre ins Ausland fahren würde und bei der Rückkehr entdeckt, dass seine Staatsbürgerschaft widerrufen wurde und er entdeckt, dass sein US-amerikanischer Pass und Ausweis nicht mehr gültig sind.

Israelischen Beamten ist es völlig gleichgültig, ob die von ihnen diskriminierten Palästinenser Christen oder Muslime sind. Es stimmt, dass interreligiöse Auseinandersetzungen sich in einer Region häufen, die von erbärmlichen Lebensbedingungen gequält wird, für die der Westen vor allem die Verantwortung trägt, weil er den vielen Diktatoren der Region geholfen hat.

Orens falsche Toleranz und Krokodilstränen über das Elend der Christen täuschen niemanden. Wäre er ernsthaft, würde ich ihn drängen, sich Israels Besatzungspolitik und rassistische Diskriminierung näher anzusehen.

Wie Jesus bei Math.7,3 sagte: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders und nicht den Balken im eigenen Auge?“

Übersetzt von Ellen Rohlfs

Herausgegeben von Susanne Schuster

Danke Tlaxcala

Quelle, Originalartikel: Analysis: How Israel really treats Christians [Analyse: Wie Israel wirklich Christen behandelt] http://www.maannews.net/eng/ViewDetails.aspx?ID=468381

Erscheinungsdatum des Originalartikels: 15/03/2012

Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=7155


Solidaritätsgrüße an Günter Grass

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Samstag, 14. April 2012

Internationale Reaktion auf die widerwärtigen Attacken gegen Günter Grass

Mowitz
Die Geschütze, welche deutsche Medien auffuhren, um der Israel-Lobby beim Grass-Bashing behilflich zu sein, stehen und standen in keinem Verhältnis zu der ausgesprochen milden Kritik die sich Günter Grass "erdreistete" an Israels aggressiver Kriegspolitik zu üben. An dieser Politik hat sich auch bis auf den heutigen Tag nichts geändert. Israel, die einzige Atommacht im Nahen Osten, fordert mit einer kaum zu überbietenden Dreistigkeit andere souveräne Staaten auf, kein eigenes Atomprogramm zu betreiben. Egal ob zur Erforschung friedlicher Atomnutzung, oder zur einfach behaupteten Forschung an atomarer Waffentechnologie.

Der Westen insgesamt sollte lernen, dass die Neuordnung des Neuen Nahen Osten kein Alleingang westlicher Macht- und Kapitaleliten sein kann, der schon jetzt Hunderttausenden von Zivilisten das Leben gekostet hat. Siehe Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan und Afrika insgesamt. Alles nur Schachfiguren für das Imperium und seiner Vasallen bei ihren Bemühungen  sich die Welt gefügig zu machen. Zugleich auch noch  heuchlerisch Opfer zu beklagen um sie als Vorwand für militärische Interventionen zu nutzen ist einfach nur widrig. Die klassische Destabilisierungspolitik mit anschließender Unterwerfung der Unwilligen. Täter als "Befreier". Das geht allerdings nur, wenn  eine willfährige Presse, das Spiel zur Manipulation eines unbedarften Publikums mitspielt. Und genau das tut sie.

Die gesamte Region hat allen Grund sich durch die selbsternannten neokolonialen "Neu-Staaten-Erbauer" bedroht zu fühlen und sich gegen sie zu verteidigen.

Die Karte des «neuer Naher Osten» wurde von Oberstleutnant Ralph Peters angefertigt.
Sie wurde im Juni 2006 im Armed Forces Journal veröffentlicht. Peters ist pensionierter Offizier der US National War Academy
Ausgerechnet Israel, eines der führenden Kriegstreiberländer, fühlt sich durch das iranische Atomprogramm besonders bedroht und hält sich einen Militärschlag "offen". Dass der Iran alle Vorwürfe zurückweist heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, was ja auch schon wiederholt von allen 16 US-Geheimdiensten bestätigt wurde, wird einfach ignoriert. Als Kriegsgrund taugt nicht erst eine reale Bedrohung durch Atomwaffen, sondern allein die Fähigkeit zum Atombomben-Bau reicht schon aus. Legitime Sicherheitsinteressen des Irans existieren nicht für Israel.Es genügt wenn Israels Sicherheitsinteressen berücksichtigt werden. Eine Einbahnstraße internatonaler Sicherheit..

Zurück zum Grass-Bashing und der Instrumentalisierung des Holocaust an europäischen Juden, der immer wieder vom israelischen Staat für seine Interessen eingespannt wird. Zitat:
"[....] Es gibt keinen Grund, überrascht zu sein, aber es gibt allen Grund sich zu ekeln. Sowohl die Elite als auch ein Teil der deutschen Bevölkerung scheinen durch ihre Worte und Taten die schändlichen Goldhagen Thesen akzeptiert zu haben, nach denen alle Deutschen schuldig für die Verbrechen des Dritten Reiches waren. Diese Thesen sind nun dahingehend weiterentwickelt worden, als dass alle Deutschen, bis in alle Ewigkeit, für die Verbrechen des Dritten Reiches schuldig sind.

Hinter diesem Denken steckt das zionistische und zionophile Argument, dass die Verbrechen an den Juden Europas einzigartig in den Annalen der Geschichte seien. Dies betrifft zwar die Methode der Ausrottung, nicht aber die anderen Umstände. Die Belgier massakrierten Kongolesen in einer noch größeren Anzahl - über 10 Millionen, so der Historiker Adam Hochschild. Die Tötung von Armeniern während des Ersten Weltkriegs war systematisch und wir können auch die Atomangriffe auf Hiroshima und Nagasaki diskutieren, aber Vergleiche zwischen Massakern oder Genozide sind ein aussichtsloses Unterfangen. Raul Hilberg, der maßgebliche Historiker des Judeozid, wäre über die Instrumentalisierung dieser Verbrechen, so wie sie heute stattfinden, erzürnt. [....] Deutsche Bürger sollten folgendes bedenken: es waren nicht die Palästinenser, die verantwortlich für die Ermordung von Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs waren. Doch sie, die Palästinenser sind die indirekten Opfer des Judeozid geworden. Denjenigen, denen Böses angetan wurde, tun im Gegenzug anderen Böses an.  Warum also keine Sympathie mit den Palästinensern?

TARIQ ALI, 10. April, 2012 Auszug aus >>> Why No Sympathy for the Palestinians? The Disgusting Attacks on Gunter Grass erschienen auf Counterpunch"
FH

Gegenmeinung: Israel und Libyen: Afrika soll auf »Kampf der Kulturen« vorbereitet werden......
Gegenmeinung: Lügen und Wahrheiten über Syrien......
Gegenmeinung: Israels Fenster für einen Bombenangriff auf den Iran......

Solidaritätsgrüße an Günter Grass

Bitte an folgende E-mail-Adresse (sein Sekretariat leitet sie weiter):

hohsoling@steidl.de

Mittwoch, 11. April 2012

Sind das unsere Männer im Iran?

Seymour M. Hersh, 2008, Wiki
Der bekannte investigative US-Journalist Seymour M. Hersh enthüllt, dass Mitglieder der iranischen Terrororganisation MEK, die auch für die Ermordung iranischer Atomwissenschaftler verantwortlich sein soll, in den USA ausgebildet wurden.

Von Seymour M. Hersh

THE NEW YORKER, 06.04.12

Aus der Luft gleicht das abgelegene Gelände der Nevada National Security Site des US-Energieministeriums mit seinen trockenen Hochebenen und Bergen dem Nordwesten des Irans. Das Terrain etwa 65 Meilen nordwestlich von Las Vegas wurde einst für Atomtests verwendet und beherbergt heute neben einer Einrichtung zur Schulung von Spionen auch einen privaten Flugplatz, auf dem eine Boeing 737  landen und starten könnte. Es ist ein sehr unwirtliches Sperrgebiet, und auf Schildern werden neugierige Eindringlinge gewarnt, das Sicherheitspersonal sei befugt, mit tödlicher Gewalt gegen sie vorzugehen.


Hier hat das Joint Special Operations Command / JSOC seit 2005 Mitglieder der Mujahideen-e-Khalq (Volksmudschaheddin,) trainiert, einer oppositionellen iranischen Dissidentengruppe, die im Westen als MEK bekannt ist. Die MEK geht auf eine marxistisch-muslimische Gruppe zurück, die von Studenten gegründet wurde und in den 1970er Jahren an der Ermordung von sechs US-Bürgern beteiligt war. Sie war ursprünglich Teil der breit angelegten Revolution, die 1979 zum Sturz des Schahs von Persien führte. Aber nach wenigen Jahren begann diese Gruppe einen blutigen internen Krieg gegen den herrschenden (islamischen) Klerus zu führen; 1997 wurde sie vom US-Außenministerium als ausländische Terrororganisation eingestuft. 2002 erregte die MEK internationales Aufsehen, als sie öffentlich enthüllte, dass der Iran begonnen hatte, in einer unterirdischen Anlage heimlich Uran anzureichern – was zutraf. Mohamed ElBaradei, der damalige Generaldirektor der International Atomic Energy Agency / IAEA der Vereinten Nationen, sagte mir später, er sei darüber informiert worden, dass diese Information ursprünglich vom (israelischen Geheimdienst) Mossad stammte. Die Verbindungen der MEK zu westlichen Geheimdiensten wurden nach dem Fall des irakischen Regimes im Jahr 2003 noch enger; damals begann das JSOC im Auftrag der Bush-Regierung im Iran zu operieren, um herauszufinden, ob der Iran in einer anderen geheimen unterirdischen Anlage auch versuchte, eine (Atom-)Bombe zu bauen. Einer Reihe interner iranischer Oppositionsgruppen flossen insgeheim US-Gelder zu; als Gegenleistung wurden Informationen und gegen das iranische Regime gerichtete Terrorakte erwartet. So entwickelte sich die MEK allmählich zu einer (von den USA finanzierten) Organisation, die (dem US-Geheimdienst) Informationen lieferte und das Regime mit Waffengewalt bekämpfte. Nach Aussage ausgeschiedener und noch aktiver US-Geheimdienstler und Militärberater finden solche verdeckten Operationen auch heute noch im Iran statt.

Trotz der wachsenden Verbindungen und der massiven verdeckten US-Unterstützung blieb die MEK auf der vom US-Außenministerium geführten Liste der ausländischen Terrororganisationen – deshalb musste das Training (für die MEK-Terroristen) in Nevada unbedingt geheim bleiben. "Wir haben sie hier ausgebildet, nachdem wir sie über das Energieministerium 'gewaschen' hatten, denn das Gelände im Süden Nevadas gehört eigentlich dem US-Verteidigungsministerium," erzählte mir ein ehemaliger führender US-Geheimdienstler. "Wir haben ihnen in der hiesigen Wüsten- und Gebirgslandschaft beigebracht, wie sie über große Entfernungen hinweg miteinander kommunizieren können, denn die Koordinierung der Kommunikation ist eine wichtige Aufgabe." [Nach Angaben eines seiner Sprecher war das JSOC weder über diese Ausbildung von MEK-Mitgliedern informiert, noch an ihr beteiligt.]

Nach Aussage des Informanten wurde die Ausbildung beendet, kurz bevor Präsident Obama sein Amt antrat. In einem anderen Gespräch teilte mir ein pensionierter Viersternegeneral, der die Regierungen Bush und Obama in Problemen der Staatssicherheit beraten hat, mit, er sei 2005 privat von einem daran beteiligten US-Amerikaner über die Ausbildung der zur MEK gehörenden Iraner in Nevada informiert worden. Sie hätten "die Standardausbildung in Kommunikation und in der Verschlüsselung von Nachrichten, in Taktik für kleine Einheiten und im Umgang mit Waffen" erhalten, die sechs Monate gedauert habe. "Es hat sich immer nur um kleine, voneinander isolierte Gruppen gehandelt." Ihm sei auch mitgeteilt worden, dass die Ausbildung vom JSOC durchgeführt werde, das ab 2005 zu einem Hauptinstrument der Regierung Bush im globalen Krieg gegen den Terror geworden war. "Bei den JSOC-Trainern hat es sich nicht um erfahrene Frontsoldaten gehandelt, sondern um Ausbilder geringerer Qualifikation, die ziemlich rücksichtslos vorgegangen seien – (nach dem Motto): "Wenn wir euch schon Taktik beibringen müssen, dann wollen wir euch auch ein paar wirklich heiße Sachen zeigen."

Die improvisierte Ausbildung habe beunruhigte Anrufe an ihn provoziert, sagte der ehemalige General. "Ich sagte einem der Kerle, die mich anriefen, ihre Vorgesetzten könnten ihnen große Schwierigkeiten machen, wenn sie weiter ohne schriftliche Anweisungen handelten. Die Iraner seien sehr gut in Gegenspionage, und was sie da (in Nevada) trieben, sei kaum geheim zu halten." Die Anlage in Nevada sei zur gleichen Zeit auch zur Fort- und Weiterbildung von irakischen Elite-Kampfeinheiten genutzt worden. [Der pensionierte General sagte, er sei nur über die Ausbildung einer der MEK nahestehenden Gruppe informiert worden. Nach Aussage des ehemaligen höheren Geheimdienstlers ist diese Ausbildung aber bis 2007 fortgeführt worden.]

Allan Gerson, ein für die MEK tätiger Washingtoner Rechtsanwalt, erklärte, die MEK habe wiederholt öffentlich auf Terrorakte verzichtet. Gerson wollte sich nicht über die angebliche Ausbildung in Nevada äußern. Die behauptete Ausbildung stehe im Widerspruch zu der Tatsache, dass die MEK immer noch auf der Terroristenliste des US-Außenministeriums geführt werde. Wie könnten die USA auf dieser Liste stehende Terroristen trainieren, wenn sie gleichzeitig strafrechtlich gegen alle vorgingen, die dieser Organisation auch nur einen Cent zukommen ließen.

Robert Baer, ein pensionierter CIA-Agent, der fließend Arabisch spricht und früher verdeckt in Kurdistan und anderen Ländern im Mittleren Osten gearbeitet hat, hat mir schon Anfang 2004 erzählt, eine US-Privatfirma, die vermutlich im Auftrag der Bush-Administration handelte, habe ihn zur Rückkehr in den Irak bewegen wollen. "Sie wollten, dass ich die MEK beim Sammeln geheimer Informationen über das iranische Atomprogramm unterstütze," erinnerte sich Baer. "Sie dachten, ich spreche Persisch, was ich aber nicht kann. Ich sagte, ich würde mich wieder melden, tat es dann aber nicht." Baer, der jetzt in Kalifornien lebt, erinnerte sich, dass ihm damals gesagt worden war, es handle sich um eine langfristige Tätigkeit und nicht nur um einen einmaligen Einsatz.

Massoud Khodabandeh, ein IT-Experte, der jetzt in England lebt und die irakische Regierung berät, gehörte zur MEK, bis er sich 1996 von ihr abwandte. In einem Telefongespräch gab er an, heute ein erklärter Feind der MEK zu sein und die Gruppe zu bekämpfen. Khodabandeh erklärte, bis zum Sturz des Schahs Mitglied der MEK und als Computerexperte geheimdienstlich und zum Schutz der MEK-Führung tätig gewesen zu sein. Seit einem Jahrzehnt betrieben er und seine englische Frau ein Unterstützungsprogramm für andere MEK-Abtrünnige. Khodabandeh erzählte mir, er sei von neueren Abtrünnigen über die Ausbildung in Nevada informiert worden. Ihm sei gesagt worden, die Kommunikationsausbildung in Nevada habe mehr umfasste, als das Kontakthalten bei Angriffen – auch das Abfangen von Nachrichten sei geübt worden. Es sei den USA gelungen, in die Hauptkommunikationssysteme des Irans einzudringen. Sie hätten Operativkräften der MEK die Fähigkeit vermittelt, Telefonate und SMS-Nachrichten innerhalb des Irans mitzuschneiden. Diese seien dann von der MEK übersetzt und an US-Geheimdienste weitergeleitet worden. Er wusste aber nicht, ob diese Aktivitäten noch andauern.

Seit 2007 wurden fünf iranische Atomwissenschaftler ermordet. MEK-Sprecher haben zwar jede Beteiligung an diesen Morden bestritten, aber Anfang letzten Monats wurden in den NBC-Nachrichten zwei höhere Vertreter der Obama-Regierung zitiert, die bestätigten, dass die Anschläge von MEK-Einheiten durchgeführt wurden, die vom israelischen Geheimdienst Mossad ausgebildet und finanziert wurden. Nach NBC-Angaben haben die Regierungsvertreter aber jede Beteiligung der USA an Aktivitäten der MEK abgestritten. Der ehemalige höhere Geheimdienstler, mit dem ich gesprochen habe, bestätigte die NBC-Meldung, dass die Israelis mit der MEK zusammenarbeiten, fügte aber noch hinzu, dass deren Operationen von Informationen der US-Geheimdienste profitierten. Er sagte, die Ermordeten seien keine "Einsteins" gewesen; es gehe nur darum, die Psyche und die Moral der Iraner zu schwächen und ihr ganzes System zu demoralisieren – also alle die in der Raketenentwicklung, der Urananreicherung oder in Atomkraftwerken arbeiten. Es habe auch schon Anschläge auf Pipelines gegeben. Er fügte hinzu, die Operationen würden hauptsächlich von der MEK mit Unterstützung der Israelis durchgeführt, die USA stellten aber die dafür notwendigen Geheimdienstinformationen zur Verfügung. Ein Berater des Special Operations Command sagte mir, die Verbindungen zwischen den USA und der MEK bestünden schon seit Jahren. "An alle Anschlägen, die innerhalb des Irans stattfinden, sind unsere Leute beteiligt."

Die Quellen, mit denen ich gesprochen habe, konnten mir nicht sagen, ob die in Nevada ausgebildeten Leute jetzt in Operationen im Iran oder anderswo einbezogen sind. Sie wiesen aber auf den allgemeinen Wert der US-Unterstützung hin. "Die MEK war nur eine Lachnummer," sagte der führende Pentagon-Berater, "jetzt bildet sie aber ein echtes Netzwerk innerhalb des Irans." Er hängte die rhetorische Frage an: "Warum konnte sie wohl so viel effizienter werden? Beigetragen dazu haben sicher die Ausbildung in Nevada und die logistische Unterstützung in Kurdistan und im Inneren des Irans selbst. Die MEK ist jetzt zu echten Operationen fähig. Das war sie vorher nicht."

Mitte Januar, ein paar Tage nachdem ein iranischer Atomwissenschaftler in Teheran durch eine Autobombe ums Leben gekommen war, gab US-Verteidigungsminister Leon Panetta bei einem Treffen mit Soldaten in Fort Bliss in Texas zu, dass die USRegierung sich vorstellen könne, wer an dem Anschlag beteiligt gewesen sei, es aber nicht genau wisse. Er fügte hinzu: "Ich kann Ihnen aber versichern, dass sich die USA nicht an so etwas beteiligen. Das ist nicht unser Stil."

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de