Freitag, 18. Januar 2013

Arme BND-Schweine 'analysieren' US-Ölschwemme

Mowitz
Uraltkanzler Helmut Schmidt in einem ZEIT-Interview 2007 über Geheimdienste:
"Das sind arme Schweine. Die leiden unter zwei psychischen Krankheiten: Die eine Krankheit beruht darauf, dass sie für das, was sie tatsächlich leisten, niemals öffentliche Anerkennung bekommen. Es ist unvermeidlich so, sie müssen ja im Verborgenen arbeiten. Das deformiert die Seele. Die andere Krankheit beruht darauf, dass sie tendenziell dazu neigen, zu glauben, sie verstünden die nationalen Interessen des eigenen Landes viel besser als die eigene Regierung. Diese letztere Krankheit ist der Grund dafür, dass ich ihnen nicht traue. Ich war 13 Jahre lang Mitglied einer Bundesregierung. Ein einziges Mal habe ich den Chef des BND für zehn Minuten empfangen; das war einer, den ich kannte."
Auf der Suche nach schwarzem Gold, der Rettung des Abendlandes und seiner Autofahrer ist jetzt die Stunde der Schlapphüte gekommen, die noch immer daran zu nagen haben, das NSU-Desaster schlecht gehändelt und noch nicht aufgeklärt zu haben. Zeit für einen Strategiewechsel. Klotzen, nicht kleckern ist jetzt die Devise und man nimmt sich nun den ganz großen Fragen unserer Zeit an.

Unsere gesamte sogenannte Zivilisation ist auf Öl, Krieg und last but not least, auf geheimen Staatsschmutz aufgebaut. Wenn Öl plötzlich oder langsam aufhören sollte aus dem Inneren des Erdreichs zu sprudeln, wäre es das Ende unserer Zivilisation, so wie wir sie kennen. Wir müssten uns etwas Neues einfallen lassen. Die Weltwirtschaft würde etwas mehr abstürzen, Börsen mitsamt ihren Regierungen fallen und die Gefahr weiterer Kriege, so lange der Kapitalismus herrscht, trotzdem nicht abnehmen.

Gestern berichtete die geballte Mainstream, von einer, natürlich geheimen Studie des Bundesnachrichtendienstes, die von einer Ölschwemme aus den Vereinigten Staaten berichtet, die auf uns zuschwappen kann und die USA in Bälde vom größten Energieimporteur der Welt zu einem Exporteur macht. Die neuen Gas- und Ölvorkommen würden die USA unabhängig vom Nahen Osten machen, so die messerscharfe BND-Spekulation und die Politik der USA in der Golfregion radikal verändern.  Deutschland würde zu den Gewinnern zählen. Welch ein Glück für die Deutschen.

Das neue Zauberwort dabei ist Fracking, eine Methode zur Förderung von Erdöl und Erdgas. Mit dieser neuen Technologie ist es möglich, verstärkt Gas und Öl in den USA zu produzieren. Die Funde sollen so groß sein, dass die USA Russland und Saudi-Arabien bis 2020 als größte Ölproduzenten ablösen könnten.

Bliebe noch die Frage zu klären, ob die künftige Energie-Selbstversorgung der Vereinigten Staaten die Wall-Street-Regierung in Washington dazu bringen könnte ihre permanenten Kriege gegen die Mehrheit der Völker dieser Welt einzustellen, oder nicht?

Image: Carlos Latuff, Wiki, Public domain
Die Studie scheint nach der bisherigen spärlichen Veröffentlichung keine Antwort darauf zu geben. Vergisst aber nicht darauf hinzuweisen, dass China der große Verlierer sein wird. Und zwar, weil China noch nicht über genügend militärische Mittel verfüge, um für sie wichtige Transportwege auch  schützen zu können. Das hätten bislang, so schreiben die Schlapphutbeauftragten der Studie, vor allem die "Milliardeninvestitionen der USA in ihre weltweit agierende Flotte für die Sicherheit und Freiheit der Handelswege" gewährleistet. Donnerlittchen auch! Nun wissen wir endlich, warum sich die Kriegsgüterindustrie mindestens so schnell entwickelt wie die Energieindustrie und wie siamesische Zwillinge untrennbar miteinander vereint sind.

Wenn die US-Navy vor den Küsten Chinas und Russlands, nicht umgekehrt, aufrüstet, sollen China und Russland dankbar für "sichere" Seewege sein.

Der fromme Wunsch der in der Studie zum Ausdruck kommt, die Wall-Street-Regierung der Vereinigten Staaten würden mit sinkendem Interesse an der Sicherheit der Rohstofflieferungen aus dem Nahen- und Mittleren Osten, im Gegenzug weniger Milliarden in eigene Kriegsführungskapazitäten stecken, wird kaum in Erfüllung gehen. Der Krieg an sich ist eines der bedeutensten "Konjunkturprogramme" des Kapitalismus. Und den wollen wir ja, wenn man allen möglichen Umfragen Glauben schenken will, nicht abschaffen. Oder doch?

FH

Zum Thema:
Nachtwandler: Moskau feuert den Raketenabwehrschiffen der USA einen Warnschuss vor den Bug.....

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