Freitag, 4. Januar 2013

Die Angst vor jüdischen Rassisten

Mowitz
Nun hat das Simon-Wiesental-Zentrum in seiner unendlichen Weisheit den Publizisten Jakob Augstein auf irgendeine Ranking-Liste der bedeutendsten lebenden „Antisemiten“ aufgenommen. Donnerwetter auch. Ob Jakob Augstein überhaupt ein "bedeutender" Journalist ist, müsste wohl noch zu klären sein. Wahr ist, er ist der Sohn eines bedeutenden Journalisten und heute Zielscheibe des völlig unbedeutenden Zwerg-Nase-Schreihalses Henryk M. Broder, den viele Menschen hier im Netz durch ihre ungeteilte Aufmerksamkeit die sie ihm zuteil werden lassen, erst einen "Namen" geben. Leute wie den, kann man ertragen, muss man sogar. Schließlich herrscht in der Bundesrepublik neben anderen Freiheiten auch die Narrenfreiheit. Nicht nur zu Zeiten des „Kölsche Fasteleer“. Die Verleumdungen, mit denen Broder so großzügig seine Widersacher bedenkt, sind Teil seiner und des jüdischen Gottesstaates Geschäftsidee. Die rassistische Apartheid-Politik des sich selbst so nennenden Judenstaates, ohne Scham und Schuldgefühle mit der Antisemitismuskeule als Waffe zu verteidigen, hat sich Broder auf die Fahne geschrieben. Dafür wird er von seinen Auftraggebern bezahlt. So wie andere Lohnschreiber auch das schreiben/sagen was von ihnen erwartet wird und wofür sie bezahlt werden. Auch wenn es durchaus moralische und ebenso  Qualitätsunterschiede zwischen sogenannten Publizisten gibt. Aber die muss halt ein jeder für sich selbst ausfindig machen.

Wenn Augstein dem Broder zudem noch durch seine Anwesenheit dabei behilflich ist, für ihn zu werben, nur um von ihm verarscht zu werden, bestärkt mich das in meinem Verdacht, dass Augstein, wie Broder, eben auch nur eine kleine Leuchte ist. Allein schon von daher gesehen ist das Ranking Augsteins auf einer Liste von bedeutenden Antisemiten völlig lächerlich. Wie ein Ranking Augsteins auf einer Liste von unbedeutenden Antisemiten ebenfalls wäre.

Jetzt schallt der sicher wohlgemeinte Ruf "Wir sind alle Augstein" durchs Netz und der Verfasser, Arn Strohmeyer, scheint tief besorgt zu sein, wenn er meint:
"Vor allem deshalb, weil der wirklich nötige Kampf gegen diese Form des Rassismus hinter diesen Scheinvorwürfen zum reinen Wettbewerb um die schlimmste Verleumdung gerät, was das Vorgehen gegen den real existierenden Antisemitismus zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Denn wenn jede Kritik an Israels Politik „antisemitisch“ ist, dann wird dieser Vorwurf inflationär und verliert seine überzeugende Kraft. Palästina Portal"
Eine legitime Auffassung. Was besseres kann dem Broder doch gar nicht passieren und wird ihm wohl einen Extrabonus seiner Auftraggeber einbringen. Broder hat seine Plattformen bei Springer und in Fernsehsendungen von denen er die Zuschauer total verblöden kann und es anscheinend auch sehr erfolgreich tut.
Warum nur, so frage ich mich, nehmen alle seine Widersacher gleich das Stöckchen auf, das er und Konsorten zur Verteidigung der imperialistischen und rassistischen Politik des Judenstaates ihnen zum Fraß vorlegt?
Image: Carlos Latuff, Wiki, "Hassrede" Commons-emblem-copyright.svg

Natürlich gibt es heute Antisemitismus, so wie es in noch viel höherem Ausmaß in Europa Antiislamismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in allen denkbaren Abartigkeiten gibt.

Der "Antisemitismus" sollte hierbei aber keine Sonderstellung einnehmen. Das der sich selbst so nennende Judenstaat alles tut um eine "Einzigartigkeit" unter den Opfern einzunehmen, obwohl kein einziger Israeli Opfer des Holocaust wurde, ist doch der tragende Pfeiler seiner verbalen Vernichtungsstrategie gegen die Palästinenser. Israel wurde erst 1948, nach blutigen Kämpfen gegen die Araber vom Zionismus etabliert. Den Eindruck der Sonderstellung des "Antisemitismus" vermitteln nicht nur Zionisten, sondern leider auch diejenigen, die dem Staat Israel und seiner Apartheid-Politik, kritisch gegenüberstehen. "Inflationär", "überzeugende Kraft" nur im Zusammenhang mit Antisemitismus? Nicht mit allen anderen Ismen auch? Unterschwellig haben sie wohl Angst von einem Juden des Antisemitismus bezichtigt zu werden. Das denkbar Schlimmste was passieren kann? Da sei wohl die Frage erlaubt ob sie vom gleichen Unwohlsein befallen werden, wenn ein Moslem sie des Antiislamismus bezichtigen würde, oder ein Schwarzer den westlichen Neokolonialismus in Afrika pauschal als rassistisch bezeichnet? Kaum. Auf solche Vorwürfe geht man hocherhobenen Hauptes und mit einem überlegenen Lächeln schweigend hinweg. Die rassistische Kolonialpolitik Europas, mit Großbritannien an der Spitze, wird auch heute noch als richtig und legitim betrachtet, ohne ein Wort des Bedauerns für die Millionen Sklavenopfer auszusprechen oder Wiedergutmachung zu leisten. Ganz im Gegenteil. Heute sind schon wieder die Kriege des Imperiums und seiner Vasallen auf dem schwarzen Kontinent aktuelle Neuauflage alter Kolonialpolitik. Mit fast denselben Akteuren. Israel ist neu, aber führend mit dabei und im Verhältnis zu seiner Größe, einsame Massaker-Spitze.

Unter anderem mit einer Rassen- und höchst aktiven völkerrechtswidrigen Vertreibungspolitik gegen ein entmilitarisiertes palästinensisches Volk, von dem der Historiker Shlomo Sand meint:
"Die meisten frühen zionistischen Führer, einschließlich David Ben Gurion glaubten, dass die Palästinenser die Nachkommen der ursprünglichen Juden des Gebietes waren." Die Idee eines jüdischen Volkes ist erfunden
Na, das war doch mal ein Wort, das zu denken geben sollte. Nun sollten Broder & Co. ihre Antisemitismuskeulen für die Palästinenser einsetzen. Oder etwa nicht?

Rassismus ist Rassismus, gebrochenes Völkerrecht ist Unrecht und muss so genannt und geahndet werden. Egal wer diese Verbrechen begeht. Zur Zeit begeht Israel sie. Neben vielen anderen und zusammen mit vielen anderen. Die vielen anderen entschuldigen aber nicht Israels Untaten und die Verantwortung die es für diese trägt.

Ein deutsches Interview mit Shlomo Sand kann hier aufgerufen werden.

FH

Nachtrag zum Thema, gefunden bei SteinbergRecherche.

Simon Wiesenthal, ein Maulheld. Panorama, Sendung vom 8. Februar 1996, 22 Minuten. Kurztext
KenFM - Nachruf auf H&M Broder Facebook

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