Mittwoch, 3. April 2013

Heim ins gelobte Land

Mowitz
Es sind Mythen die hilfreich bei der Inbesitznahme von Land und Wirklichkeit sind. In diesem Fall die Gasfelder vor der Küste Gazas.

Der Mythos vom gelobten Land ist in der Sprache des protestantischen Dauerreformators Martin Luther, die Bezeichnung des Landes Kanaans, das laut Märchenerzählungen im Alten Testament, Gott Abraham für seine Nachkommen auf ewig versprach. Warum Gott den Weg über Abraham nahm und nicht den der Direktansprache ans jüdische Volk, muss man nicht wissen und ist mir auch nicht geläufig. Es erleichtert aber vor allen Dingen die Mythenbildung, wenn nur so wenige Menschen wie möglich direkt mit Gott sprechen, damit diejenigen, die vorgeben es zu tun, die Herrschaft über ein „verheißungsvolles Land”, in dem auch „Milch und Honig fließen“, antreten können.

Mit dem gleichen religiösen Mythos und ähnlichen religiösen Wahnvorstellungen vom Verheißungsland (engl. promised land) wurde dann auch mit äuβerster Brutalität europäische Kolonisation betrieben, inklusive dazugehörender Genozide, (Völkermorde). Von Amerika über Afrika bis Asien und Australien. Für die Ureinwohner blieben schon damals alle Verheiβungen auf der Strecke. Selbst hatten sie weder etwas von den Verheiβungen gehört, noch bemerkt, und erholt haben sie sich von ihnen, bis auf den heutigen Tag, nie. Für sie war der Mythos vom „Gelobten Land“ gleichbedeutend mit dem Todesurteil ihrer Völker.

Für die Palästinenser flieβt schon seit Jahrzehnten keine Milch und kein Honig in ihrem Land. Wenn es denn jemals floss. Der Acker wurde immer schon durch harte Arbeit der Palästinenser gepflügt. Heute ist die neue Variante vom Mythos Milch und Honig, die Wirklichkeit Öl und Gas. Das fördern neuerdings zionistische Mythenerfinder. Die FAZ berichtet verschämt, dass Israel jetzt Gas aus dem Mittelmeer fördert. Was sich ja lieb und unverbindlich anhört. Mittelmeer, hört sich direkt nach teutonischem Urlaubsparadies an, als wenn keine rechtlichen Besitzansprüche der Palästinenser existieren würden.

Prof. Michel Chossudovsky schrieb bereits 2009:
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
[1] "Wem gehören diese Gasfelder?

Das Problem der Herrschaft über die Gaza-Gasfelder ist sehr wichtig. Nach rechtlichem Standpunkt gehören diese Bodenschätze Palästina.

Der Tod Yasser Arafats, die Wahl der Hamas-Regierung und das Ende der palästinensischen Behörde ( im Gazastreifen) hat es Israel ermöglicht, die de facto Kontrolle über Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen.

British Gas hat mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft gemacht. Die Hamasregierung hat man so hinsichtlich Erforschung- und Entwicklungsrechten über die Gasvorkommen umgangen.

Die Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein Wendepunkt. Palästinas Herrschaft über die küstennahen Gasfelder wurden vor dem Obersten (israelischen) Gerichtshof angefochten. Sharon stellte eindeutig fest, dass „Israel nie von Palästina Gas kaufen werde“ und zu verstehen gab, dass die küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören würden.

2003 verhinderte Sharon ein anfängliches Geschäft, das British Gas erlauben würde, Israel mit dem Gas von den küstennahen Gasquellen zu versorgen (The Independent, 19.August, 2003) Der Wahlsieg der Hamas 2006 brachte das Ende der palästinensischen Behörde - die dann auf die Westbank beschränkt wurde – unter dem Marionettenregime von Mahmoud Abbas.

2006 war British Gas „ nahe dran, ein Geschäft mit Ägypten abzuschließen, um Gas nach dort zu pumpen“.(Times, 23. Mai 2007). Der britische Ministerpräsident Tony Blair intervenierte im Namen Israels, um das Abkommen zu verschieben.

Im folgenden Jahr – im Mai 2007 – billigte das israelische Kabinett einen Vorschlag von Ministerpräsident Olmert: „Gas von der palästinensischen Behörde zu kaufen.“ Es ging um 4 Milliarden $ mit einem Profit von 2 Milliarden, von denen 1 Milliarde an die Palästinenser gehen sollten.

Tel Aviv hatte jedoch nicht die Absicht, die Einkünfte mit Palästina zu teilen. Ein israelisches Unterhändler-Team wurde vom israelischen Kabinett zusammengestellt, um mit der BG Group einen Deal auszuarbeiten, bei der die Hamas-Regierung und die palästinensische Behörde umgangen wird:

„Die israelischen Verteidigungsbehörden wollen, dass die Palästinenser mit Waren und Diensten bezahlt werden. Sie bestehen darauf, dass die von Hamas kontrollierte Regierung kein Geld erhält.“

Das Ziel war im Wesentlichen, den 1999 zwischen der BG-Group und der palästinensischen Behörde unter Arafat unterzeichneten Vertrag rückgängig zu machen.

Nach dem vorgeschlagenen Abkommen von 2007 mit BG, sollte das palästinensische Gas von Gazas küstennahen Gasquellen in einer Unterwasserpipeline in den Hafen von Ashkalon gepumpt und dabei die Kontrolle über den Verkauf Israel übertragen werden.

Das Geschäft misslang. Die Verhandlungen wurden suspendiert. Der Mossad-Chef war aus Sicherheitsgründen dagegen …."
[2] Die Militarisierung der ganzen Gaza-Küstenlinie, die für Israel strategisch wichtig ist, ist schon lange Wirklichkeit. Israel ließ es sich nicht nehmen Hilfsgüter auf dem Seeweg nach Gaza mehrmals zu stoppen und dabei 2010 neun unbewaffnete, friedliche türkische Friedensaktivisten zu ermorden. Vor einigen Tagen entschuldigte sich der Verantwortliche für diese Morde, Netanyahu, bei seinem Waffenbruder gegen Syrien, Erdogan. Man darf schon erstaunt sein, für was man sich alles entschuldigen kann, ohne vor ein Gericht gestellt zu werden. Wichtig ist nur, der herrschenden Klasse anzugehören. Das entschuldigt jeden Mord. Auch Drohnen-Massenmorde an Zivilisten.

Der Massaker-Staat wird Öl und Gas vor Gazas Küste bis zum letzten Palästinenser fördern. Mit Hilfe Europas, den Vereinigten Staaten von Nordamerika und der North Atlantic Terror and Horror Organization, (NATO).

FH

Fußnoten

[1] Krieg und Naturgas: die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder.....
[2] Ship to Gaza.....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen