Samstag, 1. Juni 2013

In Bolivien wirft Präsident Morales eine CIA-Agentur hinaus

Eva Lacoste اِوا لاکوست
Übersetzt von  Michèle Mialane
In Bolivien hat Präsident Morales eine CIA-Agentur (die USAID) hinausgeworfen. Sein ecuadorianischer Amtskollege, Rafael, mahnt in Quito den US-amerikanischen Botschafter... Die in Südamerika initiierten Veränderungen verstärken sich einer Großmacht gegenüber, die nicht müde wird, die fortschrittlichen Regierungen zu destabilisieren.
„Wir haben beschlossen, das USAID aus Bolivien hinauszuwerfen. Die USAID verlässt Bolivien“ - so Präsident Evo Morales in seiner Rede beim Abeiterfest vom Ersten Mai. Die USAID sowie andere Institute, die in Verbindung mit der US-Botschaft in La Paz stehen „verfolgt politische Ziele, keine sozialen (...) und konspirieren gegen das bolivianische Volk und vor allem gegen seine Regierung.“ Logischerweise hat Evo Morales anschließend den Außenminister David Choquehuanca beauftragt, der US-Botschaftt die Ausweisung der USAID mitzuteilen.

Die USAID steht im Dienste der US-amerikanischen Interessen

Offiziell ist die United States Agency for International Development eine US-amerikanische unabhängige Agentur, die sich weltweit mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der humanitären Hilfe beschäftigt. Ein schönes Programm, hinter welchem aber eine viel prosaischere Realität steht. Seit den letzten Jahren ist die USAID in den meisten süd- und zentralamerikanischen Ländern vorhanden. Nicht nur dient sie als Tarnung für die CIA-Agenten, sondern sie stellt auch Elemente im Dienste der US-amerikanischen Interessen bereit und finanziert sie. Die USAID ist eine Agentur der National Endowment for Democracy, die von dem US-amerikanischen Department finanzierte Schaufenster der CIA, und wurde 1961 von Kennedy ins Leben gerufen. Selbstverständlich hat sie die furchtbarsten Diktatoren unterstützt und die Staaten, die sich von der politischen und wirtschaftlichen Bevormundung Joch des Abhängigkeit vom „großen Bruders“ im Norden befreien wollen, sind bei ihr nicht besonders beliebt.

Und gerade in Bolivien schlägt andauernd Alarm für die Interessen der Multis. Am Vortag hatte Evo Morales die Nationalisierung der Filiale des spanischen Unternehmens Red Electrica verkündet - im Zuge der politischen Ausrichtung auf Aneignung der Naturressourcen und hoheitlichen staatlichen Bereiche - darunter Bildungs-, Gesundheits- und Energiewesen. Seit seinem Wahlsieg im Januar 2006 hat Evo Morales einen Plan entwickelt zur Nationalisierung der Kohlenwasserstoffvorkommen, Telekommunikationen und Bodenschätze, die früher Eigentum der Multis waren.

So musste man in Venezuela nach dem Wahlsieg von Nicolas Maduro am 15. April auf einen Destabilisierungsversuch gefasst sein. Schon hatte Hugo Chávez 2002 einem - von den USA und der Europäischen Union gleich anerkannten - Putschversuch die Stirn bieten müssen. Beide Großmächte mussten dann ihre Enttäuschung runterschlucken... Seitdem war die US-Botschaft in Caracas das Verteilungs- und Koordinationszentrum für die von der USAID Gelder geworden. In einem solchen Ausmaß, dass das Budget der Botschaft von 15,9 Millionen Dollar (2011) folgendes Jahr auf 24 gestiegen war. So viel wert war die Zurückaneignung der Ölressourcen und einiger kleiner Nebeneinkünfte.


Ecuador: Die Mahnung des Präsidenten Correa

Und nach Evo Morales hinterfragt nun Rafael Correa die Rolle der USA und deren Botschafters in La Paz. Die Mahnung des ecuadorianischen Präsidenten ist klar: der Botschafter soll sich auf seine diplomatischen Zuständigkeiten beschränken und gegen die Regierung gerichtete politische Aktivitäten meiden. In ihrem vermeintlichen Hinterhof - oder so was wie ihre Françafrique* - nehmen sich die US-Amerikaner besondere Freiheiten heraus. So darf ein Botschafter, in diesem Falle Adam Namm, an einer Aktivität teilnehmen, die von Journalisten aus großen privaten Mediengruppen - und Gegner des ecuadorianischen Regierung - zur Anprangerung der „fehlenden Redefreiheit in Ecuador“ organisiert wird. Vorläufig hat Rafael Correa kein Ausweisungsverfahren gegen den US-Botschafter gestartet, diesen aber gebeten , künftig „dem Land, in welchem er zu Gast ist, mehr Respekt zu erweisen.“ Eine klare Mahnung, durch welche bestätigt wird, dass eine nicht umkehrbare Bewegung nunmehr im Gange ist.

*Françafrique: verpöntes französisches mafiöses Neokolonialsystem, der unter de Gaulle kreiert wurde zur Wahrung der frz. Interessen in Afrika und trotz aller Beteuerungen imer noch da steht.


Danke Tlaxcala
Quelle: http://www.golias.fr/article5151.html
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 23/05/2013
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=9777

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