Freitag, 5. Juli 2013

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus - Heute: Schwedische Schuldenkrise im Anmarsch. Reichsbank fordert von Banken vollständige Offenlegung der Verschuldung von Privathaushalten

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Schwedische Reichsbank hat schriftlich von sämtlichen Banken in Schweden gefordert sie über die Verschuldung ihrer Kunden auf Individniveau zu unterrichten.

Ursache des höchst ungewöhnlichen Begehrens der schwedischen Zentralbank ist die Kritik u.a. vom IWF, der die hohe Verschuldung schwedischer Haushalte sehr kritisch sieht. Nun will sich die schwedische Zentralbank, (Riksbanken), selbst detailliert informieren und eine tiefere Analyse vornehmen. Gleichzeitig sammelt auch die schwedische Finanzinspektion (FI) Informationen über die Verschuldung der privaten Haushalte ein, aber im Gegensatz zur Reichsbank, nur stichprobenweise.

Seit einiger Zeit gibt es ein Tauziehen zwischen der Zentralbank und FI wie die Grenzen zwischen ihren jeweiligen Verantwortungsbereichen zu ziehen sind. Diese Diskussion nimmt nun erneut Fahrt auf.

Die Reichsbank führt für die Auslieferung der Daten, die Bestimmungen des Reichsbankgesetzes an. Die privaten Banken werden der Aufforderung der Reichsbank Folge leisten und den Verschuldungsgrad sämtlicher Privatkunden offenlegen. Die Identität der Kunden wird dabei nicht preisgegeben.

Schon seit längerer Zeit verdichten sich die Diskussionen um einen zu hohen Verschuldungsgrad der Bevölkerung. Grund sind vor allem die steigenden Preise für Wohnungen.

Der niederländischen Forscher Dirk Bezemer hat die Entwicklung in Schweden von 1990 bis heute untersucht. Sein Urteil im November 2012:
"Schweden befindet sich inmitten einer Blase"

„Ich denke, Schweden befindet sich inmitten einer Blase. Die Schulden der Haushalte sind im Verhältnis zum Umfang der Gesamtwirtschaft unhaltbar hoch geworden“, so Bezemer im Schwedischen Fernsehen.
Schweden hat noch nicht den Euro eingeführt. Die Schweden stimmten am 14. September 2003 in einer Volksabstimmung, bei einer Wahlbeteiligung von 82,6 Prozent, mit 55,9 Prozent der abgegebenen Stimmen, gegen die Einführung des Euros. Heute ist der Widerstand gegen die Einführung des Euros um ein Vielfaches gewachsen. Nur 9 Prozent der Schweden sprechen sich heute für die Einführung des Euros aus und nur 42 Prozent der Schweden sind immer noch für den weiteren Verbleib in der EU. Wird die Krise nun genutzt um den "sicheren Ankerplatz EU" den Schweden wieder schmackhaft zu machen?

Nachtigall, ick hör dir trapsen.

FH

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