Freitag, 26. Juli 2013

Wird die Welt ärmer ohne Springer auf Papier? - Springer-Verlag zieht Konsequenzen und läutet den Anfang von seinem Ende ein

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Das ehNaMag gibt sich mutig und bedauert irgendwie die "Entkernung" von Europas größter Nonsensschreibstube. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender eines Verlages, den viele Menschen schon der persönlichen Hygiene wegen meiden, soll von der Sorge befallen sein, mit Journalismus sei zukünftig kein Geld mehr zu verdienen. Er soll, so das ehNaMag, der Auffassung sein, im digitalen Geschäft mehr Kohle machen zu können, wenn man nur ganz vorne mit dabei ist. Eine wirkliche Binse im Kapitalismus. Denn schon ein Platz weiter hinten fängt die Verliererstraße an.

Mit Nonsens und Pornos ist viel Geld zu verdienen, und Bild war gestern wie heute immer vorne mit dabei. Qualitätsjournalismus wurde nicht ohne Grund im kapitalistischen Westen durch Nonsensjournalismus ersetzt, und hilft so mit, die Geschäftsidee der herrschenden Klasse, einfach nur mehr Geld zu machen, ertragreicher zu gestalten. Gleichzeitig schaffen sich gute Journalisten selbst mit ab.

Für 920 Millionen Euro übernimmt die Funke Mediengruppe aus Springers Allerlei, Programm- und Frauenzeitschriften, die Berliner Morgenpost, das Hamburger Abendblatt und etliches mehr. Obendrein hilft Springer noch Funke die Übernahme zahlreicher Springerprodukte mit Geld aus dem Hause Springer zu finanzieren. Nun ja, nun fängt das große Heulen und Zähneklappern an, wenn nun unisono der "Tod der freien Presse" beklagt wird. Obwohl es schon seit Jahren kaum noch eigenständige Redaktionen bei Konzernmedien gibt. Die Konzentration der vereinheitlichten Meinungsmache hat bereits globale, orwellsche Ausmaße angenommen. Aber nicht das löst Bestürzung aus, sondern der Verlust von Arbeitsplätzen. Das Kapital benötigt sie immer weniger um mehr Geld zu scheffeln.

Springer soll mit der Übernahme der Scout24-Gruppe, für rund 1,5 Milliarden Euro, liebäugeln. Übernahme. Nichts wirklich Neues. Nichts Innovatives. Wie Funkes Übernahme von Springer. Nur das Karussell dreht sich immer schneller.
"Der auf (wertlose) Derivate aufgebaute Kasino-Kapitalismus des Großkapitals wird bald erneut kollabieren und die reale Wirtschaft mit Sachwerten von weniger als einer Billion Dollar unter sich begraben; die ineinander verschachtelten Wetten und Schulden werden nur "eingetrieben" werden können, wenn das Imperium der Kapitalisten das Vermögen ganzer Völker, die es unterjocht hat, konfisziert – das ist auch der eigentliche Grund für alle staatlichen Sparmaßnahmen und die hektisch betriebene Privatisierung des öffentlichen Sektors."
Kein Papier mehr fürs Zeitunglesen. Noch weniger Arbeitsplätze. Rente erst ab 70. Wer länger lebt soll länger arbeiten. Auf welchen Arbeitsplätzen?

Der Kapitalismus wird mangels Massenkaufkraft an seiner eigenen Gier ersticken. So ist er angelegt. So wird er enden. Hoffentlich bald. Falls wir nachhelfen, sollte es möglich sein. Tun wir aber nicht. Wir kaufen den Dreck ja weiter.

FH

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