Samstag, 14. September 2013

Westerwelle, der Einsatz von Chemiewaffen und das zivilisatorische Verbrechen

Mowitz
Man darf es nicht zu eilig haben und ein Thema totschwadronieren solange es noch lebt, und über viel Sprengkraft verfügt. So wie bereits Edgar Snowden im Bewusstsein aller sogenannten integritätsbewusster Demokraten immer mehr in Vergessenheit gerät, obwohl er für uns alle einen Rieseneinsatz geleistet hat, als er die Mafia-Strukturen des Imperiums ans Licht der Weltöffentlichkeit brachte. Nun ist er auf der Flucht vor kriminellen Imperiums-Häschern, die in ihren Reihen viele Auftragsmörder beschäftigen, die sehr kompetent und rabiat ihrem Handwerk nachgehen. Ein nennenswerter Aufschrei der globalisierten Massen blieb aus. Wir sind endlich widerstandslos im Jahr 1984 angekommen.

Wer erinnert sich noch an den bombastischen Spruch des deutschen Schauspielers für auswärtige Angelegenheiten, Westerwelle, als er gut frisiert und korrekt gekleidet, vor einer illustren Gesellschaft in Berlin Syrien mit Konsequenzen bedrohte, falls sich ein Chemiewaffeneinsatz in Syrien bestätigen sollte. Das ein Chemiewaffeneinsatz von niemandem bestritten wurde hatte er wohl noch nicht kapiert, sondern es ging ja ausschließlich darum wer das Verbrechen durchgeführt hatte. Der Riesenadvokat Westerwelle, ein Mann mit kurzem Gastspiel als Rechtsanwalt in der Kanzlei seines Vaters, bevor er Berufspolitiker wurde, und ein Freund großer Worthülsen, bemühte nicht weniger als die gesammelte Zivilisation um sich über das ganze Ausmaß des Verbrechens zu verabscheuen: "Der Einsatz von chemischen Vernichtungswaffen, wäre ein zivilisatorishes Verbrechen. Wenn sich ein solcher Einsatz bestätigen sollte, muss die Weltgemeinschaft handeln, dann wird Deutschland zu denjenigen gehören, die Konsequenzen für richtig halten, hier zu stehen wie er in enger Abstimmung mit den Vereinten Nationen und unseren Verbündeten..."

Wie verhält sich nun der Pausenclown, wo es doch immer deutlicher wird, dass nicht die von ausländischen Banden angegriffene syrische Regierung verantwortlich für die Giftgasattacke ist, sondern das vom Imperium schon seit Jahren gegen Syrien auch ins Rennen geschickte Saudi-Arabien und anderen Terrorstaaten? In internationalen Medien wird der Name des saudischen Geheimdienstchefs "Chemie-Bandar" als Strippenzieher hinter den Chemiewaffenangriffen in Syrien immer häufiger genannt.
Westerwelle, die zivilisatorische
Freiheitsstatue dieser Republik
"Ebenso wenig wie die Reden der Vertreter der Regierung Obama, die alle keine überzeugende Darstellung der Ereignisse liefern, wird in den vorgelegten Geheimdiensteinschätzungen nichts wirklich bewiesen. Man hat eher den Eindruck, es mit einer etwas abgehobenen Arbeit eines Oberstufenschülers oder eines Studenten zu tun zu haben, die von kunstvollen Wortdrechslern, aber nicht von Fachleuten des betreffenden Bereichs zusammengestellt wurde. [......]

[.....] Die von den USA unterstützten, gegen die Regierung kämpfenden Gruppen in Syrien haben bereits Chemiewaffen eingesetzt. Aber Obama und seine Kumpane haben das einfach übergangen.

Entgegen den von den regierungsfeindlichen Kräften vorgebrachten Beschuldigungen, das syrische Militär habe die Stadt Homs an den Weihnachtstagen des Jahres 2012 mit Chemiewaffen angegriffen, berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN, das amerikanische Militär bilde regierungsfeindliche Kämpfer im sicheren Umgang und der Handhabung von Chemiewaffen aus. Und unter der Bezeichnung »Chemisches Bataillon Zerstörerischer Wind« drohten die Rebellen selbst mit dem Einsatz von Nervengas und veröffentlichten ein Video, in dem sie als Vorgeschmack auf ihre Pläne in Syrien Kaninchen töteten.

Wie die französische Tageszeitung Le Figaro schrieb, wurden zwei Brigaden der Aufständischen von der CIA, Israelis, Saudis und Jordaniern entsprechend unterwiesen und drangen dann von dem haschemitischen Königreich Jordanien aus nach Syrien ein und führten dort am 17. und 19. August 2013 Angriffe durch. Die USA müssen einiges an Zeit zur Ausbildung der beiden aufständischen Brigaden aufgewendet haben. Sollte diese Darstellung zutreffen, könnte man argumentieren, das Scheitern dieser Gruppe hätte dann vielleicht den Chemiewaffenangriff in Damaskus als »Plan B« ausgelöst.

Hier stellt sich natürlich die Frage, wie sie an die Chemiewaffen gekommen sind. Viele Hinweise deuten dabei auf Saudi-Arabien. Wie die britische Tageszeitung The Independent berichtete, hatte der saudische Prinz Bandar »als erster die westlichen Verbündeten auf den mutmaßlichen Einsatz von Saringas seitens der syrischen Regierung im Februar 2013 aufmerksam gemacht«. Die Türkei würde syrische Kämpfer mit Giftgas, das die Terroristen in Syrien einsetzen wollen, auf ihrem Territorium festnehmen. Am 22. Juli würden die Aufständischen auch al-Assal überrennen und alle Augenzeugen als Teil der Vertuschungsoperation töten. [.....]"
Nun hat Westerwelle alle Möglichkeiten sich der Zivilisation verpflichtet zu fühlen und sich für ihren Erhalt kraftvoll einzubringen. Auch wenn er sich damit keine Freunde in den Vereinigten Staaten, Israel und Saudi-Arabien macht und in Windeseile aus dem Amt gehievt würde, was ja kein wirkliches Opfer für den Erhalt der Zivilisation wäre, sondern eher ein Segen. Aber vielleicht besorgen es ja die eher schlafmützigen Deutschen am 22. September bei der Bundestagswahl, Westerwelle und seine Parteigenossen aus dem Bundestag zu katapultieren.

Und falls immer noch Zweifel bestehen wer nach dem Völkerrecht verantwortlich für die Kriegsverbrechen ist, so ist es das Land, welches bestehende Staatsgrenzen im Nahen Osten auslöschen will um durch neue zu ersetzen. Und zwar nach eigenen Vorstellungen, ohne Zustimmung der Betroffenen. Das will man mit seinen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen erreichen, so dass es seinen eigenen Interessen, will sagen dem internationalen Groß- und Finanzkapital, dienlich ist. Das veranlasst auch jede Regierung in den USA und auch des winzigen Israels, umfassende Angriffskriege zu führen. Alles keine Neuigkeiten für Interessierte, aber trotzdem wissen die meisten nichts davon und können nichts mit dem Begriff "Neuer Naher Osten" anfangen. So quatscht die Propaganda in West und Ost munter und erfolgreich weiter von einem innersyrischen Bürgerkrieg mit "Rebellen, Aufständischen, roten Linien die überschritten werden" und sämtlichem Pipapo. Wie in Libyen, Irak, Libanon u.u.u. Wobei die "Aufständischen" mit Manipulationen, Geld und Waffen und zwar in dieser Reihenfolge, bei Laune gehalten werden, um das Geschäft der herrschenden Kreise, insbesondere die des Imperiums, zu betreiben.

FH

Zum Thema:
Dem Projekt eines «Neuen Nahen Ostens»: Kreative Zerstörung als revolutionäre Kraft......

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