Montag, 23. September 2013

Wie die Videos von dem Chemiewaffen-Angriff in Syrien inszeniert wurden

In einer von James Corbett für Global Research erstellten Video-Dokumentation zu dem Chemiewaffen-Angriff in Syrien wird die These vertreten, dass er von den "Rebellen" durchgeführt wurde, aber der syrischen Regierung angelastet werden soll.

Von James Corbett, Mutter Agnes Mariam und Prof. Michel Chossudovsky
Global Research, 19.09.13

Im Gefolge des Chemiewaffen-Anschlags in Syrien wurden schockierende Videos, die Opfer dieses Angriff zeigen, weltweit über das Internet verbreitet, um den Zorn der Öffentlichkeit anzustacheln und deren Einverständnis mit einer Militärintervention (des Westens) durchzusetzen.

Eine neue Videodokumentation deckt beunruhigende Widersprüche und Manipulationen in den Opfervideos auf und stellt die offizielle Story über den Angriff und seine Opfer in Frage.

Die Hintergrundinformation wurde im Auftrag von Global Research TV / GRTV erstellt und ist hier aufzurufen. (Es folgt eine Übersetzung des Kommentars zu den Aussagen von Experten und Zeugen, die in dem GRTV-Video (leider nur in englischer Sprache) zu Wort kommen.

Anfang dieser Woche legte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Ergebnisse des Untersuchungsteams vor, das er letzten Monat nach Syrien entsandt hatte – mit dem Auftrag, Beweise dafür zu sammeln, dass am 21. August in Ghouta ein Chemiewaffen-Angriff stattgefunden hat.

Dieser Untersuchungsbericht wird von den USA und Großbritannien als Beleg dafür angesehen, dass der Angriff von Truppen der syrischen Regierung ausgeführt wurde, obwohl er keinerlei Hinweise enthält, die diese Behauptung stützen. Das Untersuchungsteam sollte nur feststellen, ob überhaupt Chemiewaffen eingesetzt wurden, aber nicht, wer sie eingesetzt hat; es fasst seine Ergebnisse in der einfachen Feststellung zusammen:

"Auf Grundlage der Beweise, die wir während unserer Untersuchung der Ereignisse in Ghouta gesammelt haben, ziehen wir den Schluss, dass am 21. August 2013 in dem noch andauernden Konflikt, der zwischen verschiedenen Parteien in der Syrisch-Arabischen Republik ausgetragen wird, in relativ großem Umfang Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt wurden – auch gegen Kinder."

Die Frage, von wem der Angriff ausging, ist natürlich in geopolitischer Hinsicht das Schlüsselproblem. Wenn der Angriff der syrischen Regierung anzulasten wäre, müsste er als unverständliche Eskalation des Konfliktes angesehen werden, wenn er von terroristischen Aufständischen geführt wurde, war der Chemiewaffen-Einsatz eine provokative Operation unter falscher Flagge, mit der die USA und ihre Verbündeten zu einem bewaffneten militärischen Eingreifen in Syrien veranlasst werden sollten.

Schon vorher hatten Analysten zugestehen müssen, dass mögliche Motive für den Angriff auf Ghouta eher dafür sprechen, dass die Terroristen und nicht die in Syrien Regierenden die Schuld dafür tragen. Im Bodenkrieg gegen die syrische Regierung droht den "Rebellen" schon seit Monaten eine Niederlage, und sie wussten, dass Obama den Einsatz von Chemiewaffen als "rote Linie" bezeichnet hat, deren Überschreiten ein militärisches Eingreifen (der USA) zur Folge hätte. Diejenigen, die Assad die Schuld zuweisen möchten, müssen zugeben, dass er für einen plötzlichen Chemiewaffen- Einsatz gegen die eigene Bevölkerung keinen vernünftigen militärischen Grund hatte; sie können auch nicht erklären, warum er damit so lange gewartet haben soll, bis die Chemiewaffen-Inspektoren der Vereinten Nationen im Land waren.

Der Hintergrund und die Entwicklung des Konflikts liefern viele Beweise dafür, dass die Terroristen Chemiewaffen besitzen und dazu ausgebildet und motiviert wurden, sie auch zu verwenden. Bereits im Dezember letzten Jahres wurde berichtet, dass die US-Streitkräfte Terroristen im Umgang mit Chemiewaffen ausgebildet haben. Ebenfalls im Dezember veröffentlichten die "Rebellen" ein Video, das Experimente mit Chemiewaffen zeigt, und die Drohung enthält, diese Waffen auch gegen Unterstützer der Regierung einzusetzen. Und im Juli dieses Jahres legte Russland den Vereinten Nationen einen ausführlichen, 100-seitigen Bericht vor, in dem nachgewiesen wird, dass terroristische Aufständische den Angriff mit Chemiewaffen zu verantworten haben, der am 19. März in Khan al-Asal am Stadtrand von Aleppo stattgefunden hat.

Zum jüngsten Chemiewaffen-Angriff haben die Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Frankreich jeweils eigene "Erkenntnisse" vorgelegt; alle Dienste machen Assad für den Überfall verantwortlich und fordern die "internationale Gemeinschaft" auf, den Druck auf die syrische Regierung zu erhöhen. Die Berichte über den Angriff widersprechen einander aber in vielen Punkten, vor allem weil sie sehr unterschiedlicher Opferzahlen angeben; das zeigt, dass sich die Geheimdienste noch nicht einmal über fundamentale Details des Chemiewaffen-Angriffs einig sind.

Neue Beweise belegen, dass die Angriffe von Terroristen durchgeführt wurden, die damit die Öffentlichkeit manipulieren und ein bewaffnetes Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten in Syrien provozieren wollten. Aus diesen Beweisen geht hervor, dass die Videos, aus denen die USA und ihre Verbündeten ihre "Erkenntnisse" über die Vorfälle in Ghouta ableiten, in Wirklichkeit hinterhältig inszeniert wurden, um den Eindruck zu erwecken, Assad trage die Schuld für den Angriff.

Die ersten Anzeichen für diesen Betrug tauchten bei einer sorgfältigen Analyse dieser Videos auf, bei der viele Widersprüche aufgedeckt werden konnten.

Diese Analyse schlug sich in einem Bericht des International Support Team for Mussalaha in Syria / ISTEAMS [s. hier] nieder – einer syrischen Menschenrechtsgruppe, die mit dem International Institute for Peace, Justice and Human Rights (dem Internationalen Institut für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte zusammenarbeitet. In diesem gründlich recherchierten Bericht, auf den Global Research bereits am 16. September hingewiesen hat], werden zahlreiche Diskrepanzen und Widersprüche dokumentiert.

Der Bericht belegt durch Aussagen von Augenzeugen und Videos, dass die betroffenen Gebiete bereits Tage vor dem Chemiewaffen-Angriff von fast allen Einwohnern verlassen worden waren. In den Videos, die Opfer des Angriffs zeigen, sind dennoch eine große Anzahl toter Kinder, aber nur sehr wenige Eltern zu sehen. Eltern werden nur gezeigt, wenn sie ihre toten Kinder an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder "identifizieren". Auf unterschiedlichen Videos sind die selben toten Kinder zu sehen – jeweils anders und in anderer Umgebung "arrangiert". Nach dem Bericht wurden die Videos bewusst so inszeniert, dass sie den größtmöglichen emotionalen Eindruck auf ausländische Zuschauer machen. Dieser Videos hat sich dann die Obama-Regierung bedient, um den Senat für ein militärische Eingreifen zu gewinnen.

Die Nonne Mutter Agnes Mariam, die ISTEAMS leitet und viele Recherchen für den Bericht selbst durchgeführt hat, kommt auch in dem von James Corbett erstellten GRTV-Video zu Wort; sie nimmt Stellung zu dem offiziellen UN-Bericht über den Chemiewaffen-Angriff und zu den (falschen) Schlussfolgerungen, die Washington und seine Verbündeten daraus ziehen.

Der ISTEAMS-Bericht wirft viele beunruhigende Fragen zu einzelnen Szenen in den (von den Rebellen verbreiteten) Ghouta-Videos auf. Stammten die getöteten Kinder aus den angegriffenen Orten? Warum waren sie noch dort, obwohl diese Gebiete größtenteils (von den Bewohnern) aufgegeben worden waren? Wo waren ihre Eltern? In den Tagen nach dem Angriff gab Frau Dr. Bouthaina Shaaban, eine Beraterin der Assad-Regierung, (dem britischen TV-Sender) Sky News eine ebenso beunruhigende Antwort auf diese Fragen.

Ihre Aussage wird von einem Video bestätigt, welches das Mujahideen Press Office (das Pressebüro der Mudschaheddin,) sechs Tage vor dem Angriff bei YouTube eingestellt hat; darin wird mitgeteilt, dass die Terroristen Hunderte von Frauen und Kindern aus der ländlichen Umgebung der Alawiten-Hochburg Lattakia gekidnappt haben, um sie als Geiseln in dem Konflikt zu benutzen. Handelte es sich bei den durch Chemiewaffen getöteten Opfern um diese Geiseln? Wurden die gekidnappten Kinder in die größtenteils von ihren Bewohnern geräumten Gebiete gebracht, und haben deshalb so wenige Eltern ihre getöteten Kinder betrauert?

An dem Konflikt nicht beteiligte dritte Organisationen müssen unbedingt weitere Nachforschungen und Untersuchungen anstellen, bis die Identität der Ghouta-Opfer und der Verbleib der bei Lattakia gekidnappten Frauen und Kinder geklärt sind; wenn sich die Vermutungen als zutreffend erweisen, haben die "Rebellen" ein unvorstellbar grausames Kriegsverbrechen begangen und damit eine der widerlichsten Manipulationen der Geschichte versucht. Bereits zu Beginn des laufenden Monats hat sich Michel Chossudovsky, der Direktor von Global Research, auf GRTV zur Natur dieses Terroristenaufstands geäußert.

Jetzt versuchen die USA und ihre Verbündeten, den UN-Untersuchungsbericht in Kombination mit den angeblichen "Video- Beweisen" über die Auswirkungen des Angriffs zu nutzen, um den Einsatz militärischer Gewalt zu rechtfertigen und die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zu beschleunigen. Einige fordern sogar, Assad aufgrund dieser und anderer manipulierter "Beweise" als Kriegsverbrecher anzuklagen.

Um die Kriegstreiber daran zu hindern, diese inszenierten Propaganda-Videos noch weiter zur Rechtfertigung einer Militärintervention (in Syrien) zu nutzen, ist es unbedingt erforderlich, wenigstens den von Global Research zusammengefassten ISTEAMS-Bericht [der hier aufzurufen ist] möglichst weit zu verbreiten und weitere Nachforschungen zu betreiben.

Der komplette ISTEAM-Bericht mit dem Titel "The Chemical Attacks in East Ghouta Used to Justify a Military Intervention in Syria" (Die Chemiewaffen-Angriffe in Ost-Ghouta werden benutzt, um eine Militärintervention in Syrien zu rechtfertigen) ist hier aufzurufen.(Die pdf-Datei baut sich nur sehr langsam auf, und die vielen beigegeben Fotos lassen sich nur als Negative ausdrucken.)

Luftpost kl.-de hat den Kommentar zu dem eingangs verlinkten GRTV-Video komplett übersetzt.

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