Dienstag, 1. Oktober 2013

Die Verheißungen des Kapitalismus - Heute: 84-jährige sprang in ihrer Verzweiflung vom Balkon in den Tod

Mowitz
Im lange, vor allem im Ausland, als Wohlstandsland Nr. 1 gehandelten Schweden ereignete sich vor einigen Tagen ein tragisches Ereignis. Eine 84-jährige Rentnerin, die schon lange darum gekämpft hatte zusammen mit ihrem Mann in ein Altenheim oder anderes betreutes Wohnen umziehen zu können, wurde die erhoffte Hilfe von ihrer Kommune Stenungsund verweigert.

Wie immer, seit der Neoliberalismus übernahm, ist Geld für alles da, nur nicht für das Notwendige. Banken werden mit Billionen, die es gar nicht gibt, "gerettet". Fußballspieler wechseln locker ihren Eigentümer für 100 Millionen Euro, sowie Gehältern in Millionenhöhe. Unterdessen betrügen Präsidenten, Vorstandsvorsitzende und ähnliche (Ä)hrenmänner einer ehrenwerten Fußballer-Gesellschaft, das Gemeinwesen Staat um Millionen Euro an zu zahlende Steuern. Das nennt man dann schlauerweise Steuerplanung und die Aufklärung der Betrügereien wird so enden wie das Hornberger Schießen.

Und an den Kompagnon der "freien Welt", dem Schleichtum Katar, das im Moment für seinen uneigennützigen humanitären Einsatz in Syrien von sich hören lässt, verlieh die FIFA die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2022. Da flossen die Millionen schon bevor sie für den Bau von Stadien eingesetzt wurden. Das konnte man sich auch leisten, da die Knochenarbeit am Bau, von Sklaven zu Sklavenbedingungen gemacht wird. Die britische Zeitung "Guardian" berichtete, dass bereits Dutzende der Arbeiter aus Nepal aufgrund der Arbeitsbedingungen im unermüdlich für die Freiheit des Kapitals kämpfenden Katars bereits gestorben sind. Wenn das in diesem Tempo so weitergeht, so befürchten Vertreter des internationalen Gewerkschaftsbundes ITUC, würden bis zum Beginn der WM mindestens 4000 ausländische Arbeitskräfte ums Leben kommen. Und wie es mit "anständigen" Löhnen im Kapitalismus so ist, die "Ein-Euro-Jobs-lassen-grüßen", sollen die Arbeiter bereits seit Monaten kein Geld für ihre Arbeit gesehen und noch weniger erhalten haben. Damit sie sich nicht vom Acker machen können, mussten sie auch ihre Pässe abgeben. Freies Kapital in einer unfreien Welt. Lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen. Aber der Markt wirds regeln, gell?
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Auch das sogenannte "allianzfreie" Schweden hatte Geld genug um in Afghanistan seinem Riesenvorbild, den USA, zur Hand zu gehen und war auch in Libyen mit seiner Luftwaffe allgegenwärtig, um die Regierung Gaddafi zu eliminieren, die weder Schweden noch die USA oder gar die Nato bedrohte. Heute regieren in Libyen das Chaos und Verbrechen. So wie es sich die Kapitalismus-Vormacht USA ausgedacht hatte. Man hat es dann später leichter als Ritter von der weißen Weste, hoch zu Ross vom Himmel zu fallen, um die Unglückseligen, wie von Gott gesandt, aus ihrer Misere zu befreien. Ob man ihnen vom Schleichtum Katar und seinen Verbrecherbanden in Syrien und seinen Sklaven beim Bau von Stadien für die Fußball-Spaßgesellschaft erzählen wird?

Die 84-jährige Rentnerin sah keinen anderen Ausweg aus ihrer Not und nahm sich das Leben. Eine Mahnung an die Nachwelt so groß wie die Selbstverbrennung des vietnamesischen Mönches Thích Quảng Đức. Der hatte sich 1963 in Saigon aus Protest gegen die Unterdrückungspolitik der US-Marionette Ngô Đình Diệm selbst öffentlich verbrannt und damit dazu beigetragen, letztlich einen grandiosen Sieg eines "Barfußvolkes" über einen technisch hochgezüchteten aber moralisch schon damals völlig verkommenen US-Militärapparat zu erringen.

Möge auch der Freitod der 84-jährigen Rentnerin dazu beitragen wichtige Ziele der ökonomischen Gesellschaftspolitik in den Vordergrund zu rücken und lasst uns die unwichtigen eliminieren. Es geht - wenn man es will.

FH

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