Dienstag, 8. Oktober 2013

Ferkeleien von SpiegelBild

Mowitz
Donnerlittchen, da hat Syriens legaler Präsident Assad sich doch tatsächlich von SpiegelBild interviewen lassen. Und die transatlantische Kriegsjornaille lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, dieses Gespräch mit der erwarteten Vorverurteilungsansage: "Wie leben Sie mit dieser Schuld, Herr Assad?", anzukündigen. Man bleibt seiner Stürmer-Linie zumindest verbal treu. Das kann man sehr gut machen, auch wenn man nicht gegen Juden hetzt. Streichers Stürmer nahm es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau; log sich und für das Volk Hitlers Faschismus schön, ungefähr so wie westliche Konzernblätter heute den Kapitalfaschismus hochleben lassen. Wer sich dem transatlantischen Hegemon in den Weg stellt um die Souveränität des eigenen Landes zu verteidigen, wird als Hindernis für die Ausbreitung der Interessen des internationalen Groß- und Finanzkapitals wahrgenommen, das schnell und final aus dem Weg zu räumen ist.

Die Aufgabe der heilsbringenden Glückskekse aus Washington, Tel Aviv, Riad, Doha, London, Paris und Berlin ist es, die frohe Botschaft von Demokratie und freier Marktwirtschaft als alleinseligmachend zu verkünden und die eigene Teilhabe bei der Auslösung von Krieg und Terror so lange zu vertuschen, bis man die Zeit gekommen sieht, als Retter der Entrechteten aufzutreten. Besonders dort, wo der Ressourcenreichtum noch reichlich im Boden schlummert und darauf wartet, wie Dornröschen vom Prinzen, von beutegierigen Kapitalcanaillen aus seinem Tiefenschlaf geweckt zu werden.

Mit der penetranten Kriegslüge von einem innersyrischen "Bürgerkrieg" hielten sich die wahren Schurken erfolgreich im Hintergrund bedeckt. Die Kriegs-Postillen der Konzerne mit ihren gekauften Lohnschreibern, wissen was zu tun ist um ihren Herren zu dienen. Sie sind fest im Griff millionenschwerer Medieneigentümer und schreiben und sagen in der Regel das, was ihnen befohlen wird. Julius Streicher, Eigentümer des Stürmers, Rassist und Antisemit der übelsten Sorte, machte sich mit seinem Kampfblatt und seiner Hetze ein Millionen-Vermögen im dutzendjährigen Reich. Mir fällt dazu Günter Wallraffs Bekennis ein, als er sagte: "Ich lese Bild schon aus hygienischen Gründen nicht. Bild ist publizistische Umweltverschmutzung". Das ehNaMag auch.

Immerhin kommt es heute hin und wieder vor, dass sich mutige Journalisten gegen das Establishment stellen, um die Allgemeinheit,  durch mit Beweisen gefütterte Berichte, mit der  Wahrheit vertraut zu machen, die hinter dem Spiel mit dem Tode steckt.

Bild: Bundesarchiv,
Bild 133-075 / CC-BY-SA
So wie bei Nick Turses gut recherchierten und faktenreichen Artikel: "Der gigantische "kleine Fußabdruck" des AFRICOM", den Wolfgang Jung, Luftpost, brilliant übersetzt hat. Ein "Muss" für jeden, der nicht der Selbsttäuschung erlegen ist, sowieso schon alles zu wissen. Auch China positioniert sich in Afrika. Aber im Gegensatz zu den neuen und alten Kolonialmächten, macht China es bisher gewaltfrei. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied. Hier eine kleine Einleitung:
"Zunächst möchte ich eine Frage stellen: Können Militärs auf Zehenspitzen einen ganzen Kontinent unterwandern? Das mag sehr unwahrscheinlich klingen, ist aber eine angemessene Beschreibung dessen, was das US-Militär getan hat, seit das Pentagon 2007 (in Stuttgart) sein neues Regionalkommando AFRICOM gegründet hat. Die US-Streitkräfte haben sich in Afrika eingeschlichen, auf leisen Sohlen über den ganzen Kontinent verteilt und treiben sich jetzt fast überall herum; sie schicken immer mehr Soldaten in immer mehr Länder und errichten immer mehr Stützpunkte in ganz unterschiedlichen Gegenden – und das alles geschieht so still und so verdeckt, dass die US-Bürger überhaupt nicht mitkriegen, was da läuft. Wenn das bereits weitgehend destabilisierte Afrika eines Tages explodiert und überall Gewalt ausbricht, wird das US-Militär dabei mitmischen, und die US-Bürger werden sich plötzlich fragen, wie es dazu kommen konnte.

In den Jahren des Kalten Kriegs, als in Angola und anderen afrikanische Staaten Stellvertreterkriege zwischen von den USA und von der Sowjetunion unterstützen gegnerischen Kräften tobten, war das US-Militär, das sich bereits in vielen Regionen unseres Planeten eingenistet hatte, in Afrika noch kaum präsent. Das ist heute nicht mehr so. Trotzdem wird in den schrumpfenden Medien nicht darüber berichtet, weil sich niemand für die künftigen Kriege der USA zu interessieren scheint."
Hier unten gehts weiter zum Artikel.

FH

Zum Thema:
Nachtwandler: Der gigantische "kleine Fußabdruck" des AFRICOM.....

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