Montag, 11. November 2013

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus - Heute: Glückliche Clochards

Clochard, von Eugène Atget, Paris, 1898, Wiki
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Merkel, abgehörte Kanzlerin des Exportüberschussweltmeisters Deutschland, „Ich persönlich neige dazu Ihrer [Finanzwirtschaft] Argumentation zu folgen”, erbost die Umwelt mit Deutschlands vermeintlicher Wirtschaftseffizienz, die der deutschen Wirtschaft ein Wachstum beschert, von dem die neidische Umwelt nur träumen darf.

Effizienz hört sich so an als seien deutsche Finger beim Zusammenschrauben von Plastikuhren flinker als die ihrer Mitbewerber und deutsche Ingenieurskunst anderen Künsten weit überlegen. Und außerdem, so kolportiert man, seien deutsche Produkte Qualitätsprodukte die Dank des Reformkanzlers Schröder auch noch den Vorteil hätten, kostengünstiger hergestellt zu werden als woanders. Man habe schließlich die notwendigen Hausaufgaben gemacht, werde dafür bewundert, während die anderen erst noch ihre Hausaufgaben machen müssen, bevor es ihnen wieder besser gehen kann. Besonders den Südländern. Die sollen gefälligst deutscher werden. Will sagen fleißiger. So fleißig wie die Deutschen.

So gewinnt die Union Wahlen in Deutschland. Haarscharf schrammte sie mit ihren fehlenden 5 Mandaten, an der absoluten Mehrheit im Bundestag vorbei. Obwohl sie nur 29,6 % der Stimmen aller Wahlberechtigten erhielt. Auch das ist Effizienz. Wahleffizienz. Mit wenigen Stimmen viele einträgliche Mandate einzufahren.

Mit der Wirtschaftseffizienz sieht es ähnlich aus, nur eben umgekehrt. Flinkere Finger, mehr Fleiß und überragende Ingenieurskunst in Relation zu anderen sind nicht die Gründe deutscher Exporterfolge. Die werden durch so banale Maßnahmen wie stete Lohndrückerei mit flankierenden Manipulationen an der Arbeitslosenstatistik und Armutsberichten erzeugt. Da fühlen sich sogar die Verdammten in Deutschland wohl und zweifeln höchstens an ihrer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit. Müssen sie aber nicht. Die Deutschen sind in der Branche Lohndrückerei führend in Europa. Das generiert mehr, nicht meldepflichtige Clochards unter den Brücken an Rhein und Ruhr. Clochards eignen sich auch vorzüglich dazu als Gewinner des Systems eine wichtige Rolle zu spielen. So verkörperte Jean Gabin bereits 1958 einen glücklichen Clochard im Spielfilm: "Im Kittchen ist kein Zimmer frei".

Zudem hört sich Clochard doch sehr viel glücklicher an als Penner oder Obdachloser. Das sollte die Bundesregierung bei der nächsten Sprachreform berücksichtigen.

FH

Zum Thema:
Die Abkopplung Frankreichs.....

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