Donnerstag, 7. November 2013

Der US-Imperialismus und seine Kriegsmaschinerie: Ein Instrumentarium der Zerstörung

Marschflugkörper R/UGM-109 Tomahawk
Wikimedia, gemeinfrei
Von William C. Lewis
Global Research

Eine von Konzernen gesteuerte, imperialistische Militärmacht kontrolliert die US-Gesellschaft und besetzt fremde Länder, um die kapitalistischen Interessen der kriegstreiberischen Rüstungsindustrieellen durchzusetzen, die um ihres Profits willen Menschen mit Bomben umbringen lassen.

In den offen rassistischen und mit radioaktiver Munition aus abgereichertem Uran geführten Kriegen in Afghanistan und im Irak wurden die Hoffnungen unzähliger gezielt getöteter Opfer zerschlagen, und in Pakistan schlachtet die CIA mit Drohnen gnadenlos Zivilisten ab. Weil im Vietnam-Krieg Napalm und Agent Orange eingesetzt wurden, werden heute noch Kinder mit schlimmsten Missbildungen geboren. In El Salvador und Guatemala trauern hunderte Familien um ihre verschwundenen Verwandten, die lateinamerikanische Diktatoren von Polizeischergen und Todesschwadronen verschleppen und töten ließen, die das US-Militär und die CIA zu rassistischen, antikommunistischen Mördern ausgebildet hatten; damit wollte die US-Regierung die reichen einheimischen Eliten und Großgrundbesitzer schützen und den US-Konzernen den Zugriff auf die Bodenschätze und die anderen Ressourcen dieser Länder sichern.

Die CIA bildet brutale Guerillakämpfer aus, die Sabotageakte gegen Regierungen durchführen, die den kriegslüsternen US-Konzernen nicht passen, weil sie durch den Ausbau des Gesundheits- und Bildungswesens ihre Bevölkerung fördern und den Menschen durch Bodenreformen oder die Entwicklung einer eigenen Industrie Jobs verschaffen. Als die CIA die von ihr gekauften und ausgebildeten Söldner der Contras die Lehrer, Priester und Bauern umbringen ließ, welche die revolutionäre sandinistische Regierung Nicaraguas, unterstützten, verfolgte sie das gleiche Ziel wie die NATO, als die mit ihren Luftangriffen die Infrastruktur Libyens zerstörte und die libyschen Bevölkerung von barbarischen islamistischen Killern terrorisieren ließ: In beiden Fällen ging es darum, funktionierende Systeme zu zerschlagen, die für die Mehrheit der Bevölkerung von großem Nutzen, aber der Kontrolle der imperialistischen US-Mafia aus Wall Street-Bankern, Rüstungsindustrieellen und Ölmagnaten entzogen waren.

Die Revolution der Sandinisten gefiel der mordgierigen US-Waffenindustrie nicht, weil sie die diktatorischen Regime in El Salvador und Guatemala als gute Kunden behalten und ihnen auch weiterhin Waffen zur Terrorisierung der Bevölkerung verkaufen wollte; der Erfolg einer linksgerichteten Regierung in Südamerika hätte auch die revolutionären Bewegungen in den benachbarten Staaten stärken und die Waffenverkäufe an diese US-Kolonien behindern können. Unter Gaddafi gab es in Libyen ein kostenloses Gesundheitssystem, freien Zugang zu (Schulen und) Universitäten, öffentliche Infrastruktur- Projekte für die Bevölkerung, und die Führung des Landes wollte ihr Öl nicht mehr für US-Dollars, sondern nur noch für Gold verkaufen.

Diese Staaten standen den Zielen der konzerngesteuerten imperialistischen Militärmacht USA und ihren NATO-Komplizen im Weg und mussten zerschlagen und ausgeschaltet werden, damit die Manager und Aktionäre der Rüstungsindustrie durch Waffenverkäufe auch weiterhin Geschäfte mit dem Tod anderer Menschen machen und noch höher Gewinne auf ihren Privatkonten anhäufen können.

Damit die US-Kriegsmaschinerie ihr ganzes Instrumentarium der Zerstörung auch überall einsetzen kann, lässt sie rund um die Welt Basen errichten, an deren Bau und Wartung sich Konzerne wie Halliburton und Kellogg, Brown & Root bereichern können; in vielen Ländern betreibt sie Konzentrationslager für (meist willkürlich) aufgegriffene Gefangene, die oft in Guantánamo landen und dort zwangsernährt und gefoltert werden, damit sie sich nicht mehr gegen die US-Garnisonen in ihrer Heimatländern wehren können, auf die das blutige US-Imperium der Reichen nicht verzichten will.

Mit Lügen lässt sich viel Geld verdienen.

Lügen sind ein enorm profitables Geschäft.

Die USA werden von einer verlogenen Rüstungsindustrie beherrscht, die ausschließlich den Interessen des militärisch industriellen Komplexes dient und die herrschende Klasse der Kapitalisten bereichert. Das Fernsehen und die Rüstungsindustrie können ungestört schalten und walten, wie sie wollen, weil die gehirngewaschen Massen (wie hypnotisiert) auf ihre (verlogenen) Führer starren, und tatenlos zusehen, wie das globale Finanzsystem unterzugehen droht und die Regierung mit Lügen über ihre Zahlungsunfähigkeit lahmgelegt wird; trotzdem können das US-Militär und die CIA mit ihren Drohnen weiterhin von der NSA ausgespähte, meist unschuldiger Zivilisten umbringen, während die überlebenswichtigen Dienstleistungen für die Armen (in den USA) ausgesetzt werden.

Die Rüstungsindustrie und ihre Waffenhändler bedienen sich der (gekauften) betrügerischen Massenmedien, um über deren Printerzeugnisse, Radio- und Fernsehsender ihre kriegstreiberischen Lügen zu verbreiten; erst jüngst wollten die imperialistischen Kapitalisten der USA und der NATO mit Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk Syrien in Schutt und Asche legen. Aus einer Studie über die Berichterstattung der Massenmedien, die hier aufzurufen ist, geht hervor dass die US-Fernsehsender MSNBC, Fox, PBS und CNN, die ein Interview mit Stephen Hadley, dem ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater (George W.) Bushs, verbreitet haben, ihn seine sämtlichen Argumente für ein militärisches Eingreifen der USA und der NATO in Syrien vortragen ließen – ohne auch nur einmal zu erwähnen, dass er einer der Direktoren der Rüstungsfirma Raytheon ist, die den Marschflugkörper Tomahawk herstellt. Raytheon hat Hadley im letzten Jahr 128.500 Dollar Gehalt gezahlt; außerdem besitzt er 11.477 Raytheon-Aktien im Wert von 900.000 Dollar. Hadley konnte nicht nur in dem viermal ausgestrahlten Interview für ein militärisches Eingreifen der USA in Syrien plädieren, er wurde auch in anderen Mainstream-Medien zitiert – in Nachrichtensendungen von Bloomberg TV, Fox News und CNN und in einem Leitartikel der Washington Post; immer wurde er nur als ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater vorgestellt, seine profitträchtige Verbindung mit Raytheon wurde verschweigen.

Eine Vielzahl weiterer "Experten", die in den konzerngesteuerten Mainstream-Medien für militärische Gewalt gegen Syrien eintraten und Stimmung für einen Krieg machten, hatten Verbindungen zu Munitionsherstellern oder zu anderen Firmen, die mit "Verteidigungs- und Geheimdienstkreisen" Geschäfte machen. Die Studie belegt, das 22 verschiedene "Experten" mit Verbindungen zu Konzernen, die das US-Militär oder die US-Geheimdienste beliefern, 111 mal in Nachrichtensendungen oder Leitartikeln zu Wort kamen, wobei aber nur 13 mal auf ihre Verbindungen zur Rüstungsindustrie hingewiesen wurde. Anthony Zinni, ein ehemaliger Kommandeur des CENTCOM (s. hier), hat wiederholt ein militärisches Eingreifen der USA und der NATO gefordert – dreimal bei CNN, einmal in der Sendung CBS This Morning und in einem Leitartikel der Washington Post; in keinem Fall wurde mitgeteilt, dass er den britischen Konzern BAE Systems in London, die drittgrößte Rüstungsfirma der Welt, im Ausland vertritt.

So viel zu den Massenmedien, die eigentlich als vierte Gewalt im Staat die Mächtigen kontrollieren sollten, das aber nicht tun, weil die Medienmacher mit dem größten Einfluss auf die Bevölkerung alle von der Rüstungsindustrie gekauft sind, und die Reporter, die wirklich ihren Job machen wollen, von der (Obama-)Regierung ausspioniert und als "Whistleblower" so stark unter Druck gesetzt werden, wie das noch keine Regierung seit Inkrafttreten des Espionage Act im Jahr 1917 gewagt hat.

Die von den US-Rüstungskonzernen in Gang gehaltene Kriegsmaschinerie des Pentagons treibt pakistanische Jugendliche, die durch die ständig über ihnen kreisenden Mord-Drohnen psychisch traumatisiert sind, in den Selbstmord. Es ist bezeichnend für die moralische Verkommenheit der USA, wenn Arbeit suchende Studenten wegen fehlender Investitionen in zivile Bereiche der Wirtschaft in die Rüstungsindustrie (und in die Streitkräfte) getrieben werden, die mit dem Blut unschuldiger Männer, Frauen und Kinder besudelt sind; der militärisch-industrielle Komplex übt nicht nur massiven Einfluss auf die Bildungseinrichtungen aus, er bestimmt damit auch, welche Berufe attraktiv sind und welche Industriegüter und Dienstleistungen unsere Wirtschaft zu produzieren hat. Gleichzeitig verbreiten die Kolumnisten der Zeitungen rassistische Obszönitäten wie diese, durch die Ermordung pakistanischer Kinder könne künftiges Unheil von den Bürgern der USA abgewendet werden.

Wie viele der Studenten, die zum Beispiel Drohnen-Operatoren werden sollen, werden sich für humanitäre Tätigkeiten wie das Retten von Menschen bei Katastrophen, die Versorgung von Obdachlosen mit Nahrung oder den Schutz der Rechte der US-Bürger entscheiden und verhindern, dass der 4. Zusatzartikel zur US-Verfassung durch ungerechtfertigte Durchsuchungen und Beschlagnahmungen verletzt wird – oder was noch schlimmer ist – dass Aktivisten, die nur ihre Rechte verteidigen wollen, von Komplizen der Rüstungsindustrie in den Strafverfolgungsbehörden kriminalisiert und damit politisch mundtot gemacht werden? Wir wissen nicht, wie viele Studenten sich für Sozialberufe entscheiden werden, wir müssen uns aber fragen, ob sie noch offen für soziale Probleme oder antirassistische und antiimperialistische Ansichten sind, und ob sie überhaupt noch erkennen können, dass der Imperialismus eine Herrschaftsform ist, die darin besteht, dass sich militaristisch geprägte Imperien alle natürlichen Ressourcen anzueignen versuchen, damit die sie dominierenden Konzerne Profit daraus schlagen können – aus dem Lithium in Afghanistan ebenso wie aus der Aneignung geostrategisch wichtiger Gebiete für Öl-Pipelines? Stört es unsere Studenten überhaupt noch, dass bei allen militärischen Aktivitäten des Militärs und der Geheimdienste der USA und ihrer NATO-Komplizen auch immer wahllos Zivilisten abgeschlachtet werden?

Im Jahr 2020 werden auch über den USA 30.0000 Drohnen fliegen. Bisher werden bewaffnete Überwachungsdrohnen nur in der globalen Mordkampagne eingesetzt, in der nicht nur Ausländern, sondern auch US-Bürgern ein Gerichtsverfahren verweigert wird, in dem der zu Exekutierende erst zum Tod verurteilt werden müsste. Überwachungsdrohnen nehmen Zielpersonen in den USA den vom 4. Zusatzartikel garantierten Schutz vor ungerechtfertigten Nachforschungen, Verfolgungen und Festnahmen. Im Ausland verletzen die völkerrechtswidrigen Aktivitäten der CIA und des US-Militärs nicht nur die Souveränität der überflogenen Staaten, sie töten außer den "Zielpersonen" auch unzählige unschuldige Zivilisten, die einfach als "Kollateralschäden" abgetan werden, häufig aber (Verwandte oder) Mitarbeiter der Zielperson sind, die aus politischen Gründen absichtlich mit ihr zusammen ermordet werden. Der US-Imperialismus ist weder den Völkern der Welt noch den US-Bürgern selbst zuzumuten, weil auch die meisten von ihnen nicht von seiner Kriegsmaschinerie profitieren.

William C. Lewis ist ein investigativer Journalist und Schriftsteller aus Yreka in Kalifornien.

Übersetzung: Luftpost-kl.de

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