Freitag, 15. November 2013

Wissenschaftler warnen vor einer extremen Gefahr: Die aktuell größte Bedrohung für die Menschheit geht von den Brennstäben in den Abklingbecken in Fukushima aus

Weitere sehr beunruhigende Meldungen über die Gefahren, die von dem havarierten japanischen Kernkraftwerk Fukushima für die ganze Erde ausgehen.

Satellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach
links) am 16. März 2011 nach mehreren Explosionen und Bränden
Wikimedia, Public domain
Washington's Blog
Global Research, 08.11.13

Wir sagen schon lange, dass die größte aktuelle Bedrohung für die Menschheit von den Abklingbecken mit den abgebrannten Brennelementen in Fukushima ausgeht. (s. hier)

Die japanische Kernkraftbehörde hat kürzlich grünes Licht für die Entfernung der abgebrannten Brennstäbe aus dem Abklingbecken des Reaktors 4 in Fukushima gegeben. [s. hier]

Die Bergung soll noch in diesem Monat beginnen. Der Chef des Energieministeriums der USA hat richtigerweise dazu festgestellt: [s. hier]
Der Erfolg dieser Bergung ist von globaler Bedeutung. Deshalb haben wir alle ein direktes Interesse daran, dass die dazu nötigen Schritte so gut, effektiv und sicher wie möglich durchgeführt werden.

Wenn eines der Becken einstürzt oder in Brand gerät, könnte das schlimme Folgen nicht nur für Japan ..., sondern auch für die übrige Welt einschließlich der USA haben. Ein Senator hat sogar davon gesprochen, dass die Sicherheit der USA bedroht sei.


Die Strahlung, die im Falle eines weiteren Erdbebens von den abgebrannten Brennelementen ausgehen könnte, würde die Westküste der USA innerhalb von Tagen erreichen. Das macht die sichere Bergung und Lagerung dieser Brennelemente zu einem Sicherheitsproblem auch für die USA.
Der mit Preisen ausgezeichnete Wissenschaftler David Suzuki nennt Fukushima furchterregend; Tepco und die japanische Regierung belögen die Welt nach Strich und Faden, und die Lage in Fukushima sei schlimmer, als man sich vorstellen könne.

Nach Suzukis Aussage ist der Reaktor 4 so schwer beschädigt, dass er bei einem weiteren Erdbeben der Stärke 7 oder stärker einstürzen könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten drei Jahren ein Erdbeben der Stärke 7 gibt, liegt bei über 95 Prozent.

Suzuki erklärte, er habe in einem Papier gelesen, wenn der Reaktor tatsächlich einstürzen sollte, müsse Japan ganz aufgegeben und alle Bewohner der Westküste Nordamerikas müssten evakuiert werden. Er fügte hinzu: "Wenn das nicht furchtbar ist, dann weiß ich nicht, was furchtbar bedeutet."

Der Telegraph berichtete: [Dieser Bericht kann hier aufgerufen werden]

Der Betreiber des zerstörten japanischen Kernkraftwerks in Fukushima ... will mit einem Probelauf das Verfahren testen, das er bei der Bergung der abgebrannten Brennstäbe des Reaktors 4 anwenden will; Experten haben bereits vor den damit verbundenen hohen Risiken gewarnt. ...

"Haben Sie schon einmal Mikado gespielt?" fragte ein ausländischer Kernkraftexperte, der die Bemühungen der Firma Tepco, das havarierte Kernkraftwerk wieder unter Kontrolle zu bekommen, beobachtet. "Dabei lässt man 50 Holzstäbe übereinander fallen und muss sie dann einzeln (ohne andere zu bewegen) wieder aufnehmen."

"Wenn sich der Stapel beim Aufnehmen eines Stabes bewegt, hat man verloren," fuhr er fort. "In dem instabilen Abklingbecken der Einheit 4 in Fukushima sind aber 1.534 Brennstäbe gelagert, die einzeln geborgen werden müssen (Anmerkung: Das Beispiel ist irreführend, weil die abgebrannten Brennelemente nicht kreuz und quer übereinander liegen, sondern dicht an dicht nebeneinander in dem mit Wasser gefüllten Abklingbecken stehen; durch das Erdbeben und die nachfolgenden Explosionen in dem Reaktorgebäude könnten sie sich so ineinander verkeilt haben, dass ihre Ummantelung bei dem Versuch, sie einzeln zu bergen, zerstört werden könnte. Was dann passiert, hat der US-Kernkraftexperte Arnie Gundersen, der weiter unten zitiert wird, sehr eindrucksvoll – aber leider nur in Englisch – in einem Video erklärt,

"Was könnte Ihrer Meinung nach dabei passieren?"

"Ich kenne niemanden, der davon überzeugt ist, dass man das (ohne katastrophale Folgen) schaffen kann, weil so etwas noch nie versucht werden musste."

ABC hat berichtet:

Experten befürchten, dass ein Fehlversuch bei der Bergungsaktion in dem zerstörten japanischen Kernkraftwerk Fukushima "eine gewaltige Kettenreaktion" auslösen könnte.

Überall auf der Welt warnen Experten ... vor dem instabilen Abklingbecken, das bei dem nächsten stärkeren Erdbeben einstürzen könnte.

Auch Professor Charles Perrow von der Universität Yale hat im diesjährigen Bulletin der Atomwissenschaftler schon vor dem Abklingbecken des Reaktors 4 gewarnt. "Ich war sehr bestürzt," äußerte er gegenüber ABC.

"Tokio müsste evakuiert werden, weil sich Cäsium und die anderen freigesetzten Gifte sehr schnell ausbreiten würden."

Perrow schrieb darüber: [s. hier]

Die Zustände im Abklingbecken der Einheit 4, das 100 Fuß (30 m) über dem Boden liegt, sind lebensgefährlich; schon durch die Berührung zweier Brennstäbe könnte eine Kettenreaktion ausgelöst werden, die unkontrollierbar wäre. Die Strahlung, die von sämtlichen Brennstäben ausginge, wenn sie nicht mehr gekühlt und auseinander gehalten werden könnten, würde die Evakuierung großer angrenzender Gebiete – einschließlich Tokios – erforderlich machen. Wenn wegen der Verstrahlung der gesamten Anlage die 6.375 Brennstäbe in dem großen Sammelabklingbecken dann auch nicht mehr fortlaufend gekühlt werden könnten, wäre durch die dadurch in Gang kommende Kettenreaktion die gesamte Menschheit für Tausende von Jahren bedroht.

Der ehemalige japanische Botschafter Akio Matsumura warnt, wenn die Bergung (der abgebrannten Brennstäbe) nicht gelinge, könnte das Misslingen eines Tages als "der Beginn des Untergangs der Menschheit und unseres Planeten" angesehen werden.

Er glaubt, die Bergung der Brennstäbe werde "eher Jahrzehnte als Monate" in Anspruch nehmen". [s. hier]

Der Kernkraftexperte Arnie Gundersen [ein Audiointerview mit ihm ist hier aufzurufen] und die Ärztin Helen Caldicott [ein Video dazu hier] sind beide der Meinung, dass die Bewohner der gesamten nördlichen Halbkugel der Erde evakuiert werden müssten, wenn eines der Abklingbecken in Fukushima einstürzt. Gundersen sagte:

"Wenn das passiert, sollten Sie sich südlich des Äquators in Sicherheit bringen; eine andere Möglichkeit sehe ich nicht."

Harvey Wasserman schrieb vor zwei Monaten: [s. hier]
Nur noch zwei Monate trennen uns von der größten Gefahr für die Menschheit seit der Krise um die Raketen auf Kuba. ...

Wenn der Versuch scheitert und die Brennstäbe mit Luft in Berührung kommen, werden sie sich entzünden und Radioaktivität in unvorstellbarer Menge in die Atmosphäre freisetzen. Die Kühlwanne könnte auch zusammen mit den Brennelementen auf den Boden stürzen; der sich dort auftürmende, Radioaktivität freisetzende Schuttberg könnte sogar explodieren. Die dabei entstehende radioaktive Wolke würde die Gesundheit und Sicherheit von uns allen bedrohen. ...

Eine neue Kernschmelze in der Einheit 4 würde einen Jahrhunderte andauernden tödlichen Strom von Radioaktivität über die ganze Erde ausgießen.

Murata Mitsuhei, der ehemalige Botschafter (Japans in der Schweiz) sagte, der in Fukushima drohende gesamte radioaktive Fallout könnte "weltweit die Umwelt und unsere Zivilisation zerstören". Es geht nicht mehr um Raketentechnik oder um hitzige Debatten über Kernkraftwerke, sondern um das Überleben der Menschheit.

Sogar der Chef der Nuclear Regulation Authority Japans sieht bei der Bergung der Brennstäbe ein "sehr großes Risikopotenzial"

Auch der Chef der japanischen Kernkraftbehörde ist besorgt. USA Today hat berichtet:

Shunichi Tanaka, der Vorsitzende der Nuclear Regulation Authority (s. hier ), warnte davor, dass die Bergung der Brennstäbe der Einheit 4 schwierig und riskant werden könnte, weil während vorausgegangener Explosionen Schutt in das Abklingbecken gefallen sei .

"Diese Bergung ist viel gefährlicher als die Entfernung abgebrannter Brennstäbe aus einem Abklingbecken unter normalen Umständen," erklärte Tanaka auf einer seiner regelmäßigen Pressekonferenzen. "Sie müssen sehr vorsichtig bewegt und dabei ständig kontrolliert werden. Sie dürfen keinesfalls zu schnell oder gewaltsam entfernt werden, weil sie dabei zerbrechen könnten."

Er sagte, es wäre eine Katastrophe, wenn durch gewaltsames Entfernen der Brennstäbe ihr Schutzmantel beschädigt oder sogar abgerissen würde, oder wenn sie beim Herausheben aus dem Abklingbecken aus einer Höhe von 30 Metern (100 Fuß) über dem Boden abstürzen, zerbrechen und hoch radioaktive Partikel freisetzen würden . "Die Brennstäbe machen mir viel größere Sorgen als das verstrahlte Wasser," ergänzte Tanaka.

Der Vorsitzende der Nuclear Regulation Authority hat außerdem gesagt:

"Die Bergung beinhaltet ein sehr großes Risikopotenzial."

Die BBC hat berichtet:

Im havarierten japanischen Kernkraftwerk Fukushima steht eine Aufgabe an, die mit äußerster Präzision durchgeführt werden muss und außergewöhnlich gefährlich ist.

Ein führender Offizieller erklärte: "Es wird sehr schwierig, muss aber getan werden."

Warum ist die Bergung so schwierig?

CNN hat berichtet, dass die Trümmerbrocken, die in das Abklingbecken gefallen sind, die Bergung stören könnten.

Die South China Morning Post hat gemeldet:

Bisher wurde noch nie etwas versucht, was auch nur annähernd so gefährlich war, wie die bevorstehende Bergung; ... es muss damit gerechnet werden, dass schon beim kleinsten Fehler gewaltige Mengen radioaktiver Partikel in die Atmosphäre gelangen könnten.

Ein Tepco-Sprecher musste zugeben, das man noch nicht einmal weiß, ob einige der Brennstäbe durch herabfallende Trümmer beschädigt wurden und ob der Schutt die Bergung erschweren könnte.

Professor Richard Broinowski, der Botschafter Australiens in Vietnam, Südkorea, Mexiko, Kuba und in der Zentralamerikanischen Konföderation war und zahlreiche Bücher über Atompolitik und Fukushima veröffentlicht hat, vermutet, dass bereits einige Brennstäbe geschmolzen sein könnten. [s. hier ]

Prof. Dr. Murray E. Jennex, der Ingenieurwissenschaft und über Management Information Systems an der San Diego State University lehrt, hat erklärt: (s. hier)

Die Brennstäbe in dem Abklingbecken könnten auch geschmolzen sein, ... ich halte es aber für wahrscheinlicher, dass sie bei den Explosionen (in den Reaktorgebäuden) zerbrochen sind und dass ihr radioaktiver Inhalt wegen des vielen Meerwassers, mit dem die Reaktorruinen seither übergossen werden, auch Kontakt zum Grundwasser haben könnte.

Kernkraftexperte Arnie Gundersen, ein Kernkraftingenieur, der früher Manager einer Firma war, die Brennstäbe hergestellt hat, äußerte sich kürzlich zu dem Problem mit den Brennstäben, das er für das schwierigste hält: [Das Audiointerview ist hier aufzurufen, und die nachfolgende Äußerung ist ab Minute 15:45 zu hören.]

Ich denke, es wird versucht, die Kompliziertheit der Bergung herunterzuspielen. Stellen Sie sich das Gestell, in dem die abgebrannten Brennelemente stehen, wie eine Packung Zigaretten vor, aus der man normalerweise eine einzelne Zigarette ganz leicht herausziehen kann; wenn die Packung aber zerdrückt bzw. das Gestell verbogen ist, lässt sich die Zigarette bzw. das Brennelement nicht mehr problemlos entnehmen. Beim Herausziehen kann die Zigarette bzw. das Brennelement brechen, und aus dem gebrochenem Brennelement können dann radioaktives Cäsium und andere Gase wie Xenon und Krypton freigesetzt werden und in die Luft entweichen. Vermutlich werden wir schon im November, spätestens aber im Dezember oder Januar hören, dass (die Bergung unterbrochen) und das Bergungspersonal aus dem havarierten Kernkraftwerk abgezogen werden musste, weil ein Brennelement gebrochen ist und radioaktives Gas ausströmt. ...

Ich vermute, dass noch öfter radioaktives Gas freigesetzt wird, wenn man versucht wei - tere beschädigt Brennelemente zu bergen. Wenn zu fest gezogen wird, kann der Kernbrennstoff freigelegt werden. Ich denke, dass die Brennelemente, schon als sich die Gestelle verbogen haben, zu heiß wurden und das Kühlwasser zum Kochen gebracht haben. Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass es sehr lange dauern könnte, bis alle Brennelemente geborgen sind.

In einem anderen Interview geht Gundersen auf weitere Details ein. [Das Audiointerview ist hier aufzurufen, und die nachfolgende Äußerung ist ab Minute 31:00 zu hören.]

Die Gestelle wurden bei dem Erdbeben verbogen – außerdem ist dabei auch das Dach eingestürzt, und die Gestelle könnten durch herabfallende Trümmer beschädigt worden sein.

Wenn man die Brennelemente aus den verbogenen Gestellen wie Zigaretten aus einer zerdrückten Packung herauszieht, werden wahrscheinlich einige zerbrechen. Falls ein Brennelement aufbricht, werden nach meiner Meinung Gase wie Krypton 85, gasförmi - ges Cäsium und Strontium freigesetzt. Dann muss die Gebäuderuine vermutlich einige Tage geräumt und die Bergung so lange unterbrochen werden. Sie werden diese radioaktiven Gase nicht auffangen können, sondern einfach in die Luft entweichen lassen; nach einigen Tagen werden sie das Gebäude entlüften und es weiter versuchen.

Vermutlich wird das Problem bei mehreren Gestellen auftreten. Es würde mich nicht überraschen, wenn auch in ein bis zwei Jahren noch nicht alle Brennelemente geborgen wären; sie können nicht zu fest daran ziehen, weil durch stärker beschädigte Brennelemente die Gebäuderuine so stark verstrahlt werden könnte, dass sie nicht mehr zu betreten ist. Das ist das zweite Problem, das die Bergung erschwert. Die Brennelemente müssen mit höchster Priorität aus dem Abklingbe - cken der Einheit 4 entfernt werden, es wird aber nicht leicht sein. Tokyo Electric tut aber so, als sei das ganz einfach. In einem nicht havarierten Kernreaktor verrichten Computer diese Arbeit. Sie ziehen die Brennelemente absolut vertikal her - aus. In Fukushima ist aber nichts mehr vertikal; weil die Gestelle mit den Brennelementen verzogen sind, muss die Bergung manuell gesteuert werden. Das ist ein höchst komplizierter Job. Es würde mich nicht wundern, wenn mehrere Brennelemente dabei so zu Bruch gingen, dass sie nicht mehr geborgen werden könnten.

Die Japan Times schrieb dazu:

Die Folgen könnten viel schlimmer als bei allen bisherigen Havarien von Kern - kraftwerken sein. Wenn ein Brennelement bei der Bergung abstürzt oder sich ver - keilt und dabei zerbricht, könnten sich daraus "Worst-Case-Szenarien" wie eine gewaltige Explosion, eine Kernschmelze im Abklingbecken oder ein Großbrand entwickeln. In jedem dieser Fälle käme es zu einer massiven Freisetzung tödlicher Radionukliden in die Atmosphäre, die große Teile Japans – einschließlich Tokios und Yokohamas – und sogar Anliegerstaaten stark gefährden würden.

CNN hat berichtet: [s. hier ]

Der Kernkraftexperte Mycle Schneider meint: Die Situation könnte noch viel schlimmer werden. Ein Brand im Abklingbecken würde die gegenwärtigen Dimensionen der Katastrophe stark ausweiten und Dutzende mal mehr Radioaktivität freisetzen als Tschernobyl.

Reuters meldete:

Experten zweifeln daran, dass es überhaupt möglich sein wird, eine erfolgreiche Bergung aller Brennelemente durchzuführen. ...

Keiner weiß genau, wie schlimm es kommen könnte, aber unabhängige Experten wie Mycle Schneider und Antony Froggatt haben kürzlich in ihrem World Nuclear Industry Status Report 2013 (in ihrem Bericht zum Zustand der weltweiten Atomindustrie im Jahr 2013, s. hier ) geschrieben: "Die unkontrollierte Freisetzung von Radioaktivität aus dem Abklingbecken der Einheit 4 würde die bisher größte Verstrahlungskatastrophe auslösen. ...

Tepcos Krisenmanagement erweckt wenig Vertrauen; das Kernkraftwerk Fukushima war nicht nur unzureichend gegen Naturkatastrophen geschützt, auch die bisher getroffenen Maßnahmen waren völlig ungenügend. ...

"Bei unachtsamen Bergungsversuchen können sich Brennelemente verkeilen und einander zu nahe kommen," sagte Gundersen. ...

Nach Gundersens Meinung könnten sich Brennelemente auch leicht entzünden, wenn sie mit Luft in Berührung kommen. [Das Wasser im Abklingbecken habe deshalb schon einmal gekocht; s. hier ] [Über diesen Link http://www.washingtonsblog.com/2012/04/a-visual-tour-of-the-fuel-pools- of-fukushima.html können Sie Bilder aufrufen, die zeigen, wie zerstört das Kernkraftwerk Fukushima ist und wie Tepco die Brennelemente bergen will.]
Tepco gab zu, dass bei einer Inspektion Anfang November im Abklingbecken der Einheit 4 Trümmerteile entdeckt wurden.

Das Entfernen von Brennelementen aus dem Abklingbecken ist eine diffizile Aufgabe die normalerweise computergestützt durchgeführt wird; das bestätigte Toshio Kimura, ein ehemaligen Tepco-Techniker, der 11 Jahre lang in Fukushima Daiichi gearbeitet hat.

"Vor der Katastrophe war das ein computergesteuerter Prozess, bei dem die Position der Brennelemente auf den Millimeter genau bestimmt werden konnte. Das geht jetzt nicht mehr, jetzt muss alles manuell gesteuert werden; deshalb besteht ein hohes Risiko, dass ein Brennelement abstürzen und zerbrechen könnte," sagte Kimura.

Das zur Kühlung verwendete Salzwasser habe nicht nur die Gebäude, sondern auch die noch funktionierenden Apparaturen angegriffen.

ABC Radio Australia lässt einen Experten zu Wort kommen. [In dem hier aufzurufenden Audiointerview ist ab Minute 1:30 folgender Text zu hören:]

Richard Tanter ein Kernkraftexperte und Professor für internationale Beziehungen an der University of Melbourne, meint: ...

Im Abklingbecken der Einheit 4 ist eine große Menge Brennelemente eingelagert. Nach Aussage des ehemaligen japanischen Premierministers Kan Naoto hat sich das Abklingbecken an einigen Stellen schon 31 Zoll (fast 79 cm) abgesenkt, und das ist  ist nicht wenig.

Und Chris Harris, ein ehemaliger Ingenieur und Chef eines Reaktor-Bedienungsteams, merkte an, es sei nicht von Vorteil, dass sehr viel Brennelemente in schlechtem Zustand seien. [s. hier]

Neben den abgebrannten Brennelementen, die zu Bruch gehen könnten, gibt es auch noch 200 neue, unbenutzte Brennelemente, die noch mehr radioaktive Gase freisetzen könnten und deren Bergung deshalb weit gefährlicher ist.

Einige Bilder, die erst kürzlich veröffentlicht wurden, zeigen, dass sehr viele Brennelemente bereits so stark beschädigt sind, dass sie beim Bergen zerfallen könnten. Wenn Die Boreflex-Ummantelung ist schon regelrecht zerfressen, weil sie das Salzwasser nicht verträgt.

Einige Kernkraft-Ingenieure meinen, das Abklingbecken sei schon (bei dem Erdbeben) stark verzogen worden; außerdem hätten nach Explosionen herabfallende Trümmer das Dach so stark beschädigt, dass es eingebrochen und teilweise auf die Brennelemente gefallen sei. [s. hier]

Bilddokumente aus Fukushima lassen die Annahme zu, dass einzelne Brennelemente im Abklingbecken dadurch "schwer beschädigt und sogar deformiert" wurden. [s. hier]

Tepco muss dringend entmachtet werden

Der Kraftwerksbetreiber Tepco ist unfähig und korrupt. Deshalb darf er nicht länger für die Aufräumungsarbeiten zuständig bleiben. [s. hier]

Wissenschaftler und Regierungsvertreter fordern, Tepco von den Sicherungsarbeiten in Fukushima auszuschließen. [s. hier] Ein internationales Team der kompetentesten Ingenieure und Wissenschaftler sollte diese schwierige "chirurgische" Aufgabe übernehmen. [s. hier]

Bloomberg hat berichtet: [Artikel s. hier]

Premierminister Shinzo Abe muss sich von seiner eigenen Partei sagen lassen, dass Japan versagt hat. Der Kraftwerksbetreiber Tepco ist der Aufgabe, die Si - cherungsarbeiten durchzuführen und die Reaktoren in Fukushima stillzulegen, nicht gewachsen. Das meint Tadamori Oshima, der frühere Vizepräsident der Liberal-Demokratischen Partei Abes und Vorsitzende einer Sonderkommission, die sich um die von Fukushima ausgehenden Probleme kümmern soll. 

Die Einsicht wächst, dass die japanische Regierung selbst die Sicherungsarbei - ten am Kernkraftwerk Fukushima leiten muss. "Wenn alles so weitergeht wie bis - her, werden die Probleme niemals gelöst," sagte Sumio Mabuchi, der Regierungs - beauftragte für die Krise, schon 2011.

(Luftpost kl.-de hat den Artikel komplett übersetzt.  Die Links in eckigen Klammern waren schon im englischen Text enthalten und sollten von Englisch sprechenden Lesern unbedingt aufgerufen werde, da sie viele zusätzliche Informationen erschließen.)


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