Dienstag, 17. Dezember 2013

Der Schutz der Wenigen gegen die Vielen

Mowitz
Wir haben uns dran gewöhnt, nehmen es gar nicht mehr wahr. Glauben wir hätten eine kritische Presse, die im Gegensatz zur Presse von "Schurkenstaaten", frei sei. Zensur ist nicht nur das was nicht geschrieben werden darf; sondern ist vor allen Dingen der Nonsens mit dem öffentliche und private Medien die Hirne ihrer Konsumenten weich spülen.

Beliebte Masche: Alles zu personalisieren. GroKo, das Wort des Jahres, ist ein Markenartikel. Der wurde entworfen, damit wir unsere Regierung wieder lieben, obwohl Konzerne und Banken die Staatskassen plündern. Unsere gewählten Volksvertreter, national und die in Brüssel, überlassen es den Konzernlobbyisten selbst die Gesetze zu schreiben, während unsere Konzernmedien uns mit Klatsch und Trivialitäten einlullen und unsere imperialen Kriege immer mehr ausgeweitet werden. Der Markenartikel GroKo macht uns Konsumenten wieder glücklich. Zur Unterhaltung des Publikums werden Merkel, Gabriel & der Rest des GroKo-Traumtänzer-Ensembles auf die Bühne geschickt. Wir schöpfen wieder Hoffnung. Wir lieben unsere Truppe. Wir glauben, dass sie die unsrige ist. Aber wie alle von der manipulierenden Konzernwerbung geschaffenen Markenprodukte verführt auch sie uns dazu, vieles zu tun und eine Menge Dinge zu akzeptieren, die nicht in unserem Interesse sind.

Dabei sollten wir doch eigentlich wissen, dass alle Pinkel des Kapitals für ihre Auftraggeber sofort austauschbare Nummern sind.

Hartz IV, von der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ kreiert, hat sich als Erfolgsrezept „Arbeit für lau“ auf die Fahnen geschrieben und wird vom Europa-Zentralbänkster Draghi als Leuchtturm in einem Meer von Armut in Europa gepriesen.

Draghi schwadroniert von "mutigen Strukturreformen" und meint womoglich damit den Einsatz von Ein-Euro-Werktätigen in Altersheimen und Sportvereinen für genau diesen einen Euro die Stunde, versteht sich. Damit sammelt nicht nur Draghi Punkte, sondern auch die GroKo die mit all ihren Bediensteten nun in Brot und Pöstchen ist. Mit Sicherheit sind unter ihren neualten Wählern wieder jede Menge von latenten und aktiven Hartz-IV-Beziehern, die sie gewählt haben. Man "informiert" sich ja gerne bei unseren gekauften Qualitätsmedien und für gehobene Ansprüche kann man immer noch auf Jauch, Will, und Illner zugreifen. Da fühlt man sich doch rundum richtig gut informiert. Zur Abrundung des Wohlfühlgefühls noch einige Informationsbesuche auf Schnäppchen- und Pornoseiten. Spaβ muss sein in unserer Spaβgesellschaft.

Wenn uns dann ein Finanz-Tsunami, wie von höherer Gewalt überrollt und das tägliche Leben für Millionen von Menschen unerträglich macht, darf als Erklärung die Gier von Bankstern und anderen gangsterähnlichen Würdenträgern herhalten. Immer darauf bedacht nur ja nicht den Kern des Übels, das System Kapitalismus, in die Schusslinie einer öffentlichen Debatte kommen zu lassen. Der sei ja nicht schlecht, immerhin gab es mal eine "Soziale Marktwirtschaft" und die Mär vom Erfinder derselben, Ludwig Erhard, wird bis zum Erbrechen einer staunenden Nachkommenschaft eingeflöβt.

Dabei war der "Rheinische Kapitalismus" nicht mehr oder weniger sozial, oder asozial, als das, was man heute landläufig als Neoliberalismus bezeichnet. Der Unterschied liegt darin begründet, dass man nach einem verheerenden Weltkrieg Europa wieder aufbaute, was Arbeitsplätze generierte, samt die eigene Bevölkerung, gegen den kommunistischen Feind im Osten, mit "sozialen Errungenschaften" immunisierte, die heute wieder allesamt eingesammelt sind, da der vermeintliche "Feind" besiegt scheint. Von den Verheißungen des Kapitalismus ist heute nur noch das neue Feindbild, der "Terrorismus", beim Weg des Kapitals zur Neuen Weltordnung übrig geblieben.

Die Welt ist immer noch vollgestopft mit Atombomben und Raketen, die jederzeit zum Einsatz und zur Vernichtung von Staaten mitsamt ihren Bewohnern kommen können. Beim Klau der letzten globalen Naturressourcen ist keine Bombe zu groß um sie nicht zum Einsatz kommen zu lassen. Lieber das als fairer Handel. Porsches, Cadillacs oder ein drittes Bad und ein viertes Klo in der eigenen Luxusherberge gehören anscheinend zu den menschlichen Rechten einer Oberklasse, die es für den Erhalt dieser Privilegien, gerne mal so richtig krachen lässt. Wo kämen wir sonst auch hin?

Schon verärgern atomwaffenfähige russische Raketen in Kaliningrad, Polen und Litauen. Das Imperium warnt Russland vor einer Destabilisierung der Region. Allerdings ohne zu erwähnen, dass es die Vereinigten Staaten vor einigen Jahren waren, die damit anfingen den Kalten Krieg durch den s.g. Raketenschild an Russlands Grenzen wiederzubeleben. Der Raketenschild sollte Europa gegen Raketen aus Iran schützen, log man der Welt vor. Ganz nah an Russlands Grenze. Donnerwetter auch! Und daran hält man auch heute noch fest.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Eine "Demokratie", so tönt das Kapital, ist ohne "freie Märkte" nicht denkbar. Dazu noch ein verbrieftes "Eigentumsrecht", damit keiner auf die Idee kommt geklautes und ererbtes Vermögen in Milliardenhöhe, in Gemeineigentum überzuführen. Umgekehrt schon. Keine Sparte der öffentlichen Hand ist vor dem Zugriff des privaten Kapitals sicher. Private Armeen wie Blackwater sind Konzernarmeen. Oder die Geldschöpfung aus dem Nichts. Die ist in der Hand privater Banken. Alles sichere Zeichen dafür, dass das Gemeinwesen Staat bis in seinen letzten Winkeln von privaten Interessenten übernommen worden ist. Den Menschen bleibt die Illusion sie könnten durch Wahlen "Macht" ausüben und alles ginge demokratisch zu. Hin und wieder darf man sich an Skandale und Skandälchen abarbeiten, die ohne jede Bedeutung sind. Überall auf der Welt. Eine Illusion der besonderen Art. Mit Gruβ und Kuss an Murdoch, Springer, Mohn und Konsorten.

Wer sind eigentlich die Nutznießer von "freien Märkten"? Die Kongolesen etwa, deren Land seit dem siebzehnten Jahrhundert systematisch von imperialen Europäern und Amerikanern ausgebeutet und geplündert wird? Wo nach Beendigung des offiziellen Kolonialismus 1960 der gewählte Ministerpräsident Patrice Lumumba, seines Zeichen ein Sozialist der es wagte die Fremdherrschaft des ausländischen Kapitals im Kongo infrage zu stellen und dafür auf bestialische Art und Weise ermordet wurde. Lumumba wollte die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen. So etwas verzeiht der Kapitalismus mitsamt seinen Wasserträgern nie.
"Frühere Untersuchungen kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass die Tötung Lumumbas direkt von den Regierungen Belgiens und der USA angeordnet und vom amerikanischen Geheimdienst CIA und örtlichen, von Brüssel finanzierten Helfern ausgeführt wurde. Das Church Committee veröffentlichte in den Jahren 1975 und 1976 Dokumente, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt hat, Lumumba mittels Gift zu liquidieren" wiki
Gerade am Beispiel Afrika, aber auch darüber hinaus, wird das totale Versagen des kapitalistischen Systems als Träger einer allgemeinen Wohlstandsidee sichtbar. Die Welt des 21. Jahrhundert ist ohne jeden Zweifel in der Lage, jeden einzelnen Menschen dieses Planeten zu ernähren und ihm eine zumindest bescheidene Lebensgrundlage zu ermöglichen. Dafür müsste nichtmal die Fettsucht im nördlichen Teil unseres Planeten abnehmen.

Während ein marodes Finanzsystem mit Milliarden Steuergelder kurzfristig vor dem Kollaps bewahrt wird, als Folge dafür, dass die "Märkte" Anleger mit weitaus höheren Renditen locken ihr Geld in eine zum Platzen verurteilte Blasenwirtschaft anzulegen, anstatt Investitionen im realen Wirtschaftssektor zu tätigen, sind grundlegende Bedürfnisse für ein menschenwürdiges Leben nicht annähernd für den Groβteil der Menschheit gedeckt. Daran hat das Kapital auch keinerlei Interesse. Man vereinnahmt Afrika einfach weiter durch Plünderung, Ausbeutung und Landraub. Eben das wodurch sich das Kapital auszeichnet und was es bis zum Exzess real betreibt.

Dort, wo im Augenblick ernsthaft mit alternativen Gesellschaftsmodellen gearbeitet wird, wie in Lateinamerika, die das wirtschaftliche Wohlergehen der eigenen Bevölkerungen als wichtigstes Ziel vor Augen haben, arbeitet der Kapitalismus mit immer noch den gleichen Methoden wie zu Lumumbas Zeiten und noch davor. Da werden mit aktiver Unterstützung gewählter Pinkel, Regierungen gestürzt, politische Morde durchgeführt und deutsche Parteienstiftungen werden durch Steuer- und Schmier-(Sponsor)gelder in die Lage versetzt, subversive Tätigkeiten im Ausland durchzuführen. So sieht das Freiheits- und Demokratieverständnis des internationalen Kapitals aus.

FH

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