Samstag, 31. August 2013

Syrien und die Welt danach

Mowitz
Daniel Cohn-Bendit, „Mein ständiger Flirt mit den Kindern nahm erotische Züge an“, deutsch-französischer Riesenpolitiker der Grünen, spielt sich auf, als hätte er Beweise dafür, dass die syrische Regierung für die Giftgasattacke in Damaskus verantwortlich wäre. In Deutschlands führender Kriegsjournaille für das Bildungsbürgertum, wird er mit den Worten zitiert "Assad hat eine symbolische Grenze überschritten. Das muss geahndet werden". Beweise liefert er selbstverständlich keine. Wie könnte er auch. Er würde sich wohl auf Behauptungen Obamas stützen, die ihm dessen ehrenwerte Gesellschaft, die unkontrolliert im Verborgenen arbeitenden Geheimdienste, gesteckt haben, falls ihn jemand nach Beweisen fragen sollte. Obwohl die doch alle Hände voll zu tun haben, die Völker dieser Welt auszuschnorcheln. Das ehNaMag fragt sowieso nicht nach und trötet unverdrossen den Radetzky-Marsch um den Kriegswillen der 58 Prozent Unwilligen im Lande zu schüren. Dabei könnte es doch selbst wieder anfangen zu recherchieren. Will man dann immer noch einen oder mehrere Kriege führen, könnte ja das ehNaMag, mit den vom Westen geführten "Rebellen", sprich Al Qaida samt Terrorkollegen, eine Symbiose (Zusammenleben ungleicher Lebewesen zu gegenseitigem Nutzen), eingehen.

Überhaupt fällt auf, dass Hintergründe und Ursachen der westlichen Angriffskriege im Nahen und Mittleren Osten, wie auch bei dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf Jugoslawien, seit dem ersten Schuss den die internationale Kriegsverbrecherelite abgab, von der Mainstream tunlichst beschwiegen, oder belogen wurden. Nun ja, bei der Liquidierung Jugoslawiens, gab es ja anfangs noch einige tapfere Versuche der Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen, was aber auf Befehl aus den Vorstandsetagen der Konzerne und Politik, schnell wieder eingestellt wurde.
Radetzky_March.ogg, Wikipedia, gemeinfrei,‎
(Ogg-Vorbis-Audiodatei,
Länge: 2 min 33 s, 149 kbps)

Dass Kerry sich auf Tausende Quellen als Zeugen für "Beweise" berief, ohne eine einzige zu nennen, erinnert doch stark an Otto Waalkes Schniedlwutz Lyrics: "Ich könnte euch noch tausend Gründe nennen, wenn ich nur welche wüsste".

Auch spricht der Hinweis Kerrys, dass Assad das größte Chemiewaffenarsenal im Nahen Osten besitze, nicht für Kerrys klugen Kopf, wo doch Syriens Nachbar und Okkupant der syrischen Golanhöhen, Israel, das einzige und damit auch größte Massenvernichtungsarsenal aller Kategorien im Nahen und Mittleren Osten, nämlich Atomwaffen, besitzt. Internationale Inspekteure sind zu Kontrollen des israelischen Atomprogramms nicht zugelassen. Im Iran schon. Apropos Chemiewaffen. Da las ich doch dieser Tage folgendes über das Chemiewaffenarsenal der sich selbst als "Internationale Gemeinschaft" bezeichnenden USA, die ohne UN-Mandat und im Notfall ganz allein, als "Internationale Gemeinschaft" bereit sind, eine "Bestrafungsaktion" gegen das syrische Volk, Männer, Frauen und Kinder durchzuführen. Die militärischen Angriffskriege der Vereinigten Staaten, allesamt ohne UN-Mandat, sind legendarisch und mehr Regel als Ausnahme. Im Fahrwasser der US-Kriegsführung kamen unzählige Massenvernichtungswaffen durch die USA zum Einsatz, oder wie Westerwelle sich aktuell im Syrien-Krieg ausdrückt: "zivilisatorische Verbrechen". Atombomben auf Japan, Einsatz vom dioxinhaltigen Agent Orange in Vietnam. Dass ihre mit Dioxinen verunreinigten Herbizide schwere Schäden an inneren Organen anrichteten, war den US-Herstellern bekannt. Die US-Anwendung von DU Depleted Uranium Munition im Irak-Krieg. Alles blieb für die US-amerikanische Kriegsverbrecherindustrie ohne Folgen. Die Opfer wurden allein gelassen. In Vietnam, wie im Irak und in anderen Kriegen die der "Weltgendarm" meinte führen zu müssen, auch.
"In Pueblo in Colorado und Richmond in Kentucky findet man die Lagerhallen, in denen die USA immer noch ihre Giftgasproduktion stapeln. Zwar haben die Vereinigten Staaten 1997 das Chemiewaffen-Abkommen ratifiziert, nach dem die Waffen bis zum Jahr 2012 vernichtet werden sollen. Aber was eine Weltmacht ist, die macht was sie will: Zehn Prozent der ursprünglich 13.600 Tonnen Giftwaffen sollen jetzt, glaubt man der USA-Regierung, erst im Jahr 2021 zerstört werden. Gibt es eine Anklage gegen die USA? Gibt es ein Gericht, eine Verurteilung, eine Strafmassnahme?

In der Chemieanlage Ruwagha, 600 Kilometer südöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis, lagern jene Chemiewaffen, die einst als düstere Bedrohung durch "den Diktator Gaddafi" in deutschen Medien als Kriegsargument gehandelt wurden. Gaddafi hat das Giftgas nicht einsetzen lassen. Seit mehr als einem Jahr sind die chemischen Waffen nun in der Hand der ehemaligen Rebellen. Angeblich unterliegen sie ebenfalls der Kontrolle der USA. Auch Libyen hat das Chemiewaffen-Abkommen unterschrieben. Doch die Waffen in Ruwagha sind nicht vernichtet. Gibt es eine Anklage? Gibt es ein Gericht, eine Verurteilung, eine Strafmassnahme? >>>OBAMA: RICHTER UND HENKER Verurteilt: Das syrische Volk"
Kurz zurück zu Kerrys "Tausenden Quellen".

US-Verteidigungsminister Hagel, Außenminister Kerry, die Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice und der Nationale Direktor des Nachrichtendienstes James Clapper hielten eine Besprechung unter Ausschluss der Öffentlichkeit über Syrien mit den Führern des Kongresses am Donnerstag, 29. August 2013:
"Laut dem Vertreter Elliot Engel, der die Minderheit der Demokraten in der Kommission für auswärtige Angelegenheiten leitet, bestätigte die Obama-Verwaltung das Abhören der Kommunikation von der syrischen Regierung, das ihre Verantwortung hinsichtlich der chemischen Angriffe vom 21.08. beweise, wie es durch Foreign Policy aufgedeckt wurde.

Allerdings sind diese "Abhörungen" eigentlich israelischer Herkunft [1].

Elliot Engel ist ein zionistischer Aktivist. Als Mitglied des US-Komitees für einen freien Libanon, das die "Zedernrevolution" organisierte [2], schrieb er im Jahr 2002 den Syria Accountability and Lebanese Sovereignty Restoration Act (Gesetz über die Berichterstattung von Syrien und die Wiederherstellung der libanesischen Souveränität), der dem Präsident der Vereinigten Staaten erlaubt, gegen Syrien Krieg zu machen, ohne den Kongress rückfragen zu müssen. Dieser vom Kongress angenommene, und von George W. Bush unterzeichnete Text ist noch in Kraft". >>> Obama-Verwaltung akzeptiert eine israelische Desinformation
Zwei Worte noch zu den wichtigsten Hintergründen der Massenunruhen und -kriege in Nahost. Also was man zur besten Sendezeit im 15 Sekundentakt von Kerry und Konsorten kurz und völlig sinn- und intelligenzbefreit als "wenn es im amerikanischen Interesse liegt" bezeichnet, wenn sie zu Lösungsvorschlägen des von ihnen selbst angezettelten Krieges befragt werden. Ähnliche Antworten geben auch andere Pappnasen der internationalen Kriegsverbrecherelite. Wichtig ist, mit vielen Worthülsen das Unkonkrete für die Allgemeinheit auch weiterhin unsichtbar zu halten.

Die wahren Ursachen für diese Kriege kann man nur im Zusammenhang mit unserem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, dem Kapitalismus verstehen. Die ökonomischen und sozialen Krisen des Kapitalismus sind periodisch (regelmäßig auftretend, wiederkehrend), und werden somit nicht zu überwinden sein. Es sei denn, wir überwinden den Kapitalismus. Welches bei der massenhaften Gehirnwäsche die betrieben wird, ein schwieriges Unterfangen ist.

Nachtrag:
Rebellen und syrische Anwohner in Ghouta beschuldigen den saudischen Prinz Bandar bin Sultan der Bereitstellung chemischer Waffen an eine mit al-Qaida verknüpfte Rebellengruppe. >>> MintPress

FH
In der kapitalistischen Gesellschaft macht der gesellschaftliche Verstand sich immer erst post festum (lat. nach dem Fest >> hinterher, zu spät), geltend. Karl Marx, (1818 - 1883), deutscher Philosoph, Sozialökonom und sozialistischer Theoretiker.

Zum Thema:

SYRIEN: REBELLEN UND GIFTGAS >>>.....
DWN: Schmutzige Deals: Worum es im Syrien-Krieg wirklich geht.....

Freitag, 30. August 2013

Bestätigung: Für die Anschuldigungen der USA gegen Syrien gibt es keine belastbaren Beweise


Von Tony Cartalucci
Land Destroyer Report, 28.08.13

Das Wall Street Journal hat bestätigt, was viele vermuteten: Die so genannten "Beweise" des Westens für die jüngsten, angeblich von "Regierungstruppen" durchgeführten Giftgasangriffe in Syrien sind von dubiosen westlichen Geheimdiensten erfundene Hirngespinste.

Das Wall Street Journal hat berichtet, dass die Anschuldigungen der USA auf "Erkenntnissen" des (israelischen Geheimdienstes) Mossad beruhen, die an die Central Intelligence Agency / CIA weitergegeben wurden. Mit ähnlichen Hirngespinsten wurden schon die Kriege gegen den Irak und gegen Libyen begründet, und mit Hirngespinsten wird auch die schon seit drei Jahren laufende Unterstützung von Extremisten gerechtfertigt, die in Syrien und entlang seiner Grenzen operieren.

In dem Artikel des Wall Street Journals mit der Überschrift "U.S., Allies Prepare to Act as Syria Intelligence Mounts" (Die USA und ihre Verbündeten bereiten eine Intervention vor, nachdem neue geheimdienstliche Erkenntnisse vorliegen). [Der Artikel ist hier aufzurufen.]:
"Nach Aussagen arabischer Diplomaten erhielt die Central Intelligence Agency einen entscheidenden Hinweis zum jüngsten Gasangriff aus israelischen Geheimdienstkreisen, die über Informationen aus einer syrischen Eliteeinheit verfügen, die für Assads Chemiewaffen zuständig ist. Die Erkenntnisse, die von der CIA verifiziert werden konnten, belegen, dass bestimmte Arten von Chemiewaffen im Voraus in genau die Vororte von Damaskus geschafft wurden, in denen vor einer Woche die Gasangriffe stattgefunden haben sollen; auch diese Angaben stammen von arabischen Diplomaten."
Weder der (israelische) Mossad noch die CIA bieten die Gewähr für Objektivität und Gesetzestreue. Sie haben keine schlüssigen Beweise und werden auch keine vorlegen können; wie immer liefern sie nur die selbst fabrizierten "Erkenntnisse", die den Zielen ihrer jeweiligen Regierungen dienen.

Dass Israel und die USA seit 2007 [Infos dazu sind hier aufzurufen] miteinander konspirieren, um die Regierung Syriens durch Blutbäder zu stürzen, die von (terroristischen) Sektierern angerichtet wurden, macht ihre jeweiligen Geheimdienste äußerst unglaubwürdig (s. dazu auch hier). Genau deshalb muss eine unabhängige, objektive, von der internationalen Gemeinschaft veranlasste Untersuchung stattfinden – der die syrische Regierung bereits zugestimmt hat, während die USA unbedingt verhindern wollen, dass sie noch vor ihrer geplanten Militärintervention stattfindet.

In dem Bericht des Wall Street Journals heißt es weiter:
Bereits am Sonntag hat Susan Rice, die Nationale Sicherheitsberaterin des Weißen Hauses, per E-Mail Samantha Power, der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, und andere Spitzenbeamten mitgeteilt, eine Untersuchung der Vereinten Nationen erübrige sich, weil die vorliegenden Beweise für einen Einsatz von Chemiewaffen schlüssig seien; das verlautet aus offiziellen Quellen. Insgeheim drängten die USA die Vereinten Nationen, die Inspektoren abzuziehen und die Bühne für die von dem Präsidenten Barack Obama angekündigte Militärintervention freizumachen; auch diese Information stammt aus offiziellen
Quellen."
Damit steht fest: Die USA und nicht die Syrer versuchen mit gefakten Beweisen unglaubwürdiger Geheimdienste zu tricksen und drohen mit einem Militärschlag, der auch das Untersuchungsteam der Vereinten Nationen gefährden würde, falls es ihm nicht gelingt, seine Untersuchung zu beenden und sich rechtzeitig zurückzuziehen.

Das Wall Street Journal hat auch noch einmal wiederholt, dass die USA den UN-Sicherheitsrat umgehen und nur mit Unterstützung ihrer Verbündeten losschlagen wollen:
"... wenn die USA beschließen sollten, loszuschlagen, werden sie das nur mit ihren Verbündeten und ohne die Vereinten Nationen tun, um einem zu erwartenden russischen Veto auszuweichen."
Die USA preschen unter völliger Missachtung des Völkerrechts vor, und erklären auch noch dreist, dass sie nicht die Absicht haben, glaubwürdige Beweise für ihre Anschuldigungen gegen die syrische Regierung vorzulegen. Verzweifelt drängen sie mit aller Macht zum Krieg, um zu verhindern, dass ihre terroristischen Hilfstruppen vor dem syrischen Militär kapitulieren müssen. Die Militärführer des Westens sollten sich an die strategischen Fehlschläge und historischen Beispiele erinnern, in denen durch übereiltes Handeln unbedachte Gefahren heraufbeschworen wurden – vor allem in Kriegen, die zur Durchsetzung von Interessen und politischen Plänen und nicht zur Verteidigung eines Territoriums geführt wurden.

Die Bevölkerungen westlicher Länder sollten in Betracht ziehen, welche "Vorteile" sie im letzten Jahrzehnt erlangt haben – durch die militärischen Abenteuer, in die sie ihre Regierungen stürzten: Die Zerrüttung ihrer Volkswirtschaften zur Durchsetzung spezieller Interessen einer kleinen Gruppe (von Profiteuren) und der Aufbau eines gewaltigen inneren Sicherheitsapparates zum Schutz dieser Profiteure vor inneren und äußeren Gegnern sind Probleme, die(durch einen neuen Krieg) nur noch größer werden können.

Außerhalb des Westens – in Moskau, Peking, und Teheran – müssen sich die Regierenden auf eine Zukunft einstellen, in der zur Durchsetzung partieller westlicher Interessen ungestraft, gegen den Willen der Weltöffentlichkeit und ohne einen Anschein von Rechtfertigung jederzeit Militärinterventionen erfolgen können.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Donnerstag, 29. August 2013

Präsident al-Assad: Syrien wird nie ein Marionettenstaat des Westens werden, wir werden den Terrorismus bekämpfen und unsere Beziehungen zu anderen Staaten so gestalten, dass sie den Interessen der Syrer am besten dienen

Präsident Baschar al-Assad
Bild: Wiki, public domain
Syrian Radio & TV, 26.08.13

Präsident Baschar al-Assad betonte, dass Syrien ein souveräner Staat sei, der den Terrorismus bekämpfen und seine Beziehungen zu anderen Staaten so gestalten werde, dass sie den Interessen der Syrer am besten dienen.

In einem Interview mit der russischen Zeitung Iswestia betonte Präsident al-Assad, "die Mehrheit derjenigen, die von der syrischen Regierung bekämpft werden, seien "Takfiris" (Abtrünnige), die der Doktrin der Al-Qaida anhängen; sie würden von einer kleineren Anzahl Banditen unterstützt".

Zum angeblichen Einsatz von Chemiewaffen (durch seine Truppen) sagte Präsident al-Assad, die diesbezüglichen Behauptungen der US-Regierung, des gesamten Westens und anderer Staaten stünden in krassem Widerspruch zur öffentlichen Meinung in diesen Staaten und fügte hinzu: "Kein Staat dieser Welt, auch keine Supermacht, sollte Anschuldigungen verbreiten und erst dann nach Beweisen für solche Unterstellungen zu suchen beginnen."

Seine Exzellenz betonte, diese Anschuldigungen seien politisch motiviert und würden nur deshalb erhoben, weil die syrische Armee Fortschritte im Kampf gegen die Terroristen erzielt habe.

Es folgt das vollständige Interview:

1. Frage des Interviewers: Herr Präsident, die drängendste Frage zur gegenwärtige Situation in Syrien lautet: Welche Teile Ihres Landes stehen noch unter Kontrolle der Rebellen?

Präsident al-Assad: Aus unserer Perspektive können wir nicht unterscheiden zwischen Gebieten, die von den Terroristen oder von der Regierung kontrolliert werden; weil es nicht um eine Besetzung im üblichen Sinne geht, ist diese Frage unangemessen. Wir kämpfen gegen Terroristen, die immer wieder in bestimmte Gebiete, Orte oder städtische Randbezirke eindringen. Sie richten sinnlose Verwüstungen an, zerstören die Infrastruktur und töten unschuldige Bürger, die sie nicht willkommen heißen. Unterstützt von Sicherheitskräften und der Polizei versucht die Armee, die Terroristen in diesen Gebieten unschädlich zu machen; die überlebenden Terroristen ziehen dann in andere Gebiete um. Deshalb müssen wir den Terrorismus immer wieder an anderen Orten bekämpfen. Unser Hauptproblem dabei ist, dass sich die Situation durch ständigen Zulauf vieler Terroristen aus anderen Ländern immer wieder verschärft – wir schätzen, dass es inzwischen mehrere 10.000 Eindringlinge sind. So lange sie finanzielle und militärische Hilfe (aus dem Ausland) erhalten, werden wir sie weiter bekämpfen. Ich kann versichern, dass es der syrischen Armee bisher immer und überall, wo sie das wollte, gelungen ist, die Terroristen zu vertreiben. Die Mehrheit derjenigen, die wir bekämpfen, sind "Takfiris" (Abtrünnige), die der Doktrin der Al-Qaida anhängen; sie werden von einer kleineren Anzahl Banditen unterstützt. Es geht also, wie ich schon sagte, nicht darum, wer größere Gebiete unseres Landes kontrolliert. Wo auch immer die Terroristen zuschlagen, schlagen wir zurück.

2. Frage: Die westlichen Mainstream-Medien behaupten aber, dass die Terroristen 40 bis 70 Prozent des syrischen Territoriums kontrollieren; wie sieht die Realität aus?

Präsident al-Assad: Keine Armee in der Welt kann mit den jeweils erforderlichen Waffen gleichzeitig überall in einem Land präsent sein. Die Terroristen nutzen das aus und dringen in Gebiete ein, in denen sich die Armee gerade nicht aufhält. Wenn die Armee gegen sie vorgeht, fliehen die überlebenden Terroristen in ein anderes Gebiet, bis wir sie auch dort wieder vertreiben. Deshalb wiederhole ich noch einmal: Das Problem ist nicht die Größe der Gebiete, die von Terroristen infiltriert sind, sondern der anhaltende Zustrom von Terroristen aus dem angrenzenden Ausland.

Das wichtigere Kriterium zur Beurteilung unserer Erfolge ist die Beantwortung der Frage: Konnte die syrische Arme die Terroristen in allen Gebieten, in die sie eingedrungen waren, besiegen? Diese Frage ist mit einem uneingeschränkten Ja zu beantworten. Die Armee war bisher immer erfolgreich und setzt ihren erfolgreichen Kampf fort. Dazu brauchen wir aber Zeit. Solche Kriege gehen nicht plötzlich zu Ende, sie flackern für eine lange Zeit immer wieder auf und fordern einen hohen Preis. Um alle Terroristen auszuschalten, werden wir einen hohen Preis bezahlen müssen.

3. Frage: Herr Präsident, Sie haben von abtrünnigen, extremistischen, islamistischen Kämpfern gesprochen, die in Syrien eingesickert sind. Sind das einzelne Splittergruppen, die nur sporadisch kämpfen? Oder gehören sie einer geschlossenen Streitmacht an, die versucht, die Sicherheit und Stabilität in Syrien und im ganzen Mittleren Osten zu zerrütten?

Präsident al-Assad: Beides trifft auf sie zu. Sie sind sich ähnlich, weil sie alle der gleichen extremistischen Doktrin von Abtrünnigen wie Zawahiri (des Nachfolgers Osama bin Ladens) folgen; sie erhalten auch alle finanzielle und militärische Unterstützung von ausländischen Mächten. Trotzdem agieren sie weitgehend selbständig und voneinander unabhängig; jede Gruppe hat einen eigenen Anführer und verfolgt eigene Ziele. Natürlich ist weithin bekannt, dass sie von Staaten wie Saudi-Arabien Geld bekommen und von diesen auch für deren eigene Zwecke manipuliert werden. Diese Staaten bedienen sich der Ideologie der Islamisten, um sie direkt oder indirekt als ihre extremistischen Werkzeuge einzusetzen. Wenn sie die Muslime zum Dschihad (zum Heiligen Krieg) in Syrien aufrufen, werden Tausende von Kämpfern ihrem Ruf folgen. Wer die Gruppen finanziert und bewaffnet, kann sie auch beauftragen, Terrorakte zu begehen und Anarchie herbeizuführen. Der Einfluss auf sie wird natürlich noch verstärkt, wenn ein Staat wie Saudi-Arabien sie sowohl durch die wahhabitische Ideologie als auch durch Geld an der Leine führt.

4. Frage: Die syrische Regierung behauptet, es bestehe eine enge Verbindung zwischen Israel und den Terroristen. Wie können Sie das belegen? Allgemein wird doch angenommen, dass extremistische Islamisten Israel verabscheuen und schon hysterisch reagieren, wenn sie nur seinen Namen hören.

Präsident al-Assad: Würden israelische Truppen, um Terroristen zu schützen, die wir bis an die israelische Grenze verfolgt haben, auf unsere Soldaten schießen, wenn diese Annahme zuträfe? Warum lässt Israel Terroristen, die wir an der Grenze eingeschlossen haben, seine Grenzbefestigungen passieren und erlaubt ihnen, an anderer Stelle erneut anzugreifen? Warum hat Israel in den letzten Monaten schon wiederholt direkte Angriffe gegen die syrische Armee geführt? Deshalb trifft die zitierte Annahme nicht zu. Israel hat doch öffentlich erklärt, dass es mit den Terroristen kooperiert und sie in israelischen Krankenhäusern behandeln lässt. Wenn diese Terroristengruppen Israel tatsächlich feindlich gesinnt wären und – wie Sie gesagt haben – schon auf die Erwähnung seines Namens hysterisch reagieren würden, warum haben sie dann früher gegen die Sowjetunion gekämpft und kämpfen heute gegen Syrien und Ägypten, haben aber bisher keinen einzigen Angriff gegen Israel geführt? Wer hat denn diese Terroristengruppen ursprünglich geschaffen? Diese Gruppen wurden Anfang der 80er Jahre von den USA und vom Westen initiiert und von Saudi-Arabien finanziert, damit sie die sowjetische Armee aus Afghanistan vertreiben. Wäre das logisch, wenn diese von den USA und vom Westen geschaffenen Gruppen jemals gegen Israel kämpfen würden?

5. Frage: Herr Präsident, dieses Interview wird in mehrere internationale Sprachen übersetzt, und wird vermutlich auch von einigen führenden Politikern der Welt gelesen, die derzeit gegen Sie arbeiten. Was würden Sie denen gern sagen?

Präsident al-Assad: Der Westen hat zwar viele Politiker, aber nur sehr wenige Staatsmänner. Einige dieser Politiker kennen die Geschichte nicht oder wollen nichts aus ihr lernen, andere erinnern sich noch nicht einmal mehr an Ereignisse aus jüngerer Zeit. Warum ziehen diese Politiker nicht wenigstens aus den letzten 50 Jahren ihre Lehren? Haben sie nicht begriffen, dass seit dem Vietnam-Krieg alle Kriege, die ihre Vorgänger geführt haben, verloren wurden? Haben sie nicht begriffen, dass ihnen diese Kriegen nichts eingebracht haben – außer der Zerstörung der Staaten, in denen sie geführt wurden, und der Destabilisierung des Mittleren Ostens und anderer Teile der Welt? Haben sie nicht erkannt, dass die Menschen der Länder, in denen sie Krieg geführt haben, heute von ihnen und ihrer Politik nichts mehr wissen wollen?

Oder aus einer anderen Perspektive betrachtet, sollten diese Politiker immer noch nicht begriffen haben, dass Terrorismus keine Spielkarte ist, die man nur ausgespielt, wenn sie sticht, und anschließend wieder wegstecken kann? Der Terrorismus kann wie ein Skorpion jederzeit und unerwartet jeden stechen. Man kann den Terrorismus nicht in Syrien unterstützen und gleichzeitig in Mali bekämpfen; man kann ihn auch nicht in Tschetschenien fördern und in Afghanistan bekriegen.

Damit wir uns richtig verstehen, ich beziehe mich nur auf westliche Politiker, nicht auf die Politiker der ganzen Welt. Wenn die führenden Politiker des Westens ihre Interessen durchsetzen wollen, sollten sie besser auf ihre eigenen Wähler und die Bürger der Länder hören (in denen sie intervenieren möchten), anstatt immer wieder zu versuchen, Marionetten zu installieren, die ihnen helfen könnten, schneller ans Ziel zu kommen. Wenn die westlichen Politiker auf die Menschen hören würden, könnte ihre Politik realistischer werden.

Wir sagen der Welt ganz offen: Syrien wird niemals ein Marionettenstaat des Westens werden. Wir sind ein unabhängiger Staat; wir werden den Terrorismus bekämpfen und unsere Beziehungen zu anderen Staaten so gestalten, dass sie den Interessen der Syrer am besten dienen.

6. Frage: Am Mittwoch haben die Rebellen die syrische Regierung beschuldigt, Chemiewaffen eingesetzt zu haben; einige führende Politiker des Westens haben sich diesen Beschuldigungen sofort angeschlossen. Was sagen Sie dazu? Werden Sie zulassen, dass Inspektoren der Vereinten Nationen das Vorkommnis vor Ort untersuchen?

Präsident al-Assad: Die diesbezüglichen Behauptungen der US-Regierung, des gesamten Westens und anderer Staaten stehen in krassem Widerspruch zur öffentlichen Meinung in diesen Staaten. Kein Staat dieser Welt, auch keine Supermacht, sollte Anschuldigungen erheben und erst dann nach Beweisen für solche Unterstellungen zu suchen beginnen.

Die US-Regierung hat ihre Beschuldigung am Mittwoch erhoben und erst zwei Tage später bekannt gegeben, dass sie jetzt anfangen werde, Beweise zu sammeln – welche Beweise will sie aus der Ferne sammeln?!

Sie behaupten, das fragliche Gebiet sei unter Kontrolle der Rebellen, und die syrische Armee habe Chemiewaffen eingesetzt. In Wirklichkeit liegt es in unmittelbarer Nähe von Stellungen der syrischen Armee. Würde irgendein Staat Giftgas oder andere Massenvernichtungswaffen in einem Gebiet einsetzen, in dem sich seine eigenen Truppen befinden? Das ist doch absurd! Diese Anschuldigungen sind politisch motiviert und werden nur deshalb erhoben, weil die syrische Armee Fortschritte im Kampf gegen die Terroristen erzielt hat.

Was die UN-Untersuchungskommission angeht – wir haben doch schon eine Untersuchung der Vereinten Nationen gefordert, als die Terroristen Raketen mit Giftgas auf die Außenbezirke von Aleppo abfeuerten. Bereits mehrere Monate vor diesem Angriff wurde die Öffentlichkeit in den USA und anderen westlichen Staaten vor einem angeblich drohenden Einsatz von Chemiewaffen durch Truppen der syrischen Regierung gewarnt. Das hat unseren Verdacht genährt, dass man im Westen schon damals von der Absicht der Terroristen wusste, selbst Chemiewaffen zu benutzen und die syrische Regierung dafür verantwortlich zu machen.

Auf Anraten Russlands haben wir uns damals entschieden, eine UN-Kommission zur Untersuchung des Vorkommnisses anzufordern. Während wir eine auf Tatsachen beruhende Untersuchung vor Ort erwarteten, waren die USA, Großbritannien und Frankreich überhaupt nicht an einer Untersuchung der Fakten interessiert und haben den Angriff benutzt, um weiterhin unwahre Anschuldigungen zu verbreiten.

In den letzten Wochen haben wir uns mit der Kommission auf Richtlinien für die Zusammenarbeit verständigt. Erstens wollen wir, dass unsere nationale Souveränität als rote Linie beachtet wird und die Kommission während ihrer Untersuchung mit uns zusammenarbeitet. Zweitens kommt es nicht nur darauf an, wie die Untersuchung geführt wird, sondern auch darauf, wie die Ergebnisse interpretiert werden. Wir wissen alle, dass Untersuchungsergebnisse nicht nur objektiv, sondern auch so interpretiert werden können, dass sie den Absichten bestimmter Großmächte nutzen. Wir erwarten von Russland, dass es jede Interpretation blockiert, die nur den politischen Zielen der USA und des Westens dient. Dabei ist es am wichtigsten, dass bei der Untersuchung zwischen westlichen Anschuldigungen, die auf Unterstellungen und Gerüchten beruhen, und konkreten Beweisen und Tatsachen unterschieden wird.

7. Frage: Jüngsten Erklärungen der Regierungen der USA und anderer westlicher Staaten ist zu entnehmen, dass die USA ein militärisches Eingreifen in Syrien nicht ausschließen. Ist zu vermuten, dass sich die USA wieder genau so verhalten, wie sie das vor dem Irak-Krieg getan haben – mit anderen Worten, nur nach einem Vorwand für ein militärisches Eingreifen suchen?

Präsident al-Assad: Das ist nicht das erste Mal, dass die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens erwogen wird. Von Anfang an wollten die USA zusammen mit Frankreich und Großbritannien in Syrien militärisch intervenieren. Leider ist manches anders gekommen, als sie wollten, vor allem weil sich Russland und China im Sicherheitsrat nicht auf einen Kuhhandel mit ihnen einließen. Auch in Libyen und Ägypten haben sich die Dinge nicht zu ihren Gunsten entwickelt.

Aus all diesen Gründen konnten sie ihre Wähler und die Welt nicht davon überzeugen, dass sie eine vernünftige oder erfolgreiche Politik verfolgen.

Die Lage in Libyen unterscheidet sich von der in Ägypten und Tunesien, und in Syrien ist sie – wie ich schon ausgeführt habe – noch einmal ganz anders als in jedem der drei genannten Staaten. Weil sich jedes Land in einer einzigartigen Situation befindet, ist die immer gleiche Inszenierung (von Konflikten) keine empfehlenswerte Option. Zweifellos können die westlichen Staaten jederzeit und überall Kriege anzetteln, aber sie können nicht mehr voraussehen, wohin sich diese Kriege ausbreiten und wie sie enden werden. Der Westen musste einsehen, dass auch bewährte Inszenierungen schnell außer Kontrolle geraten können.

Alle haben doch jetzt kristallklar erkannt, dass in Syrien kein Volksaufstand stattfindet, der politische Reformen will, es geht den Terroristen doch nur darum, den syrischen Staat zu zerstören. Will der Westen ein militärisches Eingreifen in Syrien vor der Weltöffentlichkeit etwa so begründen: Wir intervenieren in Syrien, um den Kampf der Terroristen gegen den Staat zu unterstützen?!

Interviewer: Was erwartet die USA, wenn sie sich für eine Militärintervention oder einen Krieg gegen Syrien entscheiden?

Präsident al-Assad: Das gleiche Ergebnis wie in jedem Krieg seit Vietnam – ein Misserfolg. Die USA haben schon viele Kriege geführt, in keinem ihrer Kriege ist es ihnen aber bisher gelungen, ihre politischen Ziele durchzusetzen. Sie werden die US-Bürger auch nicht davon überzeugen können, dass ihnen ausgerechnet ein Krieg gegen Syrien Vorteile
bringt, und sie werden auch die Bewohner dieser Region nicht mit ihrer Politik und ihren Plänen beeindrucken können. Weltmächte können immer neue Kriege anfangen, aber können sie diese Kriege auch noch gewinnen?

8. Frage: Herr Präsident, wie ist Ihre Beziehung zu Präsident Wladimir Putin? Telefonieren Sie mit ihm? Wenn ja, was besprechen Sie mit ihm?

Präsident al-Assad: Ich habe seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu Präsident Putin, die lange vor der gegenwärtigen Krise begonnen hat. Wir setzen uns von Zeit zu Zeit miteinander in Verbindung, wobei die komplizierten Ereignissen in Syrien nicht am Telefon besprochen werden können. Unsere Kontakte pflegen wir vor allem über russische und syrische Diplomaten, deren jeweilige Besuche nicht in den Medien breitgetreten werden.

9. Frage: Herr Präsident, planen Sie, Russland zu besuchen oder den Präsidenten Putin zu einem Besuch nach Syrien einzuladen?

Präsident al-Assad: Beides wäre natürlich möglich; gegenwärtig geht es aber vor allem darum, die Gewalt in Syrien zu beenden, so lange täglich Menschen sterben oder verwundet werden. Wenn sich die Verhältnisse bessern, werden Besuche notwendig sein; derzeit pflegen Diplomaten unsere Beziehungen sehr gut.

10. Frage: Herr Präsident, Russland widersetzt sich der Syrien-Politik der USA und der EU. Was würde geschehen, wenn Russland einen Kompromiss einginge? Halten Sie ein solches Szenario für möglich?

Präsident al-Assad: Die Beziehungen zwischen Russland und den USA werden nicht nur durch die syrische Krise bestimmt; man sollte sie in einem größeren, umfassenderen Zusammenhang sehen. Die USA haben angenommen, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion auch Russland dauerhaft zerrüttet bliebe. Als Präsident Putin gegen Ende der 90er Jahre sein Amt antrat, begann Russland sich zu erholen und seine internationale Position allmählich wieder zu erlangen; daraufhin begann ein neuer Kalter Krieg, der aber auf eine andere subtilere Art und Weise geführt wird.

Die USA versuchen Russlands Interessen an vielen Fronten auf der ganzen Welt einzudämmen und die Russen für die westliche Kultur und die westliche Lebensart einzunehmen. Die US-Regierungen haben eifrig daran gearbeitet, Russlands wichtige und einflussreiche Rolle in vielen Frontstaaten, zu denen auch Syrien gehört, zu unterminieren. Sie werden sich wie viele Russen fragen, warum die russische Regierung immer noch zu Syrien steht? Es ist wichtig, einer breiteren Öffentlichkeit den Grund dafür zu erklären: Russland verteidigt nicht den Präsidenten Baschar al-Assad oder die syrische Regierung, da die Syrer selbst entscheiden müssen, welchen Präsidenten und welches politische System sie haben wollen. Russland verteidigt die fundamentalen Prinzipien, für die es seit mehr als einhundert Jahren einsteht. Zuerst sind da die Unabhängigkeit (eines Staates) und die Nichteinmischung in seine internen Angelegenheiten zu nennen. Auch Russland hat schon unter der Einmischung (andere Staaten) gelitten und leidet auch heute noch darunter.

Außerdem verteidigt Russland seine legitimen Interessen in dieser Region. Einige oberflächliche Analysten haben da nur (den von der russischen Flotte mitgenutzten syrischen) Hafen Tartus im Blick. In Wirklichkeit sind die Interessen Russlands viel umfassender. Russland sieht vor allem die politischen Gefahren; wenn Syrien, ein Schlüsselstaat dieser Region, in die Hände von Terroristen fiele, hätte das schwerwiegende Auswirkungen auf die Stabilität im ganzen Mittleren Osten und beträfe auch Russland. Im Gegensatz zu vielen westlichen Regierungen sieht die russische Führung das ganze Ausmaß der drohenden Gefahren. Außerdem gibt es soziale und kulturelle Aspekte. Einige zehntausend syrisch-russische Familien haben eine soziale, kulturelle und humanitäre Brücke zwischen unseren beiden Staaten geschaffen.

Wenn Russland einen (faulen) Kompromiss eingehen wollte, wie Sie angedeutet haben, wäre das schon vor einem oder zwei Jahren geschehen, als selbst einige russische Offizielle noch nicht klar sahen. Heute zeichnet sich ein kristallklares Bild ab. Da sich Russland vorher nicht auf einen Kompromiss eingelassen hat, wird es das ganz sicher heute auch nicht mehr tun.

11. Frage: Herr Präsident, finden zur Zeit irgendwelche Verhandlungen mit Russland über die Lieferung von Treibstoff und militärischer Hardware an Syrien statt? Wurden zum Beispiel, wie vertraglich vereinbart, die Luftabwehrraketen S-300 geliefert?

Präsident al-Assad: Natürlich würde kein Staat (vor einem drohenden Angriff) öffentlich erklären, über welche Ausrüstung und welche Waffen er verfügt, oder welche diesbezüglichen Verträge er geschlossen hat. Diese streng vertraulichen Informationen gehen nur unsere Streitkräfte etwas an. Ich kann Ihnen aber sagen, dass alle mit Russland geschlossenen Verträge eingehalten werden und weder die Krise noch der von den USA, Europa oder den Golfstaaten ausgeübte Druck deren Erfüllung beeinträchtigt. Russland beliefert Syrien mit allem, was es braucht, um sich und seine Bevölkerung zu verteidigen.

12. Frage: Herr Präsident, welche Art Hilfe erhält Syrien heute von Russland? Geht es nur um Geld oder auch um militärische Ausrüstung? Würde Syrien Russland zum Beispiel um ein Darlehen bitten?

Präsident al-Assad: Ohne Sicherheit im Land ist es unmöglich, eine funktionierende und stabile Wirtschaft zu betreiben. Erstens hilft Russland dadurch, dass es geschlossene militärische Verträge erfüllt und den Syrern hilft, sich selbst zu verteidigen, damit sie wieder in Sicherheit leben können; dadurch unterstützt es auch die Wiederbelebung unserer Wirtschaft. Zweitens spielt auch Russlands politische Unterstützung für die Bewahrung unserer Unabhängigkeit und Souveränität eine bedeutende Rolle. Viele andere Staaten bekämpfen uns politisch dadurch, dass sie ihre Wirtschaftsbeziehungen zu uns abgebrochen und ihre Märkte für unsere Waren verschlossen haben. Russland hat das genaue Gegenteil getan, indem es seine guten Handelsbeziehungen zu uns fortgesetzt und geholfen hat, unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Zur Beantwortung Ihrer Frage kann ich also sagen, weil Russland uns politisch unterstützt, die geschlossenen militärischen Verträge erfüllt und sich dem Druck der USA nicht beugt, hat es geholfen, unsere Wirtschaft am Leben zu erhalten und die negativen Auswirkungen abzumildern, die das von anderen gegen uns verhängte Wirtschaftsembargo auf das Leben der Syrer hat.

Was die Wirtschaft angeht, gibt es mehrere Verträge zwischen Syrien und Russland über den Austausch verschiedener Waren und Rohstoffe. Ein russisches Darlehen für uns hat Vorteile für beide Seiten: Russland hat damit seiner Industrie und seinem Handel die Möglichkeit verschafft, sich in Syrien neue Märkte zu erschließen, und Syrien kann mit dem Geld den Wiederaufbau seiner Infrastruktur in Gang setzen und seine Wirtschaft stimulieren. Ich kann nur wiederholen, dass Russlands politische Haltung und Unterstützung entscheidend für die Wiederherstellung der Sicherheit und die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse der Syrer ist.

13. Frage: Herr Präsident, schließen die Handelsverträge auch die Lieferung von Treibstoff und Grundnahrungsmitteln ein?

Präsident al-Assad: Die Versorgung der Bürger Syriens mit Nahrungsmitteln, medizinischem Bedarf und Treibstoff ist gefährdet. Durch Handelsverträge mit Russland und anderen befreundeten Staaten versucht die syrische Regierung die Grundversorgung aller Syrer sicherzustellen.

14. Frage: Kehren wir zur Situation in Syrien und zur gegenwärtigen Krise zurück. Uns ist aufgefallen, dass Sie begonnen haben, Gegner zu amnestieren. Gilt die Amnestie auch für Rebellen? Werden einige von ihnen überlaufen und künftig an der Seite der syrische Armee kämpfen?

Präsident al-Assad: Ja, das ist tatsächlich der Fall. Seit kurzem zeichnet sich ein deutlicher Gesinnungswandel ab – nachdem vielen klar geworden ist, das in Syrien Terroristen am Werk sind. Viele wollen zurück in ihr normales Leben und haben ihre Waffen abgegeben. Sie nutzen die Amnestie und nehmen ihr geregeltes Leben wieder auf. Besonders bemerkenswert ist, dass bestimmte Gruppen nicht mehr gegen die syrische Armee, sondern an ihrer Seite kämpfen; diese Menschen wurden entweder durch die Hetze in den (westlichen) Medien verführt oder durch Drohungen von den Terroristen rekrutiert. Deshalb verfolgt die syrische Regierung seit Beginn der Krise eine Politik der offenen Tür gegenüber allen, die umkehren und vom Kampf gegen ihr eigenes Land ablassen wollen. Obwohl viele Syrer diese Politik abgelehnt haben, hat sie sich als sehr wirksam erwiesen und geholfen, die Krise etwas zu entspannen.

15. Frage: Herr Präsident, Syriens Beziehungen zu mehreren Staaten sind zusammengebrochen – zum Beispiel zu Katar, Saudi-Arabien und der Türkei. Welche Staaten betrachten sie als treue Verbündete und welche als Feinde?

Präsident al-Assad: Jeder kennt die Staaten, die uns unterstützen: International sind es Russland und China, regional ist es der Iran. International beginnt sich jedoch eine positive Veränderung abzuzeichnen. Bestimmte Staaten, die Syrien feindlich gesonnen waren, haben begonnen, ihre Haltung zu ändern; andere haben angefangen, ihre Beziehungen zu uns wiederzubeleben. Natürlich haben diese Veränderungen noch nicht dazu geführt, dass wir mehr direkte Unterstützung erhalten.

Es gibt aber auch bestimmte Staaten, die Terroristen nach Syrien entsandt haben und sie direkt unterstützen. In den ersten beiden Jahren waren es vor allem Katar und die Türkei; Die Terroristen haben von Katar finanzielle und von der Türkei logistische Unterstützung durch Trainingslager und Möglichkeiten zum Einsickern nach Syrien erhalten. Erst kürzlich hat Saudi-Arabien die Rolle des Geldgebers von Katar übernommen. Ich will mich ganz klar und unmissverständlich ausdrücken: Saudi-Arabien hat nichts zu bieten als Geld; wer nur Geld hat, kann keine Zivilisation aufbauen und erhalten. Saudi-Arabien kann sich nur da einmischen, wo sein Geld genommen wird.

Die Türkei ist ein anderer Fall. Es ist bedauerlich, dass sich ein so großer Staat wie die Türkei, der eine wichtige strategische Position und eine liberale Gesellschaft hat, durch ein paar lumpige Dollars aus einem rückschrittlichen Golfstaat manipulieren lässt. Natürlich trägt nur der türkische Premierminister die Verantwortung für diese Situation und nicht das türkische Volk, mit dem wir einen großen Teil unseres kulturellen Erbes und unserer Traditionen teilen.

(Die 16. Frage und die Antwort darauf fehlen auch im Originaltext.)

17. Frage: Herr Präsident, was macht die russisch-syrischen Beziehungen so stabil? Sind es geopolitische Interessen? Oder ist es der gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus?

Präsident al-Assad: Die syrisch-russischen Beziehungen werden durch mehrere Faktoren gefestigt. Erstens hat ein großer Teil Russlands während des Zweiten Weltkrieges unter einer Besatzung gelitten, und auch Syrien war schon wiederholt besetzt. Zweitens hat Russland seit Beginn des sowjetischen Zeitalters immer wieder unter der Einmischung ausländischer Staaten in seine inneren Angelegenheit gelitten, und das trifft auch auf Syrien zu.

Drittens ist auch der (gemeinsame) Kampf gegen den Terrorismus nicht weniger bedeutsam. Wir Syrer verstehen sehr gut, was es bedeutet, wenn Extremisten aus Tschetschenien unschuldige Bürger töten und was es bedeutet, wenn Kinder und Lehrer in Beslan oder unschuldige Menschen in einem Moskauer Theater als Geiseln genommen werden. Ebenso verstehen die Menschen in Russland, wenn wir uns gegen terroristische Akte zur Wehr setzen, die auch sie erlitten haben. Aus diesem Grund können die Russen auch nicht nachvollziehen, dass der Westen einen Unterschied zwischen "guten" und "bösen" Terroristen macht.

Zusätzlich zu diesen Gemeinsamkeiten gibt es auch noch die familiären syrisch-russischen Beziehungen, die ich bereits erwähnt habe; die hätten sich ohne gemeinsame kulturelle, soziale und intellektuelle Wurzeln und geopolitischen Interessen, über die wir auch schon gesprochen haben, nicht entwickeln können. Die Russen sind sich – anders als die Europäer und der gesamte Westen – sehr wohl der Folgen bewusst, die eintreten, wenn Syrien und die gesamte Region destabilisiert werden und der Terrorismus sich infolgedessen ungehindert ausbreiten kann.

Die Gesamtheit dieser Faktoren kennzeichnet die politische Einstellung des großartigen Staates Russland. Seine Haltung basiert nicht nur auf einem oder zwei Elementen, sondern auf einer breit angelegten historischen, kulturellen und intellektuellen Perspektive.

18. Frage: Herr Präsident, wird es zu Genf 2 kommen, und was erwarten Sie von dieser Konferenz?

Präsident al-Assad: Das Ziel der Genfer Konferenz ist es, den politischen Prozess zu unterstützen und eine politische Lösung der Syrien-Krise zu erleichtern. Das ist aber nicht möglich, wenn die Unterstützung der Terroristen aus dem Ausland nicht aufhört. Wir hoffen, dass durch die Genfer Konferenz Druck auf die Staaten ausgeübt werden kann, die den Terrorismus in Syrien unterstützen, damit das Einschmuggeln von Waffen und die Einschleusung ausländischer Terroristen nach Syrien aufhört. Wenn das erreicht wird, können leicht politische Schritte eingeleitet werden; vordringlich muss es zu einem Dialog zwischen den Syrern über das zukünftige politische System, über dessen Verfassung, die Gesetzgebung und andere Fragen kommen.

Interviewer: Vielen Dank für Ihr Entgegenkommen und Ihre Offenheit während dieses Interviews.


Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

(Der deutschsprachige Leser hat durch die exzellente Übersetzung des Interviews, vielen Dank dafür, die Möglichkeit, den Syrien-Konflikt aus der Sicht des syrischen Präsidenten al-Assad zu verstehen. In den Berichterstattungen der westlichen Mainstream-Medien werden in der Regel nur verfälschende Auszüge aus dem langen Interview wiedergegeben.)

Mittwoch, 28. August 2013

Terror vom Weltpolizisten: Giftgas-Attacken für Gas in Syrien, gefolgt von Krieg?

Mowitz
Die internationale Kriegsverbrecherelite hat alle Hände voll damit zu tun, um ihre "humanen" Heuchelorgien auf regimetreuen, kriegsgeilen Journaillen aufzuführen. Egal ob es der ehemalige US-amerikanische Präsidentschaftskanidat McCain auf CNN ist, „Man kann sich diese Bilder nicht anschauen, ohne tief bewegt zu sein“, oder John Kerry, ein anderer ehemaliger Bewerber um das höchste Wall Street Amt welches das US-Kapital zu vergeben hat. Der hat es sogar mit seiner regen Häufigkeit der öffentlichen Zurschaustellung seines Mitgefühls geschafft, seinen Chef, der sowieso nicht wiedergewählt werden kann, in den Hintergrund zu drängen. Kerry wieder nächster Mann im Rennen um das Amt des Bandenführers globaler Angriffkriegsverbrecher, äh, Friedenspolitiker, von Wall Streets Gnaden? Man muss sich schließlich noch positionieren dürfen.

Dass der britische Churchill-Imitator, Cameron, als Wadenbeißer der Wall Street Regierung in Europa, sowie der sogenannte französische Sozialist Hollande, zum Krieg gegen Syrien mobil machen, erstaunt nicht wirklich. Hat man doch versäumt sich von seiner kolonialen Vergangenheit abzunabeln. Heute ist man bereits wieder voll neokolonial im Gange. Ob 'links' wie Hollande oder 'rechts' wie Cameron. Zwischen ihnen passt kein Blatt Papier.

Der deutsche Außenministerdarsteller Westerwelle, schauspielert nebenberuflich als Freiheitsstatue, „Der Einsatz von chemischen Massenvernichtungswaffen wäre ein zivilisatorisches Verbrechen“, sagt hin und wieder zwar das Richtige, meint aber stets die Falschen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Hauptvererantwortlich für die Situation im Nahen- und Mittleren Osten sind und bleiben die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Sie sind die Drahtzieher die hinter den Golfstaaten Katar und Saudi Arabien stehen und letztlich die Befehlsgewalt über die Terrorbanden ausüben, die als sogenannte Opposition oder Rebellen in westlichen Konzernmedien bewundert werden. Keine dieser Banden wird ohne US-Zustimmung von der Leine gelassen. Auch und eben mit Giftgas. Das trifft vor allen Dingen Kleinkinder.

In Katar besitzen die Vereinigten Staaten ihre größte Militärbasis in der Region, und in diesem Lande eröffneten die Taliban eine Repräsentanz mit Obamas Unterstützung, um es nur einige Tage später wieder, vorübergehend zu schließen. Wegen eines Schildes am Gebäude mit der Aufschrift: „Islamische Emirate Afghanistan“. Die gleiche Taliban gegen die die Vereinigten Staaten in Afghanistan in den Krieg zogen, um afghanische Frauen von ihren Burkas zu befreien und die von der US-Regierung, zusammen mit anderen Terrororganisationen, für die Attentate am 11. September 2001 in New York und Washington beschuldigt werden. Was denn nun? Pack schlägt sich, Pack verträgt sich? US-amerikanischen Regierungen ist kein Kriegsgrund zu simpel (Burka), oder zu terroristisch, um ihn nicht zu erfinden, obwohl die Welt schon lange wissen müsste, dass moderne Kriege immer aus ökonomischen Gründen geführt werden. Dafür meint man auch das "Recht" zu haben, ganze Völker schlachten zu dürfen. In Jugoslawien, wie im Irak, wie in Afghanistan, wie in Libyen und wie man es mit dem Iran machen will. Der russische Vizepremier Dmitri Rogosin, schrieb auf Twitter: „Der Westen geht mit der islamischen Welt wie ein Affe mit einer Granate um“.
"Das Gas von Syrien

Als Israel die Gewinnung von Öl und Gas ab 2009 startete, war es klar, dass der Mittelmeerraum ins Spiel gekommen war und dass entweder Syrien angegriffen würde oder die gesamte Region von Frieden profitieren könnte, da das 21. Jahrhundert angeblich das der sauberen Energie wäre.

Laut des Washington Institute for Near East Policy (WINEP, dem Think-Tank von der AIPAC), enthält der Mittelmeerraum die größten Reserven von Erdgas und Syrien wäre der wichtigste Teil. Dasselbe Institut hat auch die Hypothese gewagt, dass der Kampf zwischen der Türkei und Zypern sich verstärken würde, aufgrund der türkischen Unfähigkeit den Verlust des Nabucco-Projekts zu verdauen (trotz des Dezember 2011 mit Moskau unterzeichneten Vertrages für den Transport eines Teils des South Stream Gas über die Türkei).

Die Offenbarung des Geheimnisses des syrischen Gases erleichtert das Verständnis der Ungeheuerlichkeit der Herausforderung. Wer Syrien kontrolliert, könnte den Nahen Osten kontrollieren. Und von Syrien aus, Tor zu Asien, hat er "den Schlüssel des Hauses Russland", wie es Zarin Katharina II. behauptete, sowie auch China über die Seidenstraße. Daher wäre er fähig, die Welt zu beherrschen, da dieses Jahrhundert das Jahrhundert des Gases ist.

Es ist aus diesem Grund, dass die Unterzeichner des Abkommens von Damaskus, das dem iranischen Gas den Durchgang von Irak und den Zugang zum Mittelmeer sicherte, einen neuen geopolitischen Raum öffnete und die Lebens-Linie von Nabucco abschnitt, dass die Unterzeichner sagten: "Syrien ist der Schlüssel des neuen Zeitalters".

Der ehemalige Chef der UN-Waffeninspekteure im Irak, und Ex-Außenminister Schwedens, Hans Blix, hat den Medien und der Öffentlichkeit in den westlichen Ländern vorgeworfen, ihre Regierungen zu einem Eingreifen in Syrien unter Druck zu setzen. „Der Einsatz chemischer Waffen in Syrien ist sehr grausam und man muss diesbezüglich handeln, sagen sie“, so Blix im Interview mit Russia Today. „Sie suchen nach einem Weltgendarm, der eingreift. Die Frage ist aber, wer ist der Weltgendarm? Übernehmen die USA diese Rolle, die NATO oder der UN-Sicherheitsrat?“

FH

Zum Thema:
WSWS: Amerikanischer Geheimdienst gibt zu: Waffenlieferungen für Syrien gehen an Al Qaida.......
Nachtwandler: Giftgasangriff in Syrien unter falscher Flagge! Vorspiel für einen großen Krieg?.......

Dienstag, 27. August 2013

Syrien, Zentrum des Gases im Nahost-Krieg

Der mediale- und militärische Angriff gegen Syrien betrifft direkt den Welt-Wettbewerb für Energie, erklärt Professor Imad Shueibi in einem meisterhaften Artikel, den wir veröffentlichen. Zu einem Zeitpunkt, wo die Eurozone einzubrechen droht, wo eine akute Wirtschaftskrise die Vereinigten Staaten in die Schuldenfalle zu 14 940 Milliarden Dollar geführt hat und wo ihr Einfluss auf die Schwellenländer der BRICS schrumpft, wird es klar, dass der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg und der politischen Dominanz vor allem bei der Energie Kontrolle des 21. Jahrhunderts liegt: dem Gas. Dies ist der Grund, warum Syrien, im Herz der kolossalsten Gasreserven des Planeten liegend, angegriffen wird. Der Krieg des letzten Jahrhunderts war der des Öls, aber eine neue Ära beginnt, nämlich die der Gas-Kriege.

Mit dem Fall der Sowjetunion haben die Russen verstanden, dass das Wettrüsten, vor allem aus Ermangelung der Energieversorgung für alle industrialisierten Länder, sie erschöpft hatte. Im Gegenteil konnten die USA sich entwickeln und die internationale Politik ohne zu große Schwierigkeiten mit ihrer Präsenz in den Öl Bereichen seit Jahrzehnten entscheiden. Dies ist der Grund warum die Russen beschlossen, sich auf Energie zu positionieren, sei es Gas oder Öl. Wenn man bedenkt, dass der Erdölsektor angesichts der internationalen Verteilung keine Perspektiven besitzt, legte Moskau seinen Schwerpunkt auf Gas-Produktion, Transport und Handel auf großem Maßstab.

Der Anstoß kam im Jahr 1995, als Wladimir Putin die Gazprom-Strategie aufstellte: von den Gasgebieten Russlands weggehen, und nach Aserbaidschan, Turkmenistan, dem Iran (für Verkauf), in den Nahen Osten gehen. Es ist sicher, dass die „Nord Stream“ und „South Stream“ Projekte durch das Verdienst und die Anstrengungen von Wladimir Putin in die Geschichte eingehen werden, um Russland in die internationale Arena zurückzubringen und auf die Europäische Wirtschaft Einfluss zu üben, da diese für Jahrzehnte von Gas als Alternative oder als Ergänzung zum Öl abhängig sein wird, jedoch mit einer klaren Priorität für das Gas. Von da an wurde es für Washington dringlich, das Konkurrenz-Projekt „Nabucco“ zu erstellen, um mit den russischen Projekten zu rivalisieren und hoffen zu können, darin eine Rolle zu spielen, was die Strategie und Politik für die nächsten hundert Jahre bestimmen wird.

Die Tatsache ist, dass Gas die Hauptquelle der Energie des 21. Jahrhunderts sein wird, sowohl als Alternative zum Rückgang der weltweiten Ölreserven, als auch als saubere Energiequelle. Daher ist die Kontrolle der alten und neuen Mächte über Gasgebiete in der Welt der Grundstein eines internationalen Konfliktes, dessen Erscheinungen regional sind.

Natürlich hat Russland die Karten gut studiert und aus der Lektion der Vergangenheit gelernt, denn es ist die mangelnde Kontrolle auf der Ebene der globalen Energieressourcen, unumgänglich für die Kapital- und Energie-Einspritzung in die industrielle Struktur, die für den Zusammenbruch der Sowjetunion verantwortlich war. Ebenso hat Russland erkannt, dass Gas die Energiequelle des kommenden Jahrhunderts darstellt.

Geschichte des großen Gas-Spiels


Wladimir Putin und Alexei Miller, Vorsitzender der Gazprom
Eine erste Studie der Gas-Karte zeigt, dass dieses sich in folgenden Regionen befindet, was Vorkommen und Zugang zu den Verbrauchsbereichen betrifft: 1. Russland: Vyborg et Beregvya 2. An Russland gebunden : Turkmenistan 3. In mehr oder weniger unmittelbarer Nähe von Russland: Aserbaidschan und Iran 4. Russland weggenommen: Georgien 5. Östliches Mittelmeer: Syrien und Libanon 6. Katar und Ägypten.

Moskau beeilte sich um auf zwei strategischen Achsen zu arbeiten: die erste ist die Einrichtung von einem russisch-chinesischen langfristigem Projekt, basierend auf dem Wirtschaftswachstum des Shanghai Blocks; die zweite Achse ist die Steuerung der Gasressourcen. So wurden die Grundlagen der „Nord Stream“ und „South Stream“ Projekte entwickelt, als Antwort auf das US-, und von der Europäischen Union unterstützten Nabucco-Projekt, welches das Gas des Schwarzen Meers und von Aserbaidschan betraf. Es folgte zwischen diesen zwei Bemühungen ein strategischer Wettlauf um die Kontrolle über Europa und seine Gasvorkommen.

Für die Russische Föderation

Das Nord Stream-Projekt verbindet direkt Russland mit Deutschland durch die Ostsee bis Weinberg und Saßnitz, ohne über Belarus zu laufen.

Das South Stream-Projekt beginnt in Russland, geht durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und teilt sich zwischen Griechenland und Süd Italien einerseits, und Ungarn und Österreich andererseits auf.

Für die Vereinigten Staaten

Das Nabucco-Projekt geht von Zentralasien und der Schwarzmeerregion aus, geht durch die Türkei, wo die Speicherinfrastruktur steht und dann durch Bulgarien, kreuzt Rumänien, Ungarn, kommt nach Österreich und geht von dort in die Tschechische Republik, Kroatien, Slowenien und Italien. Es sollte ursprünglich durch Griechenland gehen, aber diese Idee wurde unter dem türkischen Druck aufgegeben.

Nabucco sollte mit den russischen Projekten konkurrieren. Ursprünglich für 2014 geplant, musste es aufgrund technischer Probleme auf 2017 verschoben werden. Von da an drehte sich die Gas-Schlacht zugunsten des russischen Projekts, aber beide Parteien sind immer noch auf der Suche ihr Projekt auf neue Gebiete zu erweitern.

Dies bezieht sich einerseits auf das iranische Gas, das die Vereinigten Staaten durch den Beitritt im Knotenpunkt von Erzurum in der Türkei dem Nabucco-Projekt zukommen lassen wollten; und andererseits auf das Gas aus dem östlichen Mittelmeer: Syrien, Libanon und Israel.

Nun hat Iran im Juli 2011 verschiedene Vereinbarungen für den Gas-Transport über Syrien und Irak unterzeichnet. Daher ist es jetzt Syrien, das die Drehscheibe für Lagerung und Produktion wurde, gemeinsam mit den Reserven des Libanon. Es ist nun ein ganz neuer geographischer, strategischer und Energie- Raum, der sich öffnet, einschließlich des Iran, des Irak, Syriens und des Libanon. Die Hindernisse seit mehr als einem Jahr für dieses Projekt geben einen Überblick über das Niveau der Intensität des Kampfes für die Kontrolle von Syrien und Libanon. Sie beleuchten zur gleichen Zeit die Rolle Frankreichs, das das östliche Mittelmeer als sein historisches Einflussgebiet betrachtet, das für immer seinen Interessen dienen sollte, und wo es seine Abwesenheit seit dem zweiten Weltkrieg aufholen sollte. Mit anderen Worten, Frankreich will eine Rolle in der Gas Welt spielen, wo es in gewisser Weise seine "Krankenversicherung" in Libyen erworben hat und nun eine "Lebensversicherung" in Syrien, und im Libanon erwerben will.

Was die Türkei betrifft, fühlt sie, dass sie von diesem Gas-Krieg ausgeschlossen wird, da das Nabucco-Projekt verzögert wird und da sie kein Teilnehmer der beiden Projekte South Stream und Nord Stream ist; das Gas des östlichen Mittelmeers scheint ihr unaufhaltsam zu entkommen, je mehr es sich von Nabucco entfernt.

Die Moskau-Berlin Achse

Gerhard Schröder und Alexei Miller. Am 30. März 2006 wurde
der Ex-Bundeskanzler zum Leiter des Konsortiums Nord
Stream ernannt
Für seine zwei Projekte hat Moskau das Unternehmen Gazprom in den 1990er Jahren gegründet. Deutschland, das sich ein für alle Mal von den Auswirkungen des zweiten Weltkriegs befreien wollte, begann sich daran zu beteiligen: egal ob es nun um Ausstattung, Überprüfen der Pipeline Nord oder Speicherorte für die South Stream-Linie gehe, innerhalb seiner Einfluss Zone, besonders in Österreich.

Das Unternehmen Gazprom wurde in Zusammenarbeit mit Hans-Joachim Gornig gegründet, einem moskaunahen Deutschen, ehemaliger Vizepräsident der deutschen industriellen Öl- und Gas Company, die den Bau des Netzes der Gas-Pipelines der DDR überwachte. Sie wurde bis Oktober 2011 von Wladimir Kotenev, dem ehemaligen russischen Botschafter in Deutschland geführt.

Gazprom hat eine Anzahl von Transaktionen mit deutschen Unternehmen unterzeichnet, vor allem mit jenen, die mit Nord Stream zusammenarbeiten, z. B. mit dem Energie-Riesen E.ON und der BASF für Chemikalien; mit Klauseln für E.ON, die Vorzugstarife bei Preiserhöhung gewährleisten, was einer gewissen „Unterstützungspolitik“ des deutschen Energiesektors durch Russland gleichkommt.

Moskau nutzte die Liberalisierung der europäischen Gasmärkte, um sie zu zwingen, die Netze der Verteilung von den Produktionsanlagen zu trennen. Nach der Zeit der Zusammenstöße zwischen Russland und Berlin begann dann eine Phase wirtschaftlicher Zusammenarbeit, auf der Grundlage von einer Erleichterung der auf den Schultern von Deutschland lastenden großen Schulden, jenen, eines durch das amerikanische Joch verschuldeten Europas. Ein Deutschland, das den deutschen Raum (Deutschland, Österreich, Tschechien, Schweiz) einschätzt, dazu bestimmt zu sein, das Herz Europas zu werden, aber weder die Konsequenzen der Überalterung eines ganzen Kontinents, noch den Sturz einer anderen Supermacht ertragen sollte.

Die deutschen Initiativen von Gazprom umfassen das Joint-Venture von Wingas mit Wintershall AG, einer Tochtergesellschaft der BASF, das der größte Produzent von Öl und Gas von Deutschland ist und 18 % des Gasmarktes kontrolliert. Gazprom gab den wichtigsten deutschen Partnern beträchtliche Beteiligungen an seinen russischen Vermögenswerten. Damit kontrollieren die BASF und E.ON jeweils fast ein Viertel der Loujno-Rousskoïé-Gas-Felder, die Nord Stream zum Großteil beliefern; und es ist daher nicht reiner Zufall, wenn das deutsche Pendant von Gazprom, "das germanische Gazprom" genannt, bis 40 % des österreichischen Unternehmens Austrian Centrex Co besitzen wird, welches auf Lagerung von Gas spezialisiert ist und sich bis nach Zypern ausdehnen soll.

Eine Erweiterung, die der Türkei sicher nicht gefällt, weil sie ihre Teilnahme an dem Nabucco-Projekt dringend braucht. Sie sollte darin bestehen, zuerst 31 und dann 40 Mrd. m3 Gas pro Jahr zu speichern, zu vermarkten und dann zu übertragen; ein Projekt, das Ankara immer mehr den Beschlüssen von Washington und der NATO unterwirft, umso mehr als ihr Beitritt zur Europäischen Union mehrfach verweigert wurde.

Die an Gas gebundenen strategischen Verknüpfungen bestimmen umso mehr die Richtlinie, da Moskau eine Lobbyarbeit auf die deutsche Sozialdemokratische Partei in Nord Rhein-Westfalen ausübt, Basis des industriellen Schwerpunkts und Zentrum des deutschen Großkonzerns RWE, Stromanbieter und Tochtergesellschaft der E.ON.

Dieser Einfluss wurde von Hans-Josef Fell, für Energiepolitik der Grünen verantwortlich, anerkannt. Ihm zufolge spielen vier deutsche Unternehmen, die an die Russische Föderation gebunden sind, eine wichtige Rolle in der Definition der deutschen Energiepolitik. Sie stützen sich auf den Ausschuss der Wirtschaftsbeziehungen mit Osteuropa - d.h. auf die in engem wirtschaftlichem Kontakt mit Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stehenden Unternehmen -, der über ein sehr komplexes Netzwerk Einfluss auf die öffentliche Meinung und die Minister hat. Aber in Deutschland bleibt der wachsende Einfluss Russlands diskret, vom Grundsatz ausgehend, dass es höchst notwendig sei die "Energiesicherheit" Europas zu verbessern.

Es ist interessant festzustellen, dass Deutschland die Auffassung vertritt, dass die Politik der Europäischen Union um die Krise des Euro zu lösen, die deutsch-russischen Investitionen behindern könnte. Dieser Grund erklärt unter anderen, warum Deutschland bei der Rettung des durch europäische Schulden erkrankten Euros so zaudert, obwohl der germanische Block allein diese Schulden aushalten könnte. Jedes Mal, wenn die Europäer sich ihrer Politik gegenüber Russland in den Weg stellen, behauptet Deutschland, dass die utopischen Pläne von Europa nicht machbar seien und Russland dazu führen könnte, sein Gas in Asien zu verkaufen, und die europäische Energiesicherheit damit in Gefahr bringen könnte.

Diese Ehe der deutsch-russischen Interessen stützt sich auf das Erbe des Kalten Krieges, weil drei Millionen russisch sprechende Menschen, die zweitgrößte Gemeinschaft nach den Türken, in Deutschland leben. Putin war auch Anhänger für die Nutzung des Netzes der ehemaligen Beamten der DDR, die für die Interessen der russischen Unternehmen in Deutschland gesorgt hatten, ganz zu schweigen von der Einstellung von Ex-Agenten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit [Stasi]. Beispielsweise sollen die Personal- und Finanzdirektoren von Gazprom Germania, oder sogar der Finanz-Direktor des Konsortiums „Nord Stream“, Matthias Warnig, laut Wall Street Journal, Putin geholfen haben, Spione in Dresden anzuheuern, als er noch ein junger Offizier des KGB war. Jedoch muss man zugeben, dass die Verwendung durch Russland der ehemaligen Beziehungen, Deutschland keinen Schaden verursachte, weil die Interessen beider Parteien gewahrt wurden, ohne dass eine die andere dominierte.

Das Projekt „Nord Stream“, die Hauptverbindung zwischen Russland und Deutschland, wurde vor kurzem mit einer Pipeline eröffnet, die 4,7 Milliarden Euro kostete. Obwohl die Leitung Russland mit Deutschland verbindet, erfolgte die Anerkennung durch die Europäer, dass solch ein Projekt die Garantie für die Energieversorgung wäre, und bewirkte dass Frankreich und Holland sich beeilten zu erklären, dass es sich um ein "europäisches" Projekt handle. In diesem Zusammenhang ist es gut zu erwähnen, dass Herr Lindner, Executive Direktor des deutschen Komitees für Wirtschaftsbeziehungen mit den Ländern des östlichen Europas, ohne lachen erklärte, dass es wirklich "ein europäisches Projekt, kein deutsches sei, und er Deutschland nicht in eine größere Abhängigkeit von Russland einsperren wolle.“ Eine solche Erklärung betont die Besorgnis für die Zunahme des russischen Einflusses in Deutschland; Tatsache bleibt, dass das Nord Stream-Projekt strukturell ein Plan von Moskau ist und kein europäischer.

Die Russen können die Energie-Verteilung in Polen und in mehreren anderen Ländern lähmen, wie sie wollen, und sind in der Lage, Gas an den Meistbietenden zu verkaufen. Die Bedeutung Deutschlands für Russland liegt allerdings in der Tatsache, dass es die Plattform darstellt, aus der es seine kontinentale Strategie bald entwickeln kann; Gazprom Germania besitzt Beteiligungen an 25 gekreuzten Projekten, in Großbritannien, Italien, Türkei, Ungarn und in anderen mehr. Dies führt uns dazu zu sagen, dass Gazprom - nach einer gewissen Zeit - bestimmt ist, eines der bedeutendsten wenn nicht das wichtigste Unternehmen der Welt zu werden.

Eine neue Landkarte von Europa und dann der Welt zeichnen

Die Gaspipelines Nord Stream, South Stream und Nabucco
Die Gazprom Führer haben nicht nur ihr Projekt entwickelt, sondern sie kontrierten auch Nabucco. So besitzt Gazprom 30 % des Projektes einer zweiten Pipeline nach Europa, nach ungefähr der gleichen Strecke wie Nabucco, was, nach Zugabe ihrer Befürworter selbst ein "politisches" Projekt ist, um seine Stärke zu zeigen, dem Nabucco-Projekt Einhalt zu gebieten, oder es sogar zu blockieren. Auch beeilte sich Moskau Gas in Zentralasien und im Kaspischen Meer zu kaufen, mit dem Ziel es zu unterbinden und Washington zu gleicher Zeit politisch, wirtschaftlich und strategisch lächerlich zu machen.

Gazprom betreibt Gaseinrichtungen in Österreich, d.h. im strategischen Nahbereich von Deutschland, und mietet auch Einrichtungen in Großbritannien und Frankreich. Die wichtigen Speicheranlagen sind jedoch in Österreich, die verwendet werden, um die Energie-Europakarte neu zu zeichnen, da sie Slowenien, die Slowakei, Kroatien, Ungarn, Italien und Deutschland beliefern. Zu diesen Einrichtungen muss das Katrina Speicherzentrum hinzugefügt werden, das Gazprom in Zusammenarbeit mit Deutschland baut, um Gas in die wichtigsten Verbrauchszentren von Westeuropa exportieren zu können.

Gazprom hat eine gemeinsame Anlage mit Serbien aufgebaut um Bosnien und Herzegowina und Serbien selbst Gas anzubieten. Machbarkeits-Studien über ähnliche Speicherformen wurden in der Tschechischen Republik, Rumänien, Belgien, Großbritannien, Slowakei, Türkei, Griechenland und sogar in Frankreich durchgeführt. Gazprom stärkt so die Position von Moskau, als Anbieter von 41 % der europäischen Gasmärkte. Dies bedeutet eine wesentliche Änderung in den Beziehungen zwischen dem Osten und dem Westen auf kurz-, mittel- und langfristiger Dauer. Es kündigt auch einen Rückgang vom US-Einfluss mittels ihres Raketen-Schildprojekts an, da die USA die Schaffung einer neuen internationalen Organisation erkennen, wo das Gas der tragende Pfeiler wird. Schließlich erklärt dies die Intensivierung des Kampfes für Gas an der Ostküste des Mittelmeers im Nahen Osten.

Nabucco und Türkei in Schwierigkeiten

Fehlende Versorgungsquellen und ohne identifizierte Kunden,
wird Nabucco ständig verzögert
Nabucco sollte Gas über 3 900 Kilometer von der Türkei nach Österreich transportieren und es wurde entwickelt um 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus dem Nahen Osten und dem Kaspischen Becken zu den europäischen Märkten zu liefern. Der Eifer der NATO-USA -Frankreich-Koalition, den Hindernissen, die sich gegen ihre Gasinteressen im Nahen Osten aufbauten ein Ende zu setzen, insbesondere in Syrien und im Libanon, beruht auf der Tatsache, dass es ist notwendig, Stabilität und Wohlwollen der Umwelt zu gewährleisten, wenn es um Investitionen für Infrastruktur und Gas geht. Die syrische Reaktion war, mit einem Vertrag, iranisches Gas durch den Irak auf sein Gebiet zu übertragen. So konzentriert sich die Schlacht auf das syrische und libanesische Gas: wird es Nabucco oder South Stream speisen?

Das Nabucco-Konsortium besteht aus mehreren Unternehmen: der deutschen (REW), der österreichischen (ÖML), der türkischen (Botas), der bulgarischen (Energie Holding Company) und rumänischen (Transgaz). Vor fünf Jahren wurden die anfänglichen Kosten für das Projekt auf 11,2 Milliarden Dollar geschätzt, aber sie könnten 21,4 Milliarden in 2017 erreichen. Dies wirft viele Fragen über seine wirtschaftliche Lebensfähigkeit auf, weil Gazprom Verträge mit verschiedenen Ländern die Nabucco speisen sollten, schließen konnte, welches, seit den erfolglosen Versuchen Hand auf das iranische Gas zu legen, nur mehr auf Überschüsse aus Turkmenistan zählen könnte. Dies ist eines der verkannten Geheimnisse der Schlacht um den Iran, der die rote Linie in seiner Herausforderung zu den USA und Europa überschritten hat, indem er Syrien und Irak als Teil seiner Gas-Transportwege gewählt hat.

Die beste Hoffnung für Gas-Lieferung für Nabucco bleibt Aserbaidschan und die Shah Deniz Lagerstätte, die fast die einzigen Bezugsquellen für ein Projekt geworden sind, das zum Scheitern verurteilt scheint, bevor es noch begonnen hat. Das ist es, was einerseits die Beschleunigung der Vertragsunterzeichnungen von Moskau für den Erwerb der Quellen zeigt, die zunächst für Nabucco bestimmt waren, und andererseits die Schwierigkeiten, geopolitische Veränderungen in Iran, Syrien und im Libanon zu verhängen. Dies zum Zeitpunkt, wo die Türkei sich bemüht, ihren Anteil am Nabucco-Projekt zu behaupten, entweder durch Unterzeichnung eines Vertrags mit Aserbaidschan für den Erwerb von 6 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr 2017, oder durch die Annexion von Syrien und dem Libanon mit der Hoffnung, den Transit von iranischem Öl zu blockieren oder einen Anteil an dem libanesisch-syrischen Gasreichtum zu bekommen. Ein Platz in der neuen Weltordnung für Gas oder andere Sachen, geht offenbar über Dienstleistungen, die über militärische Unterstützung bis zur Beherbergung von strategischen Raketenschutzschild-Geräten gehen.

Was vielleicht die größte Bedrohung für Nabucco bedeutet, ist der russische Versuch, es zum Scheitern zu bringen, indem bessere Verträge als für Nabucco von Gazprom für Nord Stream und South Stream ausgehandelt werden; das würde die Bemühungen der Vereinigten Staaten und Europa vereiteln, ihren Einfluss reduzieren, und ihre Energiepolitik im Iran oder im Mittelmeer ins Wanken bringen. Darüber hinaus könnte Gazprom einer der großen Investoren oder Betreiber der neuen Lagerstätten von Gas in Syrien oder im Libanon werden. Es ist kein Zufall, dass das syrische Öl-Ministerium am16. August 2011 die Entdeckung eines Gaslagers auf Qara, in der Nähe von Homs, ankündigte. Seine Produktionskapazität wäre 400 000 Kubikmeter pro Tag (146 Millionen Kubikmeter pro Jahr), ganz zu schweigen von Gasvorkommen im Mittelmeer.

Die Nord Stream und South Stream Projekte haben also den US-politischen Einfluss reduziert, der nun weit hinten liegend erscheint. Zeichen von Feindseligkeit zwischen den Staaten von Mitteleuropa und Russland haben sich gemildert; aber Polen und die Vereinigten Staaten scheinen nicht bereit aufzugeben. In der Tat kündigten sie Ende Oktober 2011 die Änderung ihrer Energiepolitik an, als europäische Kohlelager entdeckt wurden, die die Abhängigkeit von Russland und dem Nahen Osten reduzieren sollten. Dies scheint ein ehrgeiziges Ziel, aber auch ein langfristiges, wegen der vielen erforderlichen Verfahren vor der Vermarktung. Diese Kohle befindet sich in Sedimentgestein, Tausende Meter unter dem Boden und erfordert Hochdruck-Techniken von hydraulischem Aufbrechen [Shale Gas fracking], ohne von Umweltrisiken zu sprechen.

Chinas Teilnahme

Die Shanghai Cooperation Organization, die Russland, China,
Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan umfasst
Die chinesisch-russische Zusammenarbeit im Energiebereich ist der Motor für die strategische Partnerschaft zwischen den beiden Giganten. Sie ist, laut Experten, die "Basis" von ihrem doppelten, neuerdings zugunsten von Syrien bekräftigten Veto.

Diese Zusammenarbeit betrifft nicht nur die Lieferung von China zu Vorzugsbedingungen. China muss sich auch direkt in der Verteilung des Gases durch den Erwerb von Anlagen und Einrichtungen engagieren und darüber hinaus ein gemeinsames Steuer-Projekt der Vertriebsnetze sichern. Zur gleichen Zeit gibt Moskau China Flexibilität auf dem Gaspreis, unter der Bedingung, auf dem hochprofitablen chinesischen Inlandsmarkt aktiv sein zu dürfen. Es wurde daher vereinbart, dass die russischen und chinesischen Experten in folgenden Bereichen zusammenarbeiten würden: "Koordinierung der Energiestrategien, Prognose und Prospektion, Entwicklung von Märkten, Energieeffizienz und alternative Energiequellen.“

Andere strategische gemeinsame Interessen betreffen die durch das Projekt des US- "Raketenschildes" geschaffenen Risiken. Washington hat nicht nur Japan und Südkorea einbezogen, sondern auch Indien Anfang September 2011 zur Partnerschaft aufgefordert. Infolgedessen kreuzen sich die Sorgen beider Länder an dem Punkt, wo Washington seine Strategie in Zentralasien, das heißt, auf der Seidenstraße reaktiviert. Diese Strategie ist die gleiche von George Bush (Great Central Asia Projekt), um den Einfluss von Russland und China durch Zusammenarbeit mit der Türkei zu verringern, die Situation in Afghanistan bis 2014 zu lösen und die militärische NATO-Macht der gesamten Region aufzuzwingen. Usbekistan hat bereits hören lassen, dass es die NATO empfangen könnte, und Vladimir Poutine hat empfunden, dass, was die westliche Intrusion umgehen und die USA verhindern könnte Russland einzuengen, wäre die Erweiterung des Raumes von Russland- Kasachstan-Belarus in Gemeinschaft mit Peking.

Dieser Überblick über die Mechanismen des aktuellen internationalen Kampfes ermöglicht, sich eine Idee von dem Bildungsprozess der neuen Weltordnung zu machen, auf der Grundlage des Kampfes um die militärische Vorherrschaft und dessen Schlüssel die Energie, und vor allem das Gas, ist.

Das Gas von Syrien

Die "syrische Revolution" ist ein Medien-Deckmantel, der die
militärische Intervention des Westens für die Eroberung des
Gases maskiert
Als Israel die Gewinnung von Öl und Gas ab 2009 startete, war es klar, dass der Mittelmeerraum ins Spiel gekommen war und dass entweder Syrien angegriffen würde oder die gesamte Region von Frieden profitieren könnte, da das 21. Jahrhundert angeblich das der sauberen Energie wäre.

Laut des Washington Institute for Near East Policy (WINEP, dem Think-Tank von der AIPAC), enthält der Mittelmeerraum die größten Reserven von Erdgas und Syrien wäre der wichtigste Teil. Dasselbe Institut hat auch die Hypothese gewagt, dass der Kampf zwischen der Türkei und Zypern sich verstärken würde, aufgrund der türkischen Unfähigkeit den Verlust des Nabucco-Projekts zu verdauen (trotz des Dezember 2011 mit Moskau unterzeichneten Vertrages für den Transport eines Teils des South Stream Gas über die Türkei).

Die Offenbarung des Geheimnisses des syrischen Gases erleichtert das Verständnis der Ungeheuerlichkeit der Herausforderung. Wer Syrien kontrolliert, könnte den Nahen Osten kontrollieren. Und von Syrien aus, Tor zu Asien, hat er "den Schlüssel des Hauses Russland", wie es Zarin Katharina II. behauptete, sowie auch China über die Seidenstraße. Daher wäre er fähig, die Welt zu beherrschen, da dieses Jahrhundert das Jahrhundert des Gases ist.

Es ist aus diesem Grund, dass die Unterzeichner des Abkommens von Damaskus, das dem iranischen Gas den Durchgang von Irak und den Zugang zum Mittelmeer sicherte, einen neuen geopolitischen Raum öffnete und die Lebens-Linie von Nabucco abschnitt, dass die Unterzeichner sagten: "Syrien ist der Schlüssel des neuen Zeitalters".

Quelle: voltairenet.org

Übersetzung
Horst Frohlich

Montag, 26. August 2013

BRRM, BRRM, BRRM! Prima Klima in Katar

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Von Ulrich Gellermann

"Ich gratuliere Sebastian Vettel sehr herzlich zum Gewinn des Weltmeistertitels", sagte die Kanzlerin fröhlich. Benähe hätte sie noch ein kerniges "brrm, brrm" hinterhergeschickt. Zeitgleich zum Weltklimagipfel in Katar ist dieser Glückwunsch nur angemessen: Vettels Auto braucht auf 100 Kilometer gerade mal 70 Liter, was bei einer Höchstgeschwindigkeit von 350 Stundenkilometern wirklich sparsam ist. Auch das Prinzip der Formel-1-Fortbewegung - stundenlang im Kreis drehen und nicht Vorwärtskommen - entspricht dem Charakter der Klimakonferenzen. Ob das Emirat Katar wegen seines weltweit größten Pro-Kopf-Ausstoß von Kohlendioxid als Tagungsort ausgewählt wurde oder weil dort die Menschenrechte so interessant geregelt sind - in der Katar-Diktatur kann Gotteslästerung mit sieben Jahren Gefängnis bestraft werden, Homosexualität kostet nur fünf Jahre - weiß man nicht so genau. Viele Teilnehmer sind schon froh, dass die Konferenz nicht in der Nachbardiktatur des Emirates Bahrein stattfindet. Zwar hatte dort unser Sebastian jüngst auch einen Formel-1-Titel errungen, aber das war nur möglich, nachdem deutschen Panzer aus Saudi Arabien in Bahrein Ruhe und Ordnung wiederhergestellt hatten: Die Bevölkerung hatte demokratische Reformen verlangt, das ging natürlich zu weit.

Die hohe Panzerdichte in Katar und Umgebung - sowohl in Katar als auch im benachbarten Saudi Arabien sind jede Menge deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 geparkt - könnte ein weiterer Grund dafür sein, die Klimakonferenz in der Hauptstadt Doha auszurichten: Der Leopard 2 gehört mit seinen 410 Litern auf 100 Kilometer zu den echten Spritsparern unter den Panzern. Auch wenn der Bundesumweltminister in Vorbereitung der Konferenz warnte: "Das aktuelle Tempo des internationalen Klimaschutzes ist absolut unzureichend, um das angestrebte Zwei-Grad-Ziel tatsächlich zu erreichen", wissen doch alle Kenner, dass zumindest unser Panzer jenes Tempo entwickelt, das für ein gutes Gefecht nötig ist. Als sich Angela Merkel noch Klimakanzlerin nannte, hat sie sicher die ökologischen Parameter bei der Panzerherstellug durchgesetzt.

Seit Merkel sich zur Autokanzlerin entwickelt hat - ihre Abwrack-Prämie hatte nicht nur den Automobilumsatz sondern auch die CO2-Werte ordentlich stabilisiert - tut sie alles, um die deutsche Autoindustrie mit dem Klima zu versöhnen. Ihr Mann für Umweltfragen in Brüssel, Günther Oettinger, hatte im Vorfeld der Klimakonferenz in seinem Brief an den VW-Chef klar formuliert, dass nun "die Belastung der Industrie vermindert" werde. Denn die wenigen deutschen Elektro-Autos kann die Industrie in ihrer Umweltbilanz mehrfach aufführen und kommt so zu sauberen Traumwerten, die zwar nicht die Belastung des Klimas, aber eben jene der Industrie deutlich verringern.

Während die Polkappen stärker abschmelzen, der Meeresspiegel weiter steigt und die Wirbelstürme an Häufigkeit und Intensität zunehmen, preist Angela Merkel die "fabelhafte Nervenstärke" von Sebastian Vettel. Der Sponsor des Rennfahrers - Hersteller jenes Bonbonwassers namens Red Bull, das sich als Energy-Drink ausgibt - wird Vettels mentale Verfassung sicher auf sein Getränk zurückführen. Nervenstärke braucht man angesichts der drohenden Umweltkatastrophen wenn man, wie die Kanzlerin, im Wesentlichen ein "Weiter-So" praktiziert. Das Zwei-Grad-Ziel muss dringend fallen gelassen werden", forderte Oliver Geden, der Klimapolitik-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, in Vorbereitung des Weltklimagipfels. Der Stiftung, eigentlich ein Denk-Tank für die Außen- und Militärpolitik der Bundesregierung, hat erheblichen Einfluss auf die Politik der Bundesrepublik. Auch wegen solcher Reduzierungs-Vorhaben werden die rund 15.000 Teilnehmer in Katar im Wesentlichen heiße Luft produzieren. Das wird nur von denen als prima Beitrag zur Besserung des Klimas angesehen werden, die ernsthaft glauben, dass Red Bull Flügel verleiht.

Dieser Artikel erschien am 27. November 2012 auf Ulrich Gellermanns Plattform für Nachdenker und Vorläufer, RATIONALGALERIE, wovon ich ihn, mit seinem Einverständnis, übernommen habe. Danke.

Samstag, 24. August 2013

Bock als Gärtner: USA will Gasangriff in Syrien untersuchen

Mowitz
Jen Psaki, Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte vorgestern auf CNN, dass, man höre und staune, die USA die Gasattacke in Syrien untersuchen werde. McCain heuchelte stellvertretend für die globale Kriegsverbrecherelite: „Man kann sich diese Bilder nicht anschauen, ohne tief bewegt zu sein“, so als wäre das Kapital-Imperium unschuldig an den Schandtaten die seit jetzt gut 2½ Jahren in Syrien passieren und fordert die Eskalation der Verbrechen mit dem Einzigen was die USA meinen zu beherrschen: einen militärischen Einsatz in Syrien durchzuführen, wie man sich schöngeschwurbelt ausdrückt. Dahinter verbirgt sich aber ein voller Krieg gegen Syrien, der Millionen Opfer nach sich ziehen würde. Wie in Vietnam, Irak, Afghanistan, Libyen u.u.u. Die Liste der US-amerikanischen "Friedenspolitik", wie sie in der Propaganda genannt wird, ist unendlich lang und blutdurchtränkt. Eine fast vollständige Auflistung ist hier einzusehen.

Kriegsverbrechen müssen untersucht und geahndet werden. Das ist völlig richtig. Aber doch nicht von dem Hauptverantwortlichen, der für den Krieg im Verbund mit ausländischen Terroristen verantwortlich zeichnet und somit, wenn auch momentan noch als verdeckter Aggressor, Teilnehmer seines eigenen Stellvertreter-Krieges ist. Putin sagte direkt zu Obama auf dem letzten G8-Gipfel in Nordirland:
"Ihr Land schickte seine Armee 2001 unter dem Vorwand nach Afghanistan, dass Sie gegen die Taliban, die al-Qaida-Organisation und andere fundamentalistische Terroristen kämpfen, denen Ihre Regierung die Durchführung der Anschläge vom 11. September auf New York und Washington zur Last legte. Und heute sind Sie hier und machen eine Allianz mit ihnen in Syrien. Und Sie und Ihre Verbündeten erklären Ihren Wunsch, ihnen Waffen zu liefern. Und hier haben Sie Katar, in dem Sie [die USA] Ihre größte Basis in der Region besitzen, und im Hoheitsgebiet dieses Landes eröffnen die Taliban eine Repräsentanz...... Der beste Teil ist, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel danach jedes Wort von Putin bestätigte.“
Hinter der diplomatischen Sprache Putins verbirgt sich ungeheurer Sprengstoff, den aber zu thematisieren vom Großteil der internationalen Konzernpresse tunlichst vermieden wird. Kein Wort darüber wer Qaida und andere Terroristen in Syrien zum Einsatz bringt. Die Strategie der USA ist, wie in sämtlichen ihrer vorhergegangenen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen und Militäraktionen auch: Regierungen, die sich nicht der Vorherrschaft der Wall-Street-Regierung freiwillig unterwerfen, mit Hilfe international verflochtener Konzernmedien erst zu dämonisieren, bevor die von ihnen regierten Staaten militärisch "zur Ordnung" gerufen werden.

Diese Regierung, an deren Spitze im Augenblick Obama den Präsidenten spielen darf, hat gerade einen jungen, mutigen und geradlinigen jungen Mann, Bradley Manning, zu 35 Jahren Kerker verurteilt. Nicht weil der Obergefreite Manning ein Verbrechen begangen hätte, sondern weil er US-Kriegsverbrechen der Öffentlichkeit, letztlich also dem Souverän, zugänglich gemacht hat. Handfeste und unwiderlegbare Beweise ließ er der Enthüllungsplattform WikiLeaks zukommen, dessen Vorgrundgestalt Julian Assange sich dem Zugriff us-amerikanischer Häscher entzog, als er um politisches Asyl in Ecuador bat, was im August 2012 bewilligt wurde. Seitdem lebt er in der ecuadorianischen Botschaft in London, da ihm der US-Vertreter in Europa, Großbritannien, keine freie Ausreise nach Ecuador garantiert, sondern ihn sofort beim Verlassen der Botschaft verhaften würde, um ihn an Schweden wegen eines angeblichen Sexualvergehens auszuliefern. Assange bezeichnet die schwedischen Vorwürfe als Teil eines Komplotts gegen sich und befürchtet, nicht unbegründet, dass er in der Folge an die USA ausgeliefert werde.

Aus den USA kamen ebenfalls durchaus ernstzunehmende Drohungen und Forderungen nach Julian Assanges Hinrichtung oder Tötung. Wo liegt eigentlich der Unterschied für den Betroffenen? Mit beiden Vorgehensweisen ist man nachher auf jeden Fall tot. Auch Julian Assange war sozusagen mit WikiLeaks zur Aufklärung der Öffentlichkeit unterwegs. Dieses Erkennungsmerkmal hat er mit Snowden, Manning und Greenwald gemeinsam.

Bis heute sind die US-Kriegsverbrechen im Irak, neben dem Fakt, dass der ohne UN-Mandat herbeigelogene völkerrechtswidrige Angriffskrieg an sich schon ein allumfassendes Kriegsverbrechen darstellt, blieb auch die Anwendung von Depleted Uranium-Waffen durch die USA ungesühnt. Diese Massenvernichtungswaffen haben noch immer furchtbaren Folgen für die Zivilbevölkerung und ihrer nachfolgenden Generationen. Man hinterließ ein Erbe von Krebs, Leukämie, hoher Kindersterblichkeit und genetische Schäden. Die Handlanger des internationalen Kapitals lassen sich juristisch nicht belangen. Das walte die US-Army. Die Verarschung des Souveräns ist für das Pack und seine Helfershelfer ein einträgliches Geschäft.

Wie schaffen es eigentlich diese Kriegsverbrecher par excellence, ihre Verbrechen im Glanze höchster moralischer Ansprüche leuchten zu lassen? Das wäre eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, wenn nicht die gekauften Paladine von Funk, Fernsehen und der schreibenden Zunft, ihren jämmerlichen Tanz rund um das goldene Kalb der Mächtigen aufführten und mit mächtigen Löhnen bei Laune gehalten würden.

FH

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