Montag, 30. September 2013

US-geschützte Banden in Syrien mit Chemiewaffen ausgerüstet

Mowitz
Die von den USA und seiner verbündeten Vasallen eingesetzten ausländischen Qaida-Banden, die in Syrien den bewaffneten Kampf gegen die Regierungstruppen der legalen syrische Regierung führen, sind im Besitz von Chemiewaffen. Eigentlich keine Überraschung, aber wenn es aus dem Munde des russischen Außenministers Sergej Lawrow kommt, bekommen die Worte ein ganz anderes Gewicht. Und das nur einige Tage nach der vorläufigen "Verständigung" zwischen Washington und Moskau die sich auf einen Resolutionsentwurf für den Uno-Sicherheitsrat geeinigt haben sollen.
"Die Regimegegner „besitzen solche Waffen, und Bestätigungen dafür gibt es immer mehr“, sagte er, [Lawrow], in einem am Samstagabend vom russischen Fernsehen gesendeten Interview.

Die Sponsoren der syrischen Opposition seien dafür verantwortlich, dass die Extremisten keine Versuche unternehmen, C-Waffen anzuwenden, betonte der Minister.

„Dieser Tage haben wir von einem Telefongespräch zwischen Extremisten erfahren, das abgefangen wurde“, so Lawrow. „Die Zeitung ‚Kommersant‘ hat darüber berichtet. Wir haben unsere amerikanischen und westeuropäischen Kollegen sowie andere Länder, die die Opposition unterstützen, darauf aufmerksam gemacht und gefordert, dass ihren ‚Schützlingen’ jede Möglichkeit genommen wird, weitere Versuche zu unternehmen, in den Besitz von C-Waffen zu kommen, geschweige denn diese Waffen in Zukunft anzuwenden. Denn wir wissen, dass die Opposition mehr als einmal solche Provokationen in Syrien versucht hat. Ria Novosti

Die Qaida Truppen aus Saudi Arabien und Katar sind für ihre brutalen Giftgasattacken auf Kinder und Zivilisten bekannt, und eine offizielle Aufklärung ihrer Verbrechen wird wohl so lange nicht möglich sein, wie die schützende Hand des hegemonialen Vorreiters des Kapitalismus, es verhindern kann/will.

Mit Todesschwadronen kennt sich die Führungsmacht der radikalkapitalistischen Werteordnung auf dem Weg zur Weltherrschaft aus. Bereits in den 70er und 80er Jahren trieben sie ihr blutiges Unwesen im lateinamerikanischen Hinterhof der Führungsmacht. Damals und schon seit Jahrzehnten zuvor, war Lateinamerika durchsetzt von US-eingesetzten und unterstützten Militärdiktaturen, die immer mehr in Bedrängnis gerieten, als sich die Völker Lateinamerikas gegen ihre Peiniger erhoben. Das Imperium unterstützte seine Militärdiktauren durchweg neben "Militärberatern" auch mit Waffen in großem Stil. Der bekannteste Fall eines einzelnen Terroraktes war das Massaker von El Mozote, eine der schlimmsten Gräueltaten in der Geschichte Lateinamerikas. Siehe auch: Wir morden bis zum Einmarsch.

Das Imperium führt in Afrika derzeit einen groß angelegter Eroberungszug durch. Es ist bereits in 35 afrikanischen Ländern mit Truppen im Einsatz, um sich Afrikas enorme Ressourcen, anzueignen oder zumindest die Verfügungsgewalt über sie auszuüben. Im Gegensatz zu China, dass sich in Afrika mit friedlichen Mitteln und einer kreativen Wirtschaftspolitik positioniert, sind der Hegemon und seine Vasallen bereit, Gewalt anzuwenden. Wobei der Irak, Afghanistan, Libyen, Jemen und die schon jahrzehntelange Besatzung und Plünderung Palästinas erst der Anfang sind. Hilfreich dabei ist, den sogenannten Kampf gegen den Terrorismus, der den Kampf gegen die "rote Gefahr" ersetzt hat, als Schild für den kapitalistischen Beutezug vor sich herzutragen.
"Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter, schildert eine geheime präsidiale Richtlinie aus dem Jahre 1979, die den Beginn des heute so genannten „Krieges gegen den Terror“ markierte. Siebzehn Jahre lang haben die USA extremistische Dschihadisten, die „eine ganze Generation in Gewalt ertränkten“, ausgebildet, finanziert, mit Waffen versorgt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Der Plan trug den Namen „Operation Wirbelsturm“ und sollte die UdSSR zu Fall zu bringen – doch was einstürzte, waren die Twin Towers."
FH

Mehr zum Thema:

Gegenmeinung: Von den USA unterstützte Terroristen haben den US-Botschafter in Libyen ermordet.....

Sonntag, 29. September 2013

Angela Merkels Deutschland

Stephen Lendman
Von Stephen Lendman
SteveLendman Blog, 23.09.13

Am 23. September erschien der SPIEGEL ONLINE INTERNATIONAL mit der Schlagzeile "World From Berlin: 'Triumph Confirms Era of Merkelism" (Botschaft aus Berlin an die Welt: Merkel-Ära triumphal bestätigt.)

Sie "hat einen atemberaubenden Sieg errungen. Die Konservativen erzielen das beste Wahlergebnis in zwei Jahrzehnten. Merkel hat den Zenit ihrer Macht erreicht".

Kolumnist Wolfgang Münchau schrieb in der Financial Times unter der Schlagzeile "Merkel’s almost total political triumph" (Merkels fast totaler politischer Triumph):
"Nur wenige Stimmen fehlten zur absoluten Mehrheit; dieses Wahlergebnis ist das denkbar beste, das Angela Merkel erreichen konnte."

"Es war ein triumphaler Wahlerfolg, wie er in der deutschen Politik äußerst selten vorkommt."

"Sie hat ihre sämtlichen Wahlziele erreicht und wird an der Macht bleiben – was eh niemand ernsthaft bezweifelt hat."

"Sie hat aber noch ein weiteres Ziel erreicht – sie verhinderte, dass die drei Parteien links von der CDU im neuen Bundestag eine Koalition gegen sie bilden können."
Deutschlands so genannte Linke ist genau so konzernhörig und arbeiterfeindlich wie die Parteien rechts der Mitte. Dazu hat sich Münchau nicht geäußert, sondern nur gesagt: "Die CDU kann sich einen Koalitionspartner aussuchen."

Er lehne ihre Wirtschaftspolitik zwar größtenteils ab, bewundere aber ihre politische Kaltschnäuzigkeit.

Die deutsche Zeitung taz nennt Angela Merkel "die schlechteste Regierungschefin in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands". Das ist sie und noch einiges mehr. Ihr Wahlsieg ist "auch eine schlimme Nachricht für Europa".

Die Berliner Zeitung beklagt, dass wichtig innenpolitische Probleme ungelöst blieben. "Vieles kann nicht noch weitere vier Jahre so bleiben, wie es jetzt ist." Es wird aber nicht besser, sondern nur noch schlimmer werden.

Angela Merkel ist nicht nur Kanzlerin und Parteichefin. Sie hat die deutsche Politik auch weiter nach rechts gerückt als alle deutschen Kanzler aus beiden politischen Lagern vor ihr.

Sie hat die dritte Wahl in Folge gewonnen und könnte so lange Kanzlerin bleiben wie Helmut Kohl, der von Oktober 1982 bis Oktober 1998 insgesamt 16 Jahre im Amt war.

Angela Merkels Triumph bringe sie "auf gleiche Höhe mit anderen Schwergewichten der CDU – mit Konrad Adenauer und Helmut Kohl", schreibt Der Spiegel, sie werde aber nicht viel Zeit haben, "ihren Wahlsieg zu genießen".

Obwohl 41,5 Prozent der deutschen Wähler Frau Merkel als Kanzlerin behalten wollen, stehen ihr harte Koalitionsverhandlungen bevor, bis sie eine neue Regierung bilden kann. Ihr bisheriger Partner FDP erlitt eine demütigende Niederlage.

Die FDP verlor zwei Drittel ihrer Wähler und wird dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören, weil sie an der 5-Prozent-Hürde gescheitert ist.

Das ist ihr zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg passiert und ein schwerer Rückschlag für die Rechte. Angela Merkel bleibt aber die Wahl zwischen zwei anderen Parteien.

Ihre neue Regierung kann sie entweder mit der SPD oder mit den GRÜNEN bilden. Beide Koalitionen werden der Mehrheit der Deutschen nur Nachteile bringen.

Die fünf wichtigsten deutschen Parteien (CDU, CSU, FDP; SPD und DIE GRÜNEN) ähneln den Republikanern oder den Demokraten in den USA. Sie unterscheiden sich nur in ihren verbalen Äußerungen, aber kaum in ihrer Politik.

Die Politik der (genannten) Parteien nützt nur den Konzernen und benachteiligt die Bevölkerung. Sie führen Krieg gegen die Mehrheit der Deutschen und zwingen sie, sich immer mehr einzuschränken.

Sie unterstützen die imperialen Pläne Obamas und hängen auch eigenen Großmacht-Träumen nach. Sie befürworten Kriegseinsätze und tun nichts zur Erhaltung des Friedens. Außerdem vernachlässigen sie die Interessen der meisten Deutschen.

Der Merkelismus ähnelt dem Thatcherismus. Frau Thatcher startete eine Revolution zugunsten der Konzerne. Sie machte Großbritannien zu einem Labor für halsabschneiderische Kapitalisten.

Frau Thatcher vertrat den reinen Fundamentalismus der Chicagoer Schule. Sie glaubte, die Märkte funktionierten am besten ohne einschränkende Regeln, ohne lästige Steuern, ohne Handelshemmnisse und ohne staatliche Einmischung.

Die Regierung solle sich am besten ganz heraushalten. Die Konzerne könnten ohne Eingreifen der Regierung alles viel besser regeln. Öffentliches Eigentum müsse privatisiert werden. Die Profitmaximierung dürfe nicht eingeschränkt werden.

Angela Merkel ist ihr deutsches Pendant. Die Deutschen sind selbst für ihre Wiederwahl verantwortlich.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Die politische Karriere Angela Merkels begann im Dezember 1989. Sie schloss sich dem in Ostdeutschland gegründeten Demokratischen Aufbruch / DA an und wurde dessen Pressesprecherin.

Im August 1990 wurde der DA in die ostdeutsche CDU eingegliedert, die nach der Wiedervereinigung im Oktober in der westdeutschen CDU aufging.

Frau Merkel verlor zwar ihren Job, brauchte sich aber keine Sorgen zu machen. In der Bundestagswahl im Dezember 1990 errang die CDU einen klaren Sieg. Im Januar 1991 wurde Angela Merkel zur Ministerin für Frauen und Jugend berufen.

Helmut Kohl, der Parteichef der CDU, wurde ihr Mentor. Sie nannte ihn den "Vater der deutschen Einheit" und verbündete sich mit den Konservativen am rechten Rand ihrer Partei.

Auch nach den Wahlen im Jahr 1994 behielt die Regierung Kohl die Macht. Angela Merkel wurde zur Umweltministerin befördert und förderte ihrerseits die Atomindustrie. Sie befürwortete die Verlängerung der Laufzeit alternder Kernkraftwerke.

1998 übernahm die SPD zusammen mit den GRÜNEN die Macht. Angela Merkel verlor zwar ihr Ministerium, stieg in der CDU aber weiter auf. Im November wurde sie deren Generalsekretärin.

Weil Kohl für die Wahlniederlage verantwortlich gemacht wurde, kam es in der CDU zu Spannungen, die Frau Merkel zu ihrem Vorteil zu nutzen wusste. Sie musste Kohl loswerden und seinen Nachfolger Wolfgang Schäuble aus dem Weg räumen. Kohl wurde später "Ehrenvorsitzender der CDU".

In einem Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung distanzierte sich Angela Merkel von beiden führenden CDU-Politikern (weitere Infos dazu hier). Ihr ehemaliger Mentor wurde zu ihrem Gegner. (s. dazu auch hier)

Angela Merkel präsentierte sich (der Parteibasis) als einziges Mitglied der Parteiführung, das dazu in der Lage war, das "System Kohl" zu bereinigen. So ebnete sie sich selbst den Weg zur CDU-Chefin.

Anfang 2000 trat Schäuble (als CDU-Vorsitzender) zurück, weil bekannt geworden war, dass er einen Koffer voller D-Mark angenommen hatte.

Erinnern Sie sich noch? Am 1. Januar 1999 wurde der Euro zu Deutschlands offizieller Währung – zunächst noch nicht als reales Geld, sondern nur in Form von Reiseschecks, und im elektronischen Bankverkehr.

Die D-Mark in Scheinen und Münzen blieb bis zum 1. Januar 2002 in Umlauf; die komplette Umstellung auf den Euro dauerte bis zum 28. Februar.

Die Währungsumstellung in den einzelnen Euro-Ländern erfolgte zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Deutschland zog seine Landeswährung zuerst aus dem Verkehr.

Von nationalen Zentralbanken wurde die D-Mark aber noch einige Jahre länger akzeptiert. Vor der Umstellung auf den Euro war sie nach dem Dollar die zweitwichtigste internationale Leitwährung.

Anfang 2000 musste Helmut Kohl auf den Ehrenvorsitz und Wolfgang Schäuble auf den Vorsitz der CDU verzichten. s. dazu auch hier und hier) Angela Merkel konnte nun die Führung der CDU übernehmen und wurde zur Parteivorsitzenden gewählt.

Sie distanzierte sich von Kohl, der häufig der "letzte Sozialdemokrat" genannt wurde. Er hatte auf eine Kürzung der Sozialausgaben verzichtet, weil er den Widerstand der breiten Öffentlichkeit fürchtete.

Merkel steuerte ihren eigenen Kurs, der auf Kürzung der Sozialausgaben gerichtet war. Von Anfang an verfolgte sie eine sehr konzernfreundliche Politik, die darauf zielte, den Wohlfahrtsstaat Deutschland zu beseitigen.

Bei den Bundestagswahlen 2002 musste sie noch Edmund Stoiber, dem Ministerpräsidenten Bayerns und Vorsitzenden der CSU, die Kandidatur für das Amt des Bundeskanzlers überlassen.

Aus den vorgezogenen Bundestagswahlen im September 2005 ging sie als Siegerin hervor und wurde erstmals Bundeskanzlerin. Am 22. November 2005 trat sie ihr Amt an. Am 22. September 2013 verschaffte sie sich mit einem überlegenen Wahlsieg die Möglichkeit zu einer dritten Kanzlerschaft.

Von jetzt bis zur nächsten Bundestagswahl vergeht viel Zeit. Es bleibt abzuwarten, ob sie die noch ein viertes Mal gewinnen wird. In Anbetracht der Krise der Weltwirtschaft könnte es auch bei drei Kanzlerschaften bleiben.

Es könnte den Deutschen noch sehr leid tun, dass sie Angela Merkel jemals gewählt haben. Ihre gesamte politische Karriere ist geprägt durch Konzernhörigkeit, ein mangelhaftes Demokratieverständnis und Maßnahmen zum Nachteil der großen Mehrheit der Bevölkerung. Sie wird vom harten rechten Kern der CDU gestützt.

Ihre Politik ist gegen die Bevölkerung gerichtet. Sie vertritt nur die Interessen der Reichen, der wohlhabenden Erben und der Mächtigen. Die Bedürfnisse der Bevölkerung sind ihr gleichgültig. Sie ist gegen fast alles, was die Mehrheit der Deutschen will.

Sie fährt einen harten Sparkurs, der die reichen Eliten, die ohnehin schon zu viel haben, noch reicher macht. Sie will die Löhne niedrig halten oder weiter kürzen. Sie will das soziale Netz Deutschlands zerstören.

Die deutsche Bevölkerung soll sich selbst um ihr Wohlergehen kümmern. Die "entfesselten Kräfte des Marktes" sollen die Dinge regeln. Was Angela Merkel tut, ist nicht fair. Die Profite der Konzerne sind ihr wichtiger als die Bedürfnisse der Menschen.

Es ist davon auszugehen, dass den meisten Deutschen harte Jahre bevorstehen. Auch die Bevölkerungen anderer Euro-Länder werden weiter unter ihrem strengen Regiment zu leiden haben.

In Anbetracht der sich verschärfenden Probleme der Weltwirtschaft sind noch sehr viel härtere Zeiten zu erwarten.

Stephen Lendman lebt in Chicago. Er ist unter lendmanstephen@sbcglobal.net zu erreichen.

(Luftpost-kl.de hat den Artikel komplett übersetzt.)

Mittwoch, 25. September 2013

Der gefährlichste Moment in der Geschichte der Menschheit: "Bei der Sicherung der Brennelemente im Lagerbecken der Einheit 4 in Fukushima geht es um unser aller Überleben!"

Reaktorgebäude 4 am 16.März
Bild entnommen aus Wikipedia, Public domain
Harvey Wassermann, ein profilierter Atomkraftgegner aus den USA, warnt vor einer atomaren Katastrophe in Fukushima, die alles Leben auf unserer Erde vernichten könnte.
Von Harvey Wasserman
Global Research, 20.09.13

Nur noch zwei Monate trennen uns von der größten Gefahr für die Menschheit seit der Krise um die Raketen auf Kuba. Es gibt keine Entschuldigung dafür, jetzt nicht zu handeln. Die Spezies Mensch muss all ihre Fähigkeiten mobilisieren, um die eingelagerten abgebrannten Brennelemente der Einheit 4 in Fukushima zu sichern.

Der Fukushima-Eigentümerin, die Tokyo Electric / Tepco, hat mitgeteilt, dass sie in spätestens 60 Tagen den Versuch starten muss, mehr als 1.300 abgebrannte Brennelemente aus einem schwer beschädigten, leckenden Lagerbecken zu bergen, das sich 100 Fuß (30,5 m) über dem Erdboden befindet. Das Becken ruht auf einem stark beschädigten Gebäude, das sich zur Seite neigt, und spätestens beim nächsten Erdbeben oder auch schon früher einzustürzen droht.

Die rund 400 Tonnen wiegenden Brennelemente in diesem Becken könnten 15.000-mal mehr radioaktive Strahlung freisetzen als die Bombe von Hiroshima.

Einiges steht in dieser drohenden Krise schon fest: Tepco hat weder die wissenschaftlichen, technischen noch finanziellen Ressourcen, um sie zu meistern. Das Gleiche gilt für die japanische Regierung. Dieses äußerst riskante Unterfangen erfordert ein koordiniertes Zusammenwirken der besten Wissenschaftler und Techniker der ganzen Welt.

Warum ist die Situation so gefährlich?

Wir wissen, dass schon Tausende von Tonnen stark verstrahlten Kühlwassers im Atomkraftwerk Fukushima angefallen; das ist ein Teufelsgebräu, mit dem langlebige giftige Isotopen in den Pazifik gelangen. Vor der Küste Kaliforniens wurden bereits Thunfische gefangen, die nachweisbar durch radioaktiven Fallout aus Fukushima verstrahlt wurden. Es wird aber noch viel schlimmer kommen.

Tepco braucht ständig neues Wasser, um die drei geschmolzenen Reaktorkerne der Anlage zu kühlen. Dampfwolken lassen erkennen, dass sich die Kernspaltung irgendwo unterirdisch immer noch fortsetzt. Aber niemand weiß, wo (und in welchem Zustand) sich diese Reaktorkerne tatsächlich befinden.

Große Mengen des verstrahlten Wassers wurden bis jetzt in rund 1.000 riesigen, aber wenig stabilen Tanks gesammelt, die schnell und über die gesamte Anlage verstreut errichtet wurden. Viele lecken bereits. Alle könnten bei einem weiteres Erdbeben auseinander brechen; dann würden sich Tausende von Tonnen langlebiger Gifte in den Pazifik ergießen.

Das Kühlwasser, das durch die Anlage in Fukushima geleitet wird, höhlt auch die Fundamente unter den noch erhaltenen Gebäuden aus – auch die des Gebäudes, auf dem sich das Brennelemente-Lagerbecken der Einheit 4 befindet.

In einem größeren Sammellagerbecken, das nur 50 Meter von der Einheit 4 entfernt liegt, werden mehr als 6.000 weitere abgebrannte Brennelemente gekühlt. Einige davon enthalten Plutonium. Weil dieses große Becken keine sichere Überdachung hat, könnte beim Einsturz eines benachbarten Gebäudes, bei einem Erdbeben oder einem weiteren Tsunami sein gesamtes Kühlwasser auslaufen.

Insgesamt sind mehr als 11.000 Brennelemente über die ganze Anlage in Fukushima verteilt. Von Robert Alvarez, einem bekannten Experten mit langjähriger Erfahrung, der auch schon für das (US-)Energieministerium tätig war, wissen wir, dass von der Anlage in Fukushima 85-mal so viel tödliches Cäsiums freigesetzt werden könnte wie bei der Katastrophe in Tschernobyl.

Rund um Japan werden immer mehr Stellen mit hoher Radioaktivität entdeckt. Dort leiden vor allem Kinder vermehrt unter Schilddrüsen-Erkrankungen.

Als Sofortmaßnahme müssen die abgebrannten Brennelemente so schnell und so sicher wie möglich aus dem einsturzgefährdeten Lagerbecken der Einheit 4 entfernt werden Kurz vor dem Erdbeben am 11. März 2011 und dem nachfolgenden Tsunami, der das Atomkraftwerk Fukushima zerstörte, wurde der Atomkern der Einheit 4 im Rahmen der routinemäßigen Wartung und Neubestückung entfernt. Wie bei etwa zwei Dutzend Atomreaktoren in den USA und vielen in anderen Teilen der Welt befindet sich das von der US-Firma General Electric gebaute Kühlbecken, in dem der entfernte Reaktorkern jetzt liegt, 100 Fuß über dem Erdboden. [s. hier]

Abgebrannte Brennelemente müssen unbedingt unter Wasser aufbewahrt werden. Die darin enthaltenen Brennstäbe sind mit einer Zirconium-Legierung ummantelt, die sich, wenn sie mit Luft in Berührung kommt, spontan entzündet. Zirconium wurde früher in Blitzlampen für Fotoapparate verwendet und verbrennt mit extrem heller und heißer Flamme.

Ein Brennstab ohne Ummantelung strahlt so viel Radioaktivität ab, dass jeder, der sich in seiner Nähe aufhält, in wenigen Minuten stirbt. Eine Feuersbrunst könnte das ganze Bedienungspersonal dazu zwingen, aus (dem Kernkraftwerk) Fukushima zu fliehen und die havarierte Anlage unkontrolliert sich selbst zu überlassen.

Nach Aussage des Ingenieurs Arnie Gundersen, der 40 Jahre in der Atomindustrie gearbeitet und Brennstäbe für sie hergestellt hat, sind die abgebrannten Brennstäbe aus dem Kern der Einheit 4 verbogen, beschädigt und so brüchig, dass sie zu zerbröckeln drohen. Mit Überwachungskameras wurde festgestellt, dass in dem beschädigten Kühlbecken bereits eine beunruhigende Menge von Bruchstücken liegt.

Die beim Entleeren des Kühlbeckens der Einheit 4 auftretenden technischen und wissenschaftlichen Probleme sind nach Gundersens Meinung ebenso schwierig wie entmutigend, müssen aber zu 100 Prozent gelöst werden.

Wenn der Versuch scheitert und die Brennstäbe mit Luft in Berührung kommen, werden sie sich entzünden und Radioaktivität in unvorstellbarer Menge in die Atmosphäre freisetzen. Die Kühlwanne könnte auch zusammen mit den Brennelementen auf den Boden stürzen; der sich dort auftürmende, Radioaktivität abstrahlende Schuttberg könnte sogar explodieren. Die dabei entstehende radioaktive Wolke würde die Gesundheit und Sicherheit von uns allen bedrohen.

Der bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986 freigesetzte radioaktive Fallout erreichte Kalifornien innerhalb von zehn Tagen, die 2011 in Fukushima freigesetzte Radioaktivität kam schon nach weniger als einer Woche dort an. Eine neue Kernschmelze in der Einheit 4 würde einen Jahrhunderte andauernden tödlichen Strom von Radioaktivität über die ganze Erde ausgießen.

Murata Mitsuhei, der ehemalige Botschafter (Japans in der Schweiz) sagte, der in Fukushima drohende gesamte radioaktive Fallout könnte "weltweit die Umwelt und unsere Zivilisation zerstören". Es geht nicht mehr um Raketentechnik oder um hitzige Debatten über Kernkraftwerke, sondern um das Überleben der Menschheit. (s. dazu auch hier.)

Weder Tokyo Electric noch die Regierung Japans können dieses gewaltige Problem allein lösen. Wenn es versäumt wird, ein aus den besten Wissenschaftlern und Ingenieuren unseres Planeten bestehendes Team mit der Lösung des Problems zu beauftragen, ist das nicht zu entschuldigen.

Es bleiben uns noch höchstens zwei Monate zum Handeln.

Deshalb ersuchen wir in einer Petition die Vereinten Nationen und den Präsidenten Obama, die Wissenschaftler und Ingenieure der Welt zu mobilisieren und mit der Bergung der abgebrannten Brennelemente in Fukushima zu beauftragen.

Auch Sie können diese Petition unter http://petitions.moveon.org/sign/the-world-community-must unterzeichnen.

Wenn Sie eine bessere Idee haben, dann sollten Sie diese einbringen. Aber tun Sie etwas, und tun Sie es jetzt. Die Uhr tickt. Die Zeiger zeigen 5 Minuten vor zwölf; die atomare Katastrophe, die unsere Welt vernichten würde, ist bedrohlich nahe gerückt.

Harvey Wasserman ist Chefredakteur der "Columbus Free Press" und der "Free Press". Er betreibt auch die Website "Nuke Free".

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Dienstag, 24. September 2013

Schöne neue Zeit: Eine Invasion macht keine Schlagzeilen und die Lügen von Hollywood führen einen an der Nase herum

Autor: John Pilger
 Herausgegeben von  Susanne Schuster سوزان شوستر
In Afrika findet derzeit ein groß angelegter Eroberungszug statt. Die USA stationieren in 35 afrikanischen Ländern Truppen, zunächst in Libyen, Sudan, Algerien und Niger. Die Presseagentur Associated Press hatte diese Nachricht am Weihnachtstag [2012] verkündet, doch sie wurde von den meisten anglo-amerikanischen Medien verschwiegen.
Dieser Angriff hat mit dem „Islamismus“ so gut wie nichts zu tun, aber fast alles mit der Aneignung von Ressourcen, insbesondere der Erze, und mit einer wachsenden Rivalität mit China. Im Gegensatz zu China sind die USA und ihre Verbündeten bereit, Gewalt anzuwenden, wie sie es schon in Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen und Palästina getan haben. Wie zur Zeit des Kalten Krieges müssen sich westliche Journalisten und die Volkskultur die Aufgabe teilen, den Heiligen Krieg gegen das „bedrohliche Spektrum“ des islamistischen Extremismus zu rechtfertigen, genau wie einst die falsche „rote Bedrohung“ einer kommunistischen Weltverschwörung.

Wie im Wettlauf um Afrika im 19. Jahrhundert hat das US-amerikanische Einsatzkommando für Afrika (AFRICOM) ein Netz aufgebaut aus entgegenkommenden afrikanischen Regierungen, die gierig sind nach US-amerikanischem Schmiergeld und Waffen. Voriges Jahr führte AFRICOM unter Führung des US-Militärs und unter Beteiligung von 34 afrikanischen Ländern die Operation African Endeavor durch. Unter der „Soldat-zu-Soldat“-Doktrin von AFRICOM werden auf jeder Führungsebene, vom General bis zum Unteroffizier, US-Offiziere eingebettet. Es fehlen nur noch Kolonialhelme.

Karikatur von Edward Linley Sambourne zum
Kap-Kairo-Plan von Cecil Rhodes im Punch, 1892,
Wiki, Public domain
Es ist, als sollte die stolze Befreiungsgeschichte Afrikas, von Patrice Lumumba bis Nelson Mandela, von der schwarzen Kolonialelite der neuen Herren der Vergessenheit preisgegeben werden; ihre „historische Mission“ ist es, einen „getarnten aber zügellosen Kapitalismus“ zu fördern, wie Franz Fanon vor einem halben Jahrhundert warnte.

Besonders auffallend ist das Beispiel des Ostkongo, einer an Erzen reichen Region, die unter Kontrolle einer abscheulichen, als M23 bekannten Rebellengruppe steht, deren Fäden wiederum von Uganda und Ruanda, beide Marionetten Washingtons, gezogen werden.

Der längst als Mission der NATO - ganz zu schweigen von den übereifrigen Franzosen, die stets bereit sind, ihre aussichtslosen kolonialen Unternehmungen aufzuwärmen - geplante Krieg in Afrika ist im Jahre 2011 dringend notwendig geworden. Damals schien sich die arabische Welt von Mubarak und den anderen Knechten Washingtons und Europas zu befreien. Die Hysterie, die dies in den imperialistischen Zentren auslöste, kann nicht übertrieben werden. NATO-Bomber wurden nicht nach Tunis oder Kairo geschickt, sondern nach Libyen, wo Gaddafi über die größten Ölreserven Afrikas herrschte. Als die Stadt Sirte dem Erdboden gleichgemacht worden war, übte die britische SAS das Kommando aus über „Rebellen“-Milizen bei einer Operation, die inzwischen als „rassistisches Blutbad“ enthüllt wurde.

Die Ureinwohner der Sahara, die Tuareg, deren Berber-Kämpfer Gaddafis Schutz genossen, flohen über Algerien in Richtung Mali, wo sie seit den 1960er Jahren Anspruch auf einen unabhängigen Staat erheben. Wie es der stets aufmerksame Patrick Cockburn bemerkte, bereitet dieser lokale Streit im Nordwesten Afrikas dem Westen viel mehr Sorgen als Al-Kaida ... „zwar arm, sitzen die Tuareg oft auf riesigen Öl-, Erdgas-, Uran- und sonstigen kostbaren Erzreserven.”


Die Belagerung einer Erdgasanlage in Algerien, die in einem Blutbad endete, war mit ziemlicher Sicherheit die Folge eines US-amerikanisch-französischen Angriffs auf Mali, was den britischen Premierminister David Cameron zu einer Reaktion inspirierte, die nach 11. September stank. Der ehemalige PR-Mann beim Fernsehsender Carlton ereiferte sich über eine „globale Bedrohung“, die „Jahrzehnte“ westlicher Gewalt erfordere - d.h. die Umsetzung des vom Westen für Afrika bestimmten Wirtschaftsmodells sowie die Vergewaltigung des multiethnischen Syriens und die Eroberung des unabhängigen Iran.

Cameron hat britische Truppen nach Mali entsandt und er schickt eine Drohne der britischen Luftwaffe, während General Sir David Richards, sein plauderfreudiger Oberbefehlshaber der Streitkräfte eine „unzweideutige Botschaft an die Dschihadisten weltweit richtete: „Sucht bloß keinen Zank mit uns - wir werden mit aller Kraft zurückschlagen.“ Genau das wollten die Dschihadisten hören. Die Blutspur der Opfer des von der britischen Armee verübten Terrors, alle Muslime, und die Fälle von institutionalisierter Folter, die inzwischen vor Gericht angeklagt wurden, verleihen den Äußerungen des Generals den fehlenden ironischen Nachklang. Sir Davids „robusten“ Umgangston habe ich mal zu spüren bekommen, als ich ihn fragte, ob er die Beschreibung gelesen habe, die die mutige afghanische Feministin Malalaj Joya vom barbarischen Verhalten der Westler und ihrer Kumpane in ihrem Land gemacht hatte. „Sie treten für die Taliban ein“ war die Antwort. (Später hat er sich dafür entschuldigt.)


Diese düsteren Komödianten scheinen direkt einem Roman von Evelyn Waugh entstiegen zu sein und sie lassen uns den rauhen Wind der Geschichte und der Scheinheiligkeit spüren. Den „islamischen Terror“, durch den sie ihren Raub der afrikanischen Ressourcen rechtfertigen, haben sie quasi selber erfunden. Dass man den Lügenmärchen von BBC und CNN weiter Glauben schenkt und dabei die Wahrheit ignoriert, ist nicht mehr zu entschuldigen. Man lese nur das Buch von Mark Curtis, Secret Affairs: Britain’s Collusion with Radical Islam(Serpent’s Tail) [Geheimsachen: Wie Großbritannien mit dem islamischen Fundamentalismus gemeinsame Sache machte, AdÜ] oder jenes von John Cooley Unholy Wars: Afghanistan, America and International Terrorism (Pluto Press) [Gottlose Kriege: Afghanistan, Amerika und der internationale Terror, AdÜ] oder The Grand Chessboard (HarperCollins) [auf deutsch: »Die einzige Weltmacht«, bei Fischer] von Zbigniew Brzezinski, einer der Geburtshelfer des modernen fundamentalistischen Terrors. Letztendlich wurden die Mudschaheddin der Al-Kaida und die Taliban von der CIA, ihrem pakistanischen Gegenstück ISI und dem britischen MI6 erschaffen.


Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter, schildert eine geheime präsidiale Richtlinie aus dem Jahre 1979, die den Beginn des heute so genannten „Krieges gegen den Terror“ markierte. Siebzehn Jahre lang haben die USA extremistische Dschihadisten, die „eine ganze Generation in Gewalt ertränkten“, ausgebildet, finanziert, mit Waffen versorgt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Der Plan trug den Namen „Operation Wirbelsturm“ und sollte die UdSSR zu Fall zu bringen – doch was einstürzte, waren die Twin Towers.

Seitdem ist die Berichterstattung, die intelligente und gebildete Leute sowohl verbreiten als auch aufnehmen, zu einer Art Disney-Journalismus verkommen, wie immer verstärkt von Hollywoods Lizenz zum Lügen und Lügen. Demnächst bringt Dreamworks einen Film über Wikileaks heraus, das sich auf ein Buch über den perfiden Klatsch von zwei reich gewordenen Journalisten des Guardian stützt; und dann der Film Zero Dark Thirty, der Folter und Mord verherrlicht; dessen Regie führt Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow, die als moderne Leni Riefenstahl die Stimme ihres Herrn verbreitet, wie einst die geliebte Regisseurin des Führers. So sieht der Einwegspiegel aus, der uns blind macht dafür, was die Machthaber in unserem Namen anrichten.

Quelle: Tlaxcala
Original

Montag, 23. September 2013

Nach der Wahl - Nur zwei Wählergruppen sind auf Augenhöhe: Union und Nichtwähler

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Und so kam es wie es kommen musste. Bei einer Wahlbeteiligung von 71,5 Prozent werden nach der Wahl Zwerge zu Riesen. Besonders zu schwarzen Riesen. Ansonsten an der Wahlfront nichts Neues.

Das vorläufige relativierte Endergebnis zeigt in aller Deutlichkeit: auf den Nebenkriegsschauplätzen werden Wahlen gewonnen, oder verloren. Ob die FDP drinbleibt, rausfliegt oder durch die AfD-Professoren-Partei ersetzt wird, ist möglicherweise für die jeweils Betroffenen von Bedeutung. Für die Politik des Landes eher nicht. Die wird an den Börsen gemacht. Ist die AfD "rechts" und "populistisch"? Nur ein Scheinthema. Die ist so rechts und populistisch wie es die Bourgeoisie immer schon war und immer noch ist. Sie ist so "rechts" wie Die Linke "links" ist. Sie spielen also eher Halbrechts und Halblinks, wie man es in der Fußballersprache früher formuliert hätte.

Autobahngebühren für Ausländer oder nicht, ein Thema für Stammtische und rechte Populisten der CSU. Für heim- und zurückgebliebene Eltern war das Thema Betreuungsgeld oder nicht von Bedeutung. Durfte Steinbück mit ausgestrecktem Mittelfinger auf der Titelseite des SZ-Magazins posieren und dann noch Kanzler werden? Natürlich nicht! Er hat keinen schönen Stinkefinger. Jetzt haben wir den Salat:

Vorläufiges Endergebnis:

Nichtwähler: 28,5 Prozent (0)

CDU/CSU: 29,7 Prozent (41,5)

S?PD: 18,4 Prozent (25,7)

Grüne: 6 Prozent (8,4)

FDP: 3,4 Prozent (4,8)

Linke: 6,1 Prozent (8,6)

Piraten: 1,6 Prozent (2,2)

AfD: 3,4 Prozent (4,7)

Sonstige: 2,9 Prozent (4,0)
____________________________________________________

Prozent aller Wahlberechtigten.
In Klammern Prozent von den abgegebenen Wählerstimmen.

Sitzverteilung, Total 630:

Nichtwähler: 0 (0)

CDU/CSU: 311 (49,3)

S?PD: 192 (30,5)

Linke: 64 (10,2)

Grüne: 63 (10)

Die anderen Parteien die antraten, gingen leer aus.
In Klammern Prozent der Parlamentsmandate.

FH

Wie die Videos von dem Chemiewaffen-Angriff in Syrien inszeniert wurden

In einer von James Corbett für Global Research erstellten Video-Dokumentation zu dem Chemiewaffen-Angriff in Syrien wird die These vertreten, dass er von den "Rebellen" durchgeführt wurde, aber der syrischen Regierung angelastet werden soll.

Von James Corbett, Mutter Agnes Mariam und Prof. Michel Chossudovsky
Global Research, 19.09.13

Im Gefolge des Chemiewaffen-Anschlags in Syrien wurden schockierende Videos, die Opfer dieses Angriff zeigen, weltweit über das Internet verbreitet, um den Zorn der Öffentlichkeit anzustacheln und deren Einverständnis mit einer Militärintervention (des Westens) durchzusetzen.

Eine neue Videodokumentation deckt beunruhigende Widersprüche und Manipulationen in den Opfervideos auf und stellt die offizielle Story über den Angriff und seine Opfer in Frage.

Die Hintergrundinformation wurde im Auftrag von Global Research TV / GRTV erstellt und ist hier aufzurufen. (Es folgt eine Übersetzung des Kommentars zu den Aussagen von Experten und Zeugen, die in dem GRTV-Video (leider nur in englischer Sprache) zu Wort kommen.

Anfang dieser Woche legte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Ergebnisse des Untersuchungsteams vor, das er letzten Monat nach Syrien entsandt hatte – mit dem Auftrag, Beweise dafür zu sammeln, dass am 21. August in Ghouta ein Chemiewaffen-Angriff stattgefunden hat.

Dieser Untersuchungsbericht wird von den USA und Großbritannien als Beleg dafür angesehen, dass der Angriff von Truppen der syrischen Regierung ausgeführt wurde, obwohl er keinerlei Hinweise enthält, die diese Behauptung stützen. Das Untersuchungsteam sollte nur feststellen, ob überhaupt Chemiewaffen eingesetzt wurden, aber nicht, wer sie eingesetzt hat; es fasst seine Ergebnisse in der einfachen Feststellung zusammen:

"Auf Grundlage der Beweise, die wir während unserer Untersuchung der Ereignisse in Ghouta gesammelt haben, ziehen wir den Schluss, dass am 21. August 2013 in dem noch andauernden Konflikt, der zwischen verschiedenen Parteien in der Syrisch-Arabischen Republik ausgetragen wird, in relativ großem Umfang Chemiewaffen gegen Zivilisten eingesetzt wurden – auch gegen Kinder."

Die Frage, von wem der Angriff ausging, ist natürlich in geopolitischer Hinsicht das Schlüsselproblem. Wenn der Angriff der syrischen Regierung anzulasten wäre, müsste er als unverständliche Eskalation des Konfliktes angesehen werden, wenn er von terroristischen Aufständischen geführt wurde, war der Chemiewaffen-Einsatz eine provokative Operation unter falscher Flagge, mit der die USA und ihre Verbündeten zu einem bewaffneten militärischen Eingreifen in Syrien veranlasst werden sollten.

Schon vorher hatten Analysten zugestehen müssen, dass mögliche Motive für den Angriff auf Ghouta eher dafür sprechen, dass die Terroristen und nicht die in Syrien Regierenden die Schuld dafür tragen. Im Bodenkrieg gegen die syrische Regierung droht den "Rebellen" schon seit Monaten eine Niederlage, und sie wussten, dass Obama den Einsatz von Chemiewaffen als "rote Linie" bezeichnet hat, deren Überschreiten ein militärisches Eingreifen (der USA) zur Folge hätte. Diejenigen, die Assad die Schuld zuweisen möchten, müssen zugeben, dass er für einen plötzlichen Chemiewaffen- Einsatz gegen die eigene Bevölkerung keinen vernünftigen militärischen Grund hatte; sie können auch nicht erklären, warum er damit so lange gewartet haben soll, bis die Chemiewaffen-Inspektoren der Vereinten Nationen im Land waren.

Der Hintergrund und die Entwicklung des Konflikts liefern viele Beweise dafür, dass die Terroristen Chemiewaffen besitzen und dazu ausgebildet und motiviert wurden, sie auch zu verwenden. Bereits im Dezember letzten Jahres wurde berichtet, dass die US-Streitkräfte Terroristen im Umgang mit Chemiewaffen ausgebildet haben. Ebenfalls im Dezember veröffentlichten die "Rebellen" ein Video, das Experimente mit Chemiewaffen zeigt, und die Drohung enthält, diese Waffen auch gegen Unterstützer der Regierung einzusetzen. Und im Juli dieses Jahres legte Russland den Vereinten Nationen einen ausführlichen, 100-seitigen Bericht vor, in dem nachgewiesen wird, dass terroristische Aufständische den Angriff mit Chemiewaffen zu verantworten haben, der am 19. März in Khan al-Asal am Stadtrand von Aleppo stattgefunden hat.

Zum jüngsten Chemiewaffen-Angriff haben die Geheimdienste der USA, Großbritanniens und Frankreich jeweils eigene "Erkenntnisse" vorgelegt; alle Dienste machen Assad für den Überfall verantwortlich und fordern die "internationale Gemeinschaft" auf, den Druck auf die syrische Regierung zu erhöhen. Die Berichte über den Angriff widersprechen einander aber in vielen Punkten, vor allem weil sie sehr unterschiedlicher Opferzahlen angeben; das zeigt, dass sich die Geheimdienste noch nicht einmal über fundamentale Details des Chemiewaffen-Angriffs einig sind.

Neue Beweise belegen, dass die Angriffe von Terroristen durchgeführt wurden, die damit die Öffentlichkeit manipulieren und ein bewaffnetes Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten in Syrien provozieren wollten. Aus diesen Beweisen geht hervor, dass die Videos, aus denen die USA und ihre Verbündeten ihre "Erkenntnisse" über die Vorfälle in Ghouta ableiten, in Wirklichkeit hinterhältig inszeniert wurden, um den Eindruck zu erwecken, Assad trage die Schuld für den Angriff.

Die ersten Anzeichen für diesen Betrug tauchten bei einer sorgfältigen Analyse dieser Videos auf, bei der viele Widersprüche aufgedeckt werden konnten.

Diese Analyse schlug sich in einem Bericht des International Support Team for Mussalaha in Syria / ISTEAMS [s. hier] nieder – einer syrischen Menschenrechtsgruppe, die mit dem International Institute for Peace, Justice and Human Rights (dem Internationalen Institut für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenrechte zusammenarbeitet. In diesem gründlich recherchierten Bericht, auf den Global Research bereits am 16. September hingewiesen hat], werden zahlreiche Diskrepanzen und Widersprüche dokumentiert.

Der Bericht belegt durch Aussagen von Augenzeugen und Videos, dass die betroffenen Gebiete bereits Tage vor dem Chemiewaffen-Angriff von fast allen Einwohnern verlassen worden waren. In den Videos, die Opfer des Angriffs zeigen, sind dennoch eine große Anzahl toter Kinder, aber nur sehr wenige Eltern zu sehen. Eltern werden nur gezeigt, wenn sie ihre toten Kinder an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder "identifizieren". Auf unterschiedlichen Videos sind die selben toten Kinder zu sehen – jeweils anders und in anderer Umgebung "arrangiert". Nach dem Bericht wurden die Videos bewusst so inszeniert, dass sie den größtmöglichen emotionalen Eindruck auf ausländische Zuschauer machen. Dieser Videos hat sich dann die Obama-Regierung bedient, um den Senat für ein militärische Eingreifen zu gewinnen.

Die Nonne Mutter Agnes Mariam, die ISTEAMS leitet und viele Recherchen für den Bericht selbst durchgeführt hat, kommt auch in dem von James Corbett erstellten GRTV-Video zu Wort; sie nimmt Stellung zu dem offiziellen UN-Bericht über den Chemiewaffen-Angriff und zu den (falschen) Schlussfolgerungen, die Washington und seine Verbündeten daraus ziehen.

Der ISTEAMS-Bericht wirft viele beunruhigende Fragen zu einzelnen Szenen in den (von den Rebellen verbreiteten) Ghouta-Videos auf. Stammten die getöteten Kinder aus den angegriffenen Orten? Warum waren sie noch dort, obwohl diese Gebiete größtenteils (von den Bewohnern) aufgegeben worden waren? Wo waren ihre Eltern? In den Tagen nach dem Angriff gab Frau Dr. Bouthaina Shaaban, eine Beraterin der Assad-Regierung, (dem britischen TV-Sender) Sky News eine ebenso beunruhigende Antwort auf diese Fragen.

Ihre Aussage wird von einem Video bestätigt, welches das Mujahideen Press Office (das Pressebüro der Mudschaheddin,) sechs Tage vor dem Angriff bei YouTube eingestellt hat; darin wird mitgeteilt, dass die Terroristen Hunderte von Frauen und Kindern aus der ländlichen Umgebung der Alawiten-Hochburg Lattakia gekidnappt haben, um sie als Geiseln in dem Konflikt zu benutzen. Handelte es sich bei den durch Chemiewaffen getöteten Opfern um diese Geiseln? Wurden die gekidnappten Kinder in die größtenteils von ihren Bewohnern geräumten Gebiete gebracht, und haben deshalb so wenige Eltern ihre getöteten Kinder betrauert?

An dem Konflikt nicht beteiligte dritte Organisationen müssen unbedingt weitere Nachforschungen und Untersuchungen anstellen, bis die Identität der Ghouta-Opfer und der Verbleib der bei Lattakia gekidnappten Frauen und Kinder geklärt sind; wenn sich die Vermutungen als zutreffend erweisen, haben die "Rebellen" ein unvorstellbar grausames Kriegsverbrechen begangen und damit eine der widerlichsten Manipulationen der Geschichte versucht. Bereits zu Beginn des laufenden Monats hat sich Michel Chossudovsky, der Direktor von Global Research, auf GRTV zur Natur dieses Terroristenaufstands geäußert.

Jetzt versuchen die USA und ihre Verbündeten, den UN-Untersuchungsbericht in Kombination mit den angeblichen "Video- Beweisen" über die Auswirkungen des Angriffs zu nutzen, um den Einsatz militärischer Gewalt zu rechtfertigen und die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen zu beschleunigen. Einige fordern sogar, Assad aufgrund dieser und anderer manipulierter "Beweise" als Kriegsverbrecher anzuklagen.

Um die Kriegstreiber daran zu hindern, diese inszenierten Propaganda-Videos noch weiter zur Rechtfertigung einer Militärintervention (in Syrien) zu nutzen, ist es unbedingt erforderlich, wenigstens den von Global Research zusammengefassten ISTEAMS-Bericht [der hier aufzurufen ist] möglichst weit zu verbreiten und weitere Nachforschungen zu betreiben.

Der komplette ISTEAM-Bericht mit dem Titel "The Chemical Attacks in East Ghouta Used to Justify a Military Intervention in Syria" (Die Chemiewaffen-Angriffe in Ost-Ghouta werden benutzt, um eine Militärintervention in Syrien zu rechtfertigen) ist hier aufzurufen.(Die pdf-Datei baut sich nur sehr langsam auf, und die vielen beigegeben Fotos lassen sich nur als Negative ausdrucken.)

Luftpost kl.-de hat den Kommentar zu dem eingangs verlinkten GRTV-Video komplett übersetzt.

Mehr zum Thema:

Sergej Lawrow: „Amerikanische Partner fangen an, uns zu erpressen.“.....
Militärische US-Aufklärung: Syrische Regierung hat keine C-Waffen eingesetzt.....

Samstag, 21. September 2013

Ban Ki-moon, US-Bettvorleger bei den Vereinten Nationen

Mowitz
Ban Ki-moon, ein beflissener Mann, der sich stets bemüht, noch schnell die Kurve zu kriegen, bevor er im Sumpf der US-Terrorpolitik entsorgt wird.

Vor nicht einmal einer Woche heizte SpiegelBild die Kriegsstimmung gegen den souveränen Staat Syrien und dessen legale und international anerkannte und völkerrechtlich legitimierte Regierung zum x-ten Mal mit einer journalistischen Manipulation an. Nachdem die Arbeit mit dem Bericht der UN-Waffeninspektoren sich dem Ende näherte, musste SpiegelBild notgedrungen feststellen, dass die UN-Inspektoren sich zur Schuldfrage nicht äußerten. Also übernahm SpiegelBild die Meinungsführerschaft der Kriegskampagne und stellte fest, dass die gesammelten technischen Details kaum Zweifel lassen, dass die Assad-Regierung verantwortlich sei. Die technischen Details auf die man sich berief, waren kyrillische Buchstaben die sich an einer "Rakete" befanden, mit der das Giftgas abgefeuert sein sollte. Das russische Experten eine durchaus mögliche andere Erklärungen anboten,
"eine mit Nervengas bestückte Rakete lässt sich sogar aus einem abgesägten Kanalisationsrohr abfeuern, Rebellen könnten dahinter stecken",
kam SpiegelBild nicht in den Sinn zu melden. Das hätte wohl ihre ihre vorgefertigten Schuldzuweisungen durchkreuzt und passte überhaupt nicht in die mühsam aufgebaute Kampagne gegen die syrische Regierung und für ein Regime change, das mit ausländischen Banden durchgeführt wird.

Heute schreibt Radio Stimme Russland, dass Ban Ki Moon überhaupt noch keinen Expertenbericht über die Anwendung von chemischen Waffen in Syrien erhalten habe.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Aber Ban Ki Moon wurde bereits von SpiegelBild vor knapp einer Woche als "Zeuge" bemüht:
"Ihr 38-seitiger Bericht, den Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon an diesem Montag in New York "schweren Herzens" dem Sicherheitsrat präsentierte, belege "unmissverständlich und objektiv", was seit langem vermutet wurde: An jenem Tag seien in Syrien "große Mengen" Chemiewaffen gegen Zivilisten zum Einsatz gekommen".
Wie weiß SpiegelBild, dass der Bericht 38 Seiten umfasste wenn er noch gar nicht fertig ist?

Radio Stimme Russland dazu:
Ban Ki Moon beim Auftritt auf einer geschlossenen Sitzung in den Vereinten Nationen, die vom internen Fernsehkanal ausgestrahlt worden war, (hat) gesagt, dass der Bericht über den Chemiewaffeneinsatz in Syrien umfassend sein werde. Er hatte auch syrischen Behörden die Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Haq (vermutlich der UN-Sprecher Farhan Haq [FH]), stellte fest, er wisse nicht, welche Quellen Ban Ki Moon genutzt hatte.
Wissen die Stimmungskanonen von SpiegelBild eigentlich noch welche Quellen sie bemühen, oder vielleicht auch erfinden?

Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow widersprach den Vorwürfen der USA und ihrer Verbündeten, dass der Bericht über den Chemiewaffenangriff in Syrien am 21. August beweise, die Verantwortung läge bei der Regierung Assad.

Lawrow will dem UN-Sicherheitsrat Beweise vorlegen, die zeigen, dass syrische Oppositionsmilizen hinter den Attacken in Ghuta und den Vororten von Damaskus stehen.

FH

Freitag, 20. September 2013

Wie man es dreht und wendet am Sonntag: Es wird in jedem Fall eine kleine Koalition

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Legt man die letzte Wahlumfrage von INSA vom 19.09.2013 zugrunde, könnte bei einer realistisch angenommenen Wahlbeteiligung von 70 Prozent der Wahlberechtigten folgendes Ergebnis im Verhältnis zu sämtlichen Wahlberechtigten zustandekommen: (Die Wahlbeteiligung 2009 war mit 70,78 Prozent die niedrigste seit Bestehen der Bundesrepublik.)

Nichtwähler: 30 Prozent (0)

CDU/CSU: 26,6 Prozent (38)

S?PD: 19,6 Prozent (28)

Grüne: 5,6 Prozent (8)

FDP: 4,2 Prozent (6)

Linke: 6,3 Prozent (9)

Piraten: 1,4 Prozent (2)

Freie Wähler: 0,7 Prozent (1)

AfD: 3,5 Prozent (5)

Sonstige: 2,1 Prozent (3)
____________________________________________________________________

100 Prozent = sämtliche Wahlberechtigte
In Klammern aktuelle Prozent-Prognose bei 70 Prozent Wahlbeteiligung.
=====================================================================

Sollte die CDU/CSU zusammen mit der S?PD die "Große" Koalition bilden, entspräche ihr gesammelter Rückhalt bei sämtlichen Wahlberechtigten nur lausige 46,2 Prozent. Zum Vergleich: In den letzten vier Jahre wurde Deutschland von einer SchwarzGeld Minderheitenkoalition regiert, die zusammen von 34,2 Prozent aller Wahlberechtigten gewählt worden war. Optisch löst man die Nichtlegitimierung des Parlamentes dadurch, dass man die Nichtwähler einfach eliminiert. Zumindest statistisch. Dann erst kommen richtig dolle Legitimitätszahlen zum Vorschein.

Mein Vorschlag: Die Abgeordneten des Bundestages proportional zur Gruppe der Nichtwähler zu reduzieren. Dann würden beispielsweise von den heutigen 622 Bundestagsmandaten nur noch 435 Plätze besetzt werden. Die Kandidaten wären zukünftig mehr motiviert gute parlamentarische Arbeit abzuliefern. Damit hätte die "Rösler-Leistung-muss-sich-wieder-lohnen-Partei" einen Ansporn nicht nur um Stimmen zu betteln, sondern dafür erst einmal auch richtig "Leistung" zu erbringen.

FH

Donnerstag, 19. September 2013

Deutsche Aasgeier schweben mit über Syrien

Mowitz
Westerwelle, deutscher Außenministerdarsteller auf Abruf und immer noch starker Mann der Freiheitspartei für Spekulanten und Besserverdienende, lässt Gewehr bei Fuß stehen und beschuldigt die legale syrische Regierung für den Einsatz von Giftgas verantwortlich zu sein. Und das, ohne Beweise auf den Tisch zu legen. Indizien sind ihm genug, obwohl sie nicht mehr als Verdacht erregende Umstände sind. Das rechtfertigt in keiner Weise einen militärischen Angriff auf Syrien. Vor allen Dingen schon dann nicht, wenn andere Mitglieder des Sicherheitsrates, wie beispielsweise Russland, die Verantwortlichen der Gasattacke bei den Verbündeten des Westens sehen und auch gute Gründe dafür anführen, auf die man aber in westlichen Konzernblättern nicht näher eingeht. Immer mehr Angehörige in Syrien melden sich, die auf Videos, welche die getöteten Opfer der Giftgasattacke zeigen, ihre eigenen, von den Terroristen lebend entführten Kinder wiedererkennen.

In der Süddeutschen ist zu lesen, Donnerlittchen auch, dass "Experten" von Human Rights Watch eigene Untersuchungen angestellt haben und dabei zu dem Schluss gekommen sind, dass Regierungstruppen verantwortlich wären. Nun ist ja Human Rights Watch so unabhängig von Regierungen wie die Wall Street Regierung vom Wall Street-Kapital, nämlich gar nicht. Wie auch keine der NATO-Regierungen die alle im selben Fahrwasser schwimmen, wirklich unabhängig sind. Aber die "unabhängige" Human Rights Watch schließt messerscharf, dass nur sie (die Regierungstruppen)
"nach den verfügbaren Informationen im Besitz der im UN-Bericht beschriebenen Raketen mit etwa 330 Millimetern Durchmesser sowie der M14-Raketen sowjetischer Bauart [seien]".
Im Januar 2012 brachte CNN einen Bericht einer syrischen Menschenrechtsgruppe, in dem behauptet wurde, in einem Krankenhaus in (der syrischen Stadt) Hama seien acht in Brutkästen liegende Säuglinge gestorben, weil die syrischen Behörden die Stromversorgung in diesem Gebiet unterbrochen hätten. Auf einigen Nachrichten-Websites wurden sogar Bilder von den Säuglingen gezeigt. Später musste man zugegeben, dass die Bilder aus Ägypten stammten und nicht als Beweise für die Anschuldigungen taugten. So viel über "unabhängige" Menschenrechtsorganisationen.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Und da man Fragen über Krieg und Frieden, Leben oder Tod, nicht den Beauftragten der Kriegsindustrie und Kriegsgewinnler allein überlassen darf, kann es von Interesse sein, daran zu erinnern, dass öffentlich-rechtliche und konzerneigene Mainstream-Medien die Welt mit manipulierten Informationen seit Jahrzehnten schon in unendlich viele Kriege treiben. Und immer mit Manipulationen nach dem gleichen Muster um das Volk kriegswillig zu stimmen und die wirtschaftlichen Hintergründe zu verbergen.

Nachfolgend ein Zitat aus einem lesenswerten Artikel von Hans Springstein der bereits 2012 in der Zeitschrift Ossietzky erschien und um Planspiele deutscher Interessenten in einem Syrien nach Assad handelte:
« Der syrischen Wirtschaft solle von außen ein neoliberales Konzept verordnet werden. Um den wirtschaftlichen Einfluß in dem Land wetteifern, so Gehrcke, die Türkei, die Golfstaaten, aber auch die alten Kolonialmächte Frankreich und Großbritannien. »Wo so viel zu holen ist, will Deutschland nicht zurückstehen.« Westerwelle hatte am 1. April auf dem Treffen der »Freunde des syrischen Volkes« in Istanbul erklärt, daß die Arbeitsgruppe gegründet wurde. Den Konzernmedien war das damals keine Meldung wert. Ossietzky 19/2012
Es geht in Syrien nicht um eine Giftgasattacke, so wenig wie der Irak-Krieg was mit Babys zu tun hatte oder Saddams nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen, oder der NATO-Krieg zur Vernichtung Jugoslawiens mit einem serbischen Völkermord an Kosovaren. Es geht immer um Beute im Kapitalismus.

Die Grafik unbekannter Herkunft wurde übernommen
aus der E-Mail eines "Gegenmeinung"-Lesers
Um russischen Stimmen mehr ungefiltert Gehör hier zu verschaffen, habe ich einen Artikel von Radio Stimme Russlands zum Giftgas-Angriff in Syrien, unverändert übernommen. Interessant wie gleich zu Anfang die Erkenntnis der Human Rights Watch "Experten" über die angebliche Anwendung von M14-Raketen sowjetischer Bauart gekontert wird:
"STIMME RUSSLANDS:

"Eine mit Nervengas bestückte Rakete lässt sich sogar aus einem abgesägten Kanalisationsrohr abfeuern, Rebellen könnten dahinter stecken. Das sagen russische Experten mit Blick auf den UN-Bericht, wonach der Kampfstoff Sarin bei Damaskus eingesetzt wurde.

„Längst verfault“

Der jüngste UN-Bericht enthält keine Antwort auf die Frage, wer den Kampfstoff eingesetzt hat. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) erklärte unterdessen, mindestens eine 140-mm-Rakete aus sowjetischer Produktion sei bei der Sarin-Attacke zum Einsatz gekommen.

Die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“ zitierte am Mittwoch in diesem Zusammenhang den russischen Waffenexperten Michail Barabanow mit den Worten, die entdeckte M-14-Rakete sei für den „uralten“ Mehrfachraketenwerfer BM-14-17 aus dem Jahr 1952 geeignet. Die Sowjetunion habe zwar solche Raketenwerfer und Raketen an Syrien geliefert – aber nicht mit Kampfstoffen bestückt. Offenbar sei die jetzt entdeckte Rakete „handwerklich“ mit dem Nervengas ausgerüstet worden.

„Die Syrer haben kaum BM-14-17-Systeme, die bisher einsatzbereit wären. Auch die M-14-Raketen sind offensichtlich längst verfault. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit haben die Rebellen diese Raketen in einem ausgeplünderten Waffendepot entdeckt und offenbar selbständig mit Kampfstoffen bestückt“, so Barabanow.

Die syrische Armee verfüge über modernere 122-mm-Mehrfachraketenwerfer des Typs BM-21 Grad und über chemische Munition dafür. „Hätte die syrische Armee Chemiewaffen eingesetzt, wären wahrscheinlich keine antiquarischen Raritäten, sondern Grad-Systeme zum Einsatz gekommen“, vermutete Barabanow.

„Sorgfältig analysieren“

Der russische Militärexperte Dmitri Litowkin ist der gleichen Meinung: Es stehe nicht fest, dass die Rakete von den Regierungstruppen abgefeuert wurde. Litowkin sagte im Gespräch mit der Tageszeitung „Iswestija“: „Um zu verstehen, wer hinter dem Angriff steckt, muss man die Sarin-Reste sogfältig analysieren.“

Dieser Kampfstoff könne unterschiedliche Besonderheiten haben – je nach dem Hersteller. Die Sachverständigen könnten laut Litowkin klären, ob das eingesetzte Nervengas industriell gefertigt wurde. Wenn der Kampfstoff aus einem Untergrund-Labor stamme, sei er definitiv von Rebellen eingesetzt worden.

Der Militärexperte Wadim Kosjulin sagte dem Blatt, eine 140-mm-Rakete lasse sich ja sogar aus einem abgesägten Kanalisationsrohr abfeuern. Und die Rebellen hätten einst Gebiete kontrolliert, wo syrische C-Waffen-Depots lägen. Es sei deshalb ziemlich wahrscheinlich, dass der Kampfstoff aus einem Militärdepot gestohlen worden sei, so Litowkin weiter.

Putin als „geduldiger Lektor“

Die Tageszeitung „Kommersant“ stellt Erfolge der russischen Außenpolitik in Sachen Syrien fest: „Der jüngste G20-Gipfel war der Ausgangspunkt des rasantesten diplomatischen Vorstoßes Moskaus in amerikanischer Richtung seit Jahrzehnten. Russland hat den US-Präsidenten in eine ungewohnte Lage gebracht: Er muss sich verteidigen. Als Russland vorschlug, die syrischen Chemiewaffen unter internationale Kontrolle zu stellen, war Barack Obama gezwungen, die Abstimmung im Kongress über einen Militäreinsatz zu vertagen.“

Dann habe Wladimir Putin in seinem Gastbeitrag für die „New York Times“ als „geduldiger Lektor“ erklärt, wie verderblich „die amerikanische Ausschließlichkeit“ sei. „Die meisten Leserkommentare, die positiv klingen, bestätigen: Es ist dem russischen Präsidenten gelungen, die innenamerikanische Diskussion über die wunden Stellen der weltweit einzigen Supermacht zu schüren“, schreibt die russische Zeitung."
FH

Mehr zum Thema:
Wie die Mainstream-Medien die Welt mit manipulierten Informationen in den Krieg treiben.....

Mittwoch, 18. September 2013

ADÉ FDP - Die Freiheit nehm´ ich mir!

Von Ulrich Gellermann

Wer das Dreiköngstreffen der FDP beobachtet hat, der kann glauben, die Bundesrepublik stünde kurz vor der Besetzung durch eine fremde Macht: Freiheit war das Kern-Thema, eine Freiheit, deren Flamme langsam erlösche, so der FDP-Vorsitzende Rösler, wenn man der FDP nicht folge. Als "einzige Partei" stünde die seine für das hehre Ziel. Zwar sei die "Botschaft der Freiheit unbequem" und "wir müssen uns wehren gegen das langsame Erlöschen der Flamme der Freiheit", denn "Wenn wir es nicht tun, wird niemand es tun. Und dann stirbt die Flamme der Freiheit in Deutschland." Schon vor dem Bundeswehrstabsarzt Rösler hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle den Kampf für die Freiheit ausgerufen. Während seiner Büttenrede peitschte er mit dicken Fingern die Luft und schrie: "Keiner kämpft härter für Frieden, Freiheit und Menschenrechte!" als wären die Besatzer bereits im Land, um am Ende seiner Rede in den Saal zu kreischen: "Auf in den Kampf, Ihr Freiheitskämpferinnen und Freiheitskämpfer, für Deutschland, für die Freiheit, für die freien Demokraten!"

Was mag das für eine Freiheit sein, die von der FDP so tapfer verteidigt wird? Die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Rede? Das sind Freiheiten, die längst den Springers, Bertelsmanns und Burdas gehören. Denn eine Meinung darf ja natürlich immer noch jeder haben, und sagen darf er sie auch. Wenn er sie allerdings verbreiten möchte, stösst er an die Grenzen der Verlegermacht, die Grenzen der großen Meinungsapparate, die, lange bevor der Einzelne etwas hat sagen können, den öffentlichen Diskurs mit ihren Themen und Meinungen besetzt haben: Merkel lieb, Terror böse, Deutsche fleißig, Südländer faul, Banken retten, Soziales kürzen. Und wenn es mal keine knallharten Meinungen sind, dann übertönen die Gefühlsmaschinen, die Geschwätzapparate jeden klaren Gedanken: Alle sollen den Superstar suchen, wenn sie nicht gerade selbst Top-Modell werden wollen. Hier findet die FDP ihre Freiheitsbedingungen, in der Freiheit jeden Unsinn zu konsumieren den die Medien auf den Markt werfen.

Doch vielleicht meint die FDP auch die Reisefreiheit? Jene Freiheit der Flucht aus dem Alltag, die, von Herrn TUI organisiert, von Air Berlin beflügelt, dem Menschen eine geregelte Freizeit bietet: Paläste der Urlaubslust erwarten die Massen der freien Reisenden, Animateure der gezügelten Unterhaltung sichern den Tagesablauf, unlimitierte Mengen Alkohol befeuern die Freizügigkeit: Wer jetzt noch nicht gebucht hat, der wird so bald nichts zu erzählen und kaum ein Foto zu zeigen haben. Hier kann jeder hinfahren wo er will, im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung versteht sich. Und deren Grenzen liegen ausschließlich im Einkommen.

Sicher kämpft die FDP auch für die Freiheit der Kunst, die in tausenden Galerien ihren Platz gefunden hat und die unerbittlich eine neue Form nach der anderen auf die Agenda setzt. Ihren musikalischen Gipfel erreicht die Kunst in der Freiheit der Hitparaden. Während die Film-Blockbuster ihre Liberalität mit Tonnen von Popcorn feiern. Längst kommt Kunst von Künstlichkeit und hat so alle Fesseln gesellschaftlicher Bezüge gesprengt, um der reinen Kunst ihre Freiheit wiederzugeben: Vogelfreiheit, die ich meine.

Doch könnte die FDP auch die Wahlfreiheit meinen, jene unermessliche politische Freiheit aus immer gleicher werdenden Parteien die gleichste zu wählen. Jene freiheitliche Berechenbarkeit, die bei Themen wie der Banken-Rettung oder der Auslandskriege für eine Einstimmigkeit sorgt, um die so mancher diktatorischer Chorleiter das deutsche Parlament beneidet. Es ist diese Wahlfreiheit, die Rohstoff-Freiheit mit Reise-Freiheit verbindet: Seit Jahrzehnten durften unseres Soldaten sich nicht mehr so weit und so unkontrolliert bewegen wie unter der neuen, vom Parlament verordneten Freiheit.

Schließlich wird die FDP auch für jene Marktfreiheit bis zum letzten Blutstropfen kämpfen, die sich unter dem Namen Shoppingfreiheit einen neuen Platz im Katalog der Grundrechte erobert hat. Glühende Kreditkarten beherrschen die eleganten Shops der H & M-Läden, der ZARA-Mexiko-Massen-Textilien, und der Massimo-Dutti-Angebote. In den Flagship-Stores von Adidas und Nike kommt mit der hundertsten Variation des Turnschuhs auch die Auswahlfreiheit zum Zuge, während in den Tempeln von Apple das heilige Weiss durch das gesegnete Aluminium ersetzt wird und die ersten Käufer Tränen der Kauffreiheit über das neue iPhone 5 vergießen: Mehr Applikationsfreiheit war nie.

Nun werden bald in Niedersachsen freie Wahlen sein und jeder sollte daran denken, dass es die FDP war, die der Bundesrepublik den ersten Freiheitspräsidenten beschert hat: "Joachim Gauck haben wir durchgesetzt!" skandierte Rainer Brüderle unter dem Jubel der FDP-Mitgliedermassen und Recht hatte er. Und mit dem drohenden Wegfall der FDP würde auch ihr Präsidenten-Trick in der Geschichte politischer Banalität verschwinden, bangt das Brüderle. Wenn also die Niedersachsen, was zu vermuten steht, die FDP unter fünf Prozent halten, wenn also die Freisetzung der FDP-Erosion auch die Bundestagswahlen erreichen sollte, dann wird der ganze Freiheitskampf, wie die FDP ihn versteht, vergebens sein. Und so könnte mit dem Ende der FDP nicht nur eine überflüssige Partei verschwinden sondern auch der Anfang einer Debatte um Herrschaftsfreiheit beginnen. Das, liebe Niedersachsen, würde Euch als historisches Verdienst angerechnet werden. Deshalb nehmt Euch die Freiheit und sagt adé zur FDP.

Dieser Artikel erschien am 07. Januar 2013 auf Ulrich Gellermanns Plattform für Nachdenker und Vorläufer, RATIONALGALERIE, wovon ich ihn, mit seinem Einverständnis, übernommen habe. Danke.

Dienstag, 17. September 2013

UNO - Nur noch ein Instrument imperialer Interessen?

Mowitz
Ban Ki-moon, der von den Vereinigten Staaten von Nordamerika extra für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen eingekaufte, ehemalige Außenminister Südkoreas, hat es während seiner Amtszeit locker geschafft, alle in ihn vom Imperium gesetzten Erwartungen, zu erfüllen.

Bereits einen Tag nach seinem Amtsantritt, am 2. Januar 2007, erfreute er die Verantwortlichen des mit bombastischen Brutkasten- und Massenvernichtungswaffenlügen herbeigezauberten völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak, mit der Feststellung, dass es jedem Land freistehe, über Hinrichtungen selbst zu entscheiden. Damit nonchalierte er die 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedete Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, welche das Recht jedes Menschen auf Leben verbrieft.

Gemeint war der zum Tode verurteilte Saddam Hussein, irakischer Präsident und lange Zeit intimer Geschäftspartner des Westens, den das Wall Street Kapital mit Liebesentzug bestrafte, als der Mann anfing das irakische Öl nicht länger gegen Dollar zu verkaufen, sondern gegen Euro. Das rüttelte am globalen Machtgefüge des Wall Street Kapitals. Wenn das Schule macht, würden die Regeln des Kapitalismus auch voll auf die USA angewandt. Das würde die USA in die gleiche Lage versetzen in der sich heute Griechenland, Portugal, Spanien etc. befinden. Die Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten wäre ein Faktum und das Vertrauen im Dollar weg. Ohne Vertrauen kein Dollar als Weltleitwährung.

Nun überziehen die USA bereits seit Jahrzehnten die Welt mit Terror, hauptsächlich in Form von Kriegen, um ihr die Errungenschaften des globalen Raubtierkapitalismus, oder Neoliberalismus wie man ihn auch verharmlosend nennt, unter Führung der Wall Street Bankster, aufzuoktroyieren.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Das zur Zeit aktuelle Opfer dieses Terrors ist Syrien. Seit über 2½ Jahren sieht es sich den Angriffen des Imperiums und seiner Vasallen ausgesetzt. Die sind natürlich klug genug jetzt nicht offen als Aggressoren in Erscheinung zu treten, sondern nach ihren Dauerkriegen im Irak, Afghanistan, Libyen, Mali, Sudan, usw. Stellvertreter für das 'Handwerkliche' einzusetzen. Auch das sind Stellvertreterkriege mit denen die Vereinigten Staaten arbeiten, um sich selbst ein wenig aus der Schusslinie zu nehmen. Um dann, so wie in vorangegangenen Kriegen, sich als "Retter" der Zivilisation und seiner Bevölkerung in Szene zu setzen um mit Marschflugkörpern auch den Rest noch plattzumachen, der eventuell von seinen eigenen Terrorbrigaden übersehen wurde. Dabei ist man völlig enthemmt und ohne Skrupel mit welchen Waffen man kämpft, wieviele Opfer sie fordern, oder ob Kleinkinder qualvoll ums Leben kommen.

Wenn dann der Krieg nicht so läuft wie erhofft, was ja in Syrien der Fall ist, erhöht man den militärischen Einsatz mit jeder Waffe die zur Verfügung steht. Ob Atombomben auf zwei Städte in Japan, Hiroshima und Nagasaki, die zu jener Zeit keine militärische Bedrohung ausmachten,  Napalmbomben auf Dresden die vollgepfercht mit zivilen Flüchtlingen war,  ob mit Giftgas, Depleted Uranium Massenvernichtungswaffen, wie im Irak, Agent Orange Herbizide, wie in Vietnam, Phosphor- oder Splitterbomben. Die Waffenarsenale der USA sind schier unerschöpflich und technisch bestialisch ausgereift. Und die USA anwenden auch was sie haben. Für sie sind Kriege Materialschlachten und Zurückhaltung bei dem Einsatz von gewissen Waffentypen ist ihnen fremd. Geächtete Massenvernichtungsinstrumente sind von den USA auch in der näheren Vergangenheit nachweislich eingesetzt worden, und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch eingesetzt.  Schließlich hat man große einheimische Produzenten militärischer Massenvernichtungswaffen deren Aktionäre auf Profit programmiert sind. Oder Giftgas wird von ihren Alliierten im Syrien-Krieg, den Saudi-Qaida Mordbanden, eingesetzt.

Dabei noch heuchlerisch die Kinder öffentlich in den Massenmedien zu beweinen und seine eigenen Hände in Unschuld zu waschen, die Gräueltaten der Regierung Assad unterzuschieben, nur um eine Eskalation des Krieges auf dem Weg zu einem Neuen Nahen Osten zu erreichen. Für alles sind die Angriffskrieger verantwortlich. Denn die Folgen des nicht erklärten Krieges, werden bereits in der Zeit mit über 100.000 Toten angegeben. Dass das Atlantik-Blatt unverdrossen von einem "syrischen Bürgerkrieg" spricht, ist Teil der atlantischen Sprachregelung, um sich vor der Öffentlichkeit bedeckt zu halten. Das ist der Vorteil wenn man mit Geheim- und Terrordiensten Kriege führt anstatt mit regulären Truppen. Die bleiben ganz einfach undurchsichtiger.

Heute gab SpiegelBild eine Lehrstunde in mehr oder weniger hemmungsloser, zynischer Manipulation: "Uno-Bericht zu Giftgas in Syrien: "Schüttelkrämpfe, Vernichtungsgefühl, Bewusstlosigkeit" sollte den Eindruck erwecken und tat es auch, als seien die Schuldigen der Giftgasattacke in Damaskus zweifelsfrei ausgemacht. Das Giftgas so fürchterlich ist wie alle anderen geächtete Waffen wissen wir und wird von niemandem bestritten. Und dann ellenlange Vermutungen, und dass der Generalsekretär der USA bei den Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, "schweren Herzens" den 38-seitigen Bericht dem Sicherheitsrat überreichte. Aber es kommt SpiegelBild nicht auf klare Kante und Wahrheit an, denn der Bericht enthält keine direkte Schuldzuweisung! Aber es bleibt ja immer irgend etwas hängen. Darauf kommt es den journalistischen Manipulationsexperten an. Dafür werden sie bezahlt. Man vergaß auch nicht an Saddam Hussein zu erinnern, den Ban Ki-moon bemühte, um auf den Giftgaseinsatz gegen Kurden 1988 hinzuweisen. Allerdings erwähnte der US-Bedienstete im höchsten Amt der UNO mit keinem Wort den US-Einsatz von DU Depleted Uranium Munition im Krieg gegen den Irak, und das die WHO sich weigert, einen wissenschaftlichen Bericht über durch DU-Munition verursachte Krebserkrankungen und Geburtendefekte im Irak zu veröffentlichen. Auch meinte Ban Ki-moon nicht an die vielen völkerrechtswidrigen Angriffskriege und militärischen Operationen der USA erinnern zu müssen, die ohne UN-Mandat geführt wurden und allesamt damit den Tatbestand vollendeter Völkerrechtsverbrechen erfüllen. Da wäre wirklich noch viel zu tun.

FH

Mehr zum Thema:

Gegenmeinung: Wessen Sarin?.......
WHO weigert sich, Bericht über durch DU-Munition verursachte Krebserkrankungen und Geburtendefekte im Irak zu veröffentlichen.....
Nachtwandler: Zum 87. Geburtstag Siegwart-Horst Günther, Arzt, Antifaschist, Jude und mutiger Mahner - Interview mit dem Entdecker des Golfkriegssyndroms.....

Montag, 16. September 2013

Wahlergebnismanipulator Seehofer am Abend: "Jeder zweite Bayer und jede zweite Bayerin hat uns gewählt."

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Legitimierung der Manipulanten: Basierend auf der ARD-Hochrechnung von 0.14 Uhr und einer Wahlbeteiligung von 64,5 Prozent der Wahlberechtigten, ist das korrekte Ergebnis weniger schmeichelhaft als es Seehofer seiner Gemeinde vorgaukelt. Nicht einmal jeder dritte Wahlberechtigte hat die Verwandschafts-Selbstbediener gewählt. Aber mehr als jeder dritte Wähler hat überhaupt nicht gewählt und die Nichtwähler repräsentieren, trotz allen Jubels der Etablierten über eine "höhere" Wahlbeteiligung, immer noch die mit Abstand größte Wählerströmung.

Nichtwähler: 35,5 Prozent

CSU: 31,4 Prozent

S?PD: 13,2 Prozent

Freie Wähler: 5,5 Prozent

Grüne: 5,5 Prozent

FDP: 2,1 Prozent

Linke: 1,4 Prozent

Sonstige: 5,4 Prozent



Hier die Glückskekszahlen der ARD-Hochrechnung von 0.14 Uhr, wo die größte Bevölkerungsgruppe, die Nichtwähler, offiziell gleich wegretuschiert wurde:

CSU 48,7 Prozent

S?PD 20,5 Prozent

Freie Wähler 8,5 Prozent

Grüne 8,6 Prozent

FDP 3,2 Prozent

Linke 2,1 Prozent

Sonstige 8,4 Prozent

FH

Samstag, 14. September 2013

Westerwelle, der Einsatz von Chemiewaffen und das zivilisatorische Verbrechen

Mowitz
Man darf es nicht zu eilig haben und ein Thema totschwadronieren solange es noch lebt, und über viel Sprengkraft verfügt. So wie bereits Edgar Snowden im Bewusstsein aller sogenannten integritätsbewusster Demokraten immer mehr in Vergessenheit gerät, obwohl er für uns alle einen Rieseneinsatz geleistet hat, als er die Mafia-Strukturen des Imperiums ans Licht der Weltöffentlichkeit brachte. Nun ist er auf der Flucht vor kriminellen Imperiums-Häschern, die in ihren Reihen viele Auftragsmörder beschäftigen, die sehr kompetent und rabiat ihrem Handwerk nachgehen. Ein nennenswerter Aufschrei der globalisierten Massen blieb aus. Wir sind endlich widerstandslos im Jahr 1984 angekommen.

Wer erinnert sich noch an den bombastischen Spruch des deutschen Schauspielers für auswärtige Angelegenheiten, Westerwelle, als er gut frisiert und korrekt gekleidet, vor einer illustren Gesellschaft in Berlin Syrien mit Konsequenzen bedrohte, falls sich ein Chemiewaffeneinsatz in Syrien bestätigen sollte. Das ein Chemiewaffeneinsatz von niemandem bestritten wurde hatte er wohl noch nicht kapiert, sondern es ging ja ausschließlich darum wer das Verbrechen durchgeführt hatte. Der Riesenadvokat Westerwelle, ein Mann mit kurzem Gastspiel als Rechtsanwalt in der Kanzlei seines Vaters, bevor er Berufspolitiker wurde, und ein Freund großer Worthülsen, bemühte nicht weniger als die gesammelte Zivilisation um sich über das ganze Ausmaß des Verbrechens zu verabscheuen: "Der Einsatz von chemischen Vernichtungswaffen, wäre ein zivilisatorishes Verbrechen. Wenn sich ein solcher Einsatz bestätigen sollte, muss die Weltgemeinschaft handeln, dann wird Deutschland zu denjenigen gehören, die Konsequenzen für richtig halten, hier zu stehen wie er in enger Abstimmung mit den Vereinten Nationen und unseren Verbündeten..."

Wie verhält sich nun der Pausenclown, wo es doch immer deutlicher wird, dass nicht die von ausländischen Banden angegriffene syrische Regierung verantwortlich für die Giftgasattacke ist, sondern das vom Imperium schon seit Jahren gegen Syrien auch ins Rennen geschickte Saudi-Arabien und anderen Terrorstaaten? In internationalen Medien wird der Name des saudischen Geheimdienstchefs "Chemie-Bandar" als Strippenzieher hinter den Chemiewaffenangriffen in Syrien immer häufiger genannt.
Westerwelle, die zivilisatorische
Freiheitsstatue dieser Republik
"Ebenso wenig wie die Reden der Vertreter der Regierung Obama, die alle keine überzeugende Darstellung der Ereignisse liefern, wird in den vorgelegten Geheimdiensteinschätzungen nichts wirklich bewiesen. Man hat eher den Eindruck, es mit einer etwas abgehobenen Arbeit eines Oberstufenschülers oder eines Studenten zu tun zu haben, die von kunstvollen Wortdrechslern, aber nicht von Fachleuten des betreffenden Bereichs zusammengestellt wurde. [......]

[.....] Die von den USA unterstützten, gegen die Regierung kämpfenden Gruppen in Syrien haben bereits Chemiewaffen eingesetzt. Aber Obama und seine Kumpane haben das einfach übergangen.

Entgegen den von den regierungsfeindlichen Kräften vorgebrachten Beschuldigungen, das syrische Militär habe die Stadt Homs an den Weihnachtstagen des Jahres 2012 mit Chemiewaffen angegriffen, berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN, das amerikanische Militär bilde regierungsfeindliche Kämpfer im sicheren Umgang und der Handhabung von Chemiewaffen aus. Und unter der Bezeichnung »Chemisches Bataillon Zerstörerischer Wind« drohten die Rebellen selbst mit dem Einsatz von Nervengas und veröffentlichten ein Video, in dem sie als Vorgeschmack auf ihre Pläne in Syrien Kaninchen töteten.

Wie die französische Tageszeitung Le Figaro schrieb, wurden zwei Brigaden der Aufständischen von der CIA, Israelis, Saudis und Jordaniern entsprechend unterwiesen und drangen dann von dem haschemitischen Königreich Jordanien aus nach Syrien ein und führten dort am 17. und 19. August 2013 Angriffe durch. Die USA müssen einiges an Zeit zur Ausbildung der beiden aufständischen Brigaden aufgewendet haben. Sollte diese Darstellung zutreffen, könnte man argumentieren, das Scheitern dieser Gruppe hätte dann vielleicht den Chemiewaffenangriff in Damaskus als »Plan B« ausgelöst.

Hier stellt sich natürlich die Frage, wie sie an die Chemiewaffen gekommen sind. Viele Hinweise deuten dabei auf Saudi-Arabien. Wie die britische Tageszeitung The Independent berichtete, hatte der saudische Prinz Bandar »als erster die westlichen Verbündeten auf den mutmaßlichen Einsatz von Saringas seitens der syrischen Regierung im Februar 2013 aufmerksam gemacht«. Die Türkei würde syrische Kämpfer mit Giftgas, das die Terroristen in Syrien einsetzen wollen, auf ihrem Territorium festnehmen. Am 22. Juli würden die Aufständischen auch al-Assal überrennen und alle Augenzeugen als Teil der Vertuschungsoperation töten. [.....]"
Nun hat Westerwelle alle Möglichkeiten sich der Zivilisation verpflichtet zu fühlen und sich für ihren Erhalt kraftvoll einzubringen. Auch wenn er sich damit keine Freunde in den Vereinigten Staaten, Israel und Saudi-Arabien macht und in Windeseile aus dem Amt gehievt würde, was ja kein wirkliches Opfer für den Erhalt der Zivilisation wäre, sondern eher ein Segen. Aber vielleicht besorgen es ja die eher schlafmützigen Deutschen am 22. September bei der Bundestagswahl, Westerwelle und seine Parteigenossen aus dem Bundestag zu katapultieren.

Und falls immer noch Zweifel bestehen wer nach dem Völkerrecht verantwortlich für die Kriegsverbrechen ist, so ist es das Land, welches bestehende Staatsgrenzen im Nahen Osten auslöschen will um durch neue zu ersetzen. Und zwar nach eigenen Vorstellungen, ohne Zustimmung der Betroffenen. Das will man mit seinen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen erreichen, so dass es seinen eigenen Interessen, will sagen dem internationalen Groß- und Finanzkapital, dienlich ist. Das veranlasst auch jede Regierung in den USA und auch des winzigen Israels, umfassende Angriffskriege zu führen. Alles keine Neuigkeiten für Interessierte, aber trotzdem wissen die meisten nichts davon und können nichts mit dem Begriff "Neuer Naher Osten" anfangen. So quatscht die Propaganda in West und Ost munter und erfolgreich weiter von einem innersyrischen Bürgerkrieg mit "Rebellen, Aufständischen, roten Linien die überschritten werden" und sämtlichem Pipapo. Wie in Libyen, Irak, Libanon u.u.u. Wobei die "Aufständischen" mit Manipulationen, Geld und Waffen und zwar in dieser Reihenfolge, bei Laune gehalten werden, um das Geschäft der herrschenden Kreise, insbesondere die des Imperiums, zu betreiben.

FH

Zum Thema:
Dem Projekt eines «Neuen Nahen Ostens»: Kreative Zerstörung als revolutionäre Kraft......

Donnerstag, 12. September 2013

Die unentbehrliche (Bombardierungs-)Nation

Autor: Pepe Escobar
Übersetzung: Lars Schall

Yes We Scan. Yes We Drone. And Yes We Bomb. (Ja, wir scannen. Ja, wir drohnen. Und ja, wir bombardieren.) Der Propaganda-Blitzkrieg des Weißen Hauses, um dem US-Kongress das Tomahawking von Syrien zu verkaufen, erreicht den maximalen Spin – genüsslich reproduziert von den US-Medienkonzernen.

Und ja, alle Parallelen zu Irak 2.0 kamen gebührend zum Tragen, als US-Außenminister John Kerry dozierte, dass Bashar al-Assad “jetzt der Liste von Adolf Hitler und Saddam Hussein” als böses Monster angehört. Warum wird niemals Kambodschas Pol Pot erwähnt? Ach ja, weil die USA ihn unterstützten.

Jeder einzelne Steppenläufer (tumbleweed) in der Wüste von Nevada weiß, wer für den Krieg gegen Syrien ist: große Sektoren des industriell-militärischen Komplexes, Israel, das Haus Saud, der “sozialistische” Francois Hollande in Frankreich, der feuchte Sykes-Picot-Träume hat. Praktisch niemand betreibt im Kongress Lobbyarbeit, um NICHT in den Krieg zu ziehen.

Und all das hektische Kriegs-Lobbying könnte sogar überflüssig sein; Friedensnobelpreisträger Barack Obama hat bereits angedeutet – via einer Hardcore-Absicherung der “Ich habe beschlossen, dass die Vereinigten Staaten militärische Maßnahmen ergreifen sollten”-Art –, dass er zum Angriff auf Syrien entschlossen ist, egal was der Kongress sagt.

Obamas selbstauferlegte “rote Linie” ist ein mutierter Virus; von einem “Schuss vor den Bug” verwandelte er sich in einen “Klaps auf die Hand”, und jetzt scheint er “Ich bin der Bomben-Entscheider” zu sein. Spekulationen über seine wahren Motive sind müßig. Sein Ave Maria-Rückgriff auf einen äußerst unbeliebten Kongress, der mit ausgemachten Idioten vollgepackt ist, kann ein Hilferuf sein (rette mich vor meiner dummen “roten Linie”); oder er ist – angesichts der humanitären Imperialisten der Susan Rice-Art, die ihn umgeben – auf Teufel komm raus auf einen weiteren Krieg für die Lobby des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC ) und dem Hause Saud unter dem Deckmantel der “moralischen Überlegenheit“ aus. Teil des Spins ist, dass “Israel geschützt werden müsse”. Tatsache ist aber, dass Israel bereits durch einen von AIPAC ferngesteuerten Kongress der Vereinigten Staaten überrepräsentativ geschützt wird. [1]

Was ist mit den Beweisen?

Die ehemals “Käse-fressenden Kapitulationsaffen” leisten ihren Beitrag, indem sie begeistert die “Beweise” des Weißen Hauses unterstützen, die einem zwielichtigen Bericht von ihnen selbst entnommen sind, der weitgehend auf YouTube-Intel basiert. [2]

Selbst Fox News räumte ein, dass die elektronischen US-Geheimdiensterkenntnisse im Wesentlichen von der 8200-Einheit der Israeli Defense Forces (IDF) stammen – ihre Version der NSA. [3] Der ehemalige britische Botschafter Craig Murray entlarvt den abgefangenen Intel-Betrug Israels überzeugend.

Der erstaunlichste Gegenangriff zum Spin des Weißen Hauses bleibt der Mint Press News-Bericht des AP-Korrespondenten Dale Gavlak vor Ort in Ghouta, Damaskus, in dem Anti-Assad-Anwohner betonten, dass “bestimmte Rebellen Chemiewaffen durch den saudischen Geheimdienstchef Prinz Bandar bin Sultan erhalten haben und verantwortlich für die Durchführung des Gasangriffes waren”.

Mich rüttelte das durch, als ich das zum ersten Mal gelesen hatte – da ich die Rolle von Bandar Bush als dem Mastermind der dunklen Künste hinter der neuen Syrien-Kriegsstrategie bereits betont habe (Siehe Bandar Bush, ‘liberator’ of Syria, Asia Times Online, 13. August 2013).

Dann gibt es noch die Tatsache, dass syrische Armee-Kommandos am 24. August “Rebellen”-Tunnel in Jobar, einem Vorort von Damaskus, durchsuchten und ein Lager dingfest machten, das vollgestopft war mit Chemikalien, die zum Mischen von “Küchen-Sarin” erforderlich sind. Das Kommando wurde durch irgendeine Form von Nervengift getroffen und schickte Proben zur Analyse nach Russland. Dieser Nachweis ist sicherlich Teil von Präsident Wladimir Putins Einschätzung, dass die Behauptungen des Weißen Hauses nicht überzeugend seien.

Am 27. August sagte Saleh Muslim, der Chef der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), gegenüber Reuters, dass der Angriff auf “die Anschuldigung Assads ausgerichtet” gewesen sei. Und im Falle, dass die UN-Inspektoren herausfänden, dass es “Rebellen” gewesen waren, “würde jeder es vergessen”. Der Clou: “Werden sie den Emir von Katar oder den König von Saudi-Arabien oder Herrn Erdogan in der Türkei bestrafen?”

Kurzum, egal wie es passiert ist, die Einheimischen in Ghouta sagten, dass es von Jabhat al-Nusra getan wurde, und syrische Kurden glauben, dass es ein Angriff unter falscher Flagge war, um ihn Damaskus zur Last zu legen.

In der Zwischenzeit würde jeder anständige Anwalt “cui bono?“ fragen. Was würde Assads Motiv sein – um die “rote Linie” zu überschreiten und einen chemischen Waffenangriff an dem Tag zu starten, an dem die UN-Inspektoren in Damaskus ankamen, nur 15 Kilometer von ihrem Hotel entfernt?

Dies ist die gleiche US-Regierung, die der ganzen Welt die Erzählung von einem Haufen Araber mit Teppichmessern verkaufte, die Passagierflugzeuge entführten, diese in Raketen umwandelten, die inmitten des am stärksten geschützten Luftraums auf dem Planeten im Namen einer bösen transnationalen Organisation einschlugen.

Dieselbe böse Organisation soll jetzt unfähig sein, einen rudimentären chemischen Waffenangriff mit DIY-Raketen zu starten – ein Szenario, das ich noch vor dem Gavlak-Bericht skizziert hatte. [4] Hier ist eine gute Zusammenfassung des “Rebellen”-Dilettantismus mit chemischen Waffen. Überdies hatten türkische Sicherheitskräfte bereits Ende Mai Sarin gefunden, das von Jabhat al-Nusra-Dschihadisten besessen worden war.

Warum also nicht Bandar Bush fragen?

Wir müssen immer und immer wieder auf jenes schicksalhafte Treffen in Moskau vor knapp vier Wochen zwischen Putin und Bandar Bush zurückkommen. [5]

Bandar war dreist genug, Putin zu sagen, er würde die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi “beschützen“. Er war dreist genug, zu sagen, dass er tschetschenische Dschihadisten vom Kaukasus bis nach Syrien kontrolliere. Alles, was sie bräuchten, sei grünes Licht der Saudis, um in Russlands Unterleib verrückt zu spielen.

Er hat sogar seinen nächsten Schritt telegraphiert: “Es gibt kein Entkommen vor der militärischen Option, weil sie die einzige derzeit verfügbare Wahl ist angesichts dessen, dass die politische Lösung in einer Sackgasse endete. Wir glauben, dass die Genfer Konferenz II angesichts dieser tobenden Situation sehr schwierig sein wird.”

Das ist eine Monster-Untertreibung – weil die Saudis überhaupt nie wollten, dass Genf II stattfände. Unter der ultra-sektiererischen Agenda des Hauses Saud zum Schüren der sunnitisch-schiitischen Teilung überall, ist das einzige, was zählt, das Auseinanderbrechen der Allianz zwischen dem Iran, Syrien und der Hisbollah durch alle notwendigen Mittel.

Der Spin du jour des Hauses Saud besagt, dass die Welt “Aggressionen gegen das syrische Volk verhindern muss”. Aber wenn “das syrische Volk” einverstanden ist, von den USA bombardiert zu werden, ist das Haus Saud ebenfalls einverstanden. [6]

Verglichen mit dieser Absurdität stellt die Reaktion von Muqtada al-Sadr im Irak die Stimme der Vernunft dar. Muqtada unterstützt die “Rebellen” in Syrien – anders als die meisten Schiiten im Irak. Tatsächlich unterstützt er die nicht-bewaffnete Opposition und betonte, die beste Lösung seien freie und faire Wahlen. Er lehnt Sektierertum – wie es vom Hause Saud geschürt wird – ab. Und da er weiß, um was es sich bei einer US-amerikanischen militärischen Besatzung handelt, lehnt er auch jegliche US-Bombardements ab.

Die strategische Bandar Bush-AIPAC-Allianz wird keine Gefangenen machen, um ihren Krieg zu bekommen. In Israel wird Obama vorhersagbar für dessen “Verrat und Feigheit” im Angesicht des “Bösen” geschmäht. Die israelische PR-Lawine auf den Kongress konzentriert sich auf die Bedrohung eines einseitigen Angriffs auf Iran, wenn die US-Regierung nicht Syrien angreift. In der Tat würde der Kongress gerne fröhlich für beides stimmen. Sein kollektiver IQ mag unterhalb von schwachsinnig sein, aber einige könnten zu dem Schluss geführt werden, dass der einzige Weg, um das Assad-Regime zu “bestrafen”, darin liegt, dass die USA die schwere Arbeit durch die Luftwaffe für die unzähligen “Rebellen” und Dschihadisten verrichten müssen – in der Art, in der die Nordallianz in Afghanistan, die kurdischen Peshmerga im Irak und die Anti-Gaddafi-Söldner in Libyen ordentlich profitierten.

Wir haben hier also kurzgesagt die unverzichtbare Nation, die Nordvietnam mit Napalm und Agent Orange überzog, Falludscha mit weißem Phosphor und große Teile des Irak mit angereichertem Uran duschte, immerzu bereit, ein “limitiertes“ / “kinetisches” Was-auch-immer gegen ein Land zu entfesseln, das es nicht angegriffen hatte, oder irgendwelche US-Verbündeten, und alles auf der Grundlage äußerst zweifelhafter Beweise und der “moralischen Überlegenheit”.

Jeder, der an den Spin des Weißen Hauses glaubt, wonach nur ein paar Tomahawks auf irgendwelche verlassene Kasernen landen werden, sollte eine Wohnung bei Alice im Wunderland mieten. Der Entwurf, der sich auf dem Capitol Hill im Umlauf befindet, ist beängstigend. [7]

Und selbst wenn sich dies als ein “limitiertes“ / “kinetisches” Was-auch-immer entpuppt, so wird es das Chaos doch nur verewigen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat es als “kontrolliertes Chaos” bezeichnet. Nicht wirklich, das Imperium des Chaos ist nunmehr völlig außer Kontrolle.

QUELLEN:



Original, Asia Times
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