Dienstag, 31. Dezember 2013

Wolfgang Neuss - Das jüngste Gerücht

Bild: Wikimedia, public domain





»Der Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft.«

Zitat:  Programm „Marxmenschen“.

Montag, 23. Dezember 2013

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus - Heute: Als der Oligarchen-Heiland des Kapitals zur Weihnachtszeit im Hotel Adlon abstieg

Mowitz
Nachdem der Kapitalismus die Sowjetunion besiegt hatte: Mit wertlosen "Transferrubeln" zum Milliardär.

Hans Dietrich Genscher (86), "Jürgen, besorg mir den Friedensnobelpreis", narzisstischer Selbstdarsteller deutscher Außenpolitik, war an Chodorkowskis Seite als dieser aus allen Wolken auf Berlin herabfiel und im Hotel Adlon Quartier bezog.

Der zu 13,5 Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs von einem ordentlichen Gericht verurteilte Oligarch Chodorkowski, persönliches Glaubensbekenntnis: „Unser Kompass ist der Gewinn, unser Idol ist Ihre Majestät, das Kapital“, ist und war auch nicht, wie von westlichen Konzernmedien in die Welt gesetzt wurde, ein politischer Gefangener, der für einen Kampf für mehr Freiheit in Russland seine Strafe absaß. Wie auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im September 2011 bestätigte, waren alle Verfahren der beteiligten Behörden in Russland völlig legal, um die Vorgaben der Europäischen Menschenrechtskonvention zu erfüllen.

So viel zur jahrelangen Kampagne des internationalen Finanz- und Großkapitals und seiner gekauften Medien gegen Russland und seinem Versuch Russland zu übernehmen und sich so die Verfügungsgewalt über seine Reichtümer anzueignen. Somit ist Chodorkowski nur als ein rechtmäßig verurteilter Wirtschaftskrimineller zu betrachten, der bei der Wahl seiner Methoden, die Vermehrung seines materiellen Reichtums noch mehr zu beschleunigen, nicht zimperlich war. So wie andere Oligarchen es auch nicht waren. Dabei wurde er erwischt, was zu einem ordentlichen Gerichtsverfahren führte und mit einem rechtskräftigen Urteil endete. Dennoch gibts für kriminelle Milliardäre immer luxuriöse und warme Zufluchtsorte im neokonservativen Deutschland. Für wirkliche Menschenrechts- und Freiheitskämpfer, wie Edward Snowden, nicht.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Der rasante Aufstieg des ehemaigen Komsomolsekretärs Chodorkowski beruhte auf einem speziellen Privileg, das der kommunistischen Jugendorganisation KOMSOMOL zu Beginn der Perestroika gewährt wurde. Als einzige Organisation durfte Komosomol Transferrubel in Bargeld umtauschen und konnte damit Riesenprofite erzielen. Chordorkowski war einer der Hauptprofiteure des Wildwest-Kapitalismus der 90er Jahre in Jelzins Russland und im Jahre 2003 verhandelte Chodorkowski auch über den potentiell größten Deal der russsichen Geschichte. Der US-amerikanische Mineralölkonzern Exxon, größter Ölkonzern der Welt, sollte 40% an Yukos Oil übernehmen....

Detaillierte und umfassende Informationen zur kriminellen Übernahme von Russlands Volksvermögen und seines Ressourcenreichtums unter Jelzin, siehe hier >>> Rußlands große Vermögen.

Das Chodorkowski gerade im wirtschaftlich stärksten Land Europas, dem marktradikalen Deutschland, mit großem Presse-Bahnhof und in Begleitung eines ehemaligen FDP-Außenministers, dessen Partei letztens aus dem Bundestag flog, empfangen wurde, sollte bei Deutschlands Ambitionen seine Führungsrolle in der EU zu nutzen um die Grenzen von NATO und EU in Richtung Russland auszuweiten, nicht wirklich erstaunen.
"Man wolle in Zukunft entschlossener als bisher "die internationale Politik mitgestalten" und dabei "eine starke eigenständige Rolle wahrnehmen", heißt es im Koalitionsvertrag von Union und SPD. Dabei setze man auch auf die EU, die ihre "zivilen und militärischen Instrumente" für weltweite Interventionen enger verknüpfen müsse." gfp
In der Ukraine läuft z. Z. ganz aktuell das Schmierenstück der "Zweiten Orangenen Revolution", angeführt von Kräften, die EU-deutsch/amerikanische Kapitalinteressen bedienen. Als die demokratisch gewählte Regierung der Ukraine es ablehnte ein Assoziierungsabkommen mit der EU abzuschließen und sich für verbesserte Wirtschaftsbeziehungen zu Russland entschied, war die Wut der vom internationalen Finanzkapital beherrschten USEU riesig und man ließ eine manipulierte Masse von der Kette, die zu glauben scheint, sie würde für Freiheit, Demokratie und Wohlstand kämpfen.

Anscheinend hat sie niemand darüber aufgeklärt, dass es sich dabei ausschließlich um die Freiheit des Kapitals handelt, Mensch und Natur gnadenlos auszubeuten. Und der über alle anderen Ziele stehende Glaubenssatz in einer privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung ist das höchste Unternehmensziel; das der Profitmaximierung. Kapitalinteressen und Volksinteressen sind eben im Kapitalismus nicht kompatibel. So wie die Totalüberwachung der Bürger über die Snowden uns aufklärte, auch nicht im Interesse des Volkes liegt. Na ja! Wenns denn zum Wohle der "Demokratie" ist.

God Jul und frohe Weihnachten!

FH

Zum Thema:
Gegenmeinung: Die Ukraine: Ein Staat im Osten, den die NATO gern vereinnahmen möchte.....

Sonntag, 22. Dezember 2013

Die Ukraine: Ein Staat im Osten, den die NATO gern vereinnahmen möchte

Von Wayne Madsen
Strategic Culture Foundation (Russia)

Seit der die Welt mit seinen Hedgefonds ausraubende George Soros im Bündnis mit dem CIA-Strategen Gene Sharp als Demokratiebewegungen getarnte, manipulierte Unzufriedene auf den Straßen anfälliger Staaten gegen die jeweilige Regierung demonstrieren lässt, weil die Neokonservativen der USA mit ihrem "Project for the New American Century" (dem Projekt für ein neues US-amerikanisches Jahrhundert,) die ganze Welt unterjochen wollen, richtet die interventionistische US-Außenpolitik auch schon begehrliche Blicke auf die Ukraine. Und diese "Neocons" sind noch quicklebendig und wie in vorherigen Außenministerien auch in dem von John Kerry aktiv.

Bild entnommen aus Voltairenet.org
Im Gefolge der als "Orangene Revolution II" (Informationen zur Orangenen Revolution I sind hier aufzurufen) bezeichneten Proteste in der Ukraine drohte Victoria Nuland, eine Unterstaatssekretärin Kerrys, die für europäische und eurasische Angelegenheiten zuständig ist und schon Hillary Clinton als Sprachrohr gedient hat, der von dem Präsidenten Viktor Janukowitsch geführten ukrainischen Regierung Sanktionen an. Von einem Fenster seines Hotelzimmers im Stadtzentrum Kiews auf die Demonstranten blickend, leckte sich der fanatische republikanische Senator John McCain aus Arizona bei der Aussicht, die Ukraine gegen Russland aufbringen zu können, schon die Lippen. McCain ist ein unverbesserlicher Kalter Krieger, der von seiner Kriegsgefangenschaft in Hanoi geprägt ist und sich nicht mit den heutigen Realitäten abfinden kann.

Weil die Ukraine den Bemühungen der Europäische Union widerstand, sie in diese von Bankern beherrschte Vereinigung der Bevormundung und Ausplünderung zu integrieren, und den Abschluss eines Assoziierungsabkommen mit ihr ablehnte, wurde sie von der EU (und einzelnen Mitgliedstaaten wie der Bundesrepublik Deutschland) hart kritisiert. Stattdessen entschied sich Kiew für lukrativere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland. Diese Entscheidung löste Massenproteste auf der Straße aus; die Demonstranten besetzten den Maidan Square (den Unabhängigkeitsplatz) in Kiew und forderten den Rücktritt des demokratisch gewählten Präsidenten.

Die "Connections" zwischen den in Kiew (oder anderen nichtwestlichen Hauptstädten) Protestierenden und den (nicht nur) aus der EU kommenden Aufwieglern sind nicht zu übersehen; der Maidan Square in Kiew wurde mit dem Tahrir Square in Kairo verglichen und in "Euromaidan" umbenannt.

Auch die Demonstrationen auf dem Tahrir Square in Kairo, die den Sturz des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak herbeiführten, wurden von Soros finanziert und von Sharp manipuliert; die politischen Forderungen auf den Transparenten und Plakaten der Demonstranten stammten von professionellen politischen Agitatoren, die eilig aus den USA und aus der EU nach Ägypten eingeflogen wurden.

Auch das jüngste in Kiew aufgeführte Schauspiel wurde wieder von der professionellen CIA-Hydra "Endowment for Democrazy" (einer US-Stiftung zur "Förderung der Demokratie", hier und hier) inszeniert, die von Soros finanziert und von Sharp dirigiert wird und schon in der ersten so genannten "Orangenen Revolution" im Jahr 2004 den Sturz einer ukrainischen Regierung bewirkt hat. Dies - mal hat sie aber nicht nur den ukrainische Präsidenten Janukowitsch, sondern auch den russischen Präsidenten Vladimir Putin im Visier.

Frau Nuland, die (Dame aus dem US-Außenministerium, die) mit dem Neocon Robert Kagan verheiratet ist, hat auf dem Maidan Square sogar Brötchen an Protestierende verteilt (s. nebenstehendes Foto). Stellen Sie sich einmal vor, wie die US-Regierung regiert hätte, wenn jemand aus der zweiten Reihe des russischen oder chinesischen Außenministeriums Essen an Occupy-Demonstranten in Washington verteilt und dazu aufgerufen hätte, den Präsidenten Obama – wenn nötig – mit Gewalt zu stürzen. Genau so verhält sich nämlich Frau Nuland, wenn sie die Protestler in Kiew unterstützt. Außerdem hat sie Janukowitsch wegen der starken Präsenz von Sicherheitskräften auf dem Maidan Square kritisiert.

Frau Nuland und Herr Kerry, der Janukowitsch ebenfalls gerügt hat, haben wohl vergessen, wie brutal US-Polizisten gegen die Occupy-Bewegung vorgegangen sind, und dass geplant war, die Anführer dieser Bewegung von FBI-Scharfschützen ausschalten zu lassen. Frau Nuland und Herr Kerry haben auch geschwiegen, als die türkische Regierung im Frühjahr auf dem Taksim Square in Istanbul friedliche Demonstranten von einem Polizeikommando zusammenschlagen ließ. Aber die Türkei ist ja auch Mitglied der NATO, und die Ukraine ist das noch nicht.

Gene Sharp hat mit seinen beiden NGO-Tarnorganisationen OTPOR  und CANVAS zwei Gruppierung an der Hand, mit deren Hilfe er jederzeit und überall auf der Welt "Aufstände" gegen missliebige Regierungen anzetteln kann; in Ländern, die sich der von der Wall Street und dem Pentagon verordneten "Neuen Weltordnung" widersetzen, finden sich immer genügend Leute, die sich mit Bargeld, Versprechungen, i-Pads, i-Phones oder auch nur mit Nahrungsmitteln für eine "Revolution" gewinnen lassen und dann mit auf das jeweilige Land abgestimmten Transparenten, Plakaten Nationalfahnen aus früheren Zeiten und anderem Propagandamaterial auf die Straße gehen. Aus kürzlich durchgesickerten E-Mails geht hervor, dass CANVAS-Gründer Srdja Popovic mit der CIA und dem für das Pentagon tätigen, von George Friedman gegründeten Spionageunternehmen STRATFOR kollaboriert hat; dessen gute Verbindungen zu Militärgeheimdiensten der USA und Israels sind allgemein bekannt.

Die "Orangene Revolution II" in Kiew hat nicht nur in Mittel- und Osteuropa, sondern auch in anderen Teile der Welt eine gute Presse – dank der Unterstützung des Soros-Medienimperiums, einschließlich des Zentrums für fortschrittliche Medien in Prag, das vom Media Development Loan Fund, einem Projekt des Soros gehörenden Open Society Institutes finanziert wird.

Wie alle vom Ausland dirigierten "Scheinrevolutionäre" haben auch die gekauften Aufrührer in Kiew eine/n "Märtyrer/in". Für die ukrainischen Demonstranten ist das Julia Timoschenko, die "Maid vom Maidan" und ehemalige Premierministerin der Ukraine, die wegen Korruption im Gefängnis sitzt. Frau Timoshenko, die gerade in einer Klinik in Charkow behandelt wird, ist zur "Aung San Suu Kyi"  der Ukraine geworden. Für die meisten Ukrainer ist die ehemalige Premierministerin aber nur eine scheinheilige Wichtigtuerin, deren Markenzeichen – den um den Kopf geflochtene Haarkranz – sie als "Bagel" (ringförmiges Brötchen) verspotten.

Die neuen Helden der "Orangenen Revolution II" sind der Ex-Boxer und UDAR-Führer Vitali Klitschko und der ganz weit rechts stehende Nationalist Oleh Tyahnybok. Ihre Drehbücher stammen aber nicht aus Kiew, sondern aus den Soros-Giftküchen in Prag, London, Washington und New York.

Zu viele politische Aktivisten in Ost- und Mitteleuropa sind auf die von Soros finanzierten gefakten "Demokratiebewegungen" hereingefallen. Soros ist weder ein Befürworter der Demokratie, noch ein Wohltäter für die arbeitende Bevölkerung. Soros hat sein schmutziges Handwerk – die Gründung von Hedgefonds, einer Kombination aus Wettbüro und Betrugsgeschäften im Stile Ponzis – Ende der 1960er Jahre in der Schweiz unter Georges Coulon Karlweis, dem Vizepräsidenten der Banque Privée Edmond Rothschild in Genf, gelernt.

Gegen Ende der 1960er Jahre überließ Karlweis seine Rothschild Funds den Quota and Quantum Hedge Funds des Herrn Soros. Karlweis war der Großmeister globaler Finanztricksereien und unsauberer Geschäfte und stand in Kontakt mit Bernard Cornfeld und dessen International Overseas Services / IOS, der Firma, die Robert Vesco ausplünderte, bevor er sich nach Mittelamerika absetzte. Karlweis hatte seine Finger auch in den betrügerischen Anleihegeschäften, die Michael Milken und die Investmentbank Drexel Burnham Lambert gemacht haben.

Soros gibt sich als wohlhabender Förderer liberaler Bestrebungen aus, in Wirklichkeit verhindert er aber jeden demokratischen Fortschritt, indem er seine unrechtmäßig erworbenen Gewinne in verschiedene Tarnorganisationen steckt. Sein Open Society Institute unterstützt verschiedene obskure Gruppierungen, die sich angeblich für mehr Demokratie einsetzen, tatsächlich aber den Interessen undurchsichtiger globaler Finanzorganisationen wie der Blackstone Group dienen.

Lord Jacob Rothschild, der ehemalige Direktor der Blackston Group, ist ein alter Freund und Geschäftskumpan des Herrn Soros; weil Soros ganz gezielt "progressive Medien" aufgekauft hat, ist es ihm gelungen, alle Nachrichten zu unterdrücken, die seine antidemokratischen und antiprogressiven Aktivitäten in Europa und in der ganzen Welt ans Licht bringen könnten.

In der ersten Runde der "farbigen Revolutionen", die Soros finanziert hat und von seinen Komplizen in der US-Regierung nach dem von Gene Sharp entwickelten Drehbuch inszenieren ließ, wurden in das "Neue-Welt-Schema" passende Regierungen in der Ukraine und in Georgien installiert. In der Ukraine wurden Staatspräsident Wiktor Juschtschenko und Premierministerin Timoschenko an die Macht gehievt, in Georgien durfte Micheil Saakaschwili regieren; beide Regierungen sollten ihre Staaten in die NATO und in die EU führen, verkamen aber trotz allen "Pro-Demokratie-Geschreis", schnell zu korrupten, von Vetternwirtschaft geprägten Regimen. Frau Timoschenko und Saakaschvili wurden bald Verbindungen zur Mafia und zu korrupten Finanzmogulen nachgesagt. Pawlo Lasarenko  ein ehemaliger ukrainische Premierminister und Geschäftspartner der Frau Timoschenko, wurde in Kalifornien wegen Geldwäsche, Bestechung und Betrug zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Saakaschvili wird inzwischen mit der dubiosen Wohltätigkeitsorganisation "Das Goldene Vlies" auf Zypern in Verbindung gebracht (s. hier).

Die Neocons geben sich nicht mit dem Scheitern des Regimes Juschtschenko / Timoschenko zufrieden, weil Soros und seine Agitatoren so viel Geld und Zeit investiert hatten, um die Ukraine in die NATO und die EU zu holen. Juschtschenkos Frau, Kateryna Juschtschenko, hat unter Ronald Reagan im Pressebüro des Weißen Hauses gearbeitet und dabei nicht nur Kontakt zu verschiedenen rechtsstehenden und antikommunistischen Exil- Gruppen in den USA aufgenommen, sondern auch zur Heritage Foundation, einer weiteren Bastion der Neocons.

Unter Berufung auf die selbst erteilte "Responsibility to Protect" (Verantwortung zum Schutz) versuchen die Interventionisten in der Obama-Administration den Kalender auf das Jahr 2004 zurückzudrehen und erneut eine gewählte ukrainische Regierung zu stürzen.

In der Ukraine, in Moldawien, in Russland, in Weißrussland, in Rumänien und in anderen Staaten Mittel- und Osteuropas versucht ein neue Generation von Soros bezahlter Agitatoren und Provokateure weitere "farbige Revolutionen" zu inszenieren. Zuerst soll die Ukraine von Russland weg in die EU und in die NATO gelockt werden.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Zum Thema:
Chodorkowski: Oligarch, Miliardär und ehemaliger Chef des Yukos-Ölkonzerns.....

Dienstag, 17. Dezember 2013

Der Schutz der Wenigen gegen die Vielen

Mowitz
Wir haben uns dran gewöhnt, nehmen es gar nicht mehr wahr. Glauben wir hätten eine kritische Presse, die im Gegensatz zur Presse von "Schurkenstaaten", frei sei. Zensur ist nicht nur das was nicht geschrieben werden darf; sondern ist vor allen Dingen der Nonsens mit dem öffentliche und private Medien die Hirne ihrer Konsumenten weich spülen.

Beliebte Masche: Alles zu personalisieren. GroKo, das Wort des Jahres, ist ein Markenartikel. Der wurde entworfen, damit wir unsere Regierung wieder lieben, obwohl Konzerne und Banken die Staatskassen plündern. Unsere gewählten Volksvertreter, national und die in Brüssel, überlassen es den Konzernlobbyisten selbst die Gesetze zu schreiben, während unsere Konzernmedien uns mit Klatsch und Trivialitäten einlullen und unsere imperialen Kriege immer mehr ausgeweitet werden. Der Markenartikel GroKo macht uns Konsumenten wieder glücklich. Zur Unterhaltung des Publikums werden Merkel, Gabriel & der Rest des GroKo-Traumtänzer-Ensembles auf die Bühne geschickt. Wir schöpfen wieder Hoffnung. Wir lieben unsere Truppe. Wir glauben, dass sie die unsrige ist. Aber wie alle von der manipulierenden Konzernwerbung geschaffenen Markenprodukte verführt auch sie uns dazu, vieles zu tun und eine Menge Dinge zu akzeptieren, die nicht in unserem Interesse sind.

Dabei sollten wir doch eigentlich wissen, dass alle Pinkel des Kapitals für ihre Auftraggeber sofort austauschbare Nummern sind.

Hartz IV, von der Kommission „Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ kreiert, hat sich als Erfolgsrezept „Arbeit für lau“ auf die Fahnen geschrieben und wird vom Europa-Zentralbänkster Draghi als Leuchtturm in einem Meer von Armut in Europa gepriesen.

Draghi schwadroniert von "mutigen Strukturreformen" und meint womoglich damit den Einsatz von Ein-Euro-Werktätigen in Altersheimen und Sportvereinen für genau diesen einen Euro die Stunde, versteht sich. Damit sammelt nicht nur Draghi Punkte, sondern auch die GroKo die mit all ihren Bediensteten nun in Brot und Pöstchen ist. Mit Sicherheit sind unter ihren neualten Wählern wieder jede Menge von latenten und aktiven Hartz-IV-Beziehern, die sie gewählt haben. Man "informiert" sich ja gerne bei unseren gekauften Qualitätsmedien und für gehobene Ansprüche kann man immer noch auf Jauch, Will, und Illner zugreifen. Da fühlt man sich doch rundum richtig gut informiert. Zur Abrundung des Wohlfühlgefühls noch einige Informationsbesuche auf Schnäppchen- und Pornoseiten. Spaβ muss sein in unserer Spaβgesellschaft.

Wenn uns dann ein Finanz-Tsunami, wie von höherer Gewalt überrollt und das tägliche Leben für Millionen von Menschen unerträglich macht, darf als Erklärung die Gier von Bankstern und anderen gangsterähnlichen Würdenträgern herhalten. Immer darauf bedacht nur ja nicht den Kern des Übels, das System Kapitalismus, in die Schusslinie einer öffentlichen Debatte kommen zu lassen. Der sei ja nicht schlecht, immerhin gab es mal eine "Soziale Marktwirtschaft" und die Mär vom Erfinder derselben, Ludwig Erhard, wird bis zum Erbrechen einer staunenden Nachkommenschaft eingeflöβt.

Dabei war der "Rheinische Kapitalismus" nicht mehr oder weniger sozial, oder asozial, als das, was man heute landläufig als Neoliberalismus bezeichnet. Der Unterschied liegt darin begründet, dass man nach einem verheerenden Weltkrieg Europa wieder aufbaute, was Arbeitsplätze generierte, samt die eigene Bevölkerung, gegen den kommunistischen Feind im Osten, mit "sozialen Errungenschaften" immunisierte, die heute wieder allesamt eingesammelt sind, da der vermeintliche "Feind" besiegt scheint. Von den Verheißungen des Kapitalismus ist heute nur noch das neue Feindbild, der "Terrorismus", beim Weg des Kapitals zur Neuen Weltordnung übrig geblieben.

Die Welt ist immer noch vollgestopft mit Atombomben und Raketen, die jederzeit zum Einsatz und zur Vernichtung von Staaten mitsamt ihren Bewohnern kommen können. Beim Klau der letzten globalen Naturressourcen ist keine Bombe zu groß um sie nicht zum Einsatz kommen zu lassen. Lieber das als fairer Handel. Porsches, Cadillacs oder ein drittes Bad und ein viertes Klo in der eigenen Luxusherberge gehören anscheinend zu den menschlichen Rechten einer Oberklasse, die es für den Erhalt dieser Privilegien, gerne mal so richtig krachen lässt. Wo kämen wir sonst auch hin?

Schon verärgern atomwaffenfähige russische Raketen in Kaliningrad, Polen und Litauen. Das Imperium warnt Russland vor einer Destabilisierung der Region. Allerdings ohne zu erwähnen, dass es die Vereinigten Staaten vor einigen Jahren waren, die damit anfingen den Kalten Krieg durch den s.g. Raketenschild an Russlands Grenzen wiederzubeleben. Der Raketenschild sollte Europa gegen Raketen aus Iran schützen, log man der Welt vor. Ganz nah an Russlands Grenze. Donnerwetter auch! Und daran hält man auch heute noch fest.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Eine "Demokratie", so tönt das Kapital, ist ohne "freie Märkte" nicht denkbar. Dazu noch ein verbrieftes "Eigentumsrecht", damit keiner auf die Idee kommt geklautes und ererbtes Vermögen in Milliardenhöhe, in Gemeineigentum überzuführen. Umgekehrt schon. Keine Sparte der öffentlichen Hand ist vor dem Zugriff des privaten Kapitals sicher. Private Armeen wie Blackwater sind Konzernarmeen. Oder die Geldschöpfung aus dem Nichts. Die ist in der Hand privater Banken. Alles sichere Zeichen dafür, dass das Gemeinwesen Staat bis in seinen letzten Winkeln von privaten Interessenten übernommen worden ist. Den Menschen bleibt die Illusion sie könnten durch Wahlen "Macht" ausüben und alles ginge demokratisch zu. Hin und wieder darf man sich an Skandale und Skandälchen abarbeiten, die ohne jede Bedeutung sind. Überall auf der Welt. Eine Illusion der besonderen Art. Mit Gruβ und Kuss an Murdoch, Springer, Mohn und Konsorten.

Wer sind eigentlich die Nutznießer von "freien Märkten"? Die Kongolesen etwa, deren Land seit dem siebzehnten Jahrhundert systematisch von imperialen Europäern und Amerikanern ausgebeutet und geplündert wird? Wo nach Beendigung des offiziellen Kolonialismus 1960 der gewählte Ministerpräsident Patrice Lumumba, seines Zeichen ein Sozialist der es wagte die Fremdherrschaft des ausländischen Kapitals im Kongo infrage zu stellen und dafür auf bestialische Art und Weise ermordet wurde. Lumumba wollte die reichen Bergbau- und Plantagen-Gesellschaften verstaatlichen. So etwas verzeiht der Kapitalismus mitsamt seinen Wasserträgern nie.
"Frühere Untersuchungen kamen allerdings zu dem Ergebnis, dass die Tötung Lumumbas direkt von den Regierungen Belgiens und der USA angeordnet und vom amerikanischen Geheimdienst CIA und örtlichen, von Brüssel finanzierten Helfern ausgeführt wurde. Das Church Committee veröffentlichte in den Jahren 1975 und 1976 Dokumente, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt hat, Lumumba mittels Gift zu liquidieren" wiki
Gerade am Beispiel Afrika, aber auch darüber hinaus, wird das totale Versagen des kapitalistischen Systems als Träger einer allgemeinen Wohlstandsidee sichtbar. Die Welt des 21. Jahrhundert ist ohne jeden Zweifel in der Lage, jeden einzelnen Menschen dieses Planeten zu ernähren und ihm eine zumindest bescheidene Lebensgrundlage zu ermöglichen. Dafür müsste nichtmal die Fettsucht im nördlichen Teil unseres Planeten abnehmen.

Während ein marodes Finanzsystem mit Milliarden Steuergelder kurzfristig vor dem Kollaps bewahrt wird, als Folge dafür, dass die "Märkte" Anleger mit weitaus höheren Renditen locken ihr Geld in eine zum Platzen verurteilte Blasenwirtschaft anzulegen, anstatt Investitionen im realen Wirtschaftssektor zu tätigen, sind grundlegende Bedürfnisse für ein menschenwürdiges Leben nicht annähernd für den Groβteil der Menschheit gedeckt. Daran hat das Kapital auch keinerlei Interesse. Man vereinnahmt Afrika einfach weiter durch Plünderung, Ausbeutung und Landraub. Eben das wodurch sich das Kapital auszeichnet und was es bis zum Exzess real betreibt.

Dort, wo im Augenblick ernsthaft mit alternativen Gesellschaftsmodellen gearbeitet wird, wie in Lateinamerika, die das wirtschaftliche Wohlergehen der eigenen Bevölkerungen als wichtigstes Ziel vor Augen haben, arbeitet der Kapitalismus mit immer noch den gleichen Methoden wie zu Lumumbas Zeiten und noch davor. Da werden mit aktiver Unterstützung gewählter Pinkel, Regierungen gestürzt, politische Morde durchgeführt und deutsche Parteienstiftungen werden durch Steuer- und Schmier-(Sponsor)gelder in die Lage versetzt, subversive Tätigkeiten im Ausland durchzuführen. So sieht das Freiheits- und Demokratieverständnis des internationalen Kapitals aus.

FH

Sonntag, 15. Dezember 2013

Geheucheltes Lob für Mandelas Vermächtnis

Pepe Escobar
Information Clearing House
Hütet euch vor Fremden, die Geschenke verteilen! Solche "Geschenke" sind auch die überschwänglichen Nachrufe auf Nelson Mandela. Als "Fremde" sind dabei die 0,0001 Prozent der die ganze Welt beherrschenden (Finanz)-Elite zu verstehen, die alles unter Kontrolle haben – natürlich auch die Medien.

Mit den stapelweise in den USA, in Israel, in Frankreich, in Großbritannien und in anderen westlichen Staaten verfassten heuchlerischen Würdigungen Mandelas wäre ein neuer Turmbau zu Babel möglich.

Unter diesem Turm soll vor allem die Schuld des Westens begraben werden, der das Apartheid-Regime in Südafrika gesponsert und (gegen alle berechtigte Kritik) verteidigt hat, bis es an seinen inneren Widersprüchen zerbrochen ist. Für den Westen waren nur das Funktionieren des kapitalistischen Wirtschaftssystems, die zahlreichen Bodenschätze Südafrikas und die Rolle Pretorias im "Kampf gegen den Kommunismus" wichtig – die Apartheid war bestenfalls ein Ärgernis.

Mandela wird von den 0,0001 Prozent jetzt vor allem deshalb heiliggesprochen, weil er den weißen Unterdrückern, die ihn 27 Jahre eingesperrt haben, die Hand gereicht und – im Namen der "nationalen Versöhnung" – darauf verzichtet hat, die Mörder des Apartheid-Regimes wie die Nazis vor Gericht zu stellen.

In der Flut meist geheuchelter Huldigungen, mit der die Ikone Mandela von den westlichen Medienkonzernen gnadenlos vermarktet wird, kommt kaum vor, dass sich Mandela strikt geweigert hat, den bewaffneten Kampf gegen die Rassentrennung zu verurteilen – hätte er das getan, wäre er wohl kaum 27 Jahre lang weggesperrt worden; auch seine Dankbarkeit gegenüber Kuba und Fidel Castro, der die Menschen in Angola, in Namibia und in Südafrika in ihrem Widerstand gegen die Rassentrennung immer unterstützt hat, und seine eigene Unterstützung des Befreiungskampfes der Palästinenser werden in den Nachrufen nicht erwähnt.

Vor allem junge Menschen müssen erfahren, dass jeder, der sich während des Kalten Krieges für die Befreiung seines unterdrückten Volkes eingesetzt hat, sofort als ("Kommunist" oder) "Terrorist" diffamiert wurde; auch im Kalten Krieg wurde schon ein gnadenloser "Krieg gegen den Terror" geführt. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Widerstand gegen die Apartheid als moralisch gerechtfertigt angesehen, und Mandela wurde zum weltweit anerkannten Gesicht dieses Widerstandes.

Heute wird verdrängt, dass der konservative Messias Ronald Reagan die afghanischen Mudschaheddin, die heute als Al-Qaida bekämpft werden, als "Freiheitskämpfer" bejubelte und gegen den (vom Kongress verabschiedeten) Comprehensive Anti-Apartheid Act (mit dem Sanktionen gegen das Apartheid-Regime in Südafrika beschlossen wurden,) sein Veto einlegte, weil Washington den Afrikanische Nationalkongress / ANC immer noch als "kommunistische Terrororganisation" eingestuft hatte.

Gegen die Sanktionen stimmte damals auch Dick Cheney, ein republikanischer Kongressabgeordneter aus Wyoming, der zu einer finsteren Gestalt wie Darth Vader aus Star Wars geworden ist (und sein damaliges Abstimmungsverhalten bis heute verteidigt). Die israelische Regierung hat Pretoria sogar eine ihrer Atombomben angeboten – vermutlich zur Auslöschung aller "afrikanischen Kommunisten".

Als Mandela 1990 als freier Mann die USA besuchen konnte, lobte er Fidel Castro, den PLO-Vorsitzenden Jassir Arafat und Oberst Gaddafi öffentlich als seine "Kampfgenossen": "Es gibt überhaupt keinen Grund, das Engagement dieser Männer für die Menschenrechte anzuzweifeln." Washington und die Wall Street schäumten vor Wut.

Und als sich Anfang 2003 die Invasion des Iraks und die Ausweitung des "Krieges gegen den Terror" abzeichneten, erklärte Mandela: "Wenn ein Staat anzuklagen ist, weil er auf der ganzen Welt unbeschreibliche Gräueltaten begangen hat, dann sind das die Vereinigten Staaten von Amerika." Deshalb muss man sich nicht wundern, dass Mandela noch bis 2008 auf einer Liste der US-Regierung als Terrorist geführt wurde.

Vom Terroristen zum Heiligen

Anfang der 1960er Jahre – als es auch im Süden der USA noch Rassentrennung gab – war kaum vorherzusehen, dass der in seinem Clan "Madiba" genannte Mandela – ein eitler Rechtsanwalt mit autoritären Charakterzügen, der sich auch schon als Boxer betätigt hatte – einmal Gandhis Strategie der Gewaltlosigkeit übernehmen und so viel erdulden würde, um die Gesellschaft Südafrikas umzugestalten. Aber der Nimbus des "Unbesiegbaren" muss ihn schon damals umgeben haben.

Zur faszinierenden Komplexität Mandelas gehört auch, dass er schon immer demokratischer Sozialist und keinesfalls Kapitalist war. Er war aber kein Pazifist, sondern sah ganz im Gegenteil Gewalt als letztes Mittel (zur Durchsetzung gerechter Ziele) an. In seinen Büchern und zahlreichen Reden gab er auch immer wieder Fehler zu. Über die schmeichlerischen Nachrufe würde er sich ganz sicher lustig machen.

Ohne Mandelas erfolgreichen Kampf gegen die Diskriminierung der Schwarzen hätte Barack Obama niemals ins Weiße Haus einziehen können; Obama hat einmal berichtet, seine erste politische Aktivität sei die Teilnahme an einer Demonstration gegen die Apartheid gewesen. Zur Klarstellung muss aber gesagt werden: Mister Obama, Sie sind kein Nelson Mandela.

Bild: Wikimedia, public domain
Der äußerst komplizierte Prozess des "Zusammenbruchs" der Politik der Rassentrennung lässt sich kurz so zusammenfassen: Das Apartheid-Regime versank in einem Sumpf aus Korruption und überhöhten Militärausgaben und drohte durch die wachsende Unzufriedenheit in den Townships zu explodieren. Als die kubanischen Kämpfer Fidel Castros die von den USA unterstützte südafrikanische Armee in Angola und Namibia besiegten und Südafrika die Kredite des Westens nicht mehr bedienen konnte, ging das Regime bankrott.

Die besten und klügsten Revolutionäre Südafrikas saßen wie Mandela im Gefängnis, waren im Exil, wurden wie Steve Biko ermordet oder wurden – wie in Lateinamerika – von Todesschwadronen "beseitigt". Der eigentliche Freiheitskampf fand außerhalb Südafrikas in Angola, Namibia und in den erst später befreiten Nachbarstaaten Mozambique und Simbabwe statt.

Schon im März 1988 schrieb Mandela aus dem Gefängnis: "Ohne die Unterstützung Kubas können unser Kontinent und mein Volk nicht von der Geißel der Rassentrennung befreit werden." Das wird aber keiner der 0,0001 Prozent jemals zugeben.

Angesichts der herannahenden Katastrophe witterte das vom Westen unterstützte Apartheid-Regime seine letzte Chance: Warum sollte es nicht mit dem Mann verhandeln, den es seit 1962 von der Außenwelt isoliert hatte? Die Welle der Befreiungskriege in der Dritten Welt musste auslaufen; die sozialistischen Revolutionen in Südamerika waren schon gestoppt; 1967 hatte Che Guevara in Bolivien und 1973 beim Staatsstreich in Chile Allende das Leben verloren, aber nun drohten in ganz Afrika neue Befreiungskriege.

Mandela musste nicht nur das bedenken, sondern auch den Fall der Berliner Mauer und das Ende der Staatsform berücksichtigen, die bei europäischen Intellektuellen "realer Sozialismus" hieß. Vor allem aber musste er einen Bürgerkrieg in Südafrika und den totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch seines Landes verhindern.

Das Apartheid-Regime war gerissen genug, sich mit tatkräftiger Unterstützung des Internationalen Währungsfonds / IWF die Kontrolle über die Zentralbank und den Handel Südafrikas zu sichern. Mandela konnte zwar einen politisch wichtigen Wahlsieg erringen, musst aber hinterher erkennen, dass der ANC bei der Regierungsübernahme gelinkt worden war. Sein sozialistisches Ziel, den Bergbau und das Bankwesen zu verstaatlichen und die Gewinne daraus der einheimischen Bevölkerung zukommen zu lassen, konnte er vergessen, weil sich beide im Besitz des westlichen Kapitals befanden. Der Westen hätte eine Enteignung niemals zugelassen. Und um alles noch schlimmer zu machen, wurde der ANC von einer korrupten Clique übernommen.

Was ist und muss geschehen?

John Pilger hat nachgewiesen, das die wirtschaftliche Apartheid in Südafrika nur ein neues Gesicht bekommen hat.

Patrick Bond hat die wohl beste Einschätzung der Mandela-Jahre und ihres Erbes geschrieben.

Ronnie Kasrils hat ein mutiges Schuldbekenntnis zu dem Teufelspakt zusammengestellt, auf den sich Mandela und der ANC mit den üblichen Verdächtigen eingelassen haben.

Als Ergebnis ist festzuhalten: Mandela hat zwar die Apartheid beseitigt, hat sich aber vom Neoliberalismus hereinlegen lassen. Das ist das schmutzige Geheimnis seiner Heiligsprechung.

Wie könnte die Zukunft aussehen? Achille Mbembe, der aus Kamerun stammende Historiker und Professor für Politikwissenschaft, ist einer der führenden Intellektuellen Afrikas. In seinem Buch "Critique de la raison nègre (Kritik der schwarzen Vernunft), das kürzlich in Frankreich veröffentlicht wurde und noch nicht in Englisch vorliegt, lobt er Mandela und betont, dass die Afrikaner dringend neue Formen der Führung entwickeln müssen, wenn sie sich in dieser Welt behaupten wollen. "Madiba" hat den Weg gezeigt. Jetzt bräuchte Afrika nicht nur einen oder zwei, sondern tausend Mandelas.

Pepe Escobar ist Reise-Korrespondent der in Hongkong erscheinenden Asia Times, arbeitet als Analyst für Russia Today / RT und TomDispatch, schreibt auch Beiträge für andere Websites und ist häufig in Rundfunksendungen zu hören, die von den USA bis nach Asien ausgestrahlt werden.

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mehr zum Thema:
Nelson Mandela: Rede in Kuba, Juli 1991.....

Samstag, 14. Dezember 2013

US-Massenmord im Jemen

Bild: Wikimedia, public domain
"Jetzt lernen die Jemeniten die Gesetze des Dschungels kennen, nach denen das Pentagon und das Weiße Haus handeln. Nach dem Irak und Afghanistan, wo Stanley McChrystal, der Spezialist für Aufstandsbekämpfung, seine Techniken perfektioniert hat, gehört jetzt auch der Jemen zu den Staaten, in denen das Pentagon auf diese spezielle Art Krieg führt – mit zahlreichen Massakern an Zivilisten und anderen so genannten Kollateralschäden – wie Kolumbien, Mali, Pakistan, die Philippinen, Somalia und Uganda." Rick Rozoff, Stop NATO, 15.12.09 [1]
Im Terrorkrieg um die Kronjuwelen Afrikas, setzte der "Sohn Afrikas", Barack Obama, kaum hatte er die Trauerfeier für Nelson Mandela hinter sich gebracht, seine Drohnen-Luftwaffe vorgestern gegen eine bis dahin fröhlich feiernde Hochzeitsgesellschaft in Bewegung. Es endete mit einem Massaker von, laut Presseberichten, 17 Toten und über 20 Verwundeten, die teilweise lebensgefährlich verletzt sind.
"Aus Sicht des US-Geheimdienstes CIA hatten die Opfer – alles Angehörige eines örtlichen Stammes – sich dadurch »verdächtig« gemacht, daß sie mit ihren elf Fahrzeugen einen Konvoi gebildet hatten. Das soll bei Hochzeiten auch schon mal in Berlin, Hamburg oder Los Angeles vorkommen." [2]
Der Hauptgrund für die Invasion der Vereinigten Staaten von Amerika in Afrika unterscheidet sich nicht von dem, der hinter dem Krieg gegen Vietnam stand. Es ist China, das mit seinen angehäuften 3,5 Billionen US-Dollar Devisen das Wall Street Kapital das Fürchten lehrt und seine Ölkäufe kaum noch in Petrodollars abwickelt, sondern vermehrt in den jeweiligen Landeswährungen. Das stellt nicht nur die bisherige Vormachtstellung des Dollars infrage, sondern bedroht die gesamte US-Wirtschaft.

Den Preis für die Misswirtschaft des Imperiums und seiner Vasallen, zahlen friedliche Hochzeitsgesellschaften, und Menschen in Syrien, die mit Wissen der US-Regierung dem eingesetzten Kampfgas Sarin qualvoll zum Opfer fielen, und das man vergeblich versuchte der Regierung Assad in die Schuhe zu schieben.

Seymour Hershs detaillierte Schilderung über den Kampfgaseinsatz, basiert auf Informationen von aktuellen und ehemaligen amerikanischen Geheimdienstlern und Militärs und wurde im London Review of Books veröffentlicht. Der Artikel entlarvt die Propaganda, die die Regierung mehrere Wochen lang tagtäglich verbreitet hat und die von den Medien kritiklos wiederholt wurde, als Betrug. Er sollte den Vorwand für einen Angriff auf Syrien liefern.

Wird die Regierung der USA und das hinter ihr stehende internationale Wirtschafts- und Finanzkapital jemals für ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Rechenschaft gezogen?

FH

Zum Thema:

[1] Gegenmeinung: Jemen: Das Pentagon führt auch auf der arabischen Halbinsel Krieg.....
[2] junge Welt: Obama richtet Blutbad an.....
[3] WSWS: Seymour Hersh entlarvt Lügen der US-Regierung über Sarin-Angriff in Syrien.....

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Schwulenunterdrückung und andere Defizite

Mowitz
Die Reise Catherine Ashtons, EU-Beauftragte für Außen- und Sicherheitspolitik, am Dienstag in die Ukraine, wurde mit allgemein bekannten Phrasen wie Demokratiedefizit, fehlende Schwulenfreiheit und Rechtsstaatlichkeit begleitet. Ähnliche Argumente, die von Deutschlands Lei(d)medien auch für die angekündigte Nichtreise Gaucks zu den Winterspielen nach Sotschi bemüht werden. Gleichzeiig kamen nur lobende Worte aus Deutschland über Merkels Mob der in Kiew wütet und eine Lenin-Statue köpfte. Das nächste Mal sei der demokratisch gewählte Präsident Janukowytsch dran, skandierte der Mob dabei wie im Rausch.

Ist das schon die neue deutsche Unions-Ostpolitik zum 100. Geburtstag von Willy Brandt am 18. Dezember 2013? Zusammen mit der S?PD? Die Adenauer-Stiftung arbeitet schon lange dran. Die S?PD-Basis sollte das bei ihrem Votum für oder gegen die gemeinsame Mischpoke-Koalition mit der Union durchaus berücksichtigen. Falls sie sich überhaupt noch eine Vorstellung vom Kalten Krieg machen kann.

Willy Brandt, der für seine Ostpolitik, die auf Entspannung und Ausgleich mit der Sowjetunion, der DDR und den übrigen Ostblockstaaten ausgerichtet war, 1971 den Friedensnobelpreis erhielt, gehört damit zu den Wenigen, die diesen Preis noch zu Recht erhielten. Dann übernahmen obskure Figuren und Organisationen den Stab der Beweihräucherung. Und zwar solche, die mit Frieden nichts oder nur wenig am Hut haben, dafür aber um so mehr mit Unfrieden. Wie z. B. Henry Kissinger, Elie Wiesel, Dalai Lama, Arafat, Shimon Peres, Yitzhak Rabin, Jimmy Carter, Barack Obama und die Europäische Union (EU), um nur einige zu nennen.

Kein Wort in deutschen Konzernmedien über die geplante Anbindung der Ukraine an die EU mit dem Ziel, dass ukrainische Truppen dann für deutsch-europäische Kriege zur Verfügung stehen.
"Wie es in einer Untersuchung heißt, die die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit dem Kiewer "Center for Army, Conversion and Disarmament Studies" veröffentlicht hat, gehe es bei der zur Debatte stehenden EU-Assoziierung "unzweifelhaft" auch um die Integration der Ukraine "in die Sicherheitskomponente der EU", die "Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik" (GSVP). Seit 1991 hat Kiew regelmäßig mit der NATO kooperiert und auch Soldaten in NATO-Kriege entsandt. Der NATO-Beitritt des Landes ist jedoch unter anderem auf deutsches Betreiben verhindert worden. Inzwischen werden ukrainische Militärs zunehmend in EU-Truppen (Battle Groups) und EU-Interventionen (Atalanta) eingesetzt. Jenseits des Nutzens für deutsch-europäische Kriege weisen US-Spezialisten darauf hin, dass die militärpolitische Anbindung der Ukraine an die EU und ihre Lösung von Russland strategisch hohe Bedeutung hat: Ohne die Ukraine sei Russland, heißt es, nicht zu verteidigen." German-Foreign-Policy
So schließt sich der Kreis, und wie immer geht es weder um fehlende Menschenrechte, noch um Demokratiedefizite, sondern darum, den "freien Handel" in einer "freien Marktwirtschaft" mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Was das mit Schwulenunterdrückung zu tun hat? Weil auch mit völlig intelligenzbefreiter Argumentation, immer noch Propagandakriege gewonnen werden und erfolgreich Kriegshetze betrieben wird.

Die s.g. Schwulenunterdrückung in Russland unterscheidet sich vom gesellschaftlichen Naserümpfen, bis hin zur Ächtung der Schwulen und Lesben in Deutschland, nur marginal. Neuerdings sind gleichgeschlechtliche Hochzeiten in der australischen Hauptstadtregion wieder verboten. Was nun? Wird Frau Ashton Australien jetzt auch mit einem ihrer gefürchteten Besuche abstrafen und der Riesenpolitiker Gauck Australien mit einem Nichterscheinen in Australien Duftmarken setzen?

Auf keinen Fall rechtfertigt eine Homogesetzgebung in anderen Staaten die einem nicht passt, eine illegale Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten. Die sind übrigens nicht weniger demokratisch und rechtsstaatlich, als Deutschland und der Rest der EU-Mitgliedsstaaten vorgeben zu sein.

FH

Montag, 9. Dezember 2013

Gaucks Kalter Krieg gegen Russland

Mütterchen Russland auf einem Plakat
aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.
Wiki: public domain
Jedes Volk hat die Riesenpolitiker die es verdient. Deutschland hat Gauck.

Missstände in der DDR lautstark anzuprangern, war nie sein Ding. Er zog die Nähe zur Macht vor. An Veranstaltungen der Opposition nahm er erst teil, als klar wurde in welche Richtung der Wind blies und Honecker im Herbst 1989 als SED-Chef zurücktrat. Erst da wurde das bevorstehende Ende der DDR auch für den Einfältigsten sichtbar.

Wozu dem ehemaligen Pfaffen aus Rostock in der DDR der Mumm fehlte, scheint er aus seiner geschützten Ecke in Schloss Bellevue nachholen zu wollen. Nicht, dass er die Gewalt in den USA anprangert wo in den ersten acht Monaten der Occupy-Bewegung mehr als 7000 Menschen verhaftet wurden, und die Polizei ihre Zeltlager mit Gewalt zerstörte. Das dabei viele Occupy-Protestler misshandelt wurden und zu Schaden kamen, empörte den höchsten aller Angepassten in deutschen Landen nicht.

Oder dass Gauck die gewalttätigen Polizeiattacken auf friedliche Blockupy-Demonstranten im Sommer diesen Jahres in Frankfurt/Main verurteilt hätte. Fehlanzeige! Das ziemt sich nicht für Menschen, die ihr Leben lang überzeugte Mitläufer waren und immer noch sind. Im Freiheits-Paradies für Bankster und Wirtschaftskriminelle angekommen, schon hält Gauck Proteste gegen Banken für "unsäglich albern". Ein Saubermann mit Dreck am Stecken, wie die Gießener-Zeitung voriges Jahr trefflich formulierte, und auf ein Gespräch verwies, das Gauck am 28.7.88 mit dem MfS-Mitarbeiter Terpe geführt hatte.
Darin findet man dann solche Äußerungen von Gauck wie: „daß es dringend notwendig ist, die Attraktivität des Sozialismus entscheidend zu steigern“ und „die Bürger ein echtes Heimatgefühl entwickeln“ sowie „daß letzten Endes auch er versagt und nicht alles dafür getan habe, daß seine Kinder in der DDR blieben“.
Am Ende des Gespräches soll er noch selber nachgefragt haben, ob er, wenn er denn irgendwann mal ein Problem bekäme, sich an das MfS wenden könne? Donnerlittchen auch.

Nun straft der Saubermann für Menschenrechte, aber hallo, Russland dafür ab, dass Mütterchen Russland sich, nach Meinung des ehNaMag, der Menschenrechtsverletzungen und der Drangsalierung der Opposition im eigenen Land schuldig gemacht haben soll. Da hilft neben eines trotzigen Aufstampfens mit dem Fuße, nur noch der Beschluss, nicht zu den Winterspielen nach Sotschi zu reisen. Die gaucksche Art, Putin das Fürchten zu lehren?

Die Russen werden es mit Sicherheit überleben; haben sie doch schon ganz anderen in- und ausländischen Größenwahn überwunden. Ob die überhaupt wissen wer Gauck ist? Auf jeden Fall sagte Putin im vergangenen Jahr ein geplantes Treffen mit Gauck ab. Begründung: Terminschwierigkeiten.
"Als Pfarrer und Theologe gehörte er zu den privilegierten Kadern. [der DDR]. Sein Vater war während der Zeit des Faschismus Marineoffizier und später DDR-Schiffskapitän. 1951 wurde er von einem sowjetischen Gericht aufgrund gefundener Unterlagen und zahlreicher Zeugenaussagen verurteilt, weil er während der Zeit des Faschismus an der Erschießung politischer Gefangener teilgenommen hatte. Erst 1955 wurde er auf Grund der bekannten Fürbitte Adenauers in Moskau zusammen mit mehreren Tausend weiteren verurteilten deutschen Strafgefangenen des 2. Weltkrieges und der Nachkriegszeit begnadigt und vorzeitig freigelassen.

Ab 1982 war er Leiter der Kirchentagsarbeit in Mecklenburg und später Mitglied des Präsidiums des deutschen evangelischen Kirchentages. In dieser Funktion saß Herr Gauck bei Kongressen neben hohen Staats- und Parteifunktionären der DDR und anderer sozialistischer Staaten, ja er verhandelte sogar oft mit ihnen. Herr Joachim Gauck trat dabei stets angepasst und untertänig auf. Deshalb erschien sein Verhalten ab Oktober/November 1989 wie die Haltung eines Wendehalses. Auf jeden Fall bedurfte es dazu keines politischen Mutes mehr. Wie oft er zu DDR-Zeiten heimlich die Faust in der Hosentasche geballt hat, kann er ebenso wenig beweisen, wie die Opfer der Gauckbehörde, die dieses für sich nun in Anspruch nahmen und nehmen. Beweisbar ist: Joachim Gauck hatte im Gegensatz zu den meisten, die er später mit den Stasi-Akten (ob echt oder gefälscht und manipuliert) belasten ließ, auch schon vor 1989 das Privileg, das nur sehr wenigen auserwählten DDR-Kadern zustand, jederzeit nach Westdeutschland und in andere westliche Länder reisen zu dürfen, ausgestattet mit Staatsgeldern der von ihm angeblich schon damals so gehassten DDR." Zitat aus: A propos Stasi-Vorwürfe gegenüber Brandenburger Politikern: die seltsame Biografie des Herrn Joachim Gauck
Inzwischen arbeiten die Kalten Krieger Deutschlands mit neuem Elan am Putsch gegen den 2010 für fünf Jahre demokratisch gewählten ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch, den sie gerne gegen das wegen Korruption rechtskräftig verurteilte und einsitzende "Gas-Gretchen", Julija Timoschenko, austauschen würden. Die wurde nämlich, zusammen mit ihrem Ehemann, in den 90er Jahren Milliardärin durch illegalen Gashandel und Gasdiebstahl sowie massiven Steuerbetrug und Steuerhinterziehung. 2011 wurde Timoschenko zunächst wegen Amtmissbrauch zu 7 Jahren Haft verurteilt. Weitere Gerichtsverhandlungen stehen noch an.

Mit dieser Verknüpfung wirtschaftlichen Sachverstandes und kapitalistischer Moralvorstellung, qualifizierte sich Julija Timoschenko direkt für einen vorderen Platz in den Herzen europäischer und deutscher Kapitalvermehrer. Die Ukraine ist reich an Bodenschätzen. Eisenerz, Steinkohle, Mangan, Nickel, Chrom, Titan, Uran, Graphit, Salze, Quecksilber, Schwefel etc. um nur einige zu nennen, die darauf warten von westlichen Wirtschaftsimperialisten ausgebeutet zu werden.

Gleichzeitig würde auch die Einkreisung Russlands durch die NATO beschleunigt. Auch das ein Schritt den Chinesen näher auf die Pelle zu rücken um ihnen unverhohlen klarzumachen, dass jede Verminderung von Chinas angehäuften 3,5 Billionen US-Dollars als unfreundlicher Akt gegen die USA gewertet wird, der einen Krieg auslösen würde. China wickelt seine Ölkäufe zunehmend in den jeweiligen Landeswährungen ab, was nicht nur die bisherige Vormachtstellung des US-Petrodollars infrage stellt, sondern auch die gesamte US-Wirtschaft bedroht.

Ob der Preisboxer Vitali Klitschko, der den Ukrainern viel vom wirtschaftlichen Erfolg Europas und des gesamten Westens erzählt, auch nicht vergisst seinen Landsleuten vom wirtschaftlichen Niedergang Europas und den USA zu berichten? Bis zu 150 Millionen Menschen in Europa sind von Armut bedroht. Also solche Menschen, die einen "richtigen" Beruf ausübten und nicht in der Spaßindustrie "Boxen" ihrem Handwerk nachgingen. Vier von fünf US-Amerikanern fallen vor Erreichen ihres 60. Lebensjahres zeitweise in Arbeitslosigkeit, sinken an die Armutsgrenze, benötigen staatliche Hilfe. Das erwartet auch die Ukrainer falls sie den Verheißungen ihrer Volksverführer auf den Leim gehen.

FH

Zum Thema:

Gegenmeinung: Der Fall der Julija Timoschenko.....

Sonntag, 1. Dezember 2013

Werte Leser!

Die NSA rettet Leben

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de


Seit fünf Jahren betreibe ich diese Seite und fange langsam an mich zu wiederholen. Was ich zu sagen hatte, habe ich gesagt. Nun ist es Zeit sich selbst vom Netz zu nehmen, bevor ich abgeschaltet werde. Die mir verbleibende Lebensrestlaufzeit werde ich mit weniger Ärger über Spionprogramme überwachungswütiger europäischer und US-amerikanischer Schnorchelorganisationen Krimineller, die sich auf meiner Seite tummeln, verbringen. Eigentlich sollten sie es ja schon lange bemerkt haben: Ich benutze ausschließlich öffentliche, für Jedermann zugängliche Quellen bei meinen Berichten. Was auch in einer von Konzernen übernommenen "Demokratie", nichts überwachungswürdiges sein sollte. Zur Wiederherstellung der politischen Hygiene wäre es an der Zeit, die ganzen Überwachungs-Vereine für gemeinnützliche Arbeitseinsätze in Kohle- und Erzbergwerke abzustellen, damit sie der Solidargemeinschaft nicht so penetrant auf der Tasche liegen, sondern für ihren Unterhalt eine anständige Arbeit verrichten müssten.

2,1 Mio. Seitenaufrufe seit Mai 2009 sind für mich als einzelner Seitenbetreiber der Sparte Politikblogs, ein toller Erfolg. An dieser Stelle möchte ich den vielen Übersetzern danken, die mit ihren brillianten Übersetzungen die Leser vergessen ließen, dass sie viele übersetzte Texte lasen, die sprachlich von deutschen Originaltexten nicht zu unterscheiden waren. Eine wirkliche Bereicherung für die Leserschaft, da das Niveau vieler übersetzter Texte häufig weit über dem üblichen Rauschen im Netz lag. Auch Kostas Koufogiorgos ein herzliches Dankeschön für seinen Karikaturenschatz aus dem ich frei wählen durfte und die meine Seite bereicherte. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Eine Karikatur bringt mehr als eine Million Worte auf den Punkt.

Ich selbst habe viel gelernt während meiner aktiven Netzzeit. Positives wie Negatives. Wie im wirklichen Leben gibt es im Netz ausgesprochen kleingeistige Arschlöcher/Innen aber auch kluge und weitsichtige Mitmenschen. Die Spreu vom Weizen zu trennen bleibt jedem selbst überlassen.

Vielen Dank, dass Ihr mir Euer Ohr geliehen habt. Vielleicht will ich ja hin und wieder doch etwas von mir hören lassen. Man soll ja nie "Nie" sagen. Das Hintertürchen will ich mir offen halten.

Folker Hoffmann aka Mowitz