Mittwoch, 29. Januar 2014

Fünf Gründe dafür, dass auch die jüngste Story über syrische Kriegsverbrechen wieder nicht wahr sein könnte

Von Brandon Turbeville
Information Clearing House, 22.01.14

In einem kürzlich zum genau passenden Zeitpunkt veröffentlichten Report, in dem auch Hinweise auf Nazideutschland und die Konzentrationslager nicht fehlen, wird nicht nur Stimmung gegen die geplante Syrien-Konferenz Genf II gemacht, gleichzeitig soll damit auch ein militärisches Eingreifen (des Westens) provoziert werden. In dem von drei britischen Staatsanwälten, die gegen Kriegsverbrecher ermittelt haben, und drei "forensischen Experten" verfassten Bericht wird behauptet, es gebe belastbare Beweise dafür, dass auf Anweisung der Assad-Regierung mehr als zehntausend Menschen gefoltert und getötet wurden.

Dieser Report, der hier aufzurufen ist, soll Beweise dafür liefern, dass die Assad-Regierung Menschen foltern, ermorden und verhungern ließ.

Obwohl die syrische Regierung die Richtigkeit der in dem Report aufgestellten Behauptungen bestreitet, geben die westlichen Medien die Anschuldigungen ungeprüft weiter und tun so, als lägen unwiderlegbare Beweise dafür vor.

Die (britische Nachrichtenagentur) Reuters hat dazu gemeldet:
Nach Feststellungen von drei Staatsanwälten, die als Ankläger in Prozessen gegen Kriegsverbrecher eingesetzt waren, hat ein Fotograf der syrischen Militärpolizei "eindeutige Beweise" für die systematische Folterung und Tötung von etwa 11.000 Häftlingen in Einrichtungen geliefert, die an die Konzentrationslager der Nazis erinnern.

Nach Meinung der drei Staatsanwälte können auf Grund der von dem desertierten Fotografen zur Verfügung gestellten Fotos syrische Offizielle wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.

Einer der Ankläger sagte, es lägen Beweise für "ein industriell betriebenes Morden" vor, das ihn an die während des Zweiten Weltkriegs in (Bergen-)Belsen und Auschwitz betriebenen Konzentrationslager erinnere.

Durch die vorliegenden grauenhaften Fotos erhöht sich der Druck auf den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, den die USA und ihre westlichen Verbündeten auch vorher schon beschuldigt haben, in dem immer noch andauernden Bürgerkrieg Kriegsverbrechen am eigenen Volk begangen zu haben. ...

Die 55.000 Bilder des Polizeifotografen, der aus Syrien geflohen ist, nachdem er seine Bilder den Gegnern Assads zur Verfügung gestellt hat, zeigen ausgezehrte und verstümmelte Leichen.

Die Leichen weisen Anzeichen von Folter auf; einigen Opfern fehlen die Augen, andere wurden stranguliert oder durch Stromschläge getötet.

"Es gibt eindeutige Beweise dafür, dass Gefangene von Agenten der syrischen Regierung systematisch gefoltert und getötet wurden; diese Beweise reichen zur Einleitung eines Gerichtsverfahrens aus.

Mit diesen Beweisen können dem gegenwärtigen syrischen Regime Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen nachgewiesen werden," erklären die drei Staatsanwälte in dem Report.
Der Wahrheitsgehalt des Reports ist zwar noch nicht abschließend geklärt, aber schon jetzt gibt es fünf gute Gründe dafür, ihn anzuzweifeln:

1. Die feudale Monarchie Katar am Persischen Golf hat diesen Report gesponsert: Katar ist einer der Hauptförderer der Invasion Syriens durch "syrische" Rebellen und hat eine wichtige Rolle bei der Finanzierung, Ausbildung, Bewaffnung und beim Einsatz der Todesschwadronen gespielt, die derzeit von Truppen die Regierung Assad aufgerieben werden.

2. Der Report stützt sich auf nur eine anonyme Quelle: Der Report ist auch deshalb kritisch zu hinterfragen, weil er auf Material aus nur einer einzigen Quelle basiert – auf den Bildern eines angeblich desertierten Offiziers der syrischen Militärpolizei, der ein ganzes Jahr lang Tausende von Mordopfern fotografiert haben will. Unabhängig von der Frage, warum der desertierte syrische Militärpolizist ganz plötzlich von "moralischen Skrupeln" befallen wurde, ist auch diese Story wieder ein Paradebeispiel für einen notorisch einseitigen Journalismus, der sich nur aufs "Hörensagen" verlässt; auch diesmal ergreifen die westlichen Medien wieder Partei für die Rebellen und verbreiten einseitig und ungeprüft nur deren Behauptungen.

3. Assad wurde auch vorher schon für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verantwortlich gemacht:
Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Assad vom Westen auch schon vorher vorgeworfen wurde, für "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" verantwortlich zu sein; anschließend hat sich stets herausgestellt, dass sie von Todesschwadronen (der Rebellen) und nicht von Truppen der syrischen Regierung begangen wurden. Es liegen eindeutige Beweise dafür vor, dass der syrischen Regierung weder das Massaker von Hula, noch die Gasangriffe in Ghouta (neueste Infos dazu hier) anzulasten sind. Den Todesschwadronen konnte an Hand ihrer selbst gedrehten und bei YouTube eingestellten Videos (s. hier) nachgewiesen werden, dass sie diese unvorstellbaren Verbrechen selbst begangen haben. Bei den Kämpfen zwischen dem syrischen Militär und den Todesschwadronen der Rebellen werden zweifellos auch viele unbeteiligte Menschen getötet, die westlichen Medien lasten das Blutvergießen in Syrien aber immer nur den Regierungstruppen an.

Wir sollten auch nicht den Codenamen (des berüchtigten Agenten) "Curveball" vergessen, der eine Hauptrolle bei der Anzettelung des immer noch nicht beendeten Irak-Kriegs gespielt hat, später aber als Lügner entlarvt wurde. Der Versuch, die Welt zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre mit ähnlichen Propagandalügen hereinlegen zu wollen, ist eine unerträgliche Zumutung.

4. Möglicherweise haben die Todesschwadronen der Rebellen die in dem Report gezeigten Opfer auch selbst umgebracht: Die in dem Report gezeigten Opfer sind offensichtlich gefoltert worden oder verhungert. Bevor wir uns aber zu falschen Schlüssen über die Verursacher des Leidens dieser Unglücklichen verleiten lassen, sollten wir uns vielleicht mit den Todesumständen schon vorher zu beklagender Opfer befassen. Wie bereits erwähnt wurde, konnten den in Syrien operierenden Todesschwadronen der Rebellen schon wiederholt Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachgewiesen werden, bei denen sie sehr viele Menschen gefoltert und ermordet haben. Sie haben nachweislich damit angefangen und immer wieder neue Gräueltaten begangen.

Auch wenn viele Opfer verhungert sind, ist damit noch nicht erwiesen, dass die syrische Regierung sie verhungern ließ. Weil immer wieder Städte von Regierungstruppen oder Rebellen belagert wurden und die Rebellen auch bewusst ganze Stadtteile von der Versorgung mit Nahrungsmitteln abgeschnitten haben, konnten mache Gebiete längere Zeit nicht versorgt werden [s. hier]. Es gibt auch zahlreiche Beweise dafür, dass Todesschwadronen größere Gruppen unbeteiligter Menschen umgebracht, ihre Leichen arrangiert und für Propagandazwecke fotografiert und gefilmt haben. Der Gasangriff auf Ghouta ist ein schreckliches Beispiel dafür, dass Rebellen unbeteiligte Zivilisten ergriffen, verschleppt und getötet
haben, damit sie die Leichen als tote Statisten für ihre Propagandavideos verwenden konnten.

Es ist auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Todesschwadronen selbst Menschen unter schrecklichen Bedingungen gefangen halten. Erst vor wenigen Monaten konnte das syrische Militär mehrere syrische Frauen befreien, die von den Todesschwadronen monatelang in unterirdischen Tunnels gefangen gehalten und sexuell missbraucht worden waren. [s. hier]

5. Der Report wurde bezeichnenderweise erst zwei Tage vor der Syrien-Konferenz Genf II veröffentlicht, die Syrien eigentlich den Frieden bringen soll [s. hier]: Erst wurde der zu der Konferenz eingeladene Iran wieder ausgeladen [s. hier], und dann tauchte genau zwei Tage vor Beginn der Konferenz der von Katar bezahlte Report auf. Zu glauben, das sei reiner Zufall, ist doch absurd. Warum wurden die angeblich so "stichhaltigen" Beweise nicht schon früher vorgelegt? Warum erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt von den "Beweisen", wenn führende Politiker sie schon früher gekannt haben?

Wir sollten diesem Report mit seinen ungesicherten Informationen, der von Feinden Syriens derart gezielt vorgelegt wurde, mit großer Skepsis begegnen.

Weil uns die westlichen Medien in der Vergangenheit schon bei so vielen Gelegenheiten belogen haben, sollte niemand glauben, dass sie ausgerechnet diesmal die Wahrheit verbreiten.

Der Autor Brandon Turbeville stammt aus Florence in South Carolina. Er hat seinen Bachelor an der Francis Marion University gemacht und sechs Bücher veröffentlicht, darunter folgende: "Codex Alimentarius – The End of Health Freedom", "7 Real Conspiracies", "Five Sense Solutions and Dispatches From a Dissident, volume 1 and volume 2" und "The Road to Damascus: The Anglo-American Assault on Syria". Turbeville hat über 275 Artikel verfasst, die sich mit der Gesundheit, der Wirtschaft, der Regierung, der Korruption und den Bürgerrechten befassen. Er betreibt die Website http://www.brandonturbeville.com

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

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