Sonntag, 23. Februar 2014

Die Übernahme der Ukraine durch das internationale Kapital - Wie lange hält Russland noch still?

Mowitz
Die Ukraine nahm ihr legitimes Recht wahr und entschied sich Ende vorigen Jahres gegen die Verheißungen der europäischen Bankenunion, (EU), sich mittels eines Assoziierungsabkommen unter ihre Fittiche nehmen zu lassen. Wie böse Zungen der westlichen W(ä)rtegemeinschaft behaupten - nach Druck aus Moskau.

Das hätte Moskau nach Meinung der westlichen W(ä)rtegemeinschaft nicht machen sollen. Druckmittel einzusetzen, so das Selbstverständnis der Herrscher über Geld und Hedgefonds, solche wie George Soros, ist ihr alleiniges Vorrecht. Moskaus Druckmittel bestand aus friedlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Zusagen an die Ukraine. So ähnlich wie die Verlockungen der Bankenunion, mit ihr das Bett zu teilen, übrigens auch. Der ukrainische Präsident begründete sein "Nein" damit, dass sein Land wirtschaftlich noch nicht weit genug für eine Partnerschaft mit der EU (Bankenunion), sei und wollte außerdem noch, dass bei zukünftigen Verhandlungen auch Russland mit einbezogen würde. Das wiederum lehnte die europäische Bankenunion strikt ab.

So weit, so gut. Hier hätte man friedlich auseinandergehen können. Nicht alle Verhandlungen auf dieser Welt führen zu schnellen Ergebnissen und benötigen, so wie ein guter Wein auch, lange Zeit um zu reifen. Also entschied sich Kiew für lukrativere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland, was in einer solchen Situation das gute Recht eines jeden souveränen Staates ist.

Und plötzlich, wie in einem gut regissierten Marionettenstück, brach die "Revolution" in der Ukraine aus. Wie in Syrien der "Bürgerkrieg". "Rebellen" inklusive. Demonstranten besetzten den Maidan Platz (Unabhängigkeitsplatz) in Kiew und forderten den Rücktritt des in einer demokratischen Wahl gewählten Präsidenten. Mit Sicherheit waren auch viele unter denen die auf dem "Unabhängigkeitsplatz" protestierten dabei, die einige Jahre zuvor Janukowitsch in einer freien und geheimen Wahl gewählt hatten.

Der Beltway, dem der Destabilisierungsweg der europäischen Bankenunion zu langsam und zudem nicht erfolgversprechend genug erschien, ließ nun seine bezahlten Kettenhunde von der Leine.

Paul Craig Roberts, ehemaliger Finanzstaatssekretär in der erzkonservativen Reagan-Regierung schrieb neulich in einem Artikel: Vereinigte Staaten von Amerika und Europäische Union bezahlen ukrainische Krawallmacher und Demonstranten, u.a.:
"Wie ich am 12. Februar berichtet habe („Die von Washington orchestrierten Demonstrationen destabilsieren die Ukraine“), teilte die Ministerialdirektorin im Außenministerium Victoria Nuland, eine fanatische Russenhasserin und neokonservative Kriegstreiberin, im vergangenen Dezember dem National Press Club mit, dass die Vereinigten Staaten von Amerika $5 Milliarden in ein Netzwerk „investiert“ haben, um die Ziele der Vereinigten Staaten von Amerika in der Ukraine zu erreichen, nämlich „der Ukraine die Zukunft zu geben, die sie verdient.“ Nuland ist die Vertreterin des Obamaregimes, die in flagranti erwischt wurde, als sie die Mitglieder der ukrainischen Regierung nannte, die Washington der ukrainischen Bevölkerung aufs Auge zu drücken beabsichtigt, sobald die bezahlten Demonstranten die derzeitige gewählte und unabhängige Regierung gestürzt haben."antikrieg.com
Die EU gibt sich immer fürchterlich empört wenn ihr vorgeworfen wird eine unheilige Dienerin des Militarismus und des richtig großen Geldes zu sein. In solchen Situationen will sie nicht gerne an ihren siamesischen Zwillings-Bund mit der North Atlantic Terrorist Organization erinnert werden. Dankbar nahm sie trotzdem die verhüllte Drohung des ewig grinsenden Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen zur Kenntnis, der die ukrainische Regierung davor warnte, die Armee zur Beendigung der blutigen Straßenschlachten in Kiew einzusetzen.
„Die Demokratie bei unseren Nachbarn ist in großer Gefahr. Das erregt bei uns tiefe Besorgnis", sagte Rasmussen
Donnerlittchen!

Bild: Wikimedia
Public domain
Ob er diese Warnung wohl ebenfalls aussprechen würde, wenn sich die Menschen in Europa gegen ihre Blutsauger und Peiniger aus der Banken- und Finanzwelt erheben würden? Kein Wort der Demokratieunterstützung gegen große Geldverwalter wie BlackRock Investments, die ein Anlagevermögen von 4.000.000.000.000 $ (Viertausend Milliarden Dollar), etwa das Zehnfache des deutschen Bundeshaushaltes, verwaltet. Damit dieses Geld sich reichlich vermehren kann, gibt es nur einen einzigen Weg: Sozialstaat einstampfen, Renten kürzen, Löhne dumpen samt Finanzblasen produzieren.

Die riesigen Gewinne, die Finanzakteure wie BlackRock abwerfen und an denen das Blut dick geronnen klebt, können nur "erwirtschaftet" werden, wenn allein in Griechenland aufgrund von Sparzwängen, die nur den Finanzakteuren und dem kapitalistischen System geschuldet sind, die Säuglingssterblichkeit um 43 Prozent steigt.

Um die Ukraine von Russland zu entfernen, soll sie an die EU angebunden werden. Dafür setzen Berlin und Brüssel auch auf Erpressung. Entweder die frühere Ministerpräsidentin "Gasgretchen" Julia Timoschenko, wegen Amtsmissbrauch, Korruption und Steuerhinterziehung zu einer mehrjährigen Haftstrafe rechtskräftig verurteilt, darf nach Deutschland ausreisen, so das Ultimatum der Bankenunion bevor die ukrainische Regierung die Verheißungen der EU ins Leere laufen ließ und lieber die vorteilhaften "Druckmittel" Russlands akzeptierte.

Wer betrügt, der fliegt!! Ausgenommen das große Geld. Das regiert nämlich bei uns. Das werden auch die faschistischen und nichtfaschistischen bezahlten Marionetten vom Maidan Platz am eigenen Leib erfahren, falls sie nicht doch noch vorher gestoppt werden.

Aber auch in Russland und der Ukraine gibt es das große Geld der Oligarchen. Janukowitsch soll, wie seine Gegner auch, die Interessen rivalisierender Oligarchenclans vertreten, die sich letztlich denen anschließen, die für ihren Reichtum den größten Nutzen versprechen.

Nach letzten Meldungen soll Timoschenko sich nach ihrer Freilassung auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew quicklebendig und von Bandscheibenbeschwerden keine Spur, mit einer Rede an die Spitze der "Bewegung" gesetzt haben. Auch soll der neue Interims-Innenminister Awakow mitgeteilt haben, dass Vertreter des “Rechten Sektors” und der “Nationalen Selbstverteidigung” an der Führung des Innenministeriums beteiligt werden. Naja, Deutschland wieder in inniger Umarmung mit Kräften der extremen Rechten. Das hatten wir schon einmal 12 lange Jahre. Zwischen 1933 und 1945. Und wie es ausging, hat man auf der Müllhalde des Vergessens entsorgt.

Es bleibt abzuwarten wie Putin nach Ende der Winterspiele in Sotschi reagieren wird.

FH

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