Dienstag, 5. August 2014

Das Wall Street-Kapital schießt aus allen Propaganda- und Kanonenrohre auf Afrika

Mowitz
Im Ressourcenklau war keine Region der Welt so erfolgreich wie der Westen. Er dominierte den neuzeitlichen Kolonialismus der gegen Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzte und, grob gerechnet, bis Ende des Zweiten Weltkrieges anhielt.

Afrika, der Kontinent in dem die Menschen wahrscheinlich lernten aufrecht zu gehen, um Millionen Jahre später als Homo erectus in die Geschichtsbücher der Menschheit Einzug zu halten, war im neuzeitlichen Kolonialismus ein beliebtes Ziel westlicher Herrscherklassen um Menschen zu versklaven und Bodenschätze zu rauben.

Für die damit beginnende Verarmung und Entwurzelung der afrikanischen Bevölkerung machten die Kolonialherren natürlich die Versklavten selbst verantwortlich. Bis auf den heutigen Tag. So als wäre Korrupton eine afrikanische Erfindung.

Heute nun trudeln fast 50 Staats- und Regierungschefs aus Afrika auf Einladung des Imperiums in Washington ein, um, so die offizielle Lesart, Geschäftsbeziehungen in beiderseitigem Einvernehmen mit den USA zu knüpfen. So wie die Chinesen es bereits vor den USA gemacht haben. Nur mit dem Unterschied, die Chinesen machen es ohne militärische Invasionen, die USA nebst Nato und Vasallen nicht. Und jetzt auf einmal doch? Friedlich und zum gegenseitigen Nutzen? Kaum zu glauben.

Grafik: Wikimedia, Creative Commons
Kolonialmächte, 1898, vor dem Spanisch-Amerikanischen Krieg,
dem Boxer-Aufstand und dem Zweiten Burenkrieg

Wie schrieb John Pilger schon am 31. Januar 2013 im New Statesman?
[1] "In Afrika findet derzeit ein groß angelegter Eroberungszug statt. Die USA stationieren in 35 afrikanischen Ländern Truppen, zunächst in Libyen, Sudan, Algerien und Niger. Die Presseagentur Associated Press hatte diese Nachricht am Weihnachtstag [2012] verkündet, doch sie wurde von den meisten anglo-amerikanischen Medien verschwiegen.

Dieser Angriff hat mit dem „Islamismus“ so gut wie nichts zu tun, aber fast alles mit der Aneignung von Ressourcen, insbesondere der Erze, und mit einer wachsenden Rivalität mit China. Im Gegensatz zu China sind die USA und ihre Verbündeten bereit, Gewalt anzuwenden, wie sie es schon in Irak, Afghanistan, Pakistan, Jemen und Palästina getan haben. Wie zur Zeit des Kalten Krieges müssen sich westliche Journalisten und die Volkskultur die Aufgabe teilen, den Heiligen Krieg gegen das „bedrohliche Spektrum“ des islamistischen Extremismus zu rechtfertigen, genau wie einst die falsche „rote Bedrohung“ einer kommunistischen Weltverschwörung.

Wie im Wettlauf um Afrika im 19. Jahrhundert hat das US-amerikanische Einsatzkommando für Afrika (AFRICOM) ein Netz aufgebaut aus entgegenkommenden afrikanischen Regierungen, die gierig sind nach US-amerikanischem Schmiergeld und Waffen. Voriges Jahr führte AFRICOM unter Führung des US-Militärs und unter Beteiligung von 34 afrikanischen Ländern die Operation African Endeavor durch. Unter der „Soldat-zu-Soldat“-Doktrin von AFRICOM werden auf jeder Führungsebene, vom General bis zum Unteroffizier, US-Offiziere eingebettet. Es fehlen nur noch Kolonialhelme....."

"....Brzezinski, Nationaler Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter, schildert eine geheime präsidiale Richtlinie aus dem Jahre 1979, die den Beginn des heute so genannten „Krieges gegen den Terror“ markierte. Siebzehn Jahre lang haben die USA extremistische Dschihadisten, die „eine ganze Generation in Gewalt ertränkten“, ausgebildet, finanziert, mit Waffen versorgt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Der Plan trug den Namen „Operation Wirbelsturm“ und sollte die UdSSR zu Fall zu bringen – doch was einstürzte, waren die Twin Towers.

Seitdem ist die Berichterstattung, die intelligente und gebildete Leute sowohl verbreiten als auch aufnehmen, zu einer Art Disney-Journalismus verkommen, wie immer verstärkt von Hollywoods Lizenz zum Lügen und Lügen. Demnächst bringt Dreamworks einen Film über Wikileaks heraus, das sich auf ein Buch über den perfiden Klatsch von zwei reich gewordenen Journalisten des Guardian stützt; und dann der Film Zero Dark Thirty, der Folter und Mord verherrlicht; dessen Regie führt Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow, die als moderne Leni Riefenstahl die Stimme ihres Herrn verbreitet, wie einst die geliebte Regisseurin des Führers. So sieht der Einwegspiegel aus, der uns blind macht dafür, was die Machthaber in unserem Namen anrichten."
Der Kapitalismus ist keine humanitäre Einrichtung der irgendetwas zum gegenseitigen Nutzen macht. Er ist ausschließlich dem Gewinnmaximierungsprinzip zum Wohle der herrschenden Klasse verpflichtet, wie der Name Raubtierkapitalismus fast schon überdeutlich zum Ausdruck bringt. Die USA kämpfen noch um den Erhalt ihres Platzes als Hort und militärischer Beschützer des z. Z. herrschenden internationalen Groß- und Finanzkapitals. Und sie kämpfen mit allen Mitteln. Vor allen Dingen mit militärischen. Friedliche Beilegungen von Konflikten sind den USA fremd. Obwohl sie aus ihren Niederlagen in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gelernt haben sollten. Haben sie aber nicht. Und das macht sie so extrem gefährlich.

FH

[1]John Pilger: Schöne neue Zeit: Eine Invasion macht keine Schlagzeilen und die Lügen von Hollywood führen einen an der Nase herum.....

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