Donnerstag, 18. September 2014

Heute Schotten-Referendum - Großbritannien bald Vergangenheit?

Mowitz
Die deutsche Konzernpresse wird nicht müde den Schotten zu erklären, welch schlimmer wirtschaftlicher Zukunft sie entgegengehen, wenn sie Unabhängigkeit, statt Zwangsvereinigung wählen. Zum Glück verstehen die wenigsten Schotten deutsch, um sich von risikoscheuen Deutschen einschüchtern zu lassen.

Der Finanzsektor soll überdimensioniert sein. Ein Erbe, das die neokonservative Krämerseele Margaret Hilda Thatcher, alias Baroness Thatcher of Kesteven, Schotten und Engländern gleichermaßen hinterließ, als unter ihrer Ägide die Schrumpfung des industriellen Sektors beängstigende Fahrt und Ausmaße annahm und stattdessen der Dienstleistungssektor wuchs. Dazu zählt eben auch der Bankensektor, mit all seinen Blasen. Baroness Thatcher liebte es ihre fragwürdige, arbeitnehmerfeindliche Klassenpolitik in den entscheidenden Augenblicken mit einem kraftvollen Hauch eines "there is no alternative" zu verstärken, was augenscheinlich tiefen Eindruck auf den sozialdemokratischen Kanzler Schröder gemacht hatte, der seine "Agenda 2010" ebenfalls als "alternativlos" zu Markte trug. Eine Worthülse, erfunden in den Schreibstuben sogenannter neoliberaler "Denkfabriken", die von Schröder auf Merkel überging, die es fertigbrachte, "alternativlos" zum Unwort des Jahres 2010 zu machen. Man kann es eben auch übertreiben.

Es ist typisch für Politikzwerge, die im Auftrag des internationalen Groß- und Finanzkapitals antreten um deren W(ä)rtevorstellungen von geringen Löhnen, Trockenlegung sozialer Errungenschaften, niedrige Steuern auf Konzerngewinne und für Milliardäre, auftragsgemäß in Politik umzusetzen und sie dem Volk als "alternativlos" aufs Auge drücken. Sprache funktioniert als Unterdrückungs- oder Befreiungsinstrument. Beides ist machbar. Die Wahl liegt bei uns.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Ein Satz aus der Begründung der Jury zum Unwort des Jahres 2010: "Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe." Bingo für Worthülsen.

Das die Schotten einen schwierigen Weg vor sich haben, sollte die "Ja"-Seite das Referendum gewinnen, ist sehr wahrscheinlich. Denn die Großkapitalisten der Wall Street und London Stock Exchange Börse, werden sich nicht mit kleinen Steinen begnügen, die sie den Schotten dann in den Weg legen werden um ihnen das Leben schwerer zu machen und versuchen sie auch nach einem Sieg wieder zu einer Umkehr zu bewegen. Allerdings macht ein Verbleib im "Vereinigten Königreich" die Lage des schottischen Volkes auf Sicht bestimmt nicht besser.

Nach letzten Prognosen sollen mit 52 Prozent die Nein-Sager in Führung liegen denen 48 Prozent Befürworter eines von England unabhängigen Schottlands gegenüberstehen. Noch vor wenigen Tagen zeigten die Umfragen fast auf das Dezimalkomma genau, Werte mit dem umgekehrten Resultat. Da lag noch die Yes-Seite in Führung. Der Umschwung, falls er den Tatsachen entspricht, ist entweder Kampagnen finanzkräftiger Money Makers zuzuschreiben, oder bewussten Manipulationen um das Wahlverhalten zu beeinflussen und/oder das Endergebnis schon vorwegzunehmen, damit erst gar keine Fälschungsvorwürfe bei der Auszählung der Stimmen erhoben werden.

Was in westlichen Landen nicht auszuschließen ist. Unvergessen die zweite Wahl die George W. Bush im November 2004 wieder zum US-Präsidenten machte. Mit vielen Nachzählungen in etlichen Wahlkreisen Floridas, die Bush am Ende mit 537 Stimmen vorne sahen. Ein Ergebnis, das bis heute umstritten ist.

Nur wer kämpft kann auch gewinnen. Wer nicht kämpft hat schon von vornherein verloren. Sogar bei Nachzählungen an den Wahlurnen.

Deutsche kämpfen nicht gegen Kapitalinteressen. Deutsche kämpfen um die Fußball- oder Export-Weltmeisterschaft. Aber dann bis zum Umfallen. Sie kaufen immer noch Bahnsteigkarten bevor sie zum Sturm auf den Bahnhof ansetzen. Darum soll keiner klagen, dass noch nie so viele Menschen in Deutschland gearbeitet haben, die nicht von ihrer Arbeit leben können. Mit kreativer Arbeitsmarktstatistik wird als "beschäftigt" geführt wer mindestens 15 Wochenstunden arbeitet. Auch mit Niedriglohn und nicht sozialverträglich. Das ist von den Verheißungen des Kapitalismus übrig geblieben. Ob da der Bankensektor sinnvoll ist, Menschen in richtige Arbeit zu bringen, darf bezweifelt werden. Er ist eher das Instrument einer globalen Herrscherschicht um Völker zu verarmen, sich selbst zu bereichern und die Welt auszubeuten.

Aber gegen diese Ganoven, Banditen und Ausplünderer zu kämpfen lohnt sich auch dann, wenn schon alles verloren scheint!

Der US-Autor Stephen Lendman beschreibt die US-Wirtschaftspolitik für sein Land mit den Worten: "das Erzielen von Kriegsprofiten ist zur Hauptbeschäftigung der US-Konzerne geworden. Deshalb sinkt der Lebensstandard in den USA immer mehr ab auf den eines Landes der Dritten Welt. So führt man Krieg gegen die ganze Menschheit".

Deutschland und die EU folgen Gewehr bei Fuß.

FH

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