Sonntag, 19. Oktober 2014

Nato Reloaded? Ausländische Unterwasseraktivitäten in der Kanholmsbucht im Stockholmer Schären-Archipel

Mowitz
In den 1980er Jahren gab es in der Spätphase des Kalten Krieges eine Reihe von Vorkommnissen in schwedischen Gewässern und man beschuldigte allzu schnell die Sowjetunion, mit ihren U-Booten die schwedische Neutralität zu verletzen. Zwischen 1981 und 1990 drangen wiederholt unbekannte U-Boote in schwedische Gewässer ein. Die Krise begann, als das sowjetische U-Boot, U 137, am 27. Oktober 1981 vor Südschweden 30 km vor der Marinebasis Karlskrona auf Grund lief und entdeckt wurde. Diese Meldung dominierte lange Zeit die Medien in Schweden. So entstand der Eindruck, dass, während Premierminister Olof Palme mit der Sowjetunion über Möglichkeiten der Entspannung verhandelte, diese die schwedischen Grenzen nach Belieben verletze. Der Anteil der Schweden, die sich direkt durch die Sowjetunion bedroht fühlten, wuchs in diesen Jahren in Umfragen von 7 % auf 45 %. Am 28. Februar 1986 wurde Olof Palme ermordet. Trotz einer ausgesetzten Belohnung von 50 Mio. Kronen, und der größten Morduntersuchung in Schwedens Geschichte, wurde der Mord nie aufgeklärt.

Heute weiß man anscheinend bedeutend mehr über die Unterwassertätigkeiten fremder U-Boote in schwedischen Hoheitsgewässern, obwohl offizielle Stellen sich bedeckt halten und nichts bestätigen. Neuere Recherchen deuten aber darauf hin, dass diese Vorkommnisse seinerzeit von NATO-Staaten unter „falscher Flagge“ inszeniert wurden, um Stimmung gegen die neutralistische Politik des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme zu machen.

Laut eines investigativen Dokumentarberichtes in "Uppdrag Granskning" ("Auftrag Untersuchung") vom 3. Oktober 2007 im Schwedischen Fernsehen, konnte nicht eine einzige Verletzung schwedischer Hoheitsgewässer durch U-Boote der Sowjetunion, oder eines anderen Landes des Warschauer Paktes nachgewiesen werden; außer der Strandung von U 137, die der Kapitän des Bootes mit einer ungewollten Fehlnavigation erklärte, was durchaus möglich sein kann. Dagegen verdichten sich die Erkenntnisse, dass es Nato-U-Boote waren, die schwedisches Territorium kränkten. In einem nachfolgenden Programm von "Uppdrag Granskning",  am 11. Juni 2008, ist man völlig eindeutig und berichtet, dass es nun klar sei, dass die U-Boote die von der schwedischen Marine in der Bucht Hårsfjärden bekämpft wurden in allen bekannt gewordenen Fällen, Nato-U-Boote waren, beispielsweise aus dem damaligen Westdeutschland, USA und Großbritannien. Militärische Kreise Schwedens bestätigen die Erkenntnisse des TV-Programmes nicht.

In den letzten acht Jahren hat die abgewählte Regierung Reinfeld, Schweden immer enger an die  Nato angeknüpft. Oder wie es das schwedische Massenblatt "Aftonbladet" formuliert: "Är Sverige smygvägen på väg in i Nato?" ("Sucht Schweden heimlich die Aufnahme in die Nato?")

Seit letzten Freitag, wird zur neuesten Jagd auf vermeintlich russische, (welche auch sonst?), Unterwasseraktivitäten geblasen. Wäre doch gelacht wenn die Schweden nicht in die Nato reinzukriegen wären.

FH

Zum Thema:
U-Boot-Jagd im Stockholmer Schären-Archipel: ”Schwedische Medien nützliche Idioten des Militärs"

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