Mittwoch, 5. November 2014

Aus Syrien zurückgekehrte Dschihadisten: bereits mehr als 150 Tote in China

Die Gegenwart von chinesischen Dschihadisten in Syrien ist seit Oktober 2012 bezeugt [1], aber sie hat deutlich im Sommer 2014 zugenommen, sodass sie ein Chinatown selbst in Rakka, Hauptstadt des islamischen Emirats, haben.
Vor allem aus der uighurischen Gemeinschaft stammend, kommen diese Kämpfer häufig über Kambodscha oder Indonesien und werden mit Hilfe der türkischen Geheimdienste (MIT) eingeschleust.

In den letzten Monaten wurden mehrere islamistische Anschläge in China von aus Syrien zurückgekehrten Dschihadisten verübt.

- Platz des Himmlischen Friedens in Peking, am 28. Oktober 2013, 5 Tote und mehr als 40 Verwundete;
- Kunming-Station, 1. März 2014, 29 Tote und 143 Verwundete;
- Urumqi-Bahnhof, 30. April 2014, 2 Tote und 79 Verwundete;
- Markt in Urumqi, 22. Mai 2014, 31 Tote und viele Verletzte;
- Kargilik Polizei Hotel, 21. Juni 2014, 13 Tote und 3 Verletzte. Shache/Yarkant Polizei Hotel, 28. Juli 2014, 96 Tote und sehr viele Verletzte.

Selbst wenn es in Europa und in den Vereinigten Staaten Befürchtungen gibt, sind es derzeit die einzigen bewährten Fälle von Kämpfern, die nach ihrer Rückkehr aus Syrien innerhalb von Dschihadisten-Organisationen Anschläge begangen haben [2].

Das islamische Emirat scheint entwickelt worden zu sein, um am Ende in der Volksrepublik China zu kämpfen [3].

Das irakische Verteidigungsministerium hat zwei Fotos von chinesischen Bürgern, Mitglieder des islamischen Emirats, veröffentlicht.

Mitte Oktober 2014 hat Al-Kaida in der ersten Ausgabe ihres Magazins in englischer Sprache, Resurgence, einen Artikel über Ost-Turkestan, der frühere Name vom Xinjiang, veröffentlicht. Er behauptet, der Islam sei in China verboten, obwohl er eine der fünf offiziellen Religionen ist. Darüber hinaus rief der Artikel zu Aktionen gegen die Versorgungswege von China auf.

Nach unseren Informationen wären mehr als tausend chinesische Dschihadisten zur Ausbildung in Pakistan. Sie sollten später nach Syrien geschickt werden, und dann nach China zurückkehren.

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Volksrepublik China 8 Mal ihr Veto im UN-Sicherheitsrat verwendet, worunter 4 Mal zum Schutz von Syrien gegen die Aggression des Westens und des Golfes.

Die Volksrepublik China - die bisher nur auf pakistanischer Seite in der indisch-pakistanischen Konfrontation stand – hat beschlossen, sich Indien zu nähern und gemeinsam Anti-Terror-Übungen auszuführen [4].

China und Russland haben die Shanghai Cooperation Organization zur Bekämpfung von Separatismus und Dschihadismus gegründet, als Reaktion auf die Aktionen der Al-Kaida im Fergana-Tal.

Laut den chinesischen Medien wären in den letzten zwei Monaten 139 Personen verhaftet und 256 andere für ihre Verbindungen zu dschihadistischen Organisationen verurteilt worden.

Quelle
Voltaire Netzwerk

Übersetzung
Horst Frohlich


[1] „Heimkehr von Syrien-Dschihadisten nach China“, Voltaire Netzwerk, 8. Juli 2013.
[2] Der Fall des Franzosen Mehdi Nemmouche, beschuldigt, drei Menschen am jüdischen Museum in Brüssel ermordet zu haben, ist anderer Art, weil seine Opfer nicht einfache Zivilisten waren, sondern zwei von ihnen waren Mossad-Agenten.
[3] „Ein globaler Dschihad gegen die BRIC-Staaten?“, von Alfredo Jalife-Rahme, La Jornada (Mexiko), Voltaire Netzwerk, 26. Juli 2014. « Opération « Émirat islamique », objectif Chine », par Manlio Dinucci, Traduction Marie-Ange Patrizio, Il Manifesto (Italie), Réseau Voltaire, 21 septembre 2014. „Wer nimmt am "islamischen Emirat" teil?“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 22. September 2014.
[4] “China’s counter-terror drills with India are really about its fears of Pakistan”, par Rajeev Sharma, First Post, 19 octobre 2014.

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