Samstag, 8. November 2014

Rumpelstilzchen im Bundestag: Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Drachentöter heiß!

Bild: Wikimedia, gemeinfrei
Drachentöter Biermann Siegfried trinkt Fafners Blut
Wer in seiner Jugend nie rot gewesen ist, war nie jung! - Und wer im Alter noch immer rot ist, hat nichts dazugelernt!

Mit dieser platten Beschwörungsformel im Hinterkopf, so scheint es, ließ es sich Wolf Biermann nicht nehmen, einen peinlichen Auftritt im Bundestag hinzulegen. So als wolle er sagen: ich habe auf jeden Fall dazugelernt. Die Kunst, den richtigen Zeitpunkt seines Abtritts zu wählen, ist leider nicht jedem gegeben.

Biermann gehörte während seiner DDR-Zeit nicht zu den Schleimern der DDR-Obrigkeit, und bewies durchaus Mut eine andere Meinung zu haben und diese auch öffentlich zu äußern. Was man von anderen DDR-Dienern, wie Merkel und Gauck, nicht sagen kann. Deren DDR-Angepasstheit ist sogar im vereinten Deutschland in allen Munden und stört die hier herrschende Klasse so wenig, wie sie die Herrschenden in der DDR nicht störten. So angepasst waren sie.

Biermann holt die Angepasstheit zum System, die er in der DDR so schmerzlich vermisste, heute im wiedererstehenden Großdeutschland nach. Vom Jungrevoluzzer zum kleinbürgerlichen Reaktionär. Ein Weg, den er mit Millionen anderen Spießern teilt. Biermann (78), heute nur noch ein Abklatsch vom Biermann der 70er Jahre. Ihn zu ertragen, dazu war ich nicht verurteilt und tat es mir auch nicht lange an. Ich drückte auf den Abstellknopf. Und das gönne ich ihm.

Sein wohl letzer Büttenauftritt, darf man für ihn hoffen.

Lammert, seines Zeichen Präses des Vereins, würdigte die friedliche Revolution von 1989, angeblich mit einem Satz Kohls: „Ungarn hat den ersten Stein aus der Berliner Mauer geschlagen." Kohl weiß es allerdings heute sehr viel besser und wird in einem Buch, "Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle" folgendermaßen zitiert: "Es ist ganz falsch, so zu tun, als wäre da plötzlich der heilige Geist über die Plätze in Leipzig gekommen und hat die Welt verändert", sondern es war so: "Gorbatschow ging über die Bücher und musste erkennen, dass er am Arsch des Propheten war und das Regime nicht halten konnte".

Alle 5 Sekunden verhungert heute ein Kind auf diesem Planeten. Jeden Tag sterben 100.000 Menschen am Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen. Das ist nicht das Resultat eines totalitären Kommunismus. Es ist die Bilanz eines auf Wachstum und Kriegen fußenden globalen Raubtierkapitalismus. Und einen anderen gibt es nicht.

Die ganze neoliberale Theorie ist eine Lüge!

FH

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