Mittwoch, 17. Dezember 2014

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus - Heute: wenig frohe Weihnachtsbotschaften

Mowitz
Sie reden von Demokratie und meinen die Herrschaft des Geldes. Sie reden vom Rechtsstaat und nehmen sich das Recht in unserem Namen Menschen zu foltern. [1]

Sie verurteilen die Geiselnahme in Sydney, lehnten aber eine Auslieferung des späteren Täters an den Iran bereits vor 14 Jahren ab.

In Australien wurde er 2013 wegen Beihilfe zum Mord an seiner Ex-Frau angeklagt, aber gegen eine Kaution von 10.000 australischen Dollar auf Bewährung entlassen.

In diesem Jahr wurde er wegen sexueller Belästigung verurteilt, aber erneut gegen eine Kaution freigelassen - sechs Tage, nachdem die Vorschriften dafür gelockert worden waren.

Nun wundert sich Australiens Premierminister Tony Abbott ganz ungemein, wieso dieser Mensch durchs Raster fallen konnte, warum er nicht auf der Liste gesuchter Terroristen stand und wie er es schaffen konnte, sich eine Waffe zu besorgen. [2]

Nach dem tragischen Ende der Geiselnahme in Sydney plant die Regierung nun drastische Einschnitte in die bürgerlichen Freiheitsrechte. Angedacht sind unter anderem die Vorratsdatenspeicherung von Metadaten und eine Ausweitung der Internet-Überwachung. Alles im Namen des Schutzes der Bevölkerung. [3]

Sie geben sich geschockt beim Terrorakt auf eine Schule im pakistanischen Peschawar. Betreiben aber selbst eine seit Jahren stattfindende Mordserie mit Drohnenattacken auf pakistanische Zivilisten. Die werden kurzerhand vorher von US-Geheimdiensten, ohne richterliche Prüfung und Urteil, zu Terroristen erklärt, um auf pakistanischem Territorium, gegen den Willen der pakistanischen Regierung, im Auftrag des US-Präsidenten und mit seiner ausdrücklichen Genehmigung, ermordet zu werden. * [4]

Sie bekämpfen die Terroristen, die sie schon seit Jahrzehnten immer wieder aufs Neue erschaffen. [5]

Sie reden von globalen und europäischen Ordnungsregeln und meinen die Vorherrschaft des Dollars. Mit dieser Vorherrschaft bringen sie den Rubel auf Sinkflug, schaden der globalen Realwirtschaft, lassen sich vom Rest der Welt ihre Kriege und Haushaltsdefizite finanzieren und versuchen einen Nuklearkrieg zu provozieren, in der Hoffnung ihn selbst zu überleben. Wenn sie da nicht irren.

* Nachtrag: Wie "präzise" ist der US-Drohnenkrieg? Ein Report enthüllt, dass mit jeder getöteten Zielperson 28 unbeteiligte Personen sterben >>>

Vom Himmel hoch, da komm ich her.
Mit Lügen, Drohnen und noch mehr,
Der guten Botschaft bring ich viel,
Davon ich Euch erzählen will.

FH

Wir sind die Terroristen. Die Wahrheit schmerzt, aber Lügen töten - Die Wirklichkeit unserer betrügerischen Kriege. (Die berühmte epische Rede von Dr. Dahlia Wasfi. Eine Rede die zum betroffenen Nachdenken anregt. Die Betroffenen sind wir.)



Nachfolgend die von Wolfgang Jung, luftpost-kl.de ins Deutsche übersetzte Rede von Dr. Dahlia Wasfi:

Wir haben eine Verpflichtung gegenüber allen Opfern der illegalen (US-)Angriffskriege, weil dieses ganze Gemetzel in unserem Namen begangen wird. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind 90 Prozent aller Kriegsopfer unbewaffnete Zivilisten, und ein Drittel davon sind Kinder. Unsere Opfer haben uns nichts getan. In Palästina, in Afghanistan, im Irak und in Somalia und wo auch immer unser nächstes Ziel sein wird, ist die Ermordung von Zivilisten kein Kollateralschaden, sie ist ein unvermeidlicher Bestandteil der modernen Kriegsführung. Die Angegriffenen hassen uns nicht wegen unserer Freiheit. Sie hassen uns, weil wir jeden Tag Verbrechen gegen die Menschlichkeit finanzieren oder selbst begehen. Der so genannte "Krieg gegen den Terror" ist nur ein Deckmantel für unsere militärische Aggression, mit der wir die Kontrolle über die Ressourcen Westasiens gewinnen wollen.

Wir senden unsere Armen aus und lassen sie die Armen in den (überfallenen) islamischen Ländern umbringen. Wir tauschen Blut gegen Öl. Das ist Völkermord, und für die meisten Menschen der Welt sind wir die Terroristen. Wer in diesen Zeiten unsere Verantwortung für die Welt und ihre Zukunft leugnet, wird selbst zum Verbrecher. Wie kann es angesichts unserer Mitschuld an den schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Irak und in Afghanistan und angesichts der ständigen Verstöße (der USA) gegen die UN-Charta und das Völkerrecht noch irgendein US-Amerikaner wagen, den legalen Widerstand gegen eine illegale Besetzung zu kritisieren?

Unsere so genannten Feinde in Afghanistan, im Irak, in Palästina, in unseren anderen Kolonien rund um die Welt und in unseren eigen Städten kämpfen gegen die Unterdrückung durch das (US-)Imperium und fordern die respektvolle Behandlung, die jeder Mensch verdient. Weil sie sich gegen die Vergewaltigung und Plünderung durch das weiße Establishment wehren, diffamieren wir sie als Aufständische und Terroristen, dabei sind sie unsere Brüder und Schwestern im Kampf um Gerechtigkeit. Die Zivilisten, die wir mit unseren Waffen bedrohen, haben keine Wahl, aber die US-Soldaten haben die Wahl; vor fünf Jahren hätten sie noch einige Zweifel haben können, aber heute kennen sie die Wahrheit. Unsere Soldaten opfern sich nicht aus Pflicht- und Ehrgefühl oder für ihr Vaterland, sie sterben für Kellogg Brown & Root (den größten privaten Dienstleister für das US-Militär.

Sie kämpfen nicht für die USA, sie kämpfen um ihr Leben und um das der Kameraden an ihrer Seite, weil wir sie in den Krieg schicken. Sie haben (im Irak) nicht unsere Freiheit verteidigt, sie haben nur die Fundamente für 14 bleibende US-Militärbasen gelegt, die dazu dienen, die Freiheit der Ölkonzerne Exxon Mobil und British Petroleum zu verteidigen.

Sie sollten keine Demokratie errichten, sie sollten nur die Voraussetzungen für die Fortsetzung der wirtschaftlichen Ausbeutung schaffen, damit diese auch nach dem Ende der Besetzung weitergehen kann. Die Menschen im Irak leiden heute, dank der "Hilfe" der USA, unter gewaltsamen Überfällen auf ihre Häuser, unter Todesschwadronen, Kontrollpunkten, Inhaftierungen, Ausgangssperren, blutigen Anschlägen und unter andauernder Gewalt. Wir müssen es wagen, die Iraker, die sich den Schrecken widersetzen, die wir mit unserem blutigen imperialen Kreuzzug über sie gebracht haben, offen zu unterstützen. Wir müssen es auch wagen, die Kriegsgegner in den USA offen zu unterstützen – auch die in den US-Streitkräften, diese wahren Helden, die das tun, wozu ihr Eid sie verpflichtet; sie verteidigen nämlich die Verfassung der USA gegen alle äußeren und inneren Feinde, auch gegen die Terrorzellen in Washington DC, die sich immer noch Legislative, Exekutive und Judikative nennen.

"Ohne Kampf gibt es keinen Fortschritt."

(Der schwarze Bürgerrechtler) Frederick Douglass hat einmal gesagt:
"Diejenigen, die Freiheit predigen, aber Aufstände verurteilen, sind Leute, die ernten wollen, ohne zu pflügen. Sie wollen Regen ohne Donner und Blitz. Sie wollen den Ozean ohne das schreckliche Tosen der Wellen. Unser Kampf kann aus moralischen Appellen oder physischen Handlungen bestehen oder beides beinhalten … , es muss aber ein Kampf sein. Die Mächtigen geben nichts freiwillig her. Das haben sie noch niemals getan, und das werden sie auch in Zukunft nicht tun."
Jeder von uns, wirklich jeder von uns muss fortfahren, zu fordern, zu kämpfen, zu wettern, zu pflügen, zu reden, sich abzumühen, bis wir der Gerechtigkeit zum Durchbruch verholfen haben. Ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen