Freitag, 19. Dezember 2014

Fidel Castro: Kubas revolutionärer Fels in der Brandung mafiöser Wall Street-Anstürme

Mowitz
Fidel Castro (88), einer der ganz großen und bedeutenden revolutionären Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, stand an der Spitze der revolutionären "Bewegung des 26. Juli" die Kuba 1959 aus den kriminellen Händen der US-Mafia befreite.

Kuba entkam damit dem Schicksal zahlreicher, von Washington kontrollierten Militärdiktaturen im damaligen lateinamerikanischen Hinterhof der USA. Fulgencio Batista, korrupter Staatspräsident Kubas, hatte Kuba in einen Mafia-Staat umgebaut. Bosse der italo-amerikanischen "Cosa Nostra" wie Lucky Luciano oder Santo Trafficante sowie der Chef der jüdisch-amerikanischen "Kosher Nostra", Meyer Lansky, konnten sich unter Batista im kubanischen Staatsapparat einnisten und Havanna in die Weltstadt des Glückspiels, des Drogen- und Waffenhandels, der Geldwäsche und der Prostitution verwandeln.

Kuba wurde "zum Puff der USA". Hunderttausende Amerikaner wurden mit Billigflügen in die Spielcasinos, Kabaretts, Pornokinos und in die mit Prostituierten gut versorgten Nobelhotels gelockt und ausgenommen. Ein Geschäftsmodell, das bis auf den heutigen Tag im internationalenen Kasino-Kapitalismus westlicher Spaßgesellschaften zu finden ist. Millionengewinne verschwanden in den Taschen der US-Mafia und des Batista-Clans, wie heute die verzockten Heuschrecken-Milliarden in die Taschen der Finanzindustrie; die Landbevölkerung dagegen hungerte. Widerstand gegen das Regime und seine Mafia-Komplizen wurde vom staatlichen Repressionsapparat brutal bekämpft. [s. hier].

Das wichtigste Foto von Luis Korda und
zugleich bedeutendste Foto der kubanischen Revolution:
Fidel Castro und Camilo Cienfuegos während ihres Einzugs
in Havanna, 8. Januar 1959
Wikimedia, CREATIVE COMMONS CC0 1.0 Universal
49 Jahre regierte Fidel Castro Kuba. Sicher, er entsprach nicht dem Bild eines westlichen "Edelpolitikers", wenn er in olivgrün und eine Havanna rauchend die internationale Bühne betrat. Aber, er überlebte unzählige Mordanschläge, Attentate und Umsturzversuche. Er schaffte es trotz dieser und anderer feindlicher Attacken der USA u.a. mit einem noch bis heute in Kraft befindlichen, umfangreichen Wirtschaftsembargo, samt militärischen Angriffen gegen das damals 5-6 Mio. Einwohner zählende Volk Kubas, es der kubanischen Bevölkerung unter diesen widrigen Umständen zu ermöglichen sich einen bescheidenen Lebensstandard zu erarbeiten. Aber mit einem Gesundheitssystem, von dem die meisten US-Amerikaner nur träumen dürfen. Die Bevölkerung wuchs in der Vergangenheit kontinuierlich um eine Million Menschen je Jahrzehnt. Ursachen für das hohe Bevölkerungswachstum sind die hohe Lebenserwartung und die mit 4,9 Fällen je 1000 Geburten geringe Kindersterblichkeit.
"Seit Castros Amtsantritt gab es zahlreiche Mordanschläge und Pläne ihn zu stürzen; siehe hierzu insbesondere die Operation Mongoose der US-amerikanischen Regierung und der CIA. Fabian Escalante, der ehemalige kubanische Geheimdienstchef, der lange Zeit für Castros Sicherheit zuständig war, will insgesamt 638 Attentate gezählt haben, die meisten davon geplant oder unterstützt von der CIA und ausgeführt von Exilkubanern oder US-amerikanischen Mafiosi. Die CIA selbst gab bisher acht eigene Mordversuche zu. Tatsächlich gab es wohl um die 30 Attentatsversuche, die Castro, auch dank des effizienten Geheimdienstes, unbeschadet überstand.

Die Palette der eingesetzten Mittel reichte von Gift in Zigarren oder Essen über Haarausfall bewirkende Chemikalien oder LSD bis zu Schusswaffen oder Bomben. Die CIA arbeitete bei den Attentatsplanungen auch mit den beiden Mafia-Größen Sam Giancana und Santos Trafficante zusammen, die zu den meistgesuchten Kriminellen der USA gehörten.

Auch die von den USA gegen Kuba verhängten Wirtschaftssanktionen waren dem Sturz Fidel Castros gewidmet. Robert Torricelli, Initiator des Torricelli Act, erklärte 1992, das Ziel der Sanktionen sei die Lahmlegung der kubanischen Ökonomie in einem Ausmaß, das innerhalb weniger Wochen zum Sturz des kubanischen Präsidenten führen sollte. US-Außenminister Colin Powell legte am 1. Mai 2004 einen 500-seitigen Bericht der „Beratungskommission für ein freies Kuba“ vor, in dem innerhalb von sechs Monaten unter Mitarbeit des kubanischstämmigen US-Wohnungsbauministers Mel Martínez „Maßnahmen für einen schnellen Regimewechsel“ auf Kuba erarbeitet worden waren." Wikipedia


Und nun will Obama mit Kuba wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Die Wirtschafts- Handels- und Finanzblockade, die laut Präsident Raul Castro enormes menschliches Leid und wirtschaftlichen Schaden anrichtet, bleibt aber noch bestehen. Bis Obama möglicherweise eine Mehrheit im Kongress auftreiben kann, die das entsprechende Gesetz ändert. Muss ja schließlich alles "rechtsstaatlich" im von den Wall Street Finanzen dominierten Unrechtsstaat zugehen.

Das heute auf 11 Millionen angewachsene Völkchen in der Karibik ist wegen der Wirtschaftsblockade des nördlichen Molochs nicht zusammengebrochen, verlor nie seine Würde und machte so dem großen Aggressor einen dicken Strich durch die Rechnung. Trotzdem soll keiner glauben, dass das Wall Street Kapital seine Mafiosi zurückpfeift und nun eine Ära der Friedfertigkeit in den USA ausbrechen wird. Man wird seine Wunden lecken und das Projekt "Hinterhof Lateinamerika" gezwungenermaßen vorerst auf Eis legen.

Die nach US-Ansicht unerhörte Herausforderung der Weltmächte China und Russland, den Einfluss des Petro-Dollars stark zu beschränken, damit er nicht weiter zum Unheil für die globale Wirtschaft eingesetzt werden kann, erfordert nun die ungeteilte Aufmerksam der Wall Street-Strategen. Wir dürfen uns glücklich schätzen, falls wir doch noch an einem Nuklearkrieg auf europäischen Boden vorbeischrammen.

FH

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