Montag, 31. März 2014

Der heiß/kalte NATO-Krieger Anders Fogh Rasmussen

Mowitz
Während das transatlantische Horrorblatt im Namen der veröffentlichten "Meinungsvielfalt" noch so tut, als sei der Neue Kalte Krieg nur Gerede, meldet sich der Generalsekretär der North Atlantic Terrorist Organization / NATO, Anders Fogh Rasmussen, im Springerstiefel-Kampfblatt "Welt am Sonntag" zu Wort, um seiner Lesergemeinde die Mär von der NATO-Osterweiterung als "große Erfolgsgeschichte unserer Zeit" zu erzählen. "Erfolgsgeschichte" für wen oder was, fragt sich da Freund von Wahrheit?

Die Nordatlantische Terrororganisation ist zu allererst nur ein Erfolg für ihre eigene, völlig überflüssige Existenz. Sie schaffte es leider, trotzdem ihr nach 1991 ihre Feinde Sowjetunion und Warschauer Pakt abhanden gekommen waren, und sie somit ihre Daseinsberechtigung verloren hatte, mit allerlei Worthülsen neues Leben in den eigenen Leichnam, bei dem die ersten Verwesungserscheinungen bereits eingesetzt hatten, einzuhauchen:
"So sollte die NATO ein Instrument des Krisenmanagements sein, weiterhin ein Verifikations- und Durchsetzungsinstrument der Rüstungskontrolle und ein intaktes Militärbündnis für friedenserhaltende Maßnahmen der Vereinten Nationen sowie der OSZE. Auf dem NATO-Gipfeltreffen in Rom am 8. November 1991 wurde eine neue Strategie des Bündnisses beschlossen. Sie setzte auf die Triade von Dialog, Kooperation und Erhaltung der Verteidigungsfähigkeit und löste die Konzeption der „Flexible Response“ ab.

Im Dezember 1991 konstituierte sich der NATO-Kooperationsrat (NAKR) zur Aufrechterhaltung der Stabilität des Bündnisses.

Zu den „neuen Ideen“ zählt auch die 1992 vereinbarte Bereitschaft der NATO zu den „Out-of-Area“-Einsätzen. Nach Ermächtigung durch den UN-Sicherheitsrat oder der OSZE sind nun auch Einsätze außerhalb des NATO-Territoriums möglich. Die Folge dieses Beschlusses waren die aktiven Kriegseinsätze der NATO mit den Luftangriffen gegen Jugoslawien während des Kosovokrieges. Dieser Vorgang wird kritisiert, denn weder wurde ein Mitgliedstaat der NATO angegriffen noch gab es eine Ermächtigung des UN-Sicherheitsrates." Wiki
Bild: Wikipedia, public domain
Auch der weltweit tätige militärisch-industrielle Komplex gehört zu den Gewinnern. Mit seinen über die Maßen profitablen Produkten, die als Brand- und Wachstumsbeschleuniger beide dem Kapitalismus unschätzbare Dienste erweisen. Denn, so das erste Gebot aus der Fibel unserer kapitalistischen Systemversteher: Wirtschaftswachstum um jeden Preis muss sein.

Die Partnerschaft mit der Ukraine sei stetig stärker geworden, soll Rasmussen weiter erzählt haben, und vergaß wohl zu erwähnen, dass erst die völlig legitime Weigerung der Ukraine, das Assoziierungsabkommen mit der EU zu unterzeichnen es war, die von langer Hand geplanten, "friedenssichernden" und "völkerrechtskonformen" Krawalle der US/EU/NATO gesteuerten Nazis auszulösen.

Auch das Mantra von der Untergrabung des internationalen Rechts, das Russland "gebrochen" haben soll, wiederholte Rasmussen, wie vor ihm schon andere Rechtsversteher. Und überhaupt entspricht die ganze Prozedur der US/EU/NATO-Installation des Jazenjuk-Regimes, hier mit Hitler-Gruß, nicht der ukrainischen Verdassung. Und der Westen hatte es eilig ein höriges Regime, an der ukrainischen Verfassung vorbei, in der Ukraine einzusetzen. Irgendjemand musste schließlich schnellstens seine Unterschrift unter den politischen Teil des Assoziierungsabkommen setzen. Als "Präsident" funktioniert im Augenblick Olexandr Turtschynow. Auch er an der ukrainischen Verfassung vorbei. Nicht vom Volk, sondern nur vom Parlament gewählt. Juristisch also kein Präsident, sondern der ist immer noch Janukowytsch. Was natürlich die westlichen Rechtsbewahrer wenig, bis überhaupt nicht stört.
"Staatsrechtliche Aspekte der Absetzung von Janukowytsch

Inwieweit die Absetzung von Janukowytsch mit der ukrainischen Verfassung vereinbar und somit legal ist, ist fraglich und wird beispielsweise von russischer Seite bestritten.[29][30][31]. Laut Artikel 108 sieht die ukrainische Verfassung, welche in einer Resolution des Parlaments für gültig befunden wurde, nur vier mögliche Gründe für eine Absetzung vor: ein Rücktritt des Präsidenten, gesundheitliche Gründe, im Zuge eines Amtsenthebungsverfahrens oder durch Tod des Amtsinhabers. Eine Amtsenthebung kommt unter Artikel 111 bei Hochverrat und anderen schweren Verbrechen in Frage. Dazu muss jedoch eine Untersuchungskommission der Rada gebildet werden, die an das Verfassungsgericht berichtet. Wenn in diesem Prüfverfahren die Voraussetzungen als gegeben erachtet werden, könnte die Rada mit einer Dreiviertelmehrheit den Präsidenten des Amtes entheben.[32][29] Ein solcher Prozess wurde im Fall Janukowytsch nicht durchlaufen. Der vom Parlament genannte Grund, dass er durch Verlassen des Landes seine Präsidentschaft verwirkt hätte, ist in der Verfassung nicht vorgesehen. Nach Meinung vieler politischer Beobachter ist Janukowytsch auch über die Entscheidung der Rada vom 23. Februar hinaus der rechtmäßige Präsident der Ukraine." wiki
Dazu kämen noch die eigenen völkerrechtswidrigen Angriffskriege der jüngsten Geschichte, und der permanente Landraub der in Palästina vom de facto NATO-Mitglied Israel begangen wird und nur durch europäische und US-Wirtschafts- und Militärhilfe möglich gemacht wird.

Und die Israelis lassen die Palästinenser nicht in einer freien Wahl abstimmen, ob sie es gut finden, entgegen zahlreichen UN-Beschlüssen, vom eigenen Grund und Boden vertrieben zu werden, oder nicht. Noch so ein Doppelstandard der ganz besonderen Art. Den zu thematisieren Politik und  Pressehuren der "freien" Welt  scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

FH

Samstag, 29. März 2014

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus - Ukraine: Die US/EU/IWF/Weltbank Revolution von oben nach unten

Mowitz
Die Völker Europas sind in ihrer Mehrheit die Verlierer. So als sei die Entwicklung rückwärts gewandt und im Laufschritt auf dem Weg zurück ins Mittelalter der Barbarei. In der Ukraine ein nazistisches Putschregime, eingesetzt im Auftrag des internationalen Groß- und Finanzkapitals, das die Ukrainer und die Welt mit "HILFSGELDERN IN MILLIARDENHÖHE" verarscht, wenn sie nur ihre "Hausaufgaben" machen und sich vorher totsparen.

Hier mit Hitler-Gruß der vom Westen eingesetzte Ministerpräsident der Ukraine Arsenij Jazenjuk, dort ohne Hitler-Gruß mit seinen Gesprächspartnern Merkel und Preisboxer Klitschko.

Das sind die "Gesetze" des Kapitalismus. Fragt mal die Griechen, die Bulgaren, die Rumänen u.u.u. Schon seit Jahren sitzen in den Innenstädten in den Teilen Europas, die sich noch zu den bessergestellten zählen dürfen, Bettler aus Rumänien und anderen Teilen Süd- und Ost-Europas, die in ihren Heimatländern keine Arbeit mehr erhalten und sonstwo in Europa auch nicht. Sie sitzen nicht in Eiseskälte aus Jux und Dollerei und betteln. Oder weil sie faul wären und über ihre Verhältnisse gelebt hätten. Das wollen uns die Stimmen der Konzernmedien, der Rassisten und Rechtsextremisten aus der "Mitte der Gesellschaft" einflüstern. Sogenannte "Systemversteher". Professoral beamtete oder nichtprofessorale Pfennigfuchser. Sie kommen aus der Welt von Dumpfbacken-Koalitionen der Besitzenden und stillen Teilhaber. Solche, die Millionen an Steuergelder hinterziehen, ohne das es ihnen weh tut; oder wie Merkels politische Partnerin in der Ukraine, die Gaskriminelle Timoschenko, die es zur Milliardärin brachte und heute wörtlich erklärt: „sie werde alle ihre Beziehungen spielen lassen, und die ganze Welt auf die Beine stellen, damit von Russland nicht mal verbrannte Erde übrig bleibt“. Und jetzt will sie auch noch Präsidentin der Ukraine werden. Wahlergebnisse zu fälschen, sollte dabei nicht das Problem sein. Wer Staatsstreiche unter fremder Flagge durchführt, wird sich auch in der Fälscherbranche auskennen.

Die Ukrainer erwartet nicht "Freiheit", so wie die übrigen Völker Europas auch nicht. Sondern die Knechtschaft unter den kapitalistischen Marktwerkzeugen der EU und des IWF! Nur das Tempo ist unterschiedlich. Noch. Die Richtung nicht.

Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, wurde der Kalte Krieg, als Kampf gegen den eigentlichen Konkurrenten und Gegner der von den USA angestrebten kapitalistischen Weltordnung, die Sowjetunion, immer offener und deutlicher geführt. Auch wenn man es so nicht in westlichen Medien zu lesen bekam. "Unsere" Medien begnügten sich immer damit, das Bild in die Köpfe ihrer Leser und Zuhörer einzuhämmern, es ginge darum die Rechte "freier" Völker gegen den bösen und "unfreien" Kommunismus in Gestalt der Sowjetunion zu verteidigen. Einer Sowjetunion, die die Hauptlast bei der Beseitigung des nationalsozialistischen Mülls aus Deutschland und Europa getragen hatte, und so einen Neuanfang erst ermöglichte.

Bild: Wikipedia, gemeinfrei
Viele Kulturen sehen die Almosenvergabe
an Arme als altruistisch an.
Welche Ziele und welche Intentionen sich hinter der "Freiheits"-Politik  der sogenannten "freien" Welt verbargen, formulierte 1948 George F. Kennan, Chefplaner im US-Außenministerium, und brillianter Denker und Diplomat in einem Vortrag, aus dem ich folgendes Zitat bei Wikipedia entnehme, und das, wie ich finde, das ganze Geschwätz von "Freiheit" und "Demokratie" der westlichen W(ä)rtegemeinschaft ad absurdum führt. Denn, Kennans Einfluss auf die langfristige US-Politik, ist bedeutend höher anzusiedeln als es sein eher bescheidener Rang als Diplomat vermuten lässt. Sein Zitat worum es in der US-Politik geht und eigentlich schon immer gegangen ist, seit sie die Indianer durch einen gigantischen Völkermord zu großen Teilen für immer von der Erdoberfläche verschwinden ließen, besticht einerseits durch seine Unverblümtheit, und erschreckt gleichzeitig durch seinen brutalen Zynismus:
Wir müssen sehr vorsichtig sein, von unserer "Führungsrolle" in Asien zu sprechen. Wir betrügen uns und andere, wenn wir vorgeben, eine Lösung für jene Probleme zu besitzen, die die meisten dieser asiatischen Menschen bewegen. Wir besitzen etwa 50 % des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 % seiner Bevölkerung. Dieser Unterschied ist im Verhältnis zwischen uns und den Völkern Asiens besonders groß. In einer solchen Situation kommen wir nicht umhin, Neid und Missgunst auf uns zu lenken. Unsere eigentliche Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen; und wir werden unsere Aufmerksamkeit überall auf unsere ureigensten, nationalen Vorhaben konzentrieren müssen. Wir dürfen uns nicht vormachen, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten... [...] Wir sollten aufhören von vagen — und für den Fernen Osten — unrealistischen Zielen wie Menschenrechten, Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser Handeln von nüchternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen behindert werden, desto besser.“ Wiki
Das Ziel unserer W(ä)rteordnung, trotz gestrigen Papstbesuches des Wall Street Gesandten Obama, ist die Herrschaft der Wenigen über die Vielen. Dabei leisten die Religionen als Herrschaftsinstrumente in der Regel unsägliche Dienste.

FH

Freitag, 28. März 2014

Petrodollar-Alarm: Putin bereitet einen Super-Gasdeal mit China vor

Bild: Wikimedia, public domain
Gegen Russland verhängte Wirtschaftssanktionen würden vor allem der Bundesrepublik Deutschland und den USA schaden, weil die russischen Erdgas- und Ölkonzerne auch China beliefern könnten und dafür keine Dollars akzeptieren müssten.

Von Tyler Durden
Zero Hedge.com, 21.03.14

Wenn es die Absicht des Westens war, Russland – eine an Bodenschätzen reiche, aber unter Korruption leidende Supermacht – und China – eine über reichlich Kapital und Arbeitskraft verfügende, aber durch Kreditblasen gefährdete Wirtschaftsmacht – einander näherzubringen, dann ist das gelungen; und wenn man den Dollar schwächen und den Rubel und den Renminbi als Zahlungsmittel im bilateralen Handel der beiden fördern wollte, dann ist alles nach Plan gelaufen.

Bis jetzt hat sich die geopolitische Machtverschiebung – das Schwinden des globalen Einflusses der USA und der fast alle vom Bankrott bedrohten G7-Staaten – die durch das Scheitern des dilettantischen Interventionsversuchs in Syrien und die unblutige Annexion der Krim durch Russland eingetreten ist, noch nicht ausgewirkt; aber das wird sich bald ändern. Denn während sich der Westen täglich auf neue Entwicklungen in der Ukraine einstellen muss und Russlands Expansionsdrang durch Appeasement-Politik – die schon einmal in den 1930er Jahren in die Hose gegangen ist – einzudämmen versucht, hat Russland schon drei Schritte weiter und in Richtung Osten gedacht.

Während Europa fieberhaft nach alternativen Energiequellen sucht, für den Fall, dass Gazprom den Gashahn zudreht und seine Erdgasexporte nach Deutschland und Europa stoppt oder – wie jetzt in der Ukraine – den Gaspreis um 40 Prozent erhöht, haben die Russen bereits gehandelt. Russland wird bald einen Super-Energiedeal mit China verkünden, der beide Staaten zu einer Wirtschaftsgemeinschaft verbinden und eine geopolitische Schockwelle auslösen wird, die den ganzen Erdball erschüttern dürfte. Damit wird auch, wie wir das schon wiederholt vorhergesagt haben, der Grundstein für eine neue durch verstärkte Wirtschaftsbeziehungen gestützte Reservewährung gelegt, die den Dollar verdrängen wird. Der russische Finanzminister Siluanov hat ja bereits angekündigt, dass Russland in diesem Jahr keine neuen Kredite im (westlichen) Ausland) aufnehmen wird. Mit anderen Worten heißt das: Russland wird sich nicht länger Dollars leihen, die durch von China gekaufte US-Staatsanleihen in Umlauf gebracht wurden, sondern direkt zur Quelle gehen.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters wird Folgendes geschehen:
Igor Setschin hat am nächsten Tag vor Medienvertretern in Tokio die westlichen Regierungen gewarnt: Sanktionen, die wegen der Übernahme einer ukrainischen Halbinsel im Schwarzen Meer gegen Moskau verhängt würden, seien kontraproduktiv. Die in dieser Warnung enthaltene Botschaft des Chefs des größten russischen Ölkonzerns Rosneft ist unmissverständlich: Wenn Europa und die USA versuchen, Russland zu isolieren, wird sich Moskau im Osten neue Partner für Geschäfte, Energieverkäufe und militärische oder politische Bündnisse suchen.

Der "Heilige Gral" (das Wertvollste,) für Moskau ist ein Deal über die Belieferung Chinas mit russischem Erdgas, der nach jahrelangen Verhandlungen kurz vor dem Abschluss steht. Wenn Putin diesen Liefervertrag bei seinem China-Besuch im Mai unterzeichnet, kann er damit zeigen, dass sich die globale Macht nach Osten verschoben hat und dass er den Westen nicht mehr braucht.
Es folgen weitere Einzelheiten über das mit dem Wert des Heiligen Grals vergleichbare Gasgeschäft:
Der staatliche russische Gaskonzern Gazprom hofft, ab 2018 jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach China pumpen zu können – über die erste Pipeline zwischen dem größten Erdgaslieferanten und dem größten Erdgasverbraucher der Welt.

"Die Unterzeichnung des Liefervertrags ist für Mai geplant,"sagte ein Gazprom-Sprecher, als er nach dem Termin für den Vertragsabschluss gefragt wurde. Aus einer Quelle in dem Gaskonzern selbst verlautete: "Nach den Gesetzen der Logik ist der Abschluss des Deals während Putins China-Besuch zu erwarten."
Die sich abzeichnende fatale Entwicklung, die alle außer dem Weißen Haus, das Russland weiter unter Druck zu setzen versucht, erkannt haben, lässt sich so zusammenfassen:
"Je schlechter die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen werden, desto enger werden die Beziehungen zwischen Russland und China. Wer von China unterstützt wird, kann nicht isoliert werden," sagte Vasily Kashin, der China-Experte des Centers for Analysis of Strategies and Technologies /CAST
Bingo! Wenn dann noch der bilaterale Handel (zwischen Russland und China) entweder in Rubel, Renminbi oder Gold [s. hier] abgewickelt wird und der Iran, der Irak, Indien und die Saudis dabei mitmachen, hat der Petrodollar (als Weltreservewährung) ausgespielt. Chinas größter Öllieferant ist Saudi-Arabien, und letzte Woche hat der saudische Kronprinz "zufällig" den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping besucht, um über eine Ausweitung des Ölhandels zu sprechen [weitere Infos dazu hier].

Wie bereits früher berichtet, hat China Putins Krim-Aktivitäten unterstützt, ohne seine Beziehungen zum Westen zu gefährden: "Letzten Samstag hat sich China im UN-Sicherheitsrat bei der Abstimmung über eine Resolution, mit der das Referendum auf der Krim über der Anschluss an Russland für unzulässig erklärt werden sollte, der Stimme enthalten. Obwohl China selbst Referenden in Unruheregionen wie Tibet und Taiwan fürchten muss, hat es sich geweigert, Moskau zu kritisieren. Die Unterstützung Pekings ist für Putin lebenswichtig. Weil beide häufig die gleichen Interessen haben, ist China nicht nur als dauerhaftes Mitglied des UN-Sicherheitsrats ein wichtiger Partner für Russland, es hat auch die zweitgrößte Wirtschaft der Welt und widersetzt sich wie Russland der Ausbreitung der westlichen Demokratie."

Das beiderseitige Entgegenkommen hat sich erst gestern Abend wieder bestätigt [s. hier] Putin bedankte sich bei China artig für dessen "Verständnis im Fall Ukraine", und China hält seinen Wunsch nach besseren Beziehungen zu Russland auch nicht unter der Decke.
Der chinesische Präsident Xi Jinping hat offen gezeigt, wie sehr er gute Beziehungen zu Moskau und auch zu Putin schätzt; sein erster Auslandsbesuch nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten im letzten Jahr führte ihn nach Russland, und an der Eröffnung der Winterolympiade in Sotschi im letzten Monat hat er auch teilgenommen. Viele westliche Staatsoberhäupter sind wegen der Kritik an der russischen Menschenrechtspolitik nicht zu der Eröffnung erschienen. Wie der Kreml mitgeteilt hat, waren sich Putin und Xi auch in einem Telefongespräch über die Ukraine, das sie am 4. März geführt haben, "ziemlich einig".
Der Knackpunkt ist aber: "Ein starkes Bündnis könnte beiden Staaten als Gegengewicht gegen die USA dienen." Dieses Bündnis wäre nur die konsequente Fortführung der gegenwärtigen Tendenzen in den bilateralen Beziehungen und würde auch gegenseitige Infrastruktur-Investitionen und militärische Kooperation einschließen:
Dank der weitsichtigen Geschäftspolitik des Rosneft-Konzerns hat China in diesem Jahr Deutschland bereits als größten Importeur russischen Erdöls abgelöst; zur Deckung des chinesischen Ölbedarfs soll neben der Eastern Siberia-Pacific Ocean Pipeline jetzt zusätzlich eine weitere Pipeline durch Kasachstan genutzt werden.

Wenn der Westen wirklich versuchen sollte, Russland durch Wirtschaftssanktionen zu isolieren – bisher wurden ja nur die Auslandskonten einiger prominenter Russen und nicht die von Konzernen gesperrt – könnten Russland und China auch auf anderen Gebieten als der Energieversorgung enger kooperieren. Vasily Kashin vom CAST meint, Russland könnte zum Beispiel die von China gewünschten Kampfjets des Typs Suchoi SU-35 liefern, über die seit 2010 verhandelt wird.

China ist sehr daran interessiert, in die Infrastruktur, die Energiegewinnung und die Warenversorgung in Russland zu investieren, und ein Rückgang der Geschäfte mit dem Westen könnte Moskau dazu veranlassen, einige seiner Vorbehalte gegen chinesische Investitionen in strategisch wichtige Industrien zu revidieren. "Wenn der Westen wirklich Wirtschaftssanktionen verhängt, könnte die Stimmung schnell zugunsten Chinas umschlagen," äußerte Brian Zimbler vom Moskauer Büro der internationalen Anwaltskanzlei Morgan Lewis.

Der Handelsumsatz zwischen Russland und China hat sich 2013 um 8,2 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar erhöht; trotzdem war Russland nur Chinas siebtgrößter Handelspartner und gehörte nicht zu den zehn größten Importeuren chinesischer Waren. Der größte Handelspartner Russlands ist heute noch die EU, auf die fast die Hälfte des Handelsumsatzes entfällt.
Dass Russland in die Arme Chinas, des Staates mit der weltweit größten Bevölkerung, getrieben wird, ist aber noch nicht genug; es gibt ja auch noch Indien, den Staat mit der zweitgrößten Bevölkerung
Putin nahm sich die Zeit, neben China auch noch einem anderen Land für dessen Verständnis für die Probleme mit der Ukraine und der Krim zu danken und lobte Indiens "Zurückhaltung und Objektivität".

Er rief am Dienstag auch den indischen Premierminister Manmohan Singh an, um mit ihm über die Krise auf der Krim zu sprechen und um dem traditionell blockfreien Indien für die guten Beziehungen zu danken, die es trotzdem zu Russland unterhält.

Obwohl Indien der größte Exportmarkt für US-Waffen geworden ist, bezieht es auch weiterhin wichtige militärische Ausrüstung aus Russland, und die Beziehungen zu Moskau sind trotz eines starken Rückgangs der Handelsgeschäfte wegen der strategischen Partnerschaft mit der Sowjetunion freundschaftlich geblieben.

Putins Bemühungen zur Erlangung der Kontrolle über die Krim wurden vom indischen Establishment sehr wohlwollend aufgenommen. N. Ram, der Herausgeber der Zeitung The Hindu, äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: "Russland hat nur seine legitimen Interessen wahrgenommen."
Zusammenfassend ist zu sagen: Während sich die größte geopolitische Machtverschiebung seit dem Kalten Krieg durch die unvermeidliche Herausbildung der "asiatischen Achse" vollzieht, beschleunigt der Westen die Monetarisierung der Staatsschulden, schwelgen seine Börsen in einem nur auf dem Papier stehenden Reichtum eines zu einem Allzeithoch manipulierten Aktienmarktes, versuchen seine Politiker gleichzeitig wegzudiskutieren, dass eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent auf eine schwächelnde Wirtschaft hindeutet und machen für alle enttäuschenden Wirtschaftsdaten das Wetter verantwortlich, und die Bevölkerung wird mit der Suche nach einem verschwundenen Flugzeug abgelenkt.



Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Infos über die Website Zero Hedge, deren Autoren Pseudonyme benutzen, sind hier nachzulesen.


Donnerstag, 27. März 2014

Wenn sich die Alten nicht das Maul verbieten lassen

Mowitz
Cem Özdemir, ein immer um seine Karriere bemühter Riesenpolitiker der Transatlantik-Brücke, fuhr gestern einem anderen Transatlantiker, dem von den Deutschen so geliebten Uraltkanzler Helmut Schmidt übers Maul.

Helmut Schmidt, der nicht länger seine Karriere im Blick haben muss, sondern eher um den Erhalt seines guten Rufes als immer noch klar denkender Geostratege der Weltpolitik bemüht ist, hatte öffentlich Verständnis für das Vorgehen Russlands und seines Präsidenten Wladimir Putin in Sachen Krim geäußert, und Sanktionen für "dummes Zeug" erklärt. Zwar sei die Situation in der Ukraine gefährlich, so Helmut Schmidt, die Schuld dafür liege allerdings beim Westen.

Die beiden Ko-Vorsitzenden der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms und Daniel Cohn-Bendit, („Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf schon gelernt hatten, mich anzumachen“ [...] „mehrmals passierte, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln“. „Auf Wunsch“ habe ich dann auch zurückgestreichelt.[...]"), wollten bereits Gerhard Schröder, einen anderen Altkanzler, durch das Europaparlament zum Schweigen bringen.

Schröder, erster deutscher Kanzler, der nach Weltkrieg Zwo die Deutschen in einen von ihm selbst heute so bezeichneten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, in Regierungskoalition mit den Grünen, gegen Jugoslawien führte, hatte der EU schwere Fehler und Unverständnis für die Region (Ukraine, Krim) vorgeworfen. Das EU-Parlament zeigte zum Glück soviel Respekt vor dem Recht der freien Meinungsäußerung, die auch einem Ex-Kanzler zusteht, dass es die Schwarz/Grünen mit ihrem braunen Redeverbotsantrag mit Mehrheit abblitzen ließ. Wobei es mich erstaunt, dass das Europaparlament anscheinend überhaupt einen Maulkorb erlassen kann. Daran sollten sich alle Wähler am 25. Mai 2014 erinnern, wenn sie ihre Europaabgeordneten wählen, und denen die rote Karte zeigen, die mit braunen Maulkorbanträgen, statt mit dem für Alle gültigen freien Wort "argumentieren" wollen. Die Freiheit haben wir.......noch!

Wie hart die EU, die auch einmal gegründet wurde um ein selbstständigeres und selbstbewussteres Europa in der Weltpolitik zu etablieren, am Gängelband der faschistisch-imperialistischen Vereinigten Staaten von Nordamerika hängt, zeigt nicht nur, aber auch, der braune Maulkorbantrag von Schwarz/Grün.

FH

Mittwoch, 26. März 2014

15 Jahre nach der Bombardierung Jugoslawiens: Der Überfall der USA und der NATO auf Europa

Camp Bondsteel, Wikipedia
Public domain
Während die westlichen Medien den Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und der NATO gegen Serbien am 24.03.1999 schamhaft totschweigen, hat sich der russische Radiosender "Voice of Russia" am 15. Jahrestag ausführlich damit beschäftigt.

Von Grigory Milenin
The Voice of Russia, 24.03.14

Vor fünfzehn Jahren entstand auf der Karte Europas ein neuer Krisenherd – am 24. März 1999 begannen die Luftwaffen der USA und der NATO Jugoslawien zu bombardieren, und das Bombardement dauerte über zwei Monate. Der Überfall des Westens kostete über zweitausend friedliebende Zivilisten das Leben.

Der (völkerrechtswidrige) Angriffskrieg der North Atlantic Treaty Organization / NATO auf Jugoslawien am Ende des 20. Jahrhunderts war der letzte Akt einer langfristig angelegten Kampagne des Westens zur (völkerrechtswidrigen) Zerschlagung dieses starken Balkanstaates. Die Bomben und Raketen, die aus dem Nachthimmel auf Belgrad, Pristina und andere serbische Städte fielen, hätten den Entwurf einer neuen Landkarte Osteuropas vollendet, sagte Alexander Bovdunov, ein Experte des Zentrums für Konservative Studien des Fachbereichs Soziologie an der Moskauer Staatsuniversität in einem Interview mit der Voice of Russia (mit dem Radiosender Die Stimme Russlands):

"Damit wurde ein Spannungsherd in Europa geschaffen, der verhinderte, dass dieser Kontinent zu einem unabhängigen geopolitischen Zentrum zusammenwuchs. Zweitens wurden die Kräfte unterdrückt und zerstört, die eine Verbindung zur russischen Welt hätten herstellen können. Der Angriff richtete sich in erster Linie gegen Serbien und die Serben. Es war kein Zufall, dass in diesem von den USA und einigen europäischen Staaten (vor allem von der Bundesrepublik Deutschland) inszenierten Konflikt zuerst die Kroaten unterstützt wurden, bevor man beschloss, durch die (völkerrechtswidrige) Abtrennung des Kosovos den serbischen Staat zu zerstören, um seinen Einfluss auf dem Balkan einzudämmen." (s. hier.)

Die USA verfolgten damals vor allem das Ziel, zu demonstrieren, dass sie dazu fähig waren, der Welt ihren Willen aufzuzwingen, und das Recht für sich beanspruchten, sich überall in Europa einzumischen. Deshalb schuf Washington ein künstliches Staatengebilde, das den Namen Republik Kosovo erhielt und dessen Rolle nach Meinung Vasily Kashirins, eines führenden Forschers am Russischen Institut für Strategische Studien, nur darin bestand, den USA als neue Militärbasis zu dienen:

"Das Kosovo ist ein zuverlässiger und loyaler Satellit des Westens. Dort wurde (mit dem Camp Bondsteel,) eine der größten US-Militärbasen auf dem europäischen Kontinent errichtet. Die US-Streitkräfte haben eine richtige militärische Festung gebaut und sich für Jahrzehnte darin eingenistet; sie haben auch nicht vor, bald wieder abzuziehen. Aus Sicht der brutalen US-Militärmacht und des US-Imperialismus war die Abtrennung des Kosovos natürlich ein Erfolg."

Die (völkerrechtswidrige) Aufspaltung des jugoslawischen Staates in mehrere kleine Republiken und Enklaven war aber nur der Anfang. Mit dem Vorwand, seine "Raketen-Demokratie" verbreiten zu wollen, verwüstete der Westen (mit völkerrechtswidrigen Angriffskriege) anschließend auch den Irak, Afghanistan und Libyen. Als er versuchte, auch das widerspenstige Syrien zu zerschlagen, geriet der Mechanismus der unipolaren Machtausweitung aber ins Stocken, weil sich Russland dem transatlantischen Machtkartell in den Weg stellte; Vasily Kashirin meint dazu:

"Die globale Machtverteilung hat sich verändert. Russland ist nicht mehr so schwach wie es 1999 war. Das hat sich im letzten Jahr erwiesen, als Moskau mit seiner auf Rationalität und Prinzipien gegründeten Diplomatie einen weiteren (völkerrechtswidrigen) militärischen Überfall des Westens – diesmal auf Syrien – verhinderte."

Die Krim wurde zum nächsten Misserfolg der Strategen diesseits und jenseits des Atlantiks. Die westliche Staatengemeinschaft hat Moskaus Wunsch, die russisch sprechende Bevölkerung der Halbinsel vor Ultranationalisten zu schützen, als militärische Aggression gegen die Ukraine diffamiert. Die EU bezeichnete den in dem Referendum bekundeten Willen der Krim-Bewohner, sich Russland anzuschließen, als Verletzung der territorialen Integrität der Ukraine. Für Vasily Kashirin sind die Reaktionen aus Westeuropa und aus den USA ein Zeichen dafür, dass in der Politik des Westens mit zweierlei Maß gemessen wird. Die Zeiten hätten sich aber geändert, denn der Westen habe jetzt vor der ganzen Welt endgültig seine Glaubwürdigkeit verloren.



Kommentar

Die völkerrechtswidrige Zerschlagung Jugoslawiens begann damit, dass Slowenien und Kroatien 1991 ihre Unabhängigkeit von dem Vielvölkerstaat auf dem Balkan erklärten und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und die CDU/FDP Regierung Helmut Kohls dafür sorgten, dass beide umgehend als selbständige Staaten anerkannt wurden.

Auch an der psychologischen Rechtfertigung des völkerrechtswidrigen Luftkriegs gegen Serbien waren deutsche Politiker maßgeblich beteiligt. Ohne Joschka Fischers heuchlerischen Schlachtruf "Nie wieder Auschwitz!" und Rudolf Scharpings frei erfundenen "Hufeisenplan" hätte die deutsche Bevölkerung die Beteiligung der Bundesluftwaffe an der Bombardierung serbischer Städte kaum so widerstandslos hingenommen. Heute gibt Gerhard Schröder, der damalige Bundeskanzler und Chef einer rot-grünen Regierung, sogar offen zu, "damals selbst gegen das Völkerrecht verstoßen" zu haben.

Und Bundespräsident Joachim Gauck (Rede auf der Münchener Sicherheitskonferenz, s. hier), CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel (s. hier), SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier (s. hier) und CDU-Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (s. hier) überbieten sich gegenseitig mit kriegstreiberischen Reden und spielen sich gleichzeitig als Hüter des Völkerrechts auf. Gemeinsam versuchen sie, die Bundesbürger, die immer wieder mit großer Mehrheit Kampfeinsätze der Bundeswehr ablehnen, doch noch für weitere Kriegsabenteuer unter US-Führung zu begeistern.

Wie im Krieg gegen Serbien lässt sich auch in der Hetzkampagne gegen Russland schon wieder eine deutsche Regierung – unter klarer Missachtung der deutschen Geschichte und deutscher Interessen – vor den Karren des US-Imperialismus spannen.



Übersetzung und Kommentar: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Mehr zum Thema:
Gegenmeinung: Billiger war die Welt noch nie zu haben.....

Dienstag, 25. März 2014

Putins genialer Schachzug oder wie Russland in ein paar Tagen 20 Mrd. Dollar verdiente

Sergey Shikunov Сергей Шикунов

Russland hat einen genialen ökonomischen Springerzug gemacht, sie alle um den Finger gewickelt und in nur ein paar Tagen über 20 Mrd. Dollar verdient. Dazu hat es etwa 30 % der Aktien der eigenen Monopole zurückgeholt. Putin verkaufte sowohl die EU als auch Amerika für dumm, und wie schön! vor den Augen der ganzen Welt hat er alles wie nach Noten gespielt.



Früher gehörte ein Teil der Aktien der Energiegesellschaften ausländischen Investoren (US-Amerikanern und Europäern) – das bedeutet, dass fast die Hälfte der Einkünfte aus der Öl- und Gasindustrie nicht in die Staatskasse Russlands, sondern auf die Konten der “Finanzhaie” Europas ging. Im Zusammenhang mit der Situation auf der Krim fing der Rubel an, stark zu fallen, aber die Zentralbank machte nichts, um den Rubelkurs zu unterstützen. Es tauchten sogar Gerüchte auf, Russland habe einfach keinen Währungsvorrat für die Aufrechterhaltung des Rubelkurses.

Diese Gerüchte und die Erklärungen Putins, er sei bereit, die russischsprachige Bevölkerung der Ukraine zu schützen, haben zum großen Fall der Preise für die Aktien der Energiegesellschaften Russlands geführt, und die “Finanzhaie” fingen an, die Aktien für den Verkauf anzubieten, bevor die sich ganz entwertet haben. Putin wartete die ganze Woche und lächelte nur auf Presskonferenzen, als der Preis aber in den Keller fiel, gab er Anweisung, diese Aktien schnell und gleichzeitig bei allen Europäern und US-Amerikanern aufzukaufen.

Bis diese “Finanzhaie” kapierten, dass sie um den Finger gewickelt worden waren, war es schon zu spät: die Aktien waren in Russlands Händen. Nicht bloß, dass Russland in diesen Tagen über 20 Mrd. Dollar verdient hat, es hat auch die Aktien seiner Unternehmen nach Hause zurückgeholt. Jetzt wird das Einkommen aus Erdöl und Gas nicht ins Ausland abfließen, sondern in Russland bleiben, der Rubel erhebt sich von sich aus und für seine Unterstützung muss man keine Goldwährungsreserven Russlands verbrauchen, und die “Finanzhaie” Europas blieben „Neese“ und wurden um den Finger gewickelt. Ihre Aktien, die Milliarden Dollar bringen, wurden innerhalb von wenigen Minuten für ein paar Cent aufgekauft und haben sie ohne Einkünfte aus dem Erdöl und Gas gelassen. Eine solche glänzende Operation hat die Börsengeschichte noch nicht gesehen.

Kollektive – unautorisierte – Übersetzung

Quelle: Tlaxcala

Zum Thema:
Gegenmeinung: Obamas Tour d`Europe.....

Montag, 24. März 2014

Obamas Tour d`Europe

Mowitz
Beleidigt seien die Bündnispartner, die Chinesen erbost, und, Donnerlittchen auch, Obama müsse eine Antwort auf Russlands aggressive Krim-Politik finden. Er, der doch als "Krisenmanager" gerade jetzt gefragt sei. So dröhnte es in der verluderten online-Ausgabe, des transatlantischen Lottermagazins, bei einem weiteren Versuch eine negative Stimmung im Lande gegen Russland zu erzeugen.

Es läuft nicht so rund wie überzeugte Transatlantiker es gerne hätten. Neben gemeinen Mann/Frau in Deutschland, die auf die Propaganda eines Horrorfeldzuges gegen Russland so gar nicht reinfallen wollen, verhält sich sogar das deutsche Establishment zur Abwechslung mal eher kritisch gegenüber dem hirnlosen und intelligenzbefreiten Russland-Bashing gekaufter und veröffentlichter Meinungen, als unkritisch Hosianna zu jubeln, und mehr vom Falschen einzufordern.

Die Sprache des Horrormagazins, könnte glatt aus den Federn des Generalstabes der Wehrmacht und anderer Mächte stammen. Obama müsse, so schreiben die sich zur Meinungsbildung berufen fühlenden Schreiberlinge des Sturmgeschützes gegen ein friedliches Miteinander, Gregor Peter Schmitz und Sebastian Fischer, am Rande des Atomgipfels auch eine entschlossene Antwort auf die Krim-Invasion von Russlands Präsident Wladimir Putin geben.

Krim-Invasion? Von wem? Wladimir Putin! Nun ist man bei der Personalisierung des "Bösen" angekommen. Nachdem mit "Russland" kein Blumentopf zu gewinnen war, versucht man es nun halt wieder mit der alterprobten, durchaus erfolgreichen Masche der Dämonisierung ausländischer Staatschefs, die sich nicht vor den Karren des Wall Street Gesandten Barack Obama spannen lassen. Russland bereitet auch so schon dem bankrotten Finanzimperium genug Sorgen. Zusammen mit China stößt es weiter US-Staatsanleihen ab, sodass jetzt sogar das kleine Belgien als Retter in der Not mit 100 Milliarden Dollar einspringen durfte musste; jetzt wo die Deutschen nach dem verschwundenen Bundesbank-Gold, etwas vorsichtiger geworden sind.

Eine "russische Invasion" auf der Krim hat es nicht gegeben. Wohl aber ein demokratisches Referendum der Krim-Bevölkerung, die mit erdrückender Mehrheit in die russische Förderation aufgenommen werden wollte. Das war dann auch schon, nach dem Verständnis der beiden Schreiberlinge und ihrer Auftraggeber die s.g. "Invasion". Dass das Völkerrecht gebrochen sei, behaupten die Völkerrechtsverbrecher des Westens. Gerade die, die mit ihren völkerrechtswidrigen Angriffskriegen in der neueren Geschichte über einen enormen Erfahrungsschatz als Mehrfachtäter verfügen, der auch die Erfindung nie endend wollender Kriegslügen umfasst und die für ihre Kriegs- und Völkerrechtsverbrechen nie zur Rechenschaft gezogen wurden.

Im März 1999, gab es die Kosovo-„Krise“; tausende Kosovo-Albaner, so behaupteten westliche (Ä)liten und ihre gekauften Medien, wären von serbischen Kräften einem brutalen Völkermord ausgesetzt. Den müsse die NATO sofort stoppen, bevor es "zu spät" sei. Alles erstunken und erlogen. Es war die UCK, die im Auftrag und mit Hilfe des Westens Angriffe auf jugoslawische Kräfte durchführte um gewaltsame Reaktionen Belgrads zu provozieren, und damit der NATO einen Vorwand für eine Intervention zu liefern ein unabhängiges, sozialistisches Land zu zerstören, das sich gegen die Globalisierung zur Wehr gesetzt hatte. Einen Beschluss des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen hatte man für diesen Krieg nicht. Womit er auch als ein weiteres deutsches Völkerrechtsverbrechen in die Geschichte eingeht, da dieser Krieg mit deutscher Beteiligung stattfand.

"Massenvernichtungswaffen" im Irak. Bis auf den heutigen Tag sind sie nie aufgetaucht und werden es auch nicht in Zukunft tun. Es gab und wird sie auch nicht geben. Zumindest keine von Saddam Hussein. Diese nichtvorhandenen "Massenvernichtungswaffen" haben nichtdestotrotz über einer Million Irakern das Leben gekostet und ein Land, bis auf den heutigen Tag, in Chaos versetzt und dem Terrorismus ausgeliefert. Beschluss des Sicherheitsrates für diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg? Fehlanzeige!

Dann Libyen 2011. Auch hier diente die Lüge, Gaddafis Armee würde unschuldige Menschen massakrieren und stünde kurz davor, an den Zivilisten Bengasis einen Völkermord zu begehen, als Vorwand die Nato zum Einsatz zu bringen. Laut Sicherheitsratsbeschluss der Vereinten Nationen umfasste der Nato-Einsatz nur die Errichtung einer Flugverbotszone. Mehr nicht. Stattdessen führte die Nato einen totalen Luftkrieg gegen Libyen, der durch die SR Resolution 1973 nicht gedeckt war. Gaddafi wurde zur Ermordung freigegeben, zigtausende Libyer starben durch umfassende Nato-Bombardements und Unterstützung der Aufständischen. Heute ist Libyen ein Land in Chaos und wie der Irak von Terror heimgesucht. Auf dem Weg zur alleinigen Weltherrschaft, ist den Kräften des internationalen Groß- und Finanzkapitals, in Gestalt des Imperiums und seiner Vasallen, kein Verbrechen zu gigantisch um es nicht zu begehen. Das sind die jüngeren Beispiele westlicher Kriegs- und Völkerrechtsverbrechen wo das Faustrecht siegte und nicht das Recht. Mehr Verbrechen zur Erringung der eigenen Vorherrschaft werden folgen. (Siehe auch Monroe-Doktrin. Vor propagandistischem Sprachgebrauch sei gewarnt, der aber zu durchschauen ist.)

Bild: Wikimedia
Public domain
Seit über zehn Jahren wollen uns die Zionisten und und ihre Geldgeber von der Wall Street einen Krieg gegen den Iran aufs Auge drücken. Weil, wie die Zionisten-Propaganda ungerührt schon seit über zehn Jahren behauptet, der Iran uns "morgen" mit Atomwaffen bedrohen könne. Was sämtliche US-Geheimdienste verneinen. Bis auf den heutigen Tag sind weder iranische Atombomben aufgetaucht, noch ein iranisches Atomprogramm, das den Beweis liefert, der Iran baue Atomwaffen. Den ehemaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad dämonisierte man bis zum "geht-nicht-mehr" als Irren von Teheran, und die Einwohner Irans quält man mit völlig unberechtigten Sanktionen, die immer noch in Kraft sind. Strafe muss sein. Für was eigentlich? Inzwischen ist Präsident Ahmadinedschad ganz demokratisch und unspektakulär nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr im Amt und der Iran hat immer noch keine Atombomben. Auch arbeitet er nicht am Bau von Atomwaffen.

Die Öl-Bonzen der Wall Street warten doch geduldig auf eine passende Gelegenheit, oder besser gesagt, eine "passend" zu machende Gelegenheit, die immensen Gas- und Ölvorräte des Irans zu übernehmen und zu kontrollieren; jetzt wo ihnen die Riesenvorkommen der Krim, durch die zügige Aufnahme der Krim in die russische Förderation endgültig durch die Lappen gegangen sind.

So verrückt wie die FAZ Putin bereits erklärte, ist er wohl doch nicht.

Die USA lassen in Syrien ihren Stellvertreter-Krieg mit handfesten Terroristen der Quaida-Strukturen gegen die legale Regierung Assad führen. Das in der Öffentlichkeit als "Bürgerkrieg" schöngelogene Gemetzel hat bis einschließlich Februar 2014 nach UN-Angaben mindestens 140.000 Tote gefordert. Nun wollen die von der US/EU ausgesuchten Putschisten und Nazis die jetzt als illegale "Regierung" der Ukraine funktionieren, den Atomwaffensperrvertrag aufkündigen. Was sagen Obama, Merkel und der "Philantrop" Soros eigentlich zu diesen Plänen ihrer Schützlinge?

Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, ein Angriff auf einen Mitgliedstaat ist ein Angriff auf alle. So wichtig ist der Wall Street der Osten Europas jetzt schon, obwohl der noch gar nicht offiziell Mitglied der Nato ist, aber bei dem Unterfangen Russland einkreisen, China ins Visier nehmen eine wichtige Rolle bei dem Versuch spielt die alleinige Vorherrschaft zu erringen. Vergessen die "heiligen Versprechen" die man Russland vor 25 Jahren gab, die Nato nicht weiter in Richtung Russland auszuweiten.

Wird Europa jemals lernen, dass Russland zu Europa gehört, die Vereinigten Staaten nicht? Die Vereinigten Staaten werden keine Sekunde zögern einen Atomkrieg auf europäischen Boden anzuzetteln und auszutragen wenn es den Interessen eines anonymen und gesichtslosen Kapitalismus dient. Russland würde es nur im äußersten Selbstverteidigungsfall tun. Für das Überleben Europas ein ganz entscheidender Unterschied. Für Europa ist es höchste Zeit neue Prioritäten zu setzen und gegebenenfalls neue Bündnisse zu schließen.

FH

Zum Thema:
Gegenmeinung: Der Westen bereitet sich zum Krieg gegen Russland vor.....
Gegenmeinung: Der große Strippenzieher Brzezinski bestimmt im Hintergrund die Kriegsstrategie.....
Gegenmeinung: Die Krim – noch eine künstlich erzeugte Krise.....
Ukraine: Appell des US-Friedensrates - Lügen über den von der US-Regierung angestifteten Staatsstreich in der Ukraine zu entlarven.....

Sonntag, 23. März 2014

Das "Schild" des neuen Kalten Krieges

Von Manlio Dinucci, voltairenet.org
Übersetzung: Horst Frohlich
Quelle: Il Manifesto (Italien)
Washington verwendet die ukrainische Niederlage zu seinem Vorteil: es versucht die Europäer zur wirtschaftlichen Trennung von Russland zu drängen und erlegt ihnen schon die Entwicklung seiner Raketen-Abdeckung auf. Während die westlichen Medien sich auf die NATO-Version der Erzählung der Ereignisse konzentrieren (die so genannte "militärische Annexion" der Krim), entfaltet die Allianz ruhig ihre imperiale Vorrichtung.

Blitzbesuch des Vizepräsidenten Joe Biden in Polen und Estland, um sicherzustellen, dass angesichts des "unverschämten russischen militärischen Einmarsches" in der Ukraine - Land das beschlossen hat, "eine Regierung im Dienste des Volkes" (garantiert von Neonazis) zu bauen, [1] und die durch einen Staatsstreich des neuen Gladio an die Macht gekommen ist [2] - die Vereinigten Staaten ihre unerschütterliche Verpflichtung zur Einhaltung des Artikel 5 des Nordatlantikvertrags zur "kollektiven Verteidigung" bekräftigen. Da die Ukraine heute de facto, wenn auch nicht offiziell, Mitglied der NATO ist, gibt es immer noch den „nicht-Artikel-5“, der die Mitgliedsländer zur „Durchführung von Operationen bewegt, in Reaktion auf Krisen, die nicht unter den Artikel 5 fallen“. Er wurde mit dem Beitrag der D’Alema Regierung während des Krieges der NATO gegen Jugoslawien 1999 ins Leben gerufen und auch auf die Kriege gegen Afghanistan, Libyen und Syrien angewendet.

Damit die "NATO aus dieser Krise stärker als je zuvor hervorgehe", bekräftigen die Vereinigten Staaten ihren Einsatz für die ’Raketen-Verteidigung’ von Europa. Durch die Verflechtung der "Raketen-Verteidigung" mit der ukrainischen Krise deckt Joe Biden jedoch sein Spiel auf. In Washington hatte man immer versichert, dass das amerikanische "Schild" in Europa nicht gegen Russland, sondern gegen die iranischen Raketen gerichtet wäre. In Moskau dagegen wurde es immer als ein Versuch betrachtet, einen entscheidenden strategischen Vorteil gegenüber Russland einzubringen: die USA könnten es der Gefahr von einem Erst-Atomschlag aussetzen, indem sie sich auf die Fähigkeit des "Schildes" verlassen, die die Vergeltungsschläge neutralisieren könnten [3]. Der neue Plan von Präsident Obama bietet im Vergleich zu dem vorherigen eine größere Zahl von Raketen nahe dem russischen Territorium. Und da es die USA sind, die sie kontrollieren, kann niemand wissen, ob es Abfangraketen oder Kernwaffen-Raketen sind.

Da sie den Vorschlag eines Co-Managements des Radars von Qabala in Aserbaidschan mit Russland abgelehnt hatten, begannen die Vereinigten Staaten in Polen die Raketenbasis aufzubauen, wo 24 SM-3-Raketen des System Aegis installiert werden. Darüber hinaus engagierte sich die polnische Regierung mit mehr als 30 Milliarden Euro für ein eigenes "Schild", um es mit dem der USA und der NATO (mit US-Technologien) zu integrieren. Und Joe Biden stimmt das Loblied auf Polen an, welches „einen Teil der finanziellen Belastung, etwas, was alle Verbündeten tun sollten“ übernommen habe (Italien sei gewarnt). Eine andere im Bau befindliche Basis mit 24 SM-3-Raketen auf dem Luftstützpunkt Deveselu in Rumänien wird 2015 in Betrieb genommen und von 500 US-Soldaten betrieben werden. Diese Raketen-Einrichtungen werden von einem höchst leistungsfähigen, in der Türkei installierten Radar integriert, und auch mit mobilen Radargeräten, die schnell in "Vorposten-Positionen" bereitgestellt werden können.

Das "Schild" umfasst auch den Einsatz von Kriegsschiffen im Mittelmeer, die mit Aegis Radarsystemen und SM-3-Raketen ausgestattet sind. Das erste, ein mit Raketen beschicktes Torpedoboot, das USS Donald Cook ist Anfang Februar in dem Flottenstützpunkt Rota in Spanien eingetroffen, wohin 1200 Seeleute und ihre 1600 Familienangehörigen verlagert werden. Es wird durch drei weitere Einheiten (USS Ross und USS Porter und USS Carney) ergänzt. Es ist wahrscheinlich, dass ihre Zahl erhöht werden wird, da die US-Navy bereits etwa 30 Schiffe dieses Typs besitzt. Sie werden kontinuierlich im Mittelmeer kreuzen, vollkommen einsatzbereit, und zugleich – laut der NATO – „das gesamte Spektrum der bilateralen und multilateralen Übungen mit den Alliierten Seestreitkräften“ ausführen. Die spanische Marine verfügt bereits über vier Fregatten mit dem integrierten Aegis Kampfsystem, wodurch sie mit den US-Schiffen inter-operationsfähig sind. Das gleiche wird mit den Fremm-Fregatten der italienischen militärischen Flotte erfolgen. Eine Rolle von wachsender Bedeutung in dem "Schild" wird der Kommandozentrale und den Stützpunkten der USA und der NATO in Italien zukommen: in Neapel, wo die Zentrale der US-Seestreitkräfte und der Verbündeten liegt, in Sizilien, wo sich die See-Luftstreitkräfte-Zentrale von Sigonella befindet (die die Aegis Einheiten im Mittelmeer unterstützen wird) und der Muos von Niscemi [4] für die Hochfrequenz-Satellitenkommunikation. Alle Marineeinheiten Aegis im Mittelmeer, laut der NATO, werden "unter amerikanischem Befehl und Kontrolle“ stehen. Das bedeutet, dass die Entscheidung, Abfang-Raketen oder für solche Gehaltene zu starten, unter der ausschließlichen Zuständigkeit des Pentagon steht.

Indem die USA das "Schild" vorbereiten, schleifen sie ihr Schwert. Für die ukrainischen Krise haben sie 12 weitere Jagdbomber F-16 in Polen und 10 F-15 in Estland, Lettland und Litauen bereitgestellt. Sie können bald die neuen, in Europa (einschließlich in Italien) gelagerten Atombomben B61-12 heranschaffen, die für den Einsatz als Anti-Bunker Bomben vorgesehen sind. Moskau ist dabei, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, aber Washington kassiert einen ersten Erfolg: die erhöhte Spannung in Europa ermöglicht den USA ihren Einfluss in Bezug auf ihre europäischen Bündnispartner zu verstärken.

Dank des Artikel 5 oder des „nicht-Artikels-5“.

[1] „Wer sind die Nazis in der ukrainischen Regierung?“, von Thierry Meyssan, Voltaire Netzwerk, 6. März 2014.
[2] „Der neue Gladio in der Ukraine“, von Manlio Dinucci, Il Manifesto (Italien), Voltaire Netzwerk, 21. März 2014.
[3] « Le bouclier antimissile et la première frappe », par Manlio Dinucci, Tommaso di Francesco [auch auf englisch] ; und „Raketen und "Schild" über Europa“, von Manlio Dinucci, , Il Manifesto (Italien), Voltaire Netzwerk, 23. Dezember 2013.
[4] « Muos : Niscemi résiste à l’Empire », par Manlio Dinucci, Traduction Marie-Ange Patrizio, Il Manifesto (Italie), Réseau Voltaire, 21 mai 2013.
Eine kleine italienische Stadt widersteht der Muos-Einrichtung auf einer Militärbasis. Muos? Das ist ein ultra-perfektioniertes System, das alle kämpfenden Einheiten der Vereinigten Staaten und der NATO verbinden wird. Niscemi? Es ist das kleine sizilianische Dorf, das dem Imperium widersteht und den Frieden in Syrien verteidigt...

Freitag, 21. März 2014

Der Westen bereitet sich zum Krieg gegen Russland vor

Autor: Konstantin Sivkov Константин Сивков
Übersetzt von Irina Snatschok Ирина Снатщок
Der Präsident der Akademie für geopolitische Probleme, Doktor der Militärwissenschaft Konstantin Siwkow, kommentierte, dass die Neuausrüstung der existierenden taktischen Luftstreitkräfte der NATO für den Einsatz von Atomwaffen nach seiner Ansicht möglicherweise ein Anzeichen der Vorbereitungen für den Krieg mit Russland sind.

Die Krim hat trotz des intensiven Informations- und diplomatischen Drucks auf die Führung Russlands für den Beitritt zu Russland gestimmt. Die Reaktion der westlichen Eliten ist, wie man erwarten konnte, im Moment sehr zurückhaltend geworden, gemessen an der Größe und Stärke des vorher ausgeübten Druckes. Bis jetzt sind keine großen wirtschaftlichen Sanktionen verhängt worden. Die Verzögerung ihrer Realisierung reduziert die Relevanz und Gültigkeit dieser Maßnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung der Ereignisse in der Ukraine, in der es unvermeidlich in einer relativ kurzfristigen Zeit zum wirtschaftlichen Zusammenbruch kommen wird.

In der Zwischenzeit wird der Beitritt der Krim zu Russland in der Welt als eine vernichtende Niederlage der USA angesehen. In der Tat ist fast allen seriösen Analytikern und Politikern klar, dass die Ereignisse in der Ukraine von den Vereinigten Staaten initiiert worden sind. Aber im Endergebnis zeigt sich durch die Entwicklung der Ereignisse bei der Verlustaufrechnung auch eine drastische Stärkung der Positionen Russlands im Schwarzen Meer. Das erscheint noch kontrastreicher im Zusammenhang mit dem Umstand, dass Ägypten sich auf Russland umorientiert hat und ihm dadurch hilft, dass es für 3 Mrd. Dollar russische Rüstungsgüte kauft, die von Saudi-Arabien vorfinanziert werden. Für die USA bedeutet dies eine weitere und sehr ernste Verringerung ihres Einflusses im Nahen Osten und Nordafrika sowie den Verlust der Möglichkeit zur Kontrolle der Ressourcen dieser wichtigen Regionen.

Unter diesen Umständen muss man von den Vereinigten Staaten eine Veränderung der Verhaltensstrategie erwarten, da die aktuelle sich als ineffektiv erwiesen hat. So, ähnlich wie es geschah als Obama an die Macht kam, und die US-Amerikaner dann versuchten, dazu überzugehen, anstelle der "brutalen Macht" die "Soft"-Methode anzuwenden.

Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang die plötzliche Entscheidung der US-amerikanischen

Administration, das Potential an taktischen Atomwaffen in Europa zu verstärken. Es ist anzunehmen, dass die Jagdflugzeuge F-16 und Tornado BBC von fünf NATO-Ländern mit der Ausrüstung ausgestattet werden, die es ermöglicht die Atombomben der B61-12 zu verwenden. Das ist ein sehr wichtiges Indiz dafür, dass die Flugzeuge der Länder, die jetzt als nicht-nuklear angesehen werden, damit ausgestattet werden: Belgien, Niederlande, Türkei, Deutschland und Italien.

Diese Nachrüstung von Flugzeugen wird voraussichtlich bis 2018 abgeschlossen sein. Die gleiche Ausstattung soll das erweiterte F-35-Jagdflugzeug erhalten. Es ist ganz klar, dass diese Umrüstungen aus einem bestimmten Grund durchgeführt werden. Wenn die Flugzeuge die Möglichkeit zum Einsatz von Nuklearwaffen erhalten, bedeutet dies, dass es Pläne gibt, es auch zu tun, denn die politischen Erklärungen über die Unmöglichkeit des Transfers zu Nichtkernwaffenmächten ist nur eine informative Maskierung. Wenn die Zeit kommt, werden alle diese Erklärungen und Zusicherungen einfach verworfen. Wie oft haben die westlichen Eliten das gezeigt.

Ich frage mich, was dieser ganze "nukleare Boom soll, der inmitten der Diskussionen über die "nukleare NULL" eintritt. Was kann das bedeuten?

Es ist möglich, dass diese Ereignisse ein Zeichen für einen neuen Wendepunkt in der US-amerikanischen Politik darstellen. Das Scheitern der "peripheren Strategie“ - der Bewegung entlang eines Bogens, der sich vom südlichen Eurasien her erstreckt, kann die westliche Elite, angesichts des Mangels an Zeit für radikalere Maßnahmen zu einem direkten Angriff auf Russland als gefährlichstes und systembildendes Kettenglied im Block der nicht-westlichen Zivilisationen der BRICS-Staaten drängen.

In diesem Zusammenhang ist die Erhöhung des Potentials an taktischen Atomwaffen in Europa vollkommen verständlich: Es geht um die Erlangung der Überlegenheit in dieser Waffenart über Russland. Wenn den Vereinigten Staaten es gelingt das zu verwirklichen, dann wird es durchaus möglich, mit der ganzen Kraft der NATO eine Aggression gegen Russland durchzuführen. Einem derartigen Angriff wird eine schwache russische Armee nicht standhalten. Der Übergang Russlands zur Anwendung taktischer Nuklearwaffen wird durch die Gefahr des Gegenschlages äußerst schwierig sein.

Außerdem wird im Falle eines nuklearen Krieges Europa und nicht die Vereinigten Staaten betroffen sein. Vermutlich geht die US-amerikanische Führung davon aus, dass Russland den Krieg gegen die NATO auf dem europäischen Kriegsschauplatz führt und sich nicht entschließen wird strategische Kernwaffen gegen die Vereinigten Staaten aus Angst vor Vergeltung einzusetzen. Es ist durchaus möglich, dass die Neutralisierung der Abhängigkeit von proaktiven russischen strategischen Nuklearkapazitäten ins Kalkül gezogen wird.

In jedem Fall ist die Entscheidung, die Kapazität der taktischen Atomwaffen in Europa radikal zu erhöhen, ein Zeichen für die Vorbereitung der Vereinigten Staaten auf den Krieg gegen Russland Mehr taktische Atomwaffen in Europa kämpfen nicht mit ihnen. Die Möglichkeit einer solchen Situationsentwicklung wird durch die Schlussfolgerungen bestätigt, die von der unangemessenen Entsprechung der westlichen Eliten und ihrer Fähigkeit zeugen, im Bedarfsfall völlig barbarische Aktionen zu unternehmen.

Auch Russland sollte darauf vorbereitet sein. In militärischer Hinsicht darf es vor allem nicht sein eigenes Arsenal an taktischen Atomwaffen verringern, sondern muss auch die beschleunigte Modernisierung der strategischen Kernwaffen und die Entwicklung neuer schwerer Interkontinentalraketen vorantreiben. Vielleicht ist es sinnvoll, eine Rakete für schwere Raketenkreuzer des Projektes 941 zu entwickeln. Zulässiges Gesamtgewicht einer solchen Rakete würde etwa 90 Tonnen betragen, die auf das besonders leistungsfähige Raketensystem aufzusetzen sind.

Quelle: Tlaxcala

Hervorhebungen von Gegenmeinung.

Zum Thema:
Nachtwandler: Die U.S. Army hält an dem im Juli in der Ukraine geplanten Manöver fest....

Donnerstag, 20. März 2014

Die Krim – noch eine künstlich erzeugte Krise

Autor: Neil Clark
Übersetzt von
Susanne Schuster سوزان شوستر
Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte, dass die Ukraine- bzw. Krim-Krise „aus rein geopolitischen Gründen künstlich erzeugt wurde“. Er hat recht.

Es ist wichtig zu verstehen, dass dies nicht ein „einmaliges Ereignis“ ist, sondern nur die neueste von unzähligen internationalen „Krisen“, die von den westlichen Mächten entweder absichtlich aufgebauscht oder künstlich geschaffen wurden, um ihre geopolitischen Interessen zu fördern.

Der britische Außenminister William Hague sagte, die Krim sei „die größte Krise in Europa im 21. Jahrhundert“. In den vergangenen Jahren haben führende westliche Politiker aber schon öfter solche panikmachenden Begriffe benutzt.

Vor genau 15 Jahren, im März 1999, hatten wir die Kosovo-„Krise“; damals behaupteten westliche Führer, dass tausende Kosovo-Albaner von serbischen Kräften – die angeblich einen brutalen völkermordähnlichen Krieg führten – getötet würden, wenn die NATO nicht sofort militärisch eingriffe.

Der britische Premierminister Tony Blair sagte dem Unterhaus am 23. März 1999: „Wir müssen handeln, um tausende unschuldige Männer, Frauen und Kinder vor einer humanitären Katastrophe zu retten, vor dem Tod, vor Barbarei und ethnischer Säuberung durch eine brutale Diktatur.“

Doch es war eine künstlich erzeugte „Krise“, es handelte sich im Kosovo um einen Konflikt geringen Ausmaßes zwischen jugoslawischen Kräften und vom Westen unterstützen Kämpfern der Kosovo-Befreiungsarme (UCK).

Die Aufgabe der UCK war, Angriffe auf jugoslawische Kräfte durchzuführen und Belgrad zu einer gewaltsamen Reaktion zu provozieren, was dann als Vorwand für eine Nato-Intervention dienen konnte, um ein unabhängiges, sozialistisches Land zu zerstören, das sich gegen die Globalisierung gewehrt hatte. Eine „Krise“ musste erzeugt werden, um die militärische Intervention der Nato zu rechtfertigen.

Vier Jahre später hatten wir die „Krise“ der irakischen Massenvernichtungswaffen. Irgendwas musste unternommen werden gegen Saddams tödliche Waffen, die uns alle bedrohten, ließen westliche Führer verlauten. Wir konnten nicht so lange warten, bis die UN-Inspektoren ihren Auftrag erfüllt hatten.

„Wenn wir jetzt nicht handeln, dann werden wir wieder da sein, wo wir schon mal waren und dann geht natürlich alles wieder von vorne los und er wird diese Waffen weiterentwickeln, und das sind gefährliche Waffen, vor allem wenn sie in die Hände von Terroristen fallen, von denen wir wissen, dasss sie diese Waffen einsetzen wollen, wenn sie sie kriegen können“, sagte Blair.

Am 28. April 2003, als Saddams Massenvernichtungswaffen nicht aufgetaucht waren, sagte Blair: „Bevor die Leute über das Nichtvorhandensein der Massenvernichtungswaffen frohlocken, schlage ich vor, dass sie ein bisschen warten.“ Elf Jahre später warten wir immer noch.

In den vergangenen zehn Jahren hatten wir auch die iranische Atom-„Krise“. Wir hörten von der westlichen Elite immer wieder, dass die Islamische Republik Atomwaffen entwickelte, die nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für die ganze Welt eine klare Bedrohung darstellten. Es wurde als unsere größte Priorität erachtet, etwas gegen die atomare „Bedrohung“ aus dem Iran zu unternehmen. Im Januar 2011 warnte der britische Verteidigungsminister Liam Fox, dass Iran bis Ende 2012 Atomwaffen haben könnte.

Dann kam das Jahr 2013 und Iran hatte immer noch keine Atomwaffen.

Dann gab es die „Krise“ in Libyen 2011. Man erzählte uns, Colonel Gaddafis Kräfte würden Massaker an unschuldigen Menschen verüben und stünden kurz davor, die Zivilisten Bengasis zum Zweck eines Völkermordes anzugreifen. Auch hier mussten wir etwas gegen diese akute „Krise“ unternehmen.

„Wir können einfach nicht zusehen, wie ein von seinem Volk abgelehnter Diktator sein Volk willkürlich tötet“, verkündete der britische Premierminister David Cameron in seiner besten Tony Blair-Parodie.

„Angesichts dieser brutalen Unterdrückung und einer sich abzeichnenden humanitären Krise habe ich Kriegsschiffe in das Mittelmeer geschickt. Unsere europäischen Verbündeten haben ihre Bereitschaft erklärt, Ressourcen bereitzustellen, um das Töten zu beenden“, sagte US-Präsident Barack Obama am 28. März 2011. Die westliche Reaktion auf die „Krise“ in Libyen war ein militärischer Angriff – wie bei der „Krise“ im Kosovo und der „Krise“ mit den irakischen Massenvernichtungswaffen.

Im August 2013 hatten wir dann die nächste „Krise“ - der Westen behauptete, dass die syrische Regierung einen tödlichen Angriff mit Chemiewaffen gegen ihr eigenes Volk durchgeführt habe. Abermals sagte man uns, dass wir schnell und entschlossen handeln müssten, um die „Krise“ zu bewältigen. Nur die Diplomatie Russlands und die öffentliche Meinung in westlichen Ländern verhinderte eine von den USA angeführte Attacke gegen Syrien.

Die neue „Krise“ im März 2014 ist nun Putins „Invasion“ in die Ukraine und die Bedrohung, die Russland für die unabhängige „demokratische“ Ukraine darstellt. Nicht zu vergessen, das ist „die größte Krise in Europa im 21. Jahrhundert“.

In Wirklichkeit war keine davon eine echte Krise – auch die Krim. Es gab keinen Genozid im Kosovo. Irak hatte keine Massenvernichtungswaffen. Iran hatte kein Atomwaffenprogramm: jede von ihnen war eine „fabrizierte Krise“, so der Titel des neuen Buches des investigativen Journalisten Gareth Porter.

Gaddafis Kräfte verübten keine Massaker an Zivilisten in Libyen, Gadaffi drohte auch nicht den Zivilisten in Bengasi ein Massaker an. Libysche Kräfte taten genau das, was jugoslawische Kräfte 1999 taten: sie führten einen Krieg gegen Aufständische, die vom Westen unterstützt wurden.

Was Syrien betrifft: die Beweise wie auch die Logik deuten darauf hin, dass es die Rebellen waren und nicht die Regierung, die den Chemiewaffenangriff in Ghouta durchgeführt haben – um eine großangelegte Militärintervention der westlichen Mächte zu provozieren. Und es gibt auch keine russische „Invasion“ in die Ukraine.

Doch der wichtigste Punkt ist: die Reaktionen des Westens auf diese künstlich erzeugten „Krisen“ haben zu echten Krisen geführt. Die „Krise“ des Kosovo wurde beantwortet mit einer brutalen, 78 Tage andauernden Bombardierung Jugoslawiens, die die Infrastruktur des Landes zerstörte und bei der Tausende getötet oder verletzt wurden – der Einsatz von Uranmunition durch die Nato führte zu einem sprunghaften Anstieg der Krebserkrankungen. Die Menschenrechte haben ebenfalls darunter gelitten.

„Nirgendwo [in Europa] fürchten sich so viele Minderheiten so sehr davor, nur ihrer ethnischen Herkunft wegen belästigt oder angegriffen zu werden“, heißt es in einem 2006 veröffentlichten Bericht über Kosovo von Minority Rights Group International.

Die „Krise“ der irakischen Massenvernichtungswaffen führte zu einer illegalen Invasion, von der sich Irak noch nicht erholt hat und sich auch noch lange nicht erholen wird – etwa 1 Million Menschen sind getötet worden und das Land wird jetzt von sektiererischer Gewalt geplagt; mit mehr als 7 000 Getöteten war das vergangene Jahr das tödlichste seit 2008. In den Jahren 2002 und 2003 sprachen die Neokonservativen unaufhörlich von den Massenvernichtungswaffen im Irak und dass diese „Krise“ dringendes Handeln erforderte; nun gibt es eine echte Krise in diesem Land – und sie schweigen.

Die iranische Atom-„Krise“ führte dazu, dass drakonische Sanktionen über das Land verhängt wurden, was gewöhnliche Leute im Iran in eine echte Notlage gebracht hat (was auf RT berichtet wurde), und zu höheren Ölpreisen in Europa geführt hat – das braucht man nun wirklich nicht, wenn man in einer schweren Rezession steckt. Millionen Menschen leiden unnötig, weil man eine „Krise“ bekämpfen musste, die es nie gab.

Die libysche „Krise“ im Jahr 2011 führte zu einem brutalen Nato-Angriff auf das Land, bei dem Tausende starben und nun ist Libyen, wie der Irak, ein zerstörtes Land, ebenfalls geplagt von bewaffneten Konflikten. Abermals bleiben diejenigen, die unaufhörlich über die „humanitäre Krise“ in Libyen 2011 redeten, merkwürdig schweigsam.

Die „Krise“ des syrischen Chemiewaffenangriffs führte beinahe zum Ausbruch eines großflächigen regionalen Krieges, und möglicherweise des 3. Weltkrieges, doch in ihrem bessessenen Versuch, die baathistische Regierung zu stürzen, unterstützen der Westen und seine regionalen Verbündeten weiterhin die gewalttätigen Rebellen und verlängern dadurch das Elend des Krieges für Millionen Syrer.

Diejenigen, die am laufenden Band „Krisen“ erzeugen, sind schon wieder am Werk: Dieses Mal versuchen sie uns davon zu überzeugen, dass ein Referendum in der Krim und die Möglichkeit, dass sich die Krim – wo fast 60 Prozent der Bevölkerung ethnische Russen sind – Russland anschließt, eine schwere „Krise“ ist.

Und wieder einmal würden die vorgeschlagenen Maßnahmen – Sanktionen gegen Russland – eine stärkere Krise verursachen als die „Krise“ selbst: sie wären katastrophal für die westlichen Wirtschaftsräume, vor allem die europäischen.

Während wir uns große Sorgen machen sollen um künstlich geschaffene Krisen wie die Krim, werden Krisen, von denen Millionen gewöhnliche Leute im Westen und überall auf der Welt betroffen sind, von den westlichen Eliten ignoriert. Klimawandel. Eine Rekordzahl arbeitsloser junger Menschen. Die sich vertiefende Kluft zwischen Reichen und Armen. Der rapide fallende Lebensstandard gewöhnlicher Menschen im Westen. Das sind Krisen, die echte demokratische Regierungen lösen würden. Stattdessen erfinden westliche Eliten lieber neue Krisen.

Die jüngere Geschichte lehrt uns, dass immer dann, wenn westliche Führer und ihre Jubeltruppe in den Elitemedien von einer internationalen „Krise“ reden und warnen, „etwas muss unternommen werden“, zur Vermeidung einer echten Krise am besten gar nichts unternommen wird. Konzentrieren wir uns lieber auf die Bewältigung echter Krisen wie Umweltzerstörung, Armut, Ungleichheit und Arbeitslosigkeit und lassen wir uns nicht täuschen von künstlichen „Krisen“, die uns die westlichen Eliten aufschwätzen wollen.

Quelle: Tlaxcala

Mittwoch, 19. März 2014

Der Schrei der Horror-Kanaille

Mowitz
Das tat weh. Die Regierung der Krim nahm sich die Freiheit das Volk selbst in einem völkerrechtskonformen Referendum darüber abstimmen zu lassen, ob sich die Krim mit Russland wiedervereinigen wolle, oder nicht. Es wollte. Und das kraftvoll und eindeutig. Bei einer 82 prozentigen Wahlbeteiligung, von der in dieser Höhe der von Banken und Konzernen übernommene Westen nur träumen kann, samt 96 Prozent Zustimmung zur Wiedervereinigung mit Russland, setzte Russland vorläufig einen Riegel vor weiteren Versuchen der die letzten Jahre die Welt allein beherrschende Wall Street Regierung, (nennt man im feinen Expertenslang monopolar), seine und Militär-Stützpunkte der North Atlantic Terrorist Organization sozusagen vor den Toren Moskaus zu installieren.

Die transatlantische Horror-Kanaille, hatte sich noch nicht von Putins Rede erholt, der die Wiederkehr Russlands als Großmacht seinen westlichen "Partnern" schonend und mit der notwendigen diplomatischen Contenance in seiner Rede nahebrachte, bekam Russland auch schon Unterstützung von der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, die den Westen daran erinnerte, dass in der UN-Charta das Recht der Völker auf Selbstbestimmung festgelegt sei und diese Norm für alle Länder gelte.

Anscheinend eine Überraschung für unsere gekauften Lei(d)medien, wo sie sich doch wirklich so viel Mühe geben das Bild eines Imperiums und seiner Marionetten zu verbreiten, für die andere Regeln gelten, als für den Rest für die Mehrheit der Vöker des Planeten. Putin wird als der Großmächtige gescholten, Obama als Kleinmächtiger, und die wirklich Mächtigen bleiben anonym. Beispielsweise das
"eine Prozent der Weltbevölkerung das über 110 Billionen US-Dollar verfügt. Das ist 65-mal so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung hat. Diese ärmere Hälfte der Weltbevölkerung verfügt über genauso viel, wie die reichsten 85 Menschen haben."
Dieses Selbstbild hat einen starken Kratzer bekommen, da seit langer Zeit absehbar ist, dass die nächsten Großmächte, China, Brasilien, Indien und andere, entweder schon als solche etabliert sind, oder es in absehbarer Zeit sein werden. Die haben auch Ansprüche auf Teilhabe. Gerechtfertigte. Sie werden sich nicht mit den Krümeln begnügen, die vom Tisch westlicher Plutokraten fallen.

Doppelte Standards werden in Bälde ausgedient haben. Wie lange wollen unsere Konzern- und Staatsmedien ein längst begonnenes Referendum in Italien beschweigen, dass vom 16. bis 21 März stattfindet, und das die Trennung Veneziens von Italien zum Ziel hat?
"3,8 Millionen Menschen, die in Venedig, Verona, Treviso, Padua, Belluno und Vicenza leben, müssen darüber entscheiden, ob Veneto zu einer unabhängigen autonomen Republik werden, sowie darüber, ob das Gebiet in der Euro-Zone und der Nato bleiben soll". Stimme Russlands
Das Referendum darf aber nicht offiziell sein und wird vom italienischen Staat nicht anerkannt. So funktioniert die Herrschaft des Geldes. In wenigen Monaten schon könnten sie ihren Standpunkt aber wieder ändern, wenn sie zu der Meinung gelangen, es "lohne" sich für sie.

Man sollte sich im Westen, bevor es zu spät ist, eine neue, friedliche Strategie im Umgang mit den Mehrheitsbevölkerungen der Welt ausdenken. Eine, die die Vorherrschaft des Geldes endgültig auf dem Misthaufen der Geschichte entsorgt. Die anderen Völkern das lässt, was ihres ist. Verbunden mit einem fairen Handel, der nicht mit Gewehrläufen kontrolliert und durchgesetzt wird.

Das könnte man aus einer immer noch starken Position eher erreichen, als aus einer immer schwächer werdenden und immer höher verschuldeten Position heraus. Dann diktieren andere das Geschehen und setzen eigene globale Regularien. Und mit den bitteren Erfahrungen die die Bevölkerungsmehrheit mit dem Westen und seinen Plutokraten gemacht hat, kann ich mir schwer vorstellen, dass es Regeln sein werden, die aus einem Gefühl der Fairness gegenüber westlichem Rassismus und seiner Imperial- und Kolonialpolitik entstehen.

Viele Milliarden Menschen sind unkontrollierbar, wenn sie einmal in Rage geraten. Und viel Zeit bleibt nicht. Teure und unbezahlbare militärische Aufrüstung zu betreiben, anstatt die Wirtschaft in den Dienst der Menschen zu stellen, ist kein haltbarer Weg um Wohlstand zu schaffen. Die Wirtschaft aus den raffgierigen Krallen einer skrupellosen internationalen Finanzmafia und ihres Finanzsystems zu "befreien", wäre ein guter Anfang.

Nun, in Deutschland wird es eng um eine solche Diskussion überhaupt zu starten. Man hat wichtigeres zu tun. Die (Ä)liten sind voll damit beschäftigt, zu klären, ob Uli Hoeneß ein guter Steuerkrimineller (28,5 Millionen Euro Steuerhinterzug) ist, der sich nur um den FC Bayern verdient gemacht hat, oder gar, ein richtig guter, der sich um das ganze Land verdient gemacht hat und so seinen Knast als Freigänger absitzen wird. Nun ja, Merkel persönlich verwendete sich für ihn, und zollte ihm ihren Respekt für seinen "Verzicht" einen Revisionsantrag zu stellen. Respekt! Ein großes Wort für einen großen Steuerkriminellen. Aus Merkels Sicht wohl ein alternativloses Wort. Sie hätte einfach nur die Schnauze halten können. Tut sie ja bei der alternativlosen NSA-Überwachung der Deutschen auch. Wo es ihre Pflicht ist, ihr Maul weit aufzureißen wird sie dünnlippig und schweigt. Wenn es peinlich wird, ist sie immer mit einer ihrer gefürchteten Sprechblasen zur Stelle.

FH

Zum Thema:
Nachtwandler: Ukraine: Neues vom Putsch-Premier, seinen Geldschiebern und Kriegstreibern.....

Dienstag, 18. März 2014

Ukraine, Russland und die Welt: Fünf Fragen an drei Autoren

Tlaxcala hat drei Autoren- Dmitry Orlov, The Saker und Pepe Escobar -, die die Situation in und um die Ukraine genau verfolgen, fünf Fragen gestellt. Hier sind alle ihre Antworten. Tlaxcala teilt nicht alle ihre Ansichten, doch wir finden sie interessant genug, um sie weiterzuverbreiten.

1. Glauben Sie, dass die Ukraine von den USA (Obama) benutzt wird, um sich für Syrien zu rächen und die EU “kampfunfähig” zu machen? Was wären ihre strategischen Ziele?

Dmitry Orlov: Obamas Ziel war, einen Staatsstreich durchzuführen, um die ukrainische Regierung durch ein Marionettenregime zu ersetzen. Das ist ihm gelungen. Doch ich zweifle daran, dass er eine weiterführende Strategie hat.

Pepe Escobar: Das abartige Spiel der Obama-Regierung in der Ukraine ist definitiv die Rache dafür, dass sie daran gehindert wurde, Syrien zu bombardieren (es war ja Moskau, das sie vor einem weiteren Krieg, mit all seinen schrecklichen Folgen, gerettet hat). Die einzigen Dinge, die für Washington in Ukraine eine Rolle spielen sind, in dieser Reihenfolge: 1. Nato-Stützpunkte; 2. Pipelineistan: die Kontrolle der US-Öl-Industrie über noch nicht erschlossene Öl- und Gasvorkommen; 3. Die Vereinnahmung des fruchtbaren ukrainischen Ackerlandes durch die US-Agrarindustrie. Die EU braucht und will nicht die Ukraine, denn sie müsste das Land vor dem Bankrott bewahren, mit Geldern, die sie nicht hat (außerdem würde das Millionen von bereits verarmten Europäern nur noch wütender machen).

The Saker: Die derzeitige Krise wurde gänzlich von den USA geschaffen, und in etwas geringerem Ausmaß von der EU. Das Denken der USA steckt fest in einer Art Kalter-Krieg-Mentalität, das zeigen die folgenden zwei Zitate. Hiliary Clinton sagte: „Es gibt eine Tendenz, die Region zu re-sowjetisieren,“ ... „Es wird nicht so genannt werden. Es wird Zollunion genannt, es wird Eurasische Union genannt oder sonstwie,“ ... „Aber lasst uns nicht irreführen. Wir wissen, was das Ziel ist und wir versuchen, effektive Wege zu finden, um das zu verlangsamen oder zu verhindern.“ (Quelle) Und Zbigniew Brzezinski sagte: „Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein Imperium zu sein, während es mit der Ukraine - erst gekauft und danach unterworfen - automatisch zu einem Imperium wird … Ihm zufolge wird die neue Weltordnung unter der Hegemonie der USA gegen Russland und auf den Fragmenten von Russland aufgebaut. Die Ukraine ist der westliche Außenposten, um zu verhindern, dass die Sowjetunion neu ersteht.“ (Quelle). Somit versuchen die USA nicht, die Ukraine für Nato oder irgendeinen anderen Zweck zu „bekommen“, sie wollen nicht, dass Russland die Ukraine bekommt, damit hoffen sie zu verhindern, dass aus Russland ein neues Sowjet-Imperium wird. Es ist daher ein reines Null-Summen-Spiel – jeder Verlust für Russland ist definitionsgemäß ein Gewinn für die USA. Hierbei ist unerheblich, dass Russland bereits eine Supermacht ist, durchaus fähig, die USA herauszufordern (wie das Beispiel des Krieges in Syrien gezeigt hat) oder dass Russland keine Absicht hat, die Sowjetunion neu zu erschaffen oder, und noch viel weniger, ein Imperium zu werden (Imperien sind teuer und die Russen haben keine Absicht, eine zweite UdSSR zu werden): die US-Plutokratie glaubt dies und handelt danach. Außerdem haben die US-Eliten in der Syrien-Krise eine Niederlage erlitten und nun wollen sie Russland und der Welt zeigen, „wer das Sagen hat”. Dazu kommt schließlich noch der Einfluss einiger mächtiger ethnischer Lobbygruppen, deren gemeinsamer Nenner der Hass auf Russland ist (Juden, Ukrainer, Polen). Das alles ergibt eine Politik, deren einziges Ziel es ist, die Lage für Russland so schlecht wie möglich zu machen. Das ist nichts Neues. Während des Afghanistan-Krieges waren die USA willens, die übelsten wahabitischen Terroristen zu unterstützen, nur um der UdSSR zu schaden. Nun unterstützen die USA gewalttätige neo-faschistische Nationalisten. Die einzige Bedingung, die eine Terroristengruppe, egal wie böse und irre, erfüllen muss, um Geld von der CIA und ihren Partnern zu erhalten, ist, Russland zu hassen. Die Kriege in Kroatien, Bosnien und Kosovo hatten kein anderes Ziel als es „den Russen zu zeigen”. Und wenn man das Wesen dieses manischen Hasses der US-Eliten auf Russland genauer betrachtet, stellt man fest, dass sich im Westen seit dem Mittelalter kaum etwas geändert hat: Die westlichen Eliten haben Russland schon immer dafür gehasst, dass es orthodox ist und sich nicht unterjochen lässt.

2. Was ist Ihrer Meinung nach Russlands (Putins) strategisches Ziel und mit welcher Taktik will er es erreichen?

Dmitry Orlov:
Ein weiteres Vordringen der EU/NATO zu verhindern; die Rechte der Russischsprecher in einem Gebiet zu garantieren, das jahrhundertelang zu Russland gehörte; die Einhaltung des Völkerrechts. Möglicherweise Vergeltung für den Nato-Einsatz gegen Serbien in Kosovo.

Pepe Escobar: Das oberste strategische Ziel ist, Nato-Stützpunkte in der Ukraine zu verhindern. Ein Putsch auf der Krim nach dem gleichen Schema des Putsches in Kiew wurde durch russische Geheimdienstinformationen vereitelt. Das würde – langfristig – dazu führen, dass der Russland-Ukraine-Vertrag in Sewastopol von der Regimewandel-Truppe in Kiew zerstampft würde, und damit der Nato den Weg ebnen würde. Das hat die Entsendung der Spetznaz nach der Krim ausgelöst. Putin hat die Vor- und Nachteile abgewogen. Es ist ein Schachzug. Er wird im Westen vielleicht verlieren, aber im eigenen Land gewinnen (beliebter als je zuvor), Sewastopol behalten, und wenn die Krim sich Russland anschließt, wird Gazprom immense Öl- und Gasvorkommen auf der Halbinsel erschließen – und nicht die US-Ölbonzen.


The Saker: Das Ziel für Russland ist einfach: das Überleben als eine Nation, Land und Zivilisation. In diesem Sinne ist es keine „Politik von Putin“, sondern eine „russische Politik“. Abgesehen von einigen winzigen, von der CIA finanzierten Parteien, die nicht mehr als 1-2 Prozent der russischen Bevölkerung darstellen, stimmen alle großen politischen Bewegungen der russischen Haltung in dieser Krise zu, die die Russen als eine existenzielle Bedrohung sehen. Als Nato die Serben in Kroatien, Bosnien und Kosovo bombardierte, regierte in Russland eine betrunkene westliche Marionette, Jeltsin, und eine hauptsächlich aus jüdischen Oligarchen bestehende Clique, genannt „semibankirshchina“ (die sieben Banker); Russland ähnelte damals sehr der heutigen Ukraine. Doch schon damals verstanden die meisten Russen genau, dass das Wüten der US auf dem Balkan eine Botschaft an sie war: „Seht mal, was wir euren Verbündeten antun können – ihr seid als nächstes dran“. Dieses Gefühl verstärkte sich noch viel mehr durch den verdeckten Krieg der US gegen Syrien; die meisten Russen verstanden, dass Assad in Syrien genau die gleichen grausamen wahabitischen Schlägertypen tötete, die Putin in Tschetschenien niederschmettern musste. Viele Russen sagten damals „wir sollten Assad dafür danken, dass er sie dort tötete, damit wir dies nicht hier tun müssen“ und „wenn wir Assads Sturz zulassen, sind wir als nächstes dran“. Heute hört man in Russland: „Es geht jetzt nicht mehr um die Serben oder die Syrer, jetzt geht es um uns.“ Für die große Mehrheit der Russen – einschließlich Putin – ist das wichtigste strategische Ziel ganz einfach: zu verhindern, dass Russland das nächste Bosnien, Kosovo oder Syrien wird. Mit anderen Worten: Überleben. Das zweitwichtigste strategische Ziel Russlands ist es zu verhindern, dass die Ukraine ein „Banderastan“ wird und die Russisch sprechende Bevölkerung vor ihrer Versklavung durch ein offen neofaschistisches und rassistisches Regime zu retten. Das drittwichtigste strategische Ziel Russlands ist die Erreichung der ersten beiden Ziele, wenn möglich, ohne einen Krieg mit der USA/NATO auszulösen. Ich möchte dazu anmerken, dass ich diese Ziele nach ihrer Wichtigkeit aufgelistet habe und falls seitens der USA/NATO ein großflächiger Krieg angedroht wird, wird der Kreml nicht von seinen ersten beiden strategischen Zielen absehen. Es gibt keine Zweifel, dass Russland deswegen Krieg zu führen gewillt ist, Putin blufft nicht.

Die von Russland gewählte Taktik ist gut durchdacht. Es gibt den Ausdruck „wenn Russland bedroht wird, dann wird es nicht wütend, sondern es konzentriert sich“. Genau das ist heute der Fall. Die russische Taktik ist im Wesentlichen folgende: Zunächst wird die Krim militärisch beschützt, um ihre Abspaltung vom derzeitigen Banderastan zu ermöglichen und dadurch einen Präzedenzfall und ein Beispiel zu schaffen: Während in der Hälfte der von den Neofaschisten kontrollierten Regionen überhaupt keine Pensionen gezahlt werden und während das revolutionäre Regime in Kiew bereits angedeutet hat, dass es alle Pensionen um 50 Prozent kürzen will, werden in der Krim alle Gehälter und sozialen Leistungen in vollem Umfang gezahlt, sogar an diejenigen, die gekündigt haben, statt die Krimbehörden anzuerkennen. Die Leute in Banderastan werden demnächst feststellen, dass es zum Regieren eines Landes mehr braucht als unbewaffnete Polizisten zu verprügeln und die Nationalhymne zu singen. Dann hat Russland mit der Anwendung von militärischer Gewalt gedroht, falls die banderistischen Kräfte versuchen, den Süden (Odessa, Nikolajew, Kherson) und den Osten (Donetsk, Kharkov, Dnepropetrovsk, Lugansk) gewaltsam zu unterdrücken. Diese Drohung schreckt die Banderisten davon ab, es mit der Gewalt zu übertreiben, während die Russischsprecher damit so eine Art „Sicherheitsnetz“ für ihren Protest und ihren zivilen Ungehorsam erhalten. Drittens weiß der Kreml, dass das neu geschaffene Banderastan bankrott ist und dass die USA und die EU niemals auch nur annähernd die Summe aufbringen werden, die zu seiner Rettung benötigt wird. Russland hat nicht nur seine Zahlungen an die Ukraine eingestellt, Gazprom hat darüber hinaus verkündet, die frühere mit Janukowitsch geschlossene Vereinbarung sei vom neuen Regime gebrochen worden, daher werde der Gaspreis für die Ukraine nun kräftig ansteigen. Schließlich sind die reichsten Gebiete der Ukraine eben im Osten und Süden des Landes, wo die Leute nun keine Steuern an das illegale Regime in Kiew zahlen wollen. Und sollte es den Banderiten gelingen, den Osten zu übernehmen, dann würde seine gesamte Industrie sofort zusammenbrechen (sie hängt vollkommen von Russland ab). Die Zeit ist daher auf Russlands Seite und das neue Banderastan ist einfach nicht überlebensfähig. Ohne Geld, ohne Energie und ohne die Möglichkeit einer Schreckensherrschaft (zumindest im Süden und Osten) wird das neue Regime unweigerlich zusammenbrechen. Russland wird auf die Rest-Ukraine erst dann wieder zugehen, wenn die Neo-Faschisten weg sind und ein zivilisiertes Regime in Kiew wieder an die Macht kommt.

3. Glauben Sie, dass die üblichen «Marionetten» der USA (Deutschland/Saudi-Arabien) sich aus der Abhängigkeit ihrer Herren zu lösen versuchen? Verfolgt Merkel eine echte eigene Politik gegenüber Ukraine und Russland? Und verfolgt Saudi-Arabien eine echte eigene Politik gegenüber Syrien, Ägypten und Irak?

Dmitry Orlov:
Bin mir nicht sicher, inwieweit Deutschland eine Marionette sein wird. Es ist schon viel enger mit Russland verbunden, als sich alle vorstellen und ist ziemlich unzufrieden mit den USA. Saudi-Arabien wollte US-Kräfte als Söldner in Syrien benutzen; als dies nicht klappte, wurde es mit den USA ebenfalls sehr unzufrieden.

Pepe Escobar: Die Marionetten fangen an selbst zu denken – mit gewissen Einschränkungen. Deutschland und Russland – im Hinblick auf Energie und Investitionen – haben bereits eine strategische Partnerschaft; das kann jeder bedeutende deutsche Industrielle bestätigen. Berlin hat die Nase wirklich voll von Washington; der Grund dafür, dass Victoria Nuland die Geduld verloren hat (“F**k the EU”), ist, dass die USA den Regimewandel sofort wollen, angeführt von ihrer eigenen Marionette “Yats” Jatsenjuk, auch wenn man dafür die Hilfe der Neonazis benötigt (Swoboda, Rechter Sektor), statt später vielleicht mit der unerfahreren deutschen Marionette (Klitschko) am Ruder.

Die EINZIGE Politik der saudischen Herrscherfamilie ist ihr eigenes Überleben – ein dringendes Thema, da immer noch offen ist, wer der Nachfolger von Abdullah sein wird. Dazu kommen dann noch Paranoia und der irrationale Hass der Wahhabiten auf die Schiiten – hieraus formiert sich ihre “Strategie”. Sie kauften die Sisi-Junta in Ägypten, ein kleiner Preis, um sich der Muslimbruderschaft zu entledigen. Sie würden aus Syrien liebend gern ein Emirat machen – doch trotz des von “Bandar Bush” eingesetzten schweren Geschützes wurden ihre Pläne zunichtegemacht (kein Wunder, dass er fallengelassen wurde). Im Irak wollen sie ebenfalls einen Regimewandel, denn für sie ist Maliki eine iranische Marionette. Das saudische Königshaus ist für den Ärger im gesamten Nahen Osten am MEISTEN verantwortlich.

The Saker: Die EU steckt in einer tiefen systemischen Krise, die sie nicht überwinden kann, ohne einige drastische Veränderungen, die in Erwägung zu ziehen die EU-Bürokratie sich kategorisch weigert. Für die EU bot die Ukraine eine Gelegenheit, einen neuen Markt für ihre Güter und Dienstleistungen zu erschließen und eine Chance, auf der politischen Weltbühne relevant auszusehen. In Wirklichkeit braucht die EU die Ukraine, um ihr stark angeschlagenes Image und Ego aufzupolieren, daher die leeren Versprechungen und der ständige Strom von EU-Politikern auf dem Maidan. Und wenn man dafür offene Neo-Faschisten und Rassisten unterstützen muss – sei's drum! Das Problem für die EU ist, dass sie nicht die Mittel für ihre Politik hat. Sicher, Klitschko wird von einigen als deutsche Marionette gesehen, doch weder er noch Tiagnibok oder sogar Jatseniuk oder Timoschenko spielen eine große Rolle. Die Leute, die heute in der Ukraine eine Bedeutung haben, sind die Mitglieder von Dimitri Iaroshs Rechter Sektor – die knallharten Irren, die west-ukrainische Version der Taliban. Nur sie spielen eine Rolle, denn sie haben momentan das Gewaltmonopol inne. Es stimmt zwar, dass Timoschenko von den Oligarchen unterstützt wird und dass sie eine Menge Geld haben, doch kurzfristig zumindest ist eine Schusswaffe mächtiger als ein Koffer voller Geld. Im Gegensatz zu den „offiziellen Oppositionsführern“ werden die wahren Schlägertypen des Maidan gänzlich von den USA bezahlt und gelenkt, daher Frau Nulands krude, aber genaue Einschätzung der Rolle der EU in der aktuellen Krise. Natürlich werden einige EU-Politiker langsam nervös, schließlich ist ein großes Banderastan mitten in Europa eine gefährliche Sache, doch kein Europapolitiker wird die USA bezüglicher ihrer Politik je offen in Frage stellen. Die USA haben in der EU „das Sagen“ und alle EU-Politiker wissen das. Tatsache ist, dass es keine „EU-Politik“ gibt. Die EU ist die Hure der USA und macht alles, was Onkel Sam ihr zu tun befiehlt. Natürlich können EU-Politiker Reden halten oder etwas besitzen, das entfernt an eine eigene Meinung erinnert, doch wenn es hart auf hart kommt, sind sie alle irrelevant – und sie wissen es.

4. Zurück zur Ukraine: Stimmen Sie mit der Analyse von Christopher Westdal Ukraine should let Crimea go. But Putin shouldn’t take it überein? Was haben Sie dazu zu sagen?

Dmitry Orlov:
Ukraine hat in dieser Angelegenheit keine Wahl; es liegt am Krim-Volk und an russischen Parlamentsabgeordneten, ob es sich Russland anschließen wird. Putins Sichtweise wird sich wahrscheinlich darum drehen, was seiner Beliebtheit bei den Russen am meisten zuträglich sein wird und ich schätze, dass ein Anschluss der Krim sie am meisten steigern wird.

Pepe Escobar: Das ist im Wesentlichen richtig. Die Krim ist für Putin viel nützlicher (und billiger), wenn sie Teil der Ukraine bleibt – mit einem hohen Grad an Autonomie – statt sich der Russischen Föderation anzuschließen. Es wird sich noch zeigen, inwieweit das Resultat des Referendums vom Kreml benutzt bzw. gesteuert werden kann, um von Kiew „Zugeständnisse“ zu erhalten, vorausgesetzt dass Kiew und Moskau Gespräche aufnehmen (das werden sie tun müssen). Für Russen am Wichtigsten ist die Unantastbarkeit von Sewastopol und die Gewissheit, dass es keine Nato-Stützpunkte geben wird. Ich zweifle daran, dass Kiew in beiden Fällen Versicherungen abgeben kann.

The Saker: Westdahls Analyse ist grundsätzlich fehlerhaft, denn sie übersieht zwei grundlegende Fakten: Erstens ist Russland keine Diktatur und zweitens ist die Krim heiliges russisches Land, für das eine gewaltige Zahl von Russen im Verlauf der Jahrhunderte gestorben ist. Wenn Putin sich dazu entschiede, die Krim den Banderiten zu übergeben, befände er in seinem eigenen Land in einer äußerst schwierigen Situation mit einer aufgebrachten Öffentlichkeit. Westdals zweiter Fehler ist, dass seiner Auffassung zufolge Russland einen „Aufhänger“ braucht, um die Ukraine zu kontrollieren. Es gibt keine „Ukraine“ mehr, dieses Experiment ist vorbei, nun gibt es nur noch ein Banderastan in der Zentral- und Westukraine, eine Region im Osten und Süden, um die man auf die eine oder andere Art kämpfen wird, und eine Krim, die für immer verloren ist. Das derzeitige neofaschistische Regime in Kiew ist sowieso nicht überlebensfähig und Russland hat jede Menge andere Optionen, Verhandlungen einzufädeln mit einem zukünftigen Rest-Ukraine, das auf das derzeitige Banderastan folgen wird. Die Quintessenz ist: wenn die Krimbewohner sich Russland anschließen möchten, hat Putin keine andere Wahl, als dies zu akzeptieren.

5. Wie können gegen despotische Regime kämpfende Menschen es vermeiden, in die Falle einer Farben-Revolution zu tappen? Hätten Sie da irgendwelche Ratschläge, aufgrund Ihrer Erfahrung?

Dmitry Orlov:
Akzeptiert keine Hilfe von den USA oder der EU. Unternimmt alles Erdenkliche, um die Arbeit der westlichen Nichtregierungsorganisationen (NGO) zu diskreditieren und sie so bald wie möglich aus dem Land zu jagen.

Pepe Escobar: Beobachtet genau Nichtregierungsorganisationen von der Sorte wie NED (National Endowment for Democracy) und Freedom House und informiert euch über sie, und überwacht, wie sie jeglichen Dissens für ihre eigenen Regimewandelzwecke instrumentalisieren. Gleiches gilt für die Manöver des US-Außenministeriums, darunter suspekte US-Botschafter, die gerne agitieren. Bleibt dem Geld und der Propaganda auf der Spur, und achtet darauf, wer hinter euren “Unterstützern” steckt.

The Saker: Akzeptiert niemals das Geld oder die Unterstützung eines Imperiums. Nehmt niemals jemanden in eure Reihen auf, der gewillt ist, das Geld oder die Unterstützung eines Imperiums zu akzeptieren. Denkt immer daran, dass ein schlechter Staat und ein schlechtes Regime stets keinem Staat und keinem Regime vorzuziehen sind. Letzteres bedeutet, dass man keine Gewalt einsetzen sollte, um ein gehasstes Regime zu stürzen, sogar wenn es einen unterdrückt. Erstens erzeugt Gewalt immer Furcht und mehr Gewalt. Doch noch wichtiger ist, dass Gewalt oft nicht nur zum Zusammenbruch des gehassten Regimes führt, sondern auch des Staates selbst. Und wenn Anarchie ausbricht, kommen immer die gewalttätigsten und skrupellosesten Gangs an die Macht. Wenn ihr ein gehasstes unterdrückerisches Regime bekämpft – bekämpft seine Ideologie, seine Autorität, verweigert ihm den Respekt, macht euch öffentlich lustig über es, doch benutzt keine Gewalt und bekämpft niemals eure eigenen Mitstreiter. Bekämpft Ideen, nicht Menschen. Man kann einen nationalen Befreiungskrieg gegen einen ausländischen Besatzer gewinnen, aber nicht einen Bürgerkrieg. Sucht Versöhnung, niemals Rache, zeigt „dem Anderen“ gegenüber Mitgefühl und ignoriert niemals die Stimme eures eigenen Gewissens. Unterscheidet immer zwischen richtig und falsch, doch niemals zwischen „unserem Volk“ und „ihrem Volk“, denn alle Menschen sind vor Gott gleich wertvoll. Legt euer Vertrauen allein in Gott und „Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt.“ (Psalm 145, LXX) Wenn man sein Herz und sein Gewissen rein hält, wird einen kein Imperium zu seiner Marionette machen.

Quelle: Tlaxcala

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