Sonntag, 31. August 2014

Hillary, das Falkenweibchen, fliegt wieder

Von Ralph Nader
The Nader Page, 15.08.14
Bild Wikimedia, Creative Commons
Der auch politisch aktive US-Verbraucherschutzanwalt Ralph Nader hat ein lesenswertes Kurzporträt der potenziellen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton veröffentlicht.

"Hillary arbeitet für Goldman Sachs und liebt den Krieg, ansonsten mag ich sie," hat ein ehemaliger Mitarbeiter Bill Clintons einmal süffisant grinsend zu mir gesagt. Seine erste Anmerkung bezog sich auf ihr kuscheliges Verhältnis zu Wall-Street-Baronen und ihre 200.000-Dollar-Reden für das unter dem Namen Goldman Sachs bekannte kriminelle Unternehmen, das eine führende Rolle in der 2008 in den USA ausgelösten Finanzkrise spielte, die den Steuerzahlern kostspielige Rettungsaktionen aufbürdete. Sein zweiter Hinweis galt ihren kriegstreiberischen Aktivitäten als US-Außenministerin.

Erst letzte Woche fiel die forsche Hillary wieder einmal mit einem Interview im Magazin The Atlantic auf (das hier nachzulesen ist); darin hat sie Obama vorgeworfen, zu schwach zu sein und keine schlüssige Außenpolitik zu betreiben. Schon wegen der vielen Drohnen- und Bombenangriffe während Obamas Präsidentschaft ist der Schwächevorwurf kaum berechtigt. Obama macht zwar häufig Fehler, ist aber ganz gewiss kein Pazifist. Deshalb verwundert es, dass die "zu die den Falken zählende Hillary" seit einem 2008 in der New York Times veröffentlichten Artikel von Mark Landler für "kriegerischer als Mister Obama" gehalten wird.

 In dem Interview in The Atlantic hielt Hillary Obama vor, die Rebellen in Syrien nicht genügend unterstützt zu haben, obwohl die in sehr unterschiedliche Gruppierungen aufgespalten sind, keine einheitliche Führung und zu wenig ausgebildete Kämpfer haben. Frau Clinton weiß sehr wohl, dass der Kongress das Weiße Haus an einer Intervention in Syrien gehindert hat, weil nicht klar war, welche Rebellengruppe mit Waffen beliefert werden sollte, und befürchtet wurde, dass die Waffen in falsche Hände gerieten.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
In ihrem Interview erklärte Hillary großspurig: "Große Nationen brauchen Ordnungsprinzipien," und außerdem sei "keinen Unsinn verzapfen" kein Ordnungsprinzip. Das ist doch nur Schaumschlägerei. "Sich nicht in verfassungswidrige Kriege stürzen" ist zum Beispiel ein vernünftiges Ordnungsprinzip. Hillary hat aber schon für die kriminelle Invasion des Iraks gestimmt, die jetzt als kostspieliges Chaos auf uns zurückschlägt und zur Tragödie für die Iraker und die US-Steuerzahler geworden ist.

Außerdem hat sie als Außenministerin ihre 2013 beendete mittelmäßige Amtszeit vorrangig dazu benutzt, ein Ministerium zu militarisieren, das vor über 200 Jahren als Hort der US-Diplomatie gegründet wurde. Als Außenministerin hat Hillary Clinton viel häufiger kriegstreiberische Erklärungen abgegeben als Verteidigungsminister Robert Gates. Einige gelernte Diplomaten ihres Ministeriums fanden ihre aggressiven Statements wenig hilfreich, wenn nicht sogar äußerst schädlich für ihre jeweiligen diplomatischen Missionen.


Mit ihrer Kriegstreiberei hat sie den widerwilligen Verteidigungsminister Robert Gates und den zögernden Präsidenten Obama dazu gebracht, den libyschen Diktator Muammar Gaddafi zu stürzen. Gaddafi hatte die Entwicklung von Atomwaffen aufgegeben (weitere Infos dazu hier) und war dabei, die Beziehungen zu den westlichen Staaten und westlichen Ölkonzernen wieder zu verbessern. (Nach den Luftangriffen auf Libyen) fiel Frau Clinton auch kein "Ordnungsprinzip" ein, mit dem sie die tödlichen Auseinandersetzungen sich bekämpfender Milizen, die Libyen in Stammesgebiete aufsplitterten, hätte schlichten können; sie konnte (oder wollte) auch nicht verhindern, dass die Kämpfe erst auf Mali und dann auch auf Zentralafrika übergriffen. Der Überfall auf Libyen, Hillary Clintons unerklärter Krieg, entwickelte sich zu einem Desaster und ist ein schlagender Beweis dafür, dass gerade sie als Außenministerin "viel Unsinn verzapft hat". Sie schätzt die Gefahren, die den USA aus einem Machtvakuum in vorher diktatorisch regierten, durch Stammes- oder Religionszugehörigkeit geprägten Gesellschaften erwachsen können, völlig falsch ein.

Nach der harschen Kritik an Obama erklärte Frau Clinton, sie habe den Präsidenten angerufen, um ihm zu sagen, dass sie ihn nicht angreifen wollte und eventuelle Missverständnisse durch ihre Teilnahme an einer Party in (Obamas Urlaubsort) Martha's Vineyard ausräumen werde. Dieses opportunistische Anbiedern nach den vorhergehenden Ausfällen ist ziemlich schäbig.

Wie ist Hillary Clinton, die in ihrer Jugend noch gegen den Vietnam-Krieg demonstriert hat, unter die kriegslüsternen Falken geraten? Vielleicht ist diese Wandlung auf ihren maßlosen politischen Ehrgeiz und ihre Absicht zurückzuführen, als Frau den Vorwurf zu vermeiden, zu wenig militaristisch und machtbewusst zu sein.

Nach ihrer im Jahr 2000 durch ihren Prominentenbonus gewonnenen Wahl zur Senatorin des Staates New York erhielt sie auch den gewünschten Sitz im Verteidigungsausschuss des Senats. Dort hat sie, anders als ihr ebenso kriegslüsterner Freund, der republikanische Senator John McCain, nur selten gegen überteuerte Verträge des Pentagons gestimmt und sich nie wegen unnötiger, überzogener oder betrügerischer Angebote mit der Rüstungsindustrie angelegt. Es gab kaum ein überflüssiges oder überzähliges Waffensystem, das sie nicht befürwortet hat, auch wenn es von meist pensionierten Generälen oder Admiralen abgelehnt wurde.

Der berüchtigte militärisch-industrielle Komplex, vor dem schon Präsident Eisenhower warnte, hat schnell erkannt: Auf Hillary Clinton ist Verlass.

Energisches Engagement für den Frieden stand nie auf der Tagesordnung der Außenministerin Clinton. Sie hat sich viel lieber für US-Militäreinsätze in einem Land nach dem andern eingesetzt. 2012 hat Generalissma Clinton an der U.S. Naval Academy eine Rede über die "militärische Absicherung" der Neuorientierung der USA auf Ostasien gehalten; sonst verwendet sie diese Absicherung meist den Ausdruck "Force Protection" (Schutz durch Streitkräfte), der zu ihren Lieblingsausdrücken gehört, und meint damit die Stationierung von Schiffen, Flugzeugen und Truppen der US-Streitkräfte in Staaten, die an China angrenzen. Natürlich hat China darauf mit der Erhöhung seines Militärhaushaltes und der Verstärkung seiner eigenen Militärmacht reagiert. Die einzige Supermacht der Welt sollte ihre andauernden Provokationen lassen, weil die meist unbeabsichtigte Folgen haben.

Zur Zeit reist Hillary Clinton, von einem aus öffentlichen Geldern bezahlten Sicherheitsdienst bewacht, in den ganzen USA herum, um den gewinnträchtigen Verkauf ihres Buches "Hard Choices" (Schwere Entscheidungen) anzukurbeln; dabei hat sie große Probleme, sich bei der kriegsmüden, der Herrschaft der Konzerne überdrüssigen US-Bevölkerung als künftige Präsidentschaftskandidatin (der Demokraten) anzubiedern. Als ehemaliges Mitglied des Verwaltungsrates von Walmart hat Hillary Clinton bis zum April dieses Jahres gewartet, bis sie sich dazu entschlossen hat, für einen höheren Mindestlohn für dreißig Millionen US-Arbeitnehmer einzutreten, von denen die meisten Frauen sind.

 Diese Zurückhaltung kann nicht überraschen, weil Hillary Clinton den Großteil ihrer Zeit mit wohlhabenden Leuten und im Umfeld der Wall Street verbringt, wenn sie nicht gerade mit Reden auf großen Wirtschaftskongressen saftige Honorare einstreicht. Das schafft doch etwas Distanz zwischen ihr und der Masse der hart arbeitenden US-Bürger, oder etwa nicht?

Übersetzung Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

Samstag, 30. August 2014

+++EILMELDUNG VOM BUNDESSPRECHERAMT+++EILMELDUNG

Mowitz
Steffen Seibern, Kanzlerin Angela Dorothea Merkels Bundessprecher, teilte auf einer eilig zusammengewürfelten Bundespressekonferenz, den herbeigeeilten, sogenannten Journalisten unserer führenden Lei(d)medien mit, dass die ChancellorIn heute kein Telefongespräch mit Präsident Putin geführt habe. Steffen Seibern berief sich auf Quellen die der NSA sehr nahestehen und Telefonate der ChancellorIn an einer nicht genanten Abzweigung der Drähte mithören. Auf die Frage eines sogenannten Journalisten, ob die Herbe denn den Gesprächsfaden mit Afrikas Sohn Obama aufrecht halte, antwortete Bundessprecher Seibern: "Selbstverständlich! Mit Übersee schleimen wir immer. Rund um die Uhr und ohne Bedingungen! Bis zum Zusammenbruch unserer Wirtschaft."

Der Bundessprecher erwähnte auch den mutigen Kampf der polnischen Regierung im Kampf um die Aufrechterhaltung einer freien Pornokratie, als sie den russischen Verteidigungsminister Schoigu daran hinderte seinen zuvor genehmigten Flug über Polen fortzusetzen und er zurück nach Bratislava musste, wo er etliche Stunden zuvor mit Staatsgästen aus mehr als 30 Ländern des antifaschistischen Aufstandes vor 70 Jahren gedacht hatte. "Heute", so Seibern mit zitternder Stimme, "ist die Zeit gekommen wieder Opfer für den Faschismus zu bringen - nicht dem Antifaschismus! Wir haben uns bei dem Putsch auf dem Majdan ja was gedacht warum wir ihn durchführten. Wer konnte schon ahnen, dass Putin uns in die Quere kam? Mit den tollen Erfahrungen die Obama und seine Vorgänger beim Export unserer pornokratischen Werte in alle Welt gemacht haben, war das nicht vorhersehbar. Falls Sie verstehen was ich meine. Wenn wir nicht unser Opfer auf dem Altar des Faschismus bringen dürfen, bleibt uns in Deutschland noch immer eine Koalition mit der AfD, die mit Antifaschismus auch nichts am Hut hat. Jetzt wo uns die FDP abhanden gekommen ist."

Die Polen sollen für ihren Flugstopp reichlich belohnt werden und ihren Ministerpräsidenten Donald Duck Tusk als Nachfolger Herman Van Rompuys ins Amt des EU-Ratspräsident hieven können. Cameron will es so. Mit garantiert besserer Bezahlung als er bisher hatte. Und die für das Amt jetzt notwendige Russophobie trägt er sicher schon im Ränzel, so wie Erich Raeder den Großadmiralsstab. Wenn nicht, wird er es lernen.

Eine noch nicht ganz zündfertige Bombe ließ Seibern zum Schluss seiner Bundespressekonferenz aus dem Sack. Da Vice Chancellor Sigmar Gabriel (S?PD), am späten Abend vorgestern aus allen Nähten seines Mao-Kampfanzuges platzte, kann er seine Rolle als Chancellor in spe nicht länger spielen und ChancellorIn Merkel führt informelle Gespräche mit "Deutschland muss wieder führen"-Gauck, ob er es sich zutraue Gabriels Vice Chancellorjob neben seinem Präsidentenamt, das ihn ja nicht richtig auszufüllen scheint, so ganz nebenbei salbungsvoll mitzuführen. Opfer müssen sein.

Schließlich war Vater Gauck Marineoffizier zur Zeit des Faschismus und von den Sowjets verurteilter Kriegsverbrecher. Es würde wieder alles so schön zusammenpassen, Mr. President.

FH

Obama destabilisiert Europas Ökonomie: Die Sanktionen vertiefen die Rezession

Von Prof. James Petras
Information Clearing House
Obama übte aktiv auf Europa Druck aus, um Russland harte Sanktionen aufzuerlegen und die gewaltsame Übernahme ('Regime-Wechsel') in der Ukraine zu verteidigen. England, Frankreich, Deutschland und der Rest der europäischen Regime gaben Washingtons Forderungen nach. Russland antwortete mit Gegensanktionen, insbesondere auf Landwirtschaftsgüter und entwickelte alternative Handelspartner sowie zunehmenden Handel mit China, Iran, Lateinamerika und Afrika.

Die Sanktionspolitik geschieht zu einer Zeit, als Europas Ökonomien in tiefer ökonomischer Krise steckten, was eine langfristige Stagnation und chronische Rezessen vertieft. Dieser Aufsatz wird die Krise identifizieren und anlysieren und wie die US-geführte Sanktionspolitik die EU spaltet.

Zweitens werden wir analysieren, wie Washingtons militaristische imperiale Politik ökonomisch unterminiert und den Rest der Welt militärisch destabilisiert. Drittens werden wir diskutieren, wie die europäischen Führer von Washington herumgeschubst werden und, um es grob auszudrücken, durch einen aggressiven 'Fick-Prozess', ihre ökonomische Souveränität aufzugeben und wie die Kapitulation vor dem US-Projekt in der Ukraine zu ihrem langfristigen Niedergang und Zerfall der EU führen wird. Schließlich werden wir die langfristigen Perspektiven diskutieren für eine neugestaltete Welt-Ökonomie, wo militärische Konflikte außerordentlich große Veränderungen erzeugen können.

Von Stagnation zur Rezession, von Sanktionen zur Depression

In ganz Europa, ohne Ausnahme, hemmt die Rezession die Ökonomien. Die dominierenden Länder, Deutschland, Frankreich und Italien stecken im Sumpf der Rezession, der durch Russlands von Washington diktierten Sanktionen noch verstärkt wird. Vom nordischen Finnland über die baltischen Staaten bis Zentral- und Südeuropa ist die 'Erholung' der Eurozone 'kaputt'!

Der 'dreifache Fluch' von kapitalistischen De-Investitionen, ökonomischen Sanktionen und Kriegen hat eine Vertiefung der ökonomischen Krise provoziert.

Deutschland: das 'Speichellecker'-Regime jagt Industrie und dem Finanzsektor Furcht ein

Das Vertrauen der deutschen Finanzmärkte bricht, als Ergebnis von Kanzlerin Merkels Unterstützung der ökonomischen Sanktionen gegen Russland und wegen Präsident Putins Antwort darauf, zusammen. Mehrere hunderttausend deutsche Industrie-Jobs sind in Gefahr; Importe von russischem Öl und Gas sind in Gefahr; große, langfristige deutsche Investitionen und lukrative Export-Märkte stehen auf dem Spiel. Diese Ängste und Ungewissheiten haben zum Niedergang von Investitionen und einem nie dagewesenen negativen Wachstum von 0.2 % in der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal von 2014 geführt. Die Rezession in Deutschland rieselt durch ganz Europa - berührt insbesondere Polen, die Tschechische Republik, Ungarn und Südreuropa.

Merkels servile Kapitulation vor dem Kommando des US-Präsidenten für Sanktionen gegen Deutschlands großen Handelspartner Russland kann ernsthaft seiner ökonomischen Zukunft schaden.

Deutschlands Industrie-Exporte nach Russland betragen 36 Mrd. €; außerdem gibt es 20 Mrd. € jährliche Investitionen; und über 400.000 deutsche Arbeiter sind in Betrieben angestellt, die nach Russland exportieren ... Joe Kaeser, Geschäftsführer von Siemens, sagte geradeheraus, dass "politische Spannungen ernsthafte Risiken für Europas Wachstum in diesem und dem nächsten Jahr darstellen". Verkäufe in einigen Sektoren sind im Juni 2014 um 15 % gesunken. Deutschlands Wirtschaft steckte bereits vor dem Staatsstreich in Kiew in der Stagnation ... aber Maschinen-Exporteure sind besonders besorgt über den Verlust des russischen Marktes, weil andere Märkte zurückgegangen sind. Zum Beispiel sind deutsche Verkäufe nach Brasilien um 20 % gesunken.

Außerdem leiden die deutschen Bauern: Exporte von deutschen Fleisch-Produkten nach Russland betragen 276 Mill. Euros oder 21 % ihrer nicht-EU-Exporte. Deutsche Milch-Bauern verdienten 160 Mill. € am Handel mit Russland, 14 % des totalen Exports in nicht-EU-Länder.

Merkel opferte bewusst die deutsche Industrie, Landwirtschaft und Beschäftigung durch Unterwerfung unter Obamas Politik 'des Fickens der EU-Alliierten'. Andererseits haben Obamas Sanktionen praktisch keine Auswirkungen auf US-Wirtschaftsinteressen. Nur die Europäer werden es zu spüren bekommen.

Merkels Unterstützung für den US-NATO-Coup in Kiew und den fortlaufenden militärischen Überfall gegen die anti-Coup-Demokraten in der Ostukraine führt zu einem Wiederaufleben der Konfrontationspolitik gegen Russland des Kalten Krieges und hat die Mehrheit der deutschen Produzenten und Exporteure und auch die deutsche Öffentlichkeit entfremdet.

Italien: Kapitalistische Krise und Sanktionen

Italien ist seit einem halben Jahrzehnt in einer tiefen Rezession, die 2014 weitergeht. Sein BNP sank um 0.2 % im zweiten Quartal, was es unter das Niveau von 2000 bringt! Die Sanktionen gegen Russland haben Italien über 1 Mrd. $ an verlorenen Exporten gekostet, was Norditalien am stärksten betroffen hat und den Zorn der konservativen Liga Nord hervorgerufen hat.

Große italienische Energie-Unternehmen mit massiven Investitionen in Russland werden noch größere Verluste erleiden. Italienische Bauern, von der Toscana bis Sizilien erfahren große Verluste an Landwirtschafts-Exporten. Mit anderen Worten hat Italiens chronisch kranke Ökonomie jede Chance einer Erholung verloren und wird wahrscheinlich von der Rezession in die Depression fallen.

Frankreich: Von Null-Wachstum in die Rezession

Frankreich ist in eine Periode dauernder Regression eingetreten: Arbeitslosigkeit übersteigt 11 %, Unterbeschäftigung und 'Arbeitsbeschaffung' übersteigen 20 % ... das BNP schwankt auf Rezessions-Niveau, zwischen Null und 0.5 % ... Einsparungen, was umfassende Einschnitte in Sozialprogramme und Steuerabschreibungen für Unternehmen bedeutet, haben die Konsumenten-Ausgaben erodiert ohne dass kapitalistische Investionen zugenommen haben.

Und Obamas Sanktionen gegen Russland werden die französischen Exporteure noch weiter schädigen, besonders seinen Landwirtschafts-Sektor und die Waffenproduktion.

Und der 'Super-militaristische-sozialistische' Präsident Hollande hat Frankreichs Zahlungsbilanz und Budget-Probleme noch mehr verstärkt, indem er Luftwaffe und Bodentruppen losschickte, um auf drei Kontinenten zu intervenieren. Das hat 82 % der französischen Wähler dazu gebracht, alternative Parteien zu wählen und hat die nationale rechte Partei, die Nationale Front, an die Spitze geführt.

Die 'Rückseite von Europa': Spanien, Griechenland und Portugal

Ganz tief vergraben in einer beinahe 10 Jahre langen Depression mit Arbeitslosigkeit, die zwischen 26 % in Griechenland und Spanien und 16 % in Portugal liegt, haben die gegenseitigen Sanktionen Russlands die Agrar-Exporte dieser Länder sehr stark getroffen, was zu Bergen von Weintrauben, Tomaten und anderen verderblichen Früchten führte, die auf den Feldern verrotten. Tonnen von Südeuropas Produkten werden auf dem Kompost landen und noch viel mehr Leute werden wegen Washingtons Diktat in den Bankrott getrieben.

Die spanischen Bauern werden 158 Mill. € durch die Sanktionen gegen frische Früchte und Nüsse oder 22 % ihrer gesamten Exporte in nicht-EU-Länder verlieren; Griechenlands Bauern werden 107 Mill. E verlieren oder 13 % ihrer nicht-EU-Märkte.

Die EU bietet magere Erleichterung an - und erwarten, dass tausende stark bedrängte Bauern Obamas Forderungen einfach hinnehmen.

Unterdessen stellt Russland alternative Märkte in Latein-Amerika her. Gleichzeitig schickte die EU ihre Emissäre nach Übersee, um die lateinamerikanischen Regierungen zu bitten, die multi-Milliarden-Deals mit Russland abzuweisen und sich den US-EU-Sanktionen zu beugen. Bisher hat jedes Land Lateinamerikas EUs 'Charme'-Offensive zurückgewiesen.

Der ekuadorianische Präsident Correa hat die EU mit Spott bedacht: "Wir brauchen niemandes Erlaubnis zu erbitten, an freundliche Länder zu exportieren. So weit ich weiß, ist Lateinamerika nicht Teil der EU."

Ägypten und die Türkei sind eingesprungen, um die Bauern Europas und der USA zu ersetzen und ihre Agrar-Produkte nach Russland zu exportieren.

Ungarn, Bulgarien, Polen, Finnland, Littauen, Dänemark und die Niederlande

Ungarns Präsident Viktor Orban ist wütend auf die Sanktionen und droht auszuscheren, als Budapest seine Exportverluste zusammenzählte und die Gefahr für sein Energie-abhängiges Land bedachte. Bulgariens gefügiger Präsident gab Brüssells Druck nach und verzichtete auf den 40 Mrd. $ Pipeline-Deal, der zwischen Russland und heimischen bulgarischen Geschäftsleuten unterzeichnet wurde, was eine größere Bankenkrise und den Kollaps seiner zweitgrößten Bank, der Corbank, beschleunigte. Die Einlagen hunderttausender Bulgarier wurden eingefroren oder sind einfach verschwunden. Wenn Brüssell die Bulgaren bescheißt, dann gehen ihre Banken bankrott.

Finnland, einst der Musterknabe der Ideologen des 'Dritten Weges', steckt in einer langen Depression. Seine Ökonomie ist in den vergangenen 4 aufeinanderfolgenen Jahren geschrumpft und selbst Regime-Optimisten schätzen, dass sie 10 Jahre für die Erholung brauchen werden.

Der finnische Premierminister, Alex Stubbs, eine Ideologe des Freien Marktes, ist ein entschiedener Vertreter von Sanktionen gegen Russland, obwohl das die Agrar-Exporte (Milchprodukte, Fleisch, Fisch etc.) beschneiden wird. Stubbs verteidigt seine katastrophale Kapitulation vor NATOs Griff nach der Macht in Kiew, indem er erklärt, dass "unsere Prinzipien (sic) nicht zum Verkauf stehen; wir glauben an internationale Institutionen; wir glauben an die Herrschaft des Gesetzes". Finnland wird unter seinem 'gesetzes-treuen' Präsidenten mindestens 253 Mill. € in diesem Jahr oder 68 % von seinen Exporten in nicht-EU-Länder verlieren. Mit anderen Worten hat diese politische Marionette das Wohlergehen von hunderttausenden finnischen Milchbauern und Gemüsezüchtern der Unterstützung für ein NATO-aufgezwungenes Regime in Kiew geopfert, das Einheiten von neo-Nazis losgeschickt hat, um ukrainische Widerstandskämpfer und Zivilisten zu schlachten.

Polens Milliarden-$-Exporthandel mit Russland ist zusammengebrochen, was Warschau zwang, Washington und Brüssel um Nothilfe zu bitten und dafür eintrat, dass die Äpfel exportierenden Amerikaner 'polnische Äpfel' essen sollen. Polnische Obstbauern, werden 317 Mill. € verlieren oder 61 % ihrer Exporte in nicht-EU-Länder. Ihre Fleisch-Exporteure werden 162 Mill. € verlieren oder 20 % ihres Handels mit nicht-EU-Ländern. Milchbauern werden 142 Mill. € verlieren oder 32 % ihrer Exporte in nicht-EU-Länder.

Die Polen, die bei jeder Gelegenheit die reaktionärste russophobische Haltung eingenommen haben, und die tief verwickelt waren bei der Organisierung und dem Trainieren von neo-Faschisten-Gangs, die Ukraines gewählte Regierung stürzten, schieben jetzt Karren auf den Straßen von Warschau und bieten Äpfel und Würstchen feil, statt die Regale von Supermärkten in Russland zu füllen und jammern, dass die New Yorker auf die Äpfel in ihrem Hinterland verzichten sollen, um den Ausfall auszugleichen!

Polen wird 308 Mill. € an frischen Früchten Exporten nach Russland verlieren oder 81% seiner Exporte an nicht-EU-Länder; Milchbauern 161 Mill. € oder 74 % in nicht-EU-Länder. Dänemark und Holland werden 800 Mill. € an Agrar-Exporten verlieren, was ihre Rezession vertiefen wird.

Schlussfolgerung

Während der Überredungs-tüchtige con-Mann in Washington Obama die EU-Führer angeschissen hat durch das Niederdrücken ihrer eigenen Ökonomien in eine noch tiefere Rezession, kann er einen neuen Kalten Krieg gegen Russland in Gang setzen und die USA noch tiefer in militärische Konfrontationen im Irak, Ukraine und Syrien tauchen.

Obama scheint die Kontrolle über militärische Hilfs-Programme in dem Chaos verloren zu haben: Netanyahus zionistischen Alliierten im Kongress ist es gelungen, das Weiße Haus und das Außenministerium zu umgehen und zusätzliche Waffenlieferungen des Pentagon nach Israel zu billigen, wodurch jedes Druckmittel auf den stattfindenden israelischen Genozid in Gaza entfällt.

Japan schließt sich den US-EU Sanktionen gegen Russland an und verstärkt seine eigene ökonomische Krise: 2014 erlebte Japan seinen schlimmsten Rückgang seit 2009 mit einem Absturz von 7.1 % im zweiten Quartal. Der zunehmend unpopuläre japanische Premier Abe ist einer militärischen Aufrüstung verpflichtet. Noch mehr japanische Politiker besuchen den Yasukini-Schrein, den militäristischen Tempel, der seinen Kriegsverbrechern huldigt und die entsetzlichen Erinnerungen der Opfer des imperialen Japan erneut weckt. Es gibt zunehmend kriegerische Konfrontationen mit China wegen umstrittener Felsenhaufen im Südchinesischen Meer ... Während Obamas Drang nach Asien zunimmt, nimmt die japanische Ökonomie ab.

Kein europäisches Land kann von der Umarmung des gescheiterten Regimes in Kiew profitieren ... Ukraines Währung befindet sich im freien Fall - und liegt schon unter dem Wert von Toilettenpapier. Seine größeren Industrien, vollständig abhängig vom Handel mit Russland, sind bankrott oder sind von dem NATO-Putsch-Regime zerbombt worden. Seine Agrar-Exporte sind vernichtet.

Unterdessen wird ukrainischen Familien geraten, ihr eigenes Holz zu hacken oder ihre eigene Kohle zu graben in Erwartung eines Winters, wenn sie völlig vom russischen Gas abgeschnitten werden, weil die Oligarchen in Kiew unfähig oder unwillig sind, ihre riesigen Energieschulden zu bezahlen. Für ihre entschiedene Unterstützung dieses bankrotten Regimes, regiert von einem 'Milliardär-Oligarchen' in Kiew, um die vom finnischen Präsidenten so gelobten 'Prinzipien' aufrechtzuerhalten, müssen eine Million europäische Bauern ihre eigenen Äpfel vergraben, ihre eigene Milch auf die Straße kippen, ihre Weintrauben, Orangen und Tomaten zu verrottenden Haufen aufschichten. Und nur, damit ihre Führer Obama, Cameron, Merkel und Hollande ihre wahren 'Prinzipien' der territorialen Expansion, der Ausweitung ihrer militärischen Operationen bis an die Grenzen Russlands aufrechterhalten können und als Krieger sich in Pose werfen können. während die produktiven Ökonomien ihrer Länder zerstört werden, ihre Bauern und Hersteller in den Bankrott getrieben werden, Millionen mehr in die Arbeitslosigkeit getrieben und die Nöte der Rezession vertieft werden.

Die Ukraine wird der wachsenden Liste der Länder, wie Libyen, Ägypten, Irak, Afghanistan, Pakistan, Somalia und Jemen, beitreten, die Washington und die NATO "gerettet" (um einen amerikanischen General zu paraphrasieren) hat ... indem sie zerstört wurden.

Wieder einmal hat die US-Militär getriebene Imperiumspolitik die ökonomische Entwicklung übertrumpft: Destruktive Kriege und Sanktionen zerstören lohnende Märkte und verarmen ganze Sektoren der Ökonomie. Im Ausland Sanktionen zu erzwingen, lädt zu Vergeltung ein - der Bumerang-Effekt lähmt heimische Produzenten. Während der Welthandel schrumpft und die Investitionen verdampfen, wird die interne Stagnation endemisch, die Rezessionen vertiefen sich und Erholung wird eine ferne Chimere. Die Finanzpresse, das Wall Street Journal und The Financial Times, die zum Megaphon der westlichen Kriegsherren geworden sind, veröffentlichen nicht mehr Lobgesänge auf die freie Marktwirtschaft, sondern schleudern hasserfüllte Schriften heraus, die nach Krieg und Sanktionen schreien ... die Märkte dicht machen und Investoren-Vertrauen zerstören.

Die von Obama betrogenen europäischen Stiefellecker machen ihre eigenen Ökonomien bankrott und reichen dann den Bettelbecher herum.

Italien steht der Realität einer jahrzehntelangen Stagnation gegenüber.

Portugals Ökonomie ist abgestürzt und kriecht nur.

Deutschlands Maschinenbau steht still.

Finnlands 'prinzipielle' Arschkriecherei wird zum Bumerang.

England ist in einen geldwaschenden City-Staat der Banker verwandelt, wo ein Drittel der Kinder in Armut lebt.

Polen frisst sich selbst auf, ersoffen in Waffen und verotteten Åpfeln.

Mit einem Wort, indem Europa sich Washingtons Doktrin der permanenten Kriege unterwarf, scheut es vor dem einzigen Weg aus der permanenten Krise zurück: friedliche Koexistenz. Die Mega-Anscheißer in Washington und die Stiefellecker in Europa haben Sanktionen dem Handel und Zerstörung dem Wohlstand vorgezogen. Sie bezahlen den Preis: heimische Unruhen, Verdrängung von Märkten durch aufstrebende Ökonomien und das Heraufziehen von Chaos als ein way of life im westlichen Europa.

James Petras, ehemaliger Professor der Soziologie an der Binghamton Universität, New York, hat 50 Jahre Erfahrung im Klassenkampf, ist Berater der land- und arbeitslosen Menschen in Brasilien und Argentinien und ist Ko-Autor von 'Globalization Unmasked' (Demaskierte Globalisierung bei Zed Books.

Übersetzung Einar Schlereth

Freitag, 29. August 2014

Ein schmaler Grat - Das Spiel mit den Enten

Mowitz
Es vergeht kein Tag wo nicht mit bewussten Falschmeldungen versucht wird, Russland in einen Krieg zu verwickeln den Russland nicht haben will. Die russische Führung, mit Putin an der Spitze, hat es bislang geschickt vermieden, in die Kriegsfalle zu gehen, die das Imperium ausgelegt hat. Mit einem Krieg in und gegen Europa. Ein Krieg gegen Russland ist ein Krieg in und gegen Europa! Die USA hoffen, ihre führende Rolle in einer unipolaren Weltordnung beibehalten zu können, und den Anspruch Chinas, Russlands und anderen, stattdessen zu einer multipolaren Weltordnung zurückzukehren, zu unterlaufen. Dabei ist eine mulitipolare Ordnung nichts anderes als das Staaten ein gleichberechtigtes Verhältnis zueinander haben. Staaten erster und zweiter Klasse kennt das Völkerrecht nicht, auch wenn sich faschistisch geprägte Staaten gerne darüber hinwegsetzen, so wie es z. Z. die Vereinigten Staaten von Nordamerika tun. Diese Haltung der Wall Street-Regierung baut ausschließlich auf Bajonetten und dem gefährlichen Irrglauben sie könnte einen Atomkrieg gewinnen um danach die Welt nach Lust und Laune zu beherrschen. Das es danach nichts mehr zu "beherrschen" gibt, sollte man schon zur Kenntnis nehmen.

Stattdessen gilt noch immer Paul Wolfowitz ausgegebenes Ziel zur Nationalen Verteidigungsstrategie der USA:
"Unser erstes Ziel ist es, das Aufkommen eines neuen Rivalen – der so bedrohlich ist, wie es die ehemalige Sowjetunion war – entweder auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo zu verhindern. Das ist das dominierende Anliegen unserer neuen regionalen Verteidigungsstrategie; deshalb müssen wir bestrebt sein, jede feindliche Macht an der Beherrschung einer Region und der Kontrolle über deren Ressourcen zu hindern, wenn sie dadurch zur Weltmacht werden könnte."
Wenn es aus Sicht der Angelsachsen nötig wäre, würde man auch vor der Provokation eines Krieges in Mitteleuropa nicht zurückschrecken. Die USA haben es bislang geschafft die EU klein zu halten. Mit ihrem trojanischen Pferd aus London als Sachwalter für globale US-amerikanische Hegemonialambitionen, und damit auch einen größeren britischen Einfluss auf Europa, mit dem es eigentlich nicht viel am Hut hat. Es wäre zum Nutzen eines von den USA abgenabelten Europas, wenn die Briten selbst Großbritannien durch eine Volksabstimmung zu einem EU-Austritt zwingen könnten.

Alle Meldungen im Zusammenhang mit dem USEuropaNato-Versuch die Ukraine zu vereinnahmen, der mit dem vom Westen veranstalteten Putsch begann und mit nazistischen Putschisten der Ukraine als Vasallen der USA weitergeführt wird, zeichnen sich durch Lügen und Desinformationen aus, die das übliche Maß an Wahrheitsfälschungen in Krisensituationen weit übersteigen.

So war schon in den gestrigen Vormittagsstunden von einer Invasion der Ukraine durch Russland die Rede und rief den Riesenpolitiker der Deutsch-Ukrainischen Parlamentariergruppe, Karl-Georg Wellmann (CDU), auf die Bühne, der nichts besseres zu tun hatte als "eine deutliche Reaktion des Westens auf das Vorgehen Russlands" zu fordern.

Die Deutsche Tagessau ließ sich nicht lumpen und am Abend konnte man dort lesen, dass es "Immer mehr Belege für russischen Einmarsch" geben sollte.

Am Abend dann die Meldung von Ria Novosti:
"Das russische Verteidigungsministerium hat die Berichte über „russische Truppen in der Ukraine“ zurückgewiesen.

Diese Angaben haben mit der Realität nichts zu tun, sondern seien eine "Ente", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag.

Der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass eine russische Militär-Invasion in die Ukraine begonnen habe. Poroschenko sagte seine Türkei-Reise ab und berief den ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Zugleich teilte Poroschenko mit, dass die Grenzämter von Russland und der Ukraine am Samstag über gemeinsame Grenzpatrouillen beraten würden und dass die Generalstäbe beider Staaten am Donnerstag erste Konsultationen abgehalten hätten. Kurz danach veröffentlichte die Nato Satellitenbilder, die belegen sollen, dass russische Truppen im Osten der Ukraine präsent seien. Viele russische Politiker wiesen den Vorwurf des Einmarsches zurück.

Nach Beginn der ukrainischen Militäroffensive gegen Regierungsgegner in der östlichen Industrie-Gebieten Donezk und Lugansk haben Kiew und westliche Staaten Russland bereits mehrmals beschuldigt, Truppen an der ukrainischen Grenze zusammenzuziehen. Belege dafür wurden nie vorgelegt. Russland wies die Vorwürfe zurück. Auch internationale Inspektionsteams, die die russische Truppenstationierung entlang der Grenze achtmal kontrolliert haben, haben keine Verstöße registriert."
Mit einer Satelltenaufnahme vom 23. August 2014, von © REUTERS die eine Präsenz russischer Truppen in der Ukraine belegen soll. Ich kann auf dem Foto nichts erkennen. Da war wohl nix. Was lernen wir aus dieser Ente? Glaubt keiner Meldung, bevor Ihr sie nicht bei der Gegenseite abgeglichen habt.

FH

Donnerstag, 28. August 2014

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold - Soll der Abschuss der malaysischen Boeing 777 totgeschwiegen werden?

Mowitz
Im Märchenwald deutscher Käseblätter der Sparte Lei(d)medien, war man schnell zur Hand mit der Schuldzuweisung für den Abschuss der malaysischen Boeing 777, Flug MH17, dem 298 unschuldige Passagiere zum Opfer fielen. An der Spitze mit widerlichen Vereinnahmungen der Opfer für seine dunklen transatlantischen Interessen, das führende Horrorblatt Europas. Das ist man gewohnt, nimmt es wohl als gottgegeben hin. Das könnte man ja auch, wenn es nicht so wäre, dass solche publizistischen Umweltverschmutzer, ihre schmutzigen Finger immer in Marmeladengläser haben, wenn neue Bundeskanzler und Bundespräsidenten auf den Schild zu heben sind. Oder auch um sie wieder runterzustoßen.

Nun meldet sich der russische Außenminister Sergej Lawrow zu Wort, der im Gegensatz zu seinem US-Pendant Kerry, nicht hektisch neue Beweise im Stundentakt erfindet, sondern ruhig und gelassen darauf hinweist, dass sich niemand mehr für das Schicksal des abgeschossenen malaysischen Flugzeuges im Westen interessiert. Allein Russland hat weiterhin ein starkes Interesse am Schicksal und besteht auf Aufklärung.
„Es entsteht der Eindruck, dass alle anderen das Interesse an der Untersuchung (…) verloren haben. Nach den ersten scharfen, an Hysterie grenzenden Anschuldigungen an die Adresse Russlands und der ostukrainischen Milizen, scheint es, als ob alle nun den Mund voll mit Wasser haben“, - so Lawrow. „Wir sind eigentlich die einzigen die weiterhin das Interesse an diesem ernsten Problem erhalten haben. Wir fordern auf, die Resolution 2166 des Sicherheitsrates der UNO zu erfüllen
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Pepe Escobar bringt es unnachahmlich auf den Punkt:
"MH370 verschwand wie in einem Videospiel. MH17 wurde wie in einem Videospiel getroffen. Nunmehr verschwinden ihre jeweils dazugehörigen Erzählungen. Es ist, als ob wir in einer winzigen Probe der schwarzen Hypothese der Post-Geschichte lebten."
Auch auf die Aufforderung ehemals führender US-Geheimdienstler an Obama, Beweise für eine russische Beteiligung am Abschuss von Flug MH17 vorzulegen oder die Propaganda gegen Russland einzustellen, hört man von transatlantischen Lei(d)medien nichts. Die New York Times und andere Medien präsentierten sensible, noch vollkommen offene Fragen als unumstößliche Tatsachen, weil diese aus US-Regierungsquellen kamen, bemängelten die Ex-Geheimdienstler. M.a.W. die Regierung führt die Schreiber-Hand derjenigen die frei und wahrheitsgemäß informieren sollen. Vom altehrwürdigen "Qualitätsblatt" New York Times bis hin zu Springers Revolverblatt Bild-Zeitung ist im Hinblick auf unabhängigen Journalismus, kein fundamentaler Unterschied zu erkennen. Man schreibt, was der Macht genehm ist. Auch Kerry lassen die Ex-Geheimdienstler nicht aus:
"Wann immer Kerry vermeintliche ›Beweise‹ vorgelegt hat, die unabhängig überprüft werden konnten – wie z.B. die gefälschten antisemitischen Flugblätter im Osten der Ukraine oder die Fotos der Soldaten von angeblichen russischen Spezialeinheiten in der Ukraine – haben sich diese ›Beweise‹ als Luftnummern entpuppt. Doch das waren kleine Kavaliersdelikte im Vergleich zu der faustdicken Lüge, die Kerry am 30. August 2013 nicht weniger als 35mal wiederholt hat, nämlich: ›Wir wissen, daß die Regierung von Bashar Al-Assad in Syrien für den Chemiewaffeneinsatz vor neun Tagen in der Nähe von Damaskus verantwortlich war."
Das stört das deutsche Lei(d)medium Spon nicht, sondern es publizierte vor einigen Tagen einen Artikel vom Redakteur Christoph Sydow, unter der hinterhältigen Überschrift "Assads Gift wirkt" und weiter,
"der Massenmord an 1400 Zivilisten hat sich für Syriens Diktator Baschar al-Assad gelohnt"...... Der Westen hat einen fatalen Rückzieher gemacht. Obama, der einst erklärt hatte, mit dem Einsatz von Chemiewaffen würde der Diktator eine "rote Linie" überschreiten - er ließ Assad ungestraft davonkommen.
Das eine Uno-Untersuchung nicht zu einer Schuldzuweisung gegen Assad kam, wischte Sydow mit einem flotten, nicht näher bewiesenen Spruch: "fast alle Indizien deuten jedoch darauf hin, dass die Truppen des Assad-Regimes Sarin gegen ihre Landsleute eingesetzt haben", vom Tisch. Welche Indizien? Und wessen Sarin? Vermutungen und Propagandasprüche sind die Markenzeichen von Wahrheitsfälschern, die heute die Redaktionsstuben bevölkern.

FH

Mittwoch, 27. August 2014

Randbemerkung

Mowitz
Milliardär Warren E. Buffet: "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen", kein Mann von Traurigkeit und einem geschätzten Privatvermögen von 66,1 Milliarden US-Dollar, ist mit seiner Holding Berkshire Hathaway und drei Milliarden Dollar mit dabei, wenn Burger King für über 11 Milliarden Dollar die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons schluckt - und möglicherweise seinen Firmensitz damit ins steuergünstigere Kanada verlagert.

Die Presse munkelt bereits, dass höhere Steuern in den USA ein wesentlicher Antrieb dafür sind, dass Burger King gemeinsam mit Tim Hortons unter ein Konzerndach mit Sitz in Kanada schlüpft.

Steuerpolitik als Teil des Klassenkampfes? Warum nicht? Die Vielen die immer weniger haben, kümmert es nicht wirklich. Sie werden auch weiterhin ihre Burgers kaufen und sich so, im doppelten Sinne, selbst zu Tode fressen lassen. Obwohl ein Leben ohne Burgers, durchaus lebenswerter erscheint. Wie auch eins ohne Bankenrettung.
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Als Lehman Brothers zusammenbrach, und sich das Finanzchaos auf den unsichtbaren "Märkten" ausbreitete, wurde von vielen Beobachtern, wenn auch nicht vom Ende des Kapitalismus, so doch von einer Kapitalismuskrise geredet, die es zu lösen galt. Die Lösungsstrategie im Kampf gegen die Finanzterroristen, die ja in Wirlichkeit den unsichtbaren, sagenumwobenen Markt ausmachen, liege in der "Bändigung" des "Marktes" durch Reglementierung des Finanzsektors. So als wenn Finanzterroristen sich schon jemals an Regeln des Systems gehalten hätten. Die Urregel des Kapitalismus, wer seine Schulden nicht länger "bedienen" kann, wird vom Pleitegeier übernommen, wird ausgeschaltet, wenn es den Topterroristen des Kapitals dabei selbst an den Pleitekragen gehen soll. Die USA produzieren sowieso nur noch Dollars, während die übrige Welt die Güter produziert, die für Petro-Dollars zu haben sind. Darunter auch Burger King und die Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons.

Nachtrag mit einem eingeschickten Bild von.. (Name Gegenmeinung bekannt)

Hat Jelzin wirklich alles versoffen was es in Russland nach der Auflösung der UdSSR noch gab?
FH

Dienstag, 26. August 2014

Nur wer Angst vor Freiheit hat / braucht den kolonialen Staat! Krieg dem Krieg! Totales Embargo gegen Israel!

Mowitz
Friedensnobelpreisträger fordern ein Militärembargo gegen Israel. Soll das reichen? Das kann ja wohl nicht wahr sein? Waffenlieferungen an das Kolonialprojekt Israel werden in den Hinterzimmern der Macht ausgekungelt. Nicht im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Zumal Israel noch nicht einmal den vollen Preis zahlen muss. Und diejenigen, die in den Hinterzimmern das Sagen haben, die bestimmen auch wo es langzugehen hat. Sie fragen nicht nach Ansichten und Meinungen von Friedensnobelpreisträgern. Sie bestimmen wer Friedensnobelpreisträger wird! Obama war gerade mal einige Monate im Amt als ihm die Ehre zuteil wurde! Dann mauserte er sich zum schlimmsten Terrorpräsidenten den die USA je hatten. Noam Chomsky weiß es. Er beschuldigt Obama die größte terroristische Operation die je existiert hat, zu betreiben.

Das waren die Erwartungen welche die Mächtigen in den Hinterzimmern in ihn setzten, bevor sie ihn in Oslo durchdrückten. Und sie wurden nicht enttäuscht. Ausgezeichnet wurde er "für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Völkern zu stärken." Das hört sich zumindest gut an. Für alle die von der Verarschtwerdung nie den Hals voll genug kriegen.

FH

Cartoon: Carlos Latuff, Wikimedia, copyright free
Ein weiteres Haus in Gaza wird von 'Israhell' platt gemacht
Soldat 1: Sagen Sie mir, was Sie sehen...
Soldat 2: Kampfstiefel!



Montag, 25. August 2014

Das Neueste vom neuen Kalten Krieg: Ich setze mein Geld auf Putin

Von Mike Whitney
counterpunch, 12.08.14
Der US-Autor Mike Whitney untersucht die eigentlichen Ursachen für den Streit um die Ukraine und sieht Russland am längeren Hebel. (DIESER ARTIKEL IST EIN ABSOLUTES MUSS!)

"Die Geschichte zeigt, dass die USA von Kriegen in Europa politisch und wirtschaftlich sehr profitiert haben. Der riesige Kapitalzufluss aus Europa, der nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg erfolgte, machte die USA zur Supermacht. ... Angesichts des Niedergangs ihrer Wirtschaft versuchen die USA auch heute wieder einen Krieg in Europa zu provozieren, um noch einmal den gleichen Effekt zu erzielen." – Sergey Glazyev (deutsche Schreibweise Sergei Glasjew), russischer Politiker und Wirtschaftswissenschaftler [der hier in einem Video mit englischen Untertiteln zu sehen und zu hören ist] (Ein längeres Video-Interview mit deutschen Untertiteln ist hier aufzurufen; die deutschen Untertitel gibt es hier auch als besser lesbaren zusammenhängenden Text.)
"Die Entdeckung der größten bekannten Gasreserven der Welt im Persischen Golf, die sich Katar und der Iran teilen, und 2007 vorgenommene neue Bewertungen, die ergaben, dass die Gasvorkommen in der Levante 70 Prozent ergiebiger als bisher angenommen sind, liefern den Schlüssel zum Verständnis der Dynamik der aktuellen Konflikte. Wenn die PARS-Pipeline vom Iran durch den Irak und Syrien bis zur Ostküste des Mittelmeers tatsächlich gebaut würde, könnte die Europäische Union für die Dauer von 100 bis 120 Jahren mehr als 45 Prozent ihres Gasbedarfs aus russischen und iranischen Erdgasvorkommen decken. Unter konfliktfreien Verhältnissen würde das zu einer verstärkten Integration der Bereiche Energieversorgung und Wirtschaftsentwicklung in Europa, Russland und im Iran führen." – Christof Lehmann im Interview mit dem Route Magazine.
Cartoon: Carlos Latuff, Wikimedia, copyright free
Wir sind hier, um die Demokratie zu bringen!
Sprechen Sie mir nach
DE-MO-KRA-TIE!
Das Scheitern der (verdeckten) US-Operationen in Syrien hat zu einer Verschärfung des von Washington initiierten Stellvertreterkrieges in der Ukraine geführt. Mit der Unterstützung angeblich "gemäßigter" islamistischer Kämpfer hoffte die Obama-Regierung Baschar al-Assads Regime in Syrien stürzen, ihn durch eine US-hörige Marionette ersetzen und damit die Errichtung der unerwünschten Iran-Irak-Syrien- Pipeline verhindern zu können. Dieser Plan ist nicht aufgegangen und wird auch in naher Zukunft nicht zu realisieren sein; das könnte bedeuten, dass diese Pipeline doch noch gebaut wird.

Warum wäre das ein Problem?

Das wäre ein Problem, weil nach Dr. Lehmann "die EU dann rund 50 Prozent ihres Erdgasbedarfs aus iranischen und russischen Quellen decken könnte". Als Europas bevorzugte Energielieferanten würden Moskau und Teheran wirtschaftlich und politisch gestärkt, während der Einfluss der USA und ihrer Verbündeten – besonders der Einfluss Katars und Israels – auf Europa schwände. Deshalb haben Gegner der Pipeline den Plan entwickelt, das Projekt durch die Entfachung eines Bürgerkriegs in Syrien zu sabotieren. (In dem bereits eingangs zitierter Interview) hat Dr. Lehmann dazu gesagt:
"2007 hat Katar dem türkischen Außenminister Davotoglu 10 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt; mit diesem Geld sollte die auch in in der Türkei und in Syrien präsente Muslimbruderschaft einen Umsturz in Syrien herbeiführen. Kürzlich hat der ehemalige französische Außenminister Dumas ausgeplaudert, dass in Großbritannien etwa zur gleichen Zeit die Planungen für den Umsturz in Syrien mit Hilfe 'von Rebellen' begannen."
Mit anderen Worten, die Idee, eine Armee dschihadistischer Kämpfer zu bewaffnen, zu trainieren und zu finanzieren, um Assad zu stürzen und Syrien im Interesse des Westens umzuformen, ist energiepolitischen Ursprungs; damit sollte verhindert werden, dass sich US-Rivalen in dieser Region Vorteile verschaffen. [Anmerkung: Wir wissen nicht, warum Lehmann Saudi- Arabien, Kuwait und andere Golfstaaten nicht erwähnt, obwohl auch denen durch die PARS-Pipeline Nachteile entstünden.]

Lehmanns These wird auch von anderen Analysten wie Nafeez Ahmed vom Guardian gestützt; er hat beschrieben, was hinter den Kulissen des inszenierten "Bürgerkriegs" in Syrien vorging. Es folgt ein Zitat aus seinem Artikel "Syria intervention plan fueled by oil interests, not chemical weapon concern" (Der Plan zur Intervention in Syrien basiert auf Ölinteressen und nicht auf der Angst vor Chemiewaffen): [Der Artikel ist hier
aufzurufen.]
"Aus einer Präsidentenverfügung vom Mai 2007 geht hervor, dass Bush die CIA bereits damals zu Operationen gegen den Iran autorisiert hat (s. hier). Wie Seymour Hersh im New Yorker berichtete, gab es im Rahmen dieser Aktivitäten auch bereits verdeckte Operationen in Syrien. Von Informanten in der US-Regierung und in US-Geheimdiensten hatte Hersh erfahren, dass die Bush- Administration in Kooperation mit der der sunnitischen Regierung Saudi-Arabiens in verdeckten Operationen die schiitische Hisbollah im Libanon zu schwächen versuchte. 'Die USA haben sich auch an verdeckten Operationen gegen den Iran und dessen Verbündeten Syrien beteiligt,' schrieb Hersh; 'ein Nebenprodukt' sei dabei auch 'die Aufrüstung extremistischer sunnitischer Gruppierungen' gewesen, die den USA feindlich gegenüber gestanden und 'mit Al-Qaida sympathisiert' hätten. Hersh wies auch darauf hin, dass 'die saudische Regierung mit Washingtons Einverständnis Geld und logistische Hilfe zur Schwächung der Assad-Regierung in Syrien zur Verfügung gestellt habe'....

Nach Angaben des ehemaligen französischen Außenministers Roland Dumas wurden in Großbritannien bereits ab 2009 verdeckte Operationen in Syrien geplant: 'Ich war zwei Jahre vor dem Gewaltausbruch in Syrien wegen anderer Angelegenheiten in England,' erklärte er im französischen Fernsehen: 'Dort traf ich mit führenden britischen Politikern zusammen, die mir anvertrauten, dass sie etwas gegen Syrien vorbereiteten. Das war in Großbritannien, nicht in den USA. Großbritannien bereitete Kämpfer darauf vor, in Syrien einzufallen.'

Aus durchgesickerten E-Mails des privaten Geheimdienstes Stratfor, die sich auch auf ein Treffen mit Pentagon Vertretern bezogen, geht hervor, dass sowohl die USA als auch Großbritannien seit 2011 syrische Oppositionskräfte mit dem Ziel trainierten, 'den Zusammenbruch des Assad-Regimes von innen zu betreiben'. (Weitere Infos dazu sind hier nachzulesen.)

War die Destabilisierung Syriens und des Irans nur Teil einer Gesamtstrategie? Nach Aussagen des ehemaligen NATO-Oberkommandierenden Wesley Clark; (s. hier, er war Oberkommandierender und nicht Generalsekretär der NATO, wie im englischen Originaltext irrtümlich behauptet wird) wurden durch ein Memorandum aus dem Büro des US-Verteidigungsministers nur wenige Wochen nach den Anschlägen am 11. September 2001 Pläne bekannt, die vorsahen, 'in nur fünf Jahren die Regierungen von sieben Staaten zu attackieren und zu stürzen'; auf den Irak sollten 'Syrien, der Libanon, Libyen, Somalia, der Sudan und der Iran' folgen. In einem Interview vertrat Clark später die Ansicht, mit dieser Strategie wolle man sich die Kontrolle über die gesamten Öl- und Gasvorkommen in der Region sichern."
Anscheinend wurde Assad 2009 wegen des Pipeline-Projekts von Katar angesprochen, war aus "Rücksichtnahme auf die Interessen seines Verbündeten Russland" aber nicht zur Zusammenarbeit bereit. Hätte Assad das Angebot aus Katar angenommen, wäre möglicherweise der Versuch, ihn zu stürzen, aufgegeben worden. Auf jeden Fall war der ausbleibende Erfolg in Syrien der Grund für den Umsturz in der Ukraine. Dr. Lehmann schrieb dazu [in dem Artikel "The Atlantic Axis and the Making of a War in Ukraine" (Die atlantische Achse und die Anzettelung des Krieges in der Ukraine), der hier nachzulesen ist]:
"Der Krieg in der Ukraine wurde notwendig, weil der Umsturzversuch der Muslimbruderschaft in Syrien im Sommer 2012 scheiterte. ... Im Juni und Juli 2012 trugen rund 20.000 NATO-Söldner, die in Libyen rekrutiert und trainiert worden waren, von der jordanischen Grenzstadt Al-Mafraq aus zwei Großangriffe zur Eroberung der syrischen Stadt Aleppo vor. Beide Angriffe scheiterten, und die 'libysche Brigade' wurde von der syrischen Armee buchstäblich aufgerieben.

Nach dieser schweren Niederlage begann Saudi-Arabien mit einer groß angelegten Kampagne, die nicht über die Muslimbruderschaft, sondern über das Netzwerk ihrer üblen Schwester Al-Qaida lief, neue Dschihad-Kämpfer zu rekrutieren. Die International Crisis Group reagierte mit der Veröffentlichung ihres Berichtes 'Tentative Jihad' (Versuch eines Dschihads), und Washington musste sich 'politisch' von den 'Extremisten' distanzieren. Nachdem auch Plan B, der Versuch, Assad den Einsatz von Giftgas anzulasten, scheiterte, war klar, dass der Krieg gegen die syrische Regierung nicht mehr zu gewinnen war."
Die USA wurden auch noch durch andere Faktoren veranlasst, in der Ukraine die Konfrontation mit Moskau zu suchen, die treibende Kraft ist aber die Gefahr, dass die US-Rivalen Russland und der Iran zu dominierenden Spielern in einem Energiekrieg werden könnten, der die Macht Washingtons zunehmend schrumpfen ließe. Außerdem wäre eine fortschreitende wirtschaftliche Integration Russlands in die EU eine direkte Bedrohung für den Plan der USA, sich künftig stärker nach Asien zu orientieren; auch das weitere Vorrücken der NATO an die Grenzen Russlands und die Abwicklung des globalen Energiehandels in US-Dollars wären nicht mehr gesichert.

Lehmann zitiert aus einem Gespräch mit "einem führenden NATO-Admiral aus einem nordeuropäischen Staat" dessen aus zwei Sätzen bestehende Zusammenfassung der US-Außenpolitik. Der Admiral sagte:
"US-Kollegen aus dem Pentagon haben mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, die USA und Großbritannien würden die Beziehungen zwischen Europa und der (ehemaligen) Sowjetunion niemals so eng werden lassen, dass sie ihre bisher unangefochtene politische, wirtschaftliche oder militärische Vorherrschaft auf dem europäischen Kontinent gefährden könnten. Eine solche Entwicklung werde man mit allen Mittel verhindern, wenn es nötig sei, auch durch das Provozieren eines Krieges in Mitteleuropa."
Das ist der Kern des Problems. Die USA wollen keinesfalls zulassen, dass ein Staat oder ein Zusammenschluss von Staaten ihre Dominanz gefährdet. Washington duldet keine Rivalen. Es will die unangefochtene, globale Supermacht bleiben, die Paul Wolfowitz in einem frühen Entwurf zur Nationalen Verteidigungsstrategie der USA (weitere Infos dazu hier) so beschrieben hat:
"Unser erstes Ziel ist es, das Aufkommen eines neuen Rivalen – der so bedrohlich ist, wie es die ehemalige Sowjetunion war – entweder auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo zu verhindern. Das ist das dominierende Anliegen unserer neuen regionalen Verteidigungsstrategie; deshalb müssen wir bestrebt sein, jede feindliche Macht an der Beherrschung einer Region und der Kontrolle über deren Ressourcen zu hindern, wenn sie dadurch zur Weltmacht werden könnte."
Deshalb tut die Obama-Administration alles Erdenkliche, um eine engere wirtschaftliche Kooperation zwischen der EU und Russland zu stoppen und das Petrodollar-System zu erhalten. Dieses System entstand 1974, als es Präsident Richard Nixon gelang, die OPEC-Länder dafür zu gewinnen, ihr Öl nur noch für Dollars zu verkaufen und die überzähligen Dollars aus ihren Ölverkäufen in US-Staatsanleihen anzulegen. Dieses Arrangement erwies sich als wahrer Geldregen für die USA, der ihnen täglich mehr als eine Milliarde Dollar zufließen lässt. Deshalb können sich die USA auch einen überhöhten Konsum und ständig steigende Defizite leisten. Alle anderen Staaten müssen viele Dollars anhäufen, um das Öl kaufen zu können, das ihre Maschinen antreibt, ihre Häuser heizt und ihre Fahrzeuge bewegt. So können die USA bedenkenlos immer mehr Dollars drucken, für die nur die Druckkosten anfallen, und dafür wertvolle Importgüter eintauschen, in denen viel kostspielige Arbeit und teure Materialien stecken. Die Staaten, die Erdöl und Erdgas verkaufen, legen ihre überschüssigen Gewinne in US-Staatsanleihen oder anderen dollarnotierten Papieren wie Aktien, Rentenpapieren und sonstigen Obligationen, Immobilienwerten oder Exchange-traded funds / ETFs (börsengehandelten Fonds) an. (Die meisten der wertlosen Papierdollars fließen also wieder in die USA zurück, und) diesem lukrativen Kreislauf verdanken die (eigentlich schon lange bankrotten) USA ihre Spitzenposition (in der Weltwirtschaft).

Ein Kritiker hat diesen Vorgang einmal so beschrieben: "Der Welthandel ist jetzt ein Spiel, in dem die USA nur noch Dollars produzieren, während die übrige Welt die Güter produziert, die für Dollars zu haben sind."

Das Petrodollar-System stützt die Monopolstellung des Dollars und macht ihn zur Weltreservewährung. Es schafft eine übermäßige Nachfrage nach Dollars, die es der Fed (der US-Notenbank,) ermöglicht, den USA ständig neue Kredite zur sehr geringen Finanzierungskosten zu verschaffen. Würden Öl und Erdgas nicht mehr in US-Dollars gehandelt, würde der Wert des Dollars abstürzen, der Anleihenmarkt würde zusammenbrechen, und die US-Wirtschaft würde in einen langfristigen Niedergang schlittern.

Einer der Gründe für den Überfall der USA auf den Irak war Saddams Entscheidung, sein Öl nur noch für Euros zu verkaufen; die USA betrachten jede Abkehr vom Petrodollar als direkte Bedrohung ihrer Staatssicherheit.

Moskau kennt diese Achillesferse Washingtons und gibt sich alle Mühe, diese Schwäche auszunutzen, indem es in seinen eigenen Handelsvereinbarungen den Dollar zunehmend ausschließt. Bis jetzt hat Moskau schon China und den Iran dazu gebracht, in ihrem bilateralen Handel auf den Dollar zu verzichten, und die drei Staaten haben dabei festgestellt, dass auch andere Handelspartner bestrebt sind, ihnen nachzueifern. Kürzlich hat der russische Wirtschaftsminister sogar zu einer "Entdollarisierungskonferenz" eingeladen, um eine Währungswechsel-Verordnung zu verkünden, die besagt, "dass die russische Regierung russische Firmen künftig per Gesetz zwingen kann, einen bestimmten Prozentsatz ihres Warengeschäftes in Rubel abzuwickeln.

RT hat letzte Woche berichtet:
"Die Zentralbanken Russlands und Chinas haben ein Währungsabkommen geschlossen, in dem festgelegt wurde, dass der beiderseitige Handel künftig in den Landeswährungen abgewickelt wird, um im bilateralen Zahlungsverkehr die Abhängigkeit vom US-Dollar zu beseitigen. 'Das zwischen der Zentralbank Russlands und der Chinesischen Volksbank vereinbarte Abkommen über den Tauschwert ihrer Währungen wurde von beiden Seiten akzeptiert. ... Die Vereinbarung wird die künftige Abwicklung des beiderseitigen Handels in Yuan und Rubel erleichtern und die Devisenmärkte Russlands und Chinas stimulieren,' erklärte der russische Verhandlungsführer.

Gegenwärtig würden noch mehr als 75 Prozent des Zahlungsverkehrs im Handel zwischen Russland und China in US-Dollar abgewickelt, berichtete die Zeitung Rossiyskaya Gazeta [Das Zitat ist hier entnommen.]
Der Angriff auf das Recycling des Petrodollars ist eine der asymmetrischen Strategien, die Moskau verfolgt, um die Aggressivität der US-Regierung zu kontern, seine Souveränität zu verteidigen und wieder eine am Völkerrecht orientierte multipolare Weltordnung herzustellen. Der Kreml drängt auch auf institutionelle Veränderungen, die mit neuen Spielregeln die ungerechten Vorteile für die reicheren Länder und insbesondere die USA beseitigen sollen. Die Entmachtung des IWF, dessen ausbeuterische Darlehens- und Bestrafungspolitik die meisten Entwicklungsländer und besonders die BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika benachteiligt, könnte mit Hilfe einer Entwicklungsbank gelingen, die im Juli von den BRICS-Staaten mit einem Startkapital im Wert von 100 Milliarden Dollar gegründet wurde. Die neue Bank soll "den Einfluss westlicher Kreditgeber und des Dollars begrenzen, indem sie Geld für Infrastruktur- und Entwicklungsprojekte in den BRICS-Staaten zur Verfügung stellt; im Unterschied zum IWF oder zur Weltbank sollen in der neuen Entwicklungsbank, alle Einlegerstaaten – unabhängig von der Höhe ihres Bruttoinlandsprodukts / BIP – gleichberechtigt mitentscheiden können.

RT hat dazu berichtet:
"Die aufsehenerregende Neugründung der BRICS-Bank wird als ein erster Schritt zum Abbau der Dominanz des US-Dollars im globalen Handel gesehen; auch die Macht der den Dollar stützenden Einrichtungen – des Internationalen Währungsfonds / IWF und der Weltbank, die beide in den USA angesiedelt sind, soll damit gebrochen werden, weil die BRICS-Staaten zu wenig Einfluss darauf haben. ...
'Mit dieser Einrichtung schaffen wir das Fundament für einen wirksamen Schutz unserer nationalen Wirtschaften vor weiteren Krisen auf den Finanzmärkten,' erklärte der russische Präsident Wladimir Putin."
Das aggressive Vorpreschen Washingtons in der Ukraine hat Moskau natürlich zu Gegenmaßnahmen gezwungen. Russland widersetzt sich den USA aber nicht militärisch, was Obama und Co. bevorzugen würden; Putin zielt auf die Verwundbarkeit des Petrodollar- Systems. Die BRICS-Entwicklungsbank stellt die dominierende Rolle des IWF als letzte Zuflucht von Staaten in Geldnot in Frage, und damit auch die Macht der wohlhabenden westlichen Staaten und ihrer Industrien. Die neue Bank schafft tatsächlich die Basis für institutionelle Veränderungen, und das auch noch innerhalb des bestehenden kapitalistischen Rahmens.

Der russische Politiker und Wirtschaftswissenschaftler Sergei Glazyev untersucht den Konflikt zwischen Washington und Moskau in einem Essay mit dem Titel "Die USA rüsten die Ukraine militärisch auf, weil sie in Russland einfallen wollen". Es folgt ein Auszug daraus: (Seine Ansichten vertritt er auch in einem Video mit deutschen Untertiteln, das hier aufzurufen ist.)
"Wer einen Krieg verhindern will, muss die Kriegstreiber stoppen. Im Anfangsstadium entfaltet sich ein Krieg zunächst auf den Feldern der Wirtschaft, der Beeinflussung der Öffentlichkeit und der Politik. Die wirtschaftliche Überlegenheit der USA beruht auf einem riesigen Schuldenberg, der schon lange so hoch ist, das er nie getilgt werden kann. Die größten Kreditgeber der USA würden selbst zusammenbrechen, wenn sie den US-Markt mit ihren angesammelten US-Dollars und US-Staatsanleihen überschwemmen. Natürlich wird der Zusammenbruch des US-Finanzsystems allen Haltern von US-Dollars und US-Wertpapieren hohe Verluste bringen. Aber erstens wiegen diese Verluste für Russland, Europa und China weniger schwer, als die Verluste, die ein Dritter Weltkrieg verursachen würde, der wegen der gegenwärtigen US-Geopolitik zu befürchten ist. Und zweitens, je schneller die USA unter ihrem schnell wachsenden Schuldenberg zusammenbrechen, desto niedriger werden die Verluste (potenzieller Geldgeber) sein. Drittens eröffnet der Zusammenbruch des Dollars die Möglichkeit, das globale Finanzsystem endlich auf der Basis von Gerechtigkeit und zum Vorteil aller zu reformieren."
Washington betrachtet es als "moderne Kriegsführung", wenn es den aus Neonazis oder islamistischen Extremisten bestehenden Armeen in seinen Stellvertreterkriegen verdeckte Unterstützung zukommen lässt. Für Moskau besteht moderne Kriegsführung darin, dem Feind die Fähigkeit zu nehmen, ständig Angriffe auf die russische Währung, auf russische Institutionen, auf den russischen Anleihenmarkt und auf die Glaubwürdigkeit vorzunehmen, die Moskau braucht, um seine Verbündeten davon überzeugen zu können, dass es wirklich ein vernünftiges globales Wirtschaftssystem anstrebt.

Ich werde mein Geld in Russland anlegen.

Mike Whitney lebt im Staat Washington. Er ist Mitautor des Buches "Hopeless: Barack Obama and the Politics of Illusion (Hoffnungslos: Barack Obama und die Politik der Illusionen), erschienen bei AK Press. Das Buch ist auch als Kindle Edition verfügbar. Der Autor ist zu erreichen über fergiewhitney@msn.com

Übersetzung: Wolfgang Jung, luftpost-kl.de

(Hervorhebungen von Gegenmeinung)

Samstag, 23. August 2014

MH17: Fluchtpunkt...

Von Pepe Escobar
Übersetzung Lars Schall
Zuerst verschwand Passagierflugzeug MH370 von Planet Erde. Dann verschwand MH370 aus dem Nachrichten-Zyklus. Zunächst wurde MH17 durch “Putins Rakete” abgeschossen – wie Planet Erde mitgeteilt wurde. Dann verschwand auch MH17 aus dem Nachrichten-Zyklus.
Wo ist Baudrillard, wenn wir ihn brauchen? Wäre er noch am Leben, würde der Derwisch des Simulakrums diese beiden malaysischen Flugzeuge bereits als Spiegelbilder dekonstruiert haben; vom absoluten Verschwinden bis hin zur maximalen Exposition, und dann wieder verschwunden. Sie könnten genauso gut auch von Außerirdischen entführt – und abgeschossen – worden sein. Jetzt sehen Sie sie, jetzt nicht.

Die Blackbox, Datenschreiber – alles im Zusammenhang mit MH17 bewegt sich mittlerweile in einem schwarzen Nichts. Die Briten brauchen ewig, um die Daten zu analysieren, und wenn sie dies bereits erledigt haben, sprechen sie nicht darüber.

Das Pentagon, mit 20-20-Vision über der Ukraine, weiß, was passiert ist. Der russische Geheimdienst weiß nicht nur, was passiert ist, sondern bot sogar einen verlockenden Blick darauf in einer offiziellen Präsentation an, die vom “Westen” weggewischt wurde. Die besten technischen Analysen deuten nicht auf “Putins Rakete“ – eine BUK – hin, sondern auf eine Kombination aus einer R-60-Luft-Luft-Rakete und einer automatischen Kanone eines Su-25.

Ein Leser hat mich auf diese sachgerechte Bewertung des ehemaligen USAF- und Boeing-Ingenieurs Raymond Blohm hingewiesen: “Mit dem richtigen Hinleiten braucht ein Su-25 nicht ganz so schnell wie eine Boeing 777 fliegen. Er muss nur zu einer Raketenfeuerstellung hinkommen. Da die 777 nicht manövrierte, wäre es einfach zu berechnen, wann man an einer bestimmten Stelle am Himmel unterhalb der 777 ankommt. Von dort an ist es die Rakete, die die Geschwindigkeit und die Höhenfähigkeit hat, die 777 zu treffen. (Die R-60 ist eine sehr fähige Rakete.) Nachdem die Rakete einen Motor ausschaltet, liegen sowohl die maximale Geschwindigkeit der 777 und ihre maximale Höhe im Fähigkeitsbereich von Schnelligkeit und Höhe eines Su-25-Kampfjets. Dann kann die Su-25 ihre Kanonenfeuerkraft zeigen.“

Man folge dem Motorwrack. Man folge dem Cockpitwrack. Man folge dem Motiv. Man kann sich gar nicht die geopolitische Kollision der tektonischen Platten vorstellen, würde das Kiewer Regime verantwortlich gemacht werden. Es wäre der Verflüchtigungspunkt für den ganzen – schrägen – Begriff des “unverzichtbaren” Exzeptionalismus des Imperiums des Chaos.

So wie MH370 völlig verschwunden ist, muss die MH17-Geschichte auch komplett verschwinden. Die Holländer und die Briten könnten irgendwann hervortreten und auf einer hochkarätigen Pressekonferenz der Welt sagen, was His Master’s Voice schließlich redigierte. Dennoch kann man auf einen Rest an Empörung, wenn nicht Verwirrung, einer großen Anzahl von trauernden holländischen Familien zählen. Und man kann sich auf die Empörung Malaysias als Nation verlassen. Wie in: Warum wir? Und nicht nur einmal, sondern zweimal?

Moskau weiß nach der Dekonstruktion der “Logik” hinter der anhaltenden, hysterischen Dämonisierung von Russland / Putin, dass alles, was sie sagen werden, von der Orwell‘schen Gedankenpolizei für ungültig erklärt werden wird. Doch sosehr His Master’s Voice das kontrolliert, was die Holländer und Briten irgendwann offenbaren könnten, so könnte Russland einen Konterschlag setzen, indem es das entscheidende Szenario gegenüber Malaysia durchsickern lässt. Und Malaysia wird sprechen.

MH370 verschwand wie in einem Videospiel. MH17 wurde wie in einem Videospiel getroffen. Nunmehr verschwinden ihre jeweils dazugehörigen Erzählungen. Es ist, als ob wir in einer winzigen Probe der schwarzen Hypothese der Post-Geschichte lebten.

Der Star der Postmoderne Jean-Francois Lyotard und später der flämische Denker Lieven De Cauter waren unter den wenigen, die sich an der Untersuchung der schwarzen Hypothese versuchten. Die schwarze Hypothese ist die ultimative Dystopie, die in der kosmologischen Zeit des Todes der Sonne spielt, so in etwa 4.5 Milliarden Jahren. Im Grunde geht es um das Überleben der Technowissenschaft über den Tod der Sonne und den Tod der Menschheit selber hinaus.

MH370 mag also in einen Vorraum der schwarzen Hypothese verschwunden sein. Aber MH17 ist viel prosaischer; es könnte eine Operation unter falscher Flagge gewesen sein, die schiefgelaufen ist. Unter den Regeln des Reichs des Chaos muss es auch verschwinden. Die Frage ist, ob die globale Zivilgesellschaft dies akzeptieren wird – oder ob sie auch schon ihren Verflüchtigungspunkt erreicht hat?


Quelle: http://www.atimes.com/atimes/Central_Asia/CEN-02-150814.html
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=13186

Nazi-Regierung der Ukraine stabil wie ihre Währung Griwna - Die wackelt auch gewaltig!

Mowitz
So nimmt das Schicksal der Menschen in der Ukraine dann seinen unaufhaltsamen Lauf in die totale Armut. Mit einem nachhelfenden Schubser mittels Milliarden-Kredite der USEU/IWF und des internationalen Finanzkapitals, in den wirtschaftlichen Abgrund. Nun wird der unsichtbare "Markt" seines dazutun müssen,  um den wirtschaftlichen Sinkflug in die Hölle, als sogenanntes, notwendiges Stahlgewitter zur Reinigung eines "überbordenden Sozialstaats" darzustellen und zu beschleunigen.

Nicht ohne das sich Kapital- und Kriegsgewinnler vorher am Elend der Massen bereichern. Das tun sie nämlich immer!

Jedes vom internationalen Finanzkapital verordnete "Sparprogramm", ist auch stets ein internationales Plünderungsprogrammm, das gegen die Masse der Bevölkerung gerichtet ist. Das geht einher mit der Übernahme, (Privatisierung), des realen Staatsvermögens, im aktuellen Fall des ukrainischen. Mit Inflation und Abwertung der Währung als sichtbare Waffe der Plünderung.

Gestern lese ich, dass die Nationalbank der Ukraine den offiziellen Kurs der landeseigenen Währung, Griwna, gegenüber fremden Währungen auf ein neues historisches Tief gesenkt hat. Seit Jahresbeginn ist der Wechselkurs der ukrainischen Währung zum US-Dollar damit um über 67 Prozent gefallen. Die Ackergebiete der Ukraine beispielsweise, werden so zu einer billigen, durch Abwertung der eigenen Währung, zu einer stark rabattierten Beute ausländischen Kapitals.

Bild: Griwna, Wikimedia, public domain
Gott segne das Geld- und Plünderungssystem, das zusammen mit seinen parallel laufenden Kriegen, den wahren Kern des Kapitalismus ausmacht; die Reichen reicher und die Armen ärmer macht! Halleluja!  [ist die deutsche Transkription des hebräischen הַלְּלוּיָהּ (hallelu-Jáh), das sich aus dem Imperativ Plural preiset von hillel (hebräisch für „preisen, verherrlichen, ausrufen“) und Jah, der Kurzform des Gottesnamens JHWH, zusammensetzt. Wörtliche Übersetzung: Lobt Jah! Wiki] Bin ich jetzt Antisemit?

Der ukrainische Putschisten-Premier Arsenij Jazenjuk, der schon häufiger durch Hitlergruß und der Drohung Europa vom russischen Öl und Erdgas abzuschneiden, aufgefallen ist, erklärt jetzt, die Ukraine benötige noch mindestens fünf Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas die nächsten Monate, um den Winter ohne Versorgungsengpässe zu überstehen. Seit Juni bekommt das Land schon kein Erdgas mehr aus Russland, weil es davor monatelang die Rechnungen nicht bezahlt und seit November Schulden in Höhe von 5,3 Milliarden US-Dollar angehäuft hat.

Wie sagte noch der durch den westlichen Putsch abgesetzte ukrainische Präsident Janukowitsch, als er sich weigerte das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine zu unterzeichnen? „Sobald wir ein (wirtschaftliches) Niveau erreichen, das uns bequem erscheint, wenn es unseren Interessen entspricht, wenn wir unter normalen Bedingungen verhandeln können, dann können wir über eine Unterzeichnung sprechen.“ So lange wollten die Kräfte des useuropäischen Kapitals nicht warten. Denn dann wäre die Ukraine nicht mehr so billig zu haben gewesen. Und die Einkreisung Russlands und Chinas auf dem Weg in einen finalen Weltkrieg, wäre vorerst abgeblasen worden.

Merkel ist heute in Kiew und schon schlägt der ukrainische Außenminister einen "Marshall-Plan" unter deutscher Führung vor. Wobei die wirkliche "Führung" solcher Pläne immer in den Händen von internationalen Finanz(ä)liten im Hintergrund liegt. Die Politik als öffentliches Gesicht der internationalen Finanzmafia, wie es ein bedeutender Denker mal so, oder so ähnlich formulierte.
"Die Ukraine benötige "Hilfe in politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen", erklärt Pawlo Klimkin, ehemaliger ukrainischer Botschafter in Berlin; Deutschland könne maßgeblich dazu beitragen. Deutsche Wirtschaftskreise plädieren ebenfalls für einen "Marshall-Plan" für Kiew. Er werde "Deutschland viel Geld kosten, aber auch viel Nutzen bringen", urteilt der Vorsitzende des "Ost- und Mitteleuropa Vereins": "Von Lwiw bis Lugansk" erstrecke sich "einer der spannendsten Wachstumsmärkte direkt vor unserer Haustür". Der Vorstoß des ukrainischen Außenministers und die Reise der deutschen Kanzlerin erfolgen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Regierung in Kiew - nicht fähig, den ostukrainischen Aufstand rasch niederzuschlagen - in gravierende ökonomische Schwierigkeiten gerät. Unter anderem ist zur Zeit völlig unklar, wie die Erdgasversorgung des Landes in der bevorstehenden kalten Jahreszeit angesichts des russischen Lieferstopp gesichert werden soll." GFP
Warum konnte also nicht abgewartet werden bis die Ukraine ihre eigenen Probleme gelöst hätte? Die Antwort ist einfach und weniger kompliziert als unsere Volksverdummer uns glauben machen wollen.

Es ist die Angst der USA, Europas und des westlichen, neoliberalen Kapitals, als Führungspersonal des Planeten von China, Russland und anderen abgelöst zu werden. Das hofft man durch einen angestrebten Krieg verhindern zu können. Der Krieg, wie schon so oft, als Wachstums- und Brandbeschleuniger in der Menschheitsgeschichte eingesetzt, soll der ebenfalls finale "Befreiungsschlag" des US-Kapitalis sein um seine alleinigen Weltherrschaftsansprüche durchzusetzen.

Allerdings wird bei einem Dritten Weltkrieg Europa, so oder so, das erste Opfer sein. Die Gefahr eines solchen Krieges bleibt real, bis Europa sich zu einer Abnablung von den Vereinigten Staaten von Nordamerika aufrafft, und deren Militärbasen über ganz Europa dicht macht.

Geschäfte zum gegenseitigen Nutzen müssen ja nicht zwangsläufig von US-Militärbasen in Europa abhängig sein. Mit Russland und China hätte Europa kein Militärbasenproblem. Die haben nämlich keine in Europa. Außer Russland im europäischen Teil seines eigenen Landes, wie auch die Länder des übrigen Europas Militärbasen auf ihren Territorien haben. Der Fremdkörper in Europa ist nicht Russland, sondern eher schon die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

FH

Freitag, 22. August 2014

Oh Gott, der Antisemitismus!

Gideon Levy جدعون ليفي גדעון לוי
Übersetzt von  Mikaela Honung
Für Juden ist Israel heutzutage der gefährlichste Ort in der Welt. Seit seiner Gründung sind in Israel mehr Juden durch Kriege und terroristische Attacken umgekommen als anderswo. Der Krieg in Gaza jedoch hat diesen Unterschied reduziert: mehr als jeder andere Krieg gefährdet er die Juden in der übrigen Welt.
Die Heimstätte der Juden, die Zuflucht der Nation, bietet nicht nur nicht mehr Schutz, sondern bedroht direkt die Juden auch anderswo. Bei der Einschätzung der Auswirkungen des Krieges muss auch dies unter den Verlusten berücksichtigt werden.

Eine Welle der Empörung bemächtigt sich der öffentlichen Weltmeinung. Im Gegensatz zu der selbstgefälligen, blinden und süffisanten israelischen Öffentlichkeit, haben die Leute außerhalb Israels die Bilder aus Gaza gesehen und waren darüber entsetzt. Für jeden, der ein Gewissen hat, war es unmöglich unberührt zu bleiben. Der Schock hat sich gegen den Staat in Hass verwandelt, der all dies angerichtet hat und bei einigen Gelegenheiten hat er den Antisemitismus aus seiner Höhle gelockt. Ja, im 21. Jahrhundert gibt es wieder Antisemitismus in der Welt und es ist Israel gewesen, der ihn genährt hat. Israel hat dem Hass genügend Entschuldigungen geliefert.

Nicht alle antiisraelischen Gefühle sind jedoch antisemitisch. Allenfalls ist das Gegenteil wahr: der größte Teil der Kritik an Israel ist begründet und moralisch zu rechtfertigen. Der Antisemitismus, rassistisch wie jeder nationalistische Hass, ist an den Rändern dieser Kritiken aufgetaucht, und Israel ist für sein Erscheinen direkt verantwortlich.

Cartoon: Carlos Latuff, Wikimedia, copyright free
Israelischer Soldat: Das auserwählte Volk
Palästinensischer Knabe: Das vertriebene Volk
Israel und das jüdische Establishment der Diaspora stempeln automatisch jede Kritik als antisemitisch ab. Der Trick ist alt: Das Gewicht der Schuld wird von denen, welche den Schrecken in Gaza angerichtet haben, auf jene projektiert, die sich mit dem sogenannten Antisemitismus beflecken. Das ist nicht unsere Schuld, das ist deine Schuld, du antisemitistische Welt. Was Israel auch tut, es hat immer die Welt gegen sich.

Das macht natürlich keinen Sinn. Ein Polizist, der einem jüdischen Autofahrer eine Strafe verpasst, ist nicht zwangsläufig antisemitisch, wie uns das einige jüdische Organisationen glauben machen wollen, ebenso wenig ist die Beraubung eines Rabbiners nicht zwangsläufig durch rassistischen Hass motiviert. Die Kritiken an Israel sind nicht zwangsläufig von Hass auf die Juden motiviert.

Diese Organisationen sind zum Blitzableiter für die Kritiken an Israel geworden und sie haben sie auf sich selbst geführt. Dies ist der Preis für ihre blinde Unterstützung Israels, für ihre laute Propaganda im Namen Israels, dafür, dass sie jede jüdische Gemeinde in eine PR-Agentur Israels verwandelt haben, für ihr einmütiges Gutheißen all dessen, was Israel tut. Wir sind ein Volk, sagen sie. In diesem Fall ist jeder, der Israel zu kritisieren wagt, auch wenn es in einen brutalen Konflikt geraten ist, ein Jude, der sich selbst hasst. Es sind also alle verantwortlich.

Ein paar Juden, die im Ausland leben, haben mir von Panik ergriffen, während des Krieges, geschrieben und sie baten mich keine Artikel mehr zu schreiben und die Kritik zu lassen, weil sie die Antisemiten für sich benützten. Ich antwortete ihnen, dass jede Fortsetzung von Gaza mehr Schäden für Israel anrichtet als alle meine Artikel zusammen. Ich kenne auch viele Personen, die noch Sympathie für Israel haben, weil es gerade auch einen Rest freier Gesellschaft gibt, der die Kritiken akzeptiert.

Die Juden sollten auf jeden Fall die eigenen Ängste gegen den Staat Israel richten. Viele Juden haben heute Angst. Teilweise sind diese Ängste übertrieben, teilweise berechtigt. Meines Erachtens bleibt Muslim in Europa zu sein heute weitaus schwieriger als Jude zu sein. Aber in Paris haben die Juden keinen Mut mehr, die Kippa zu tragen, in Belgien wurde einer Frau den Zutritt zu einem Geschäft verwehrt, weil sie Jüdin war und ein französischer Journalist, der Algier letzte Woche besuchte, sagte mir, dass der Hass auf Israel und die Juden in Frankreich einen historischen Höchststand erreicht hatte.

Diese Klagen sind an die Adresse Israels zu richten, weil Israel die Verantwortung für Gaza hat.

Jeder, der ein Herz für das Schicksal der Juden hat, jeder der über diese Episoden des Antisemitismus bestürzt ist, hätte darüber nachdenken sollen, bevor Israel einen weiteren sinnlosen Krieg führte. Die Welt ist nicht immer gegen Israel. Es reicht an die Übereinkommen von Oslo zu denken, wo einschließlich eines Teils der arabischen Welt, große Teile der Welt an seiner Seite stand. Die Welt wäre zufriedener, wenn sie Israel wieder umarmen könnte, weil es aufhört, sich wie ein Halbstarker und ein Unterdrücker zu benehmen.

Oh Gott, der Antisemitismus? Vielleicht, aber Israel selbst hat für das Zuführen von Brennstoff gesorgt.



Danke Tlaxcala
Quelle: http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.610481
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 14/08/2014
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=13181

Quelle: http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.610481
Erscheinungsdatum des Originalartikels: 14/08/2014
Artikel in Tlaxcala veröffentlicht: http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=13181

Donnerstag, 21. August 2014

Interview mit Sergej Glazjew

Bild: Sergej Glazjew
Wikimedia, Creative Commons

Sergej Glazjew ist Berater und enger Freund Präsident Putins. Glazjew, in der Ukraine geboren und Ökonom, kennt sich bestens aus mit den Machtspielen hinter den Kulissen, sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Dieser Mann "weiß" wirklich, was geschieht. Außerdem ist er einer der führenden “Eurasischen Souveränisten” und daher eine absolute Hassfigur für die proamerikanischen Kreise in Russland. In den USA ist er genauso verhasst, und wurde auf deren jüngste Sanktionenliste gesetzt, nur weil ihnen nicht passt, was er zu sagen hat.

Dieses viertelstündige Interview ist eines der Interessantesten, das der Saker bisher posten konnte, sagt er selbst. Ich stimme ihm zu und empfehle es allen, die nach mehr Qualitätsinformation Ausschau halten. Das Video ist auf russisch, mit deutschen Untertiteln.





Video gefunden auf The Vineyard Saker - Deutsche Version. Viel Vergnügen und noch viel mehr neue Erkenntnisgewinne.



Mittwoch, 20. August 2014

Innerparteiliche AfD-Kritik an Russland-Basher Lucke, Henkel, Kölmel und Starbatty

Mowitz
Mit neuen Parteien verhält es sich so wie mit alten. Sie halten sich nicht an das, was sie vorgeben zu halten. Wen das bei der Neu-Kreation der bürgerlichen Rechten erstaunt, dem fehlt es an politischen Sachverstand und Urteilsvermögen.

So regte sich das frühere CDU-Mitglied und heutiger Spitzenkandidat der brandenburgischen AfD, Alexander Gauland, heftig über das Abstimmungsverhalten der vier AfD-Abgeordneten im Europaparlament – der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke und seine AfD-Mitstreiter Hans-Olaf Henkel, Bernd Kölmel und Joachim Starbatty - auf, und warnte vor einer Spaltung seiner Partei.

Grund soll die Nichteinhaltung einer Resolution auf dem Parteitag im März gewesen sein, in der es hieß, es sei „von größter Bedeutung“, gegen Russland „keine Sanktionen zu verhängen“.

Außerdem habe Gauland und der Vorsitzende Lucke in einer gemeinsamen Pressemitteilung davor gewarnt, Russland im Zusammenhang mit dem Flugzeugabsturz der Boeing 777, Flug MH17 vorzuverurteilen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Nichtsdestotrotz hatten die vier Abgeordneten im Juli im Europaparlament für eine russlandkritische Resolution gestimmt, in der der Europäische Rat aufgefordert wurde, weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen.

Gauland erklärte laut russland.ru:
"das Votum der Abgeordneten sei ein klarer Verstoß gegen den Parteitagsbeschluss. „Wir haben gesagt: keine Sanktionen“ und er sei kurzfristig so verärgert gewesen, dass er mit dem Gedanken gespielt habe, seine Kandidatur im brandenburgischen Landtagswahlkampf niederzulegen. Er wollte dann aber seine Partei so wenige Wochen vor der Wahl nicht im Stich lassen.

Nach seinen Worten seien auch die Landesvorsitzenden von Sachsen und Thüringen, Frauke Petry und Björn Höcke, diesbezüglich seiner Meinung.

Sollten die AfD-Abgeordneten in weiteren wichtigen Punkten von den Beschlüssen der Partei abweichen, drohe eine Spaltung der AfD. „Und die kann keiner von uns wollen.“"
Eine Spaltung dieser Partei würde Deutschland und die Welt leicht verschmerzen. Sie ist so unnötig wie ein Kropf. Die Welt ist voll von solchen Parteien nebst professoralen Erbsenzählern, deren politischer Verstand ausreicht um in Talk-Shows mitschwätzen zu können. Mehr nicht. So wie Vertreter anderer Parteien auch.

FH