Montag, 16. Februar 2015

Hamburg bestätigt Bundestrend - Wahl ohne Wähler

Mowitz
Gestern Abend waren die Bildschirme zugemüllt von lauter Siegern. Wahlsiegern. Das tat der gekauften Demokratie gut. Fast alle Parteien die sich der Wahl stellten, flogen nicht raus, sondern rein. Und mit welchen Traumergebnissen. Die S?PD, im Bund schon zur Schrumpfpartei verkommen, blähte sich nach Auszählung kaum abgegebener Stimmen auf satte 45,7 Prozent auf. Donnerlittchen! Bei einer Wahlbeteiligung von 56,6 Prozent entspricht das nicht mehr als 25,8 Prozent der Wahlberechtigten und sie schrammte mit diesem "Traumergebnis" nur mit 2-3 Sitzen an einer absoluten Mehrheit in der Bürgerschaft vorbei.

Wenn sich das Nichtwählen der deutschen Wählerschaft weiter so entwickelt wie in den letzten Jahren, ist die deutsche Demokratie schon sehr schnell an dem Punkt angelangt, wo sogar die gebündelten Wählerstimmen aller in den Parlamenten vertretenen Parteien nur noch eine von den Wahlberechtigten verschmähte Minderheit ausmachen. Eine delegitimierte Demokratie, die sich ihre Legitimation nicht mehr beim Wähler holt, sondern allein beim Wahlrecht. Zu guter Letzt wird das Wahlrecht in seiner unsäglichen Weisheit auch einer Partei 100 Prozent aller zu vergebenen Sitze im Parlament bescheren, wenn nur noch ein Wähler zur Wahl geht und eine gültige Stimme für sich und seine Partei abgibt. Was zumindest das Auszählen der abgegebenen Stimme erleichtern und beschleunigen würde, was besonders dem komplizierten Hamburger Wahlrecht nur guttun würde.

Man sollte sich allerdings jetzt schon Gedanken darüber machen, welcher Sitzverteilungsmodus angewandt wird, wenn gar kein Wähler mehr seine Stimme abgibt. Dann haben wir ein Problem.

Ich glaube nicht, dass es die Laberfiguren der Politik wirklich stört wie sie ins Parlament kommen, dessen Rechte sie ja schon lange an die Konzerne abgetreten haben. Hauptsache sie mogeln sich irgendwie rein und spielen Volksvertreter.

Die Stunde der Magenblähungssprüche nahmen gestern wieder volle Fahrt auf, kaum das man sich im Wahlstudio räkelte und die "Beingate"-FDP keck erklärte, dass sie auf einen Scholz-Anruf warte, der sie mit ihren 4,1 Prozent der Wahlberechtigten zum Regierungspartner mache. Ausgeschlossen ist das nicht. Denn in einer Wahl mit lauter Verlierern muss man sich die Sieger selbst, mit Hilfe unserer Lügenpresse, zurechtlügen. Sonst bricht heilloses Chaos aus. Ein Parlament, bestehend aus lauter Verlierern sieht überhaupt nicht gut aus und kommt in der Vorstellungswelt des Establishments auch nicht vor.

Was sollen sie also sonst auch machen?

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist. (Tacitus)

FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen