Sonntag, 8. März 2015

Bereitet die Ukraine einen Angriff auf Russland vor? Sie bringt bereits Flugabwehrraketen in Stellung

Eric Zuesse, ein US-amerikanischer Anthropologe und investigativer Autor, sieht Anzeichen dafür, dass die Ukraine einen Angriff auf Russland vorbereitet.

Von Eric Zuesse
Global Research, 27.02.15

Die durch einen Staatsstreich an die Macht geputschte Führung der Ukraine hat schon wiederholt damit gedroht, Russland zerstören zu wollen; seit 24. Februar bringt sie ihre für dieses Vorhaben wichtigste Waffe in Stellung: das moderne ABM-System S-300 (zur Flugzeug- und Raketenabwehr s. hier)
"Das S-300-System gilt als eines der besten Flugabwehrsysteme, die zur Zeit eingesetzt werden. Sein Radar ist in der Lage, gleichzeitig bis zu 100 Ziele zu erfassen und Raketen auf 12, 24 oder sogar 36 Ziele zu lenken. Das System ist in fünf Minuten einsatzbereit. Die S-300 werden in versiegelten Behältern gelagert und sind völlig wartungsfrei. Eine weiterentwickelte Version der S-300 ist die S-400, die 2004 in die praktische Erprobung ging und bei der NATO als SA-21 Growler bezeichnet wird." Wikipedia
Die S-300, die auch als SAM C-300 bezeichnet wird, soll vor Vergeltung schützen. Wie alle ABM-Systeme ist sie gegen die Waffen gerichtet, die (einen vorausgegangenen eigenen Angriff überlebt haben und) Vergeltung üben sollen. Daher zählen die als "Verteidigungswaffen" ausgegebenen ABM-Systeme eigentlich zu den aggressivsten Waffen. Sie wurden speziell dafür entworfen, einen Vergeltungsschlag eines angegriffenen Staates zu verhindern, und sollen die Bomber (und Raketen abfangen), die der Überfallene nach dem Angriff noch zur Vergeltung starten kann. Die S-300-Technologie wurde in Russland entwickelt.

Aus einem Bericht vom 24. Februar geht hervor, dass S-300-Systeme in der Nähe von Odessa gesichtet wurden [s. hier]. Das obige Bild ist diesem Bericht entnommen.

Hier sind auch Videos vom Transport der S-300 am 24. und 25. Februar 2015 aufzurufen.

Der Raketentransport ist am schlüssigsten damit zu erklären, dass die am 24 Februar 2014 an die Macht geputschte, antirussische ukrainische Regierung [s. hier] vorhat, die NATO in einen Krieg mit Russland zu verwickeln – indem sie einen begrenzten russischen Angriff provoziert, auf den sie mit den in Stellung gebrachten S-300 reagieren kann. Nach der Abwehr des russischen Angriffs könnte die NATO behaupten, die Ukraine gegen die Aggression Russlands verteidigen und Russland in einem großen Krieg eliminieren zu müssen. Darauf arbeiten die gegenwärtige Führung der Ukraine und ihre Anhänger schon die ganze Zeit hin [s. dazu auch hier].

Andere Begründungen dafür, dass die Ukraine die ABM-Systeme gerade jetzt in Stellung bringt, sind nicht stichhaltig, weil sie nur zur Abwehr eines Vergeltungsschlages geeignet sind.

Diese Raketen werden als "rein defensive Waffen" ausgegeben; die ukrainische Regierung will nicht auf die von dem US-Präsidenten Obama angekündigten "Defensivwaffen" warten, sondern die einsetzen, über die sie bereits verfügt.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass auch Russland vor dem Referendum auf der Krim am 16. März 2014 dort S-300-Systeme stationiert hat; in diesem Referendum wurde darüber entschieden, ob die Krim, wie von 1783 bis 1954, wieder zu Russland gehören oder sich der neuen ukrainischen Regierung in Kiew unterordnen sollte. Russland hat sein Verhalten damals damit begründet, dass es die ukrainische Luftwaffe davon abschrecken wollte, die Krim während des Referendums, das die Ukraine verhindern wollte, zu bombardieren. Die Ukraine könnte heute ähnlich argumentieren und behaupten, sie habe die ABM-Systeme in Stellung gebracht, um einen drohenden russischen Luftüberfall auf die Ukraine zu verhindern.

Ob die Bereitstellung von ABM-Systemen tatsächlich eine Defensivmaßnahme ist, kann nur aus der jeweiligen Bedrohungssituation heraus entschieden werden. Da ABM-Systeme eigentlich Vergeltungsangriffe abwehren sollen, ist zu fragen, ob ein Vergeltungsangriff droht, der allein die Aufstellung von ABM-Systemen rechtfertigen könnte? Wenn eigentlich nicht mit einem Vergeltungsangriff zu rechnen ist, aber trotzdem ABM-Systeme aufgestellt werden, dann geschieht das, weil (von Seiten der Ukraine) ein Angriff (auf Russland) vorbereitet wird, der einen (russischen) Vergeltungsschlag zur Folge hätte.

Die als "Defensivwaffen" ausgegebenen ABM-Systeme gehören deshalb zu den aggressivsten Waffen, weil sie die Vorbereitung eines Angriffs ankündigen, nach dem mit einem Vergeltungsangriff gerechnet wird. Die Ukraine hat das Referendum auf der Krim als Angriff auf die Ukraine gewertet, ihre eigenen ABM-Systeme damals aber nicht in Stellung gebracht. Warum gibt sie dann vor, jetzt mit einem russischen Überfall rechnen zu müssen? Seit der Machtergreifung behaupten die Putschisten, der Ukraine drohe eine russische Invasion. Die US-Regierung und ihre europäischen Vasallen haben diese Behauptung gestützt. Aber erst jetzt stellt sich die Ukraine tatsächlich auf die Abwehr eines Angriffs ein. Dabei gibt sie vor, mit einem Überfall Russlands auf die Ukraine zu rechnen, trifft in Wirklichkeit aber Maßnahmen, um sich vor einem russischen Vergeltungsschlag zu schützen, und fordert den Westen damit auf, einen Überfall auf Russland vorzubereiten.

Der investigative Historiker Eric Zuesse ist der Autor der kürzlich veröffentlichten Bücher "They’re Not Even Close: The Democratic vs. Republican Economic Records, 1910-2010" (Sie kommen sich noch nicht einmal nahe: Die Wirtschaftsberichte der Demokraten und der Republikaner in den Jahren 1910-2010) und "CHRIST’S VENTRILOQUISTS: The Event that Created Christianity" (Die Bauchredner Christi: Das Ereignis, aus dem sich das Christentum entwickelte).

Übersetzung luftpost-kl.-de

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