Mittwoch, 15. April 2015

Verkehrte Welt: Terrorstaat USA streicht Nichtterrorstaat Kuba von seiner Terrorliste

Mowitz
Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, werden nach einer internationalen Umfrage mit großem Abstand als "größte Bedrohung für den Weltfrieden" angesehen.
"Am 14. Oktober (2014) wurde in der Titelgeschichte der New York Times über eine Studie der CIA berichtet, in der die wichtigsten, vom Weißen Haus veranlassten terroristischen Operationen rund um die Welt auf Faktoren überprüft wurden, die zu deren Erfolg oder Misserfolg geführt hatten; dabei kam heraus, dass die wenigen Erfolge, die damit erzielt werden konnten, ein Überdenken dieser Politik (der verdeckten Operationen) notwendig machen. Eine deutsche Übersetzung dieses Artikels ist hier nachzulesen. In dem Artikel wird auch der Auftrag zitiert, den Obama der CIA erteilt hat: Die Untersuchung sollte Fälle aufzeigen, in denen "die Finanzierung und Bewaffnung von Aufständischen in einem anderen Land den erhofften Erfolg gebracht hat". Weil die CIA kaum Erfolge vorweisen konnte, zögere der US-Präsident jetzt, derartige CIA-Operationen fortzusetzen."
Die USA hatten Kuba 1982 auf die Liste gesetzt, weil es Mitgliedern der baskischen Unabhängigkeitsbewegung ETA und der kolumbianischen FARC-Guerilla Asyl gewährt haben soll. Es darf davon ausgegangen werden, dass das nur die gewöhnlichen Scheinargumente sind um kapitalismuskritische, linksgerichtete Bewegungen und deren Kampf zu diskreditieren. Beweise für ihre Behauptungen, um Kuba auf eine US-eigene "Terrorliste" setzen zu können, waren kaum zwingend notwendig. Nun haben die USA Kuba nach 33 Jahren von ihrer Terrorliste gestrichen. Der Welt größter Terrorstaat musste am Ende klein beigeben und eine seiner größten Niederlagen eingestehen. Keine CIA-Mordanschläge auf Fidel Castro, keine Schweinebucht-Invasion, kein Embargo gegen das kubanische Volk hat die kubanische Revolution wieder rückgängig machen können. Eine heroische Leistung des kubanischen Volkes und seiner Führung.

Der Sieg eines kleinen 11 Mio. Volkes, getragen von einer revolutionären marxistischen Idee, gegen den mächtigsten, von Konzernen und Finanzkapital gekauften Staat der Welt, für den Solidarität bis heute ein Fremdwort geblieben ist, und dem außer eines faschistischen und zu Ende gehenden "amerikanischen" Jahrhunderts, the Project for the New American Century (PNAC), nichts anderes übrig blieb, als verzweifelt ein neues amerikanisches Jahrhundert auszurufen, was er bereits getan hat, um zu versuchen die Welt weiter am Nasenring durch die Manege zu führen. Nun hofft er, dass zumindest das zweite "amerikanische" Jahrhundert erfolgreicher verlaufen möge. Ob die Welt es zulässt? Wer dann noch lebt, wirds erleben. Ich hoffe nicht.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die ETA beispielsweise wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur in Spanien gegründet, ein Regime das sich zahlreicher Verbrechen unter seiner faschistischen Herrschaft hat zuschulden kommen lassen und eine Opposition in Spanien nicht zuließ. Auch die FARC war eine linksgerichtete Freiheitsbewegung die in Kolumbien gegen rechtsgerichtete paramilitärische Gruppen und Drogenkartelle kämpfte. Auch das nach kapitalistisch-bürgerlichem Selbstverständnis, Grund genug um FARC als "terroristisch" einzustufen. Rechtsgerichtete paramilitärische Gruppen und Drogenkartelle nicht. Nun ist es ja nicht so, dass die ganze Welt beispielsweise die FARC als Terroristen bezeichnet, sondern es ist eine kleine, aber bedeutende Minderheit, die glaubt die Weltgeschicke zu lenken. Und wenn man etwas genauer hinschaut, bleiben am Ende nur die Vereinigten Staaten übrig. Der Rest sind von den USA abhängige Vasallen die keine eigenständige Politik, die nicht im Sinne des Imperiums ist, machen dürfen.

Die FARC-Guerillas werden nämlich nur von Kolumbien, Peru, den Vereinigten Staaten, Kanada und den 28 EU-Mitgliedsstaaten als terroristische Organisation eingestuft. Bei weltweit über 200 Staaten bedeutet das, dass 170 Staaten diese "Terrorliste" überhaupt nicht als Terrorliste anerkennen. Diese kleine Minderheit wird im Bewusstsein der Bevölkerung in dem sogenannten "aufgeklärten" Teil der Welt als "Weltgemeinschaft" in Erinnerung gerufen. Auch bei allen anderen internationalen Entscheidungen. Und davon gibt es eine ganze Menge.

Das erklärt wohl auch das internationale Umfrageergebnis, das die USA, ungerührt, Weltgemeinschaft hin, Weltgemeinschaft her, mit großem Abstand auf Platz 1 der Liste terroristischer Staaten setzt.

FH

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