Dienstag, 12. Mai 2015

Die Verheißungen des Kapitalismus: Überwachungsnepp heute - Dolchstoß für singende Senioren - Wer schützt uns vor dem Urheberrecht?

Herresbach Politische Cartoons


Altwerden ist weder leicht noch schön. Früher nicht und heute schon gar nicht. Neben Rentenkürzungen und im Alter vermehrt auftretenden Zipperlein, läuft auch das monatliche Treffen von zehn Seniorinnen und einem Senior, im 2500 Seelen zählenden Schleswig-Holsteinischen Dörfchen Fahrdorf, Gefahr, Opfer der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, (Gema), zu werden.

Um die Einnahmequellen besser sprudeln zu lassen, hat sich die Gema wohl als weiterführende Idee das Durchforsten von Kleinanzeigen für die rechtlich anscheinend einwandfreie Abzockerei einfallen lassen. Es sei denn, der Urheber ist seit mehr als 70 Jahren tot. Dann bleibt sowohl der Urheber, aus leicht nachvollziehbaren Gründen, als auch die Gema außen vor. Die Schleswiger Nachrichten zitieren die Gema-Sprecherin Gaby Schilcher, nach deren Angaben Mitarbeiter der Gema täglich „Tausende solcher Meldungen“ auswerten.

Die älteren Damen und der ältere Herr werden jetzt verstummen müssen, um nicht zur Kasse gebeten zu werden, falls es nicht bereits zu spät dafür ist. Von einem Unrechtsbewusstsein des Gesetzgebers, der solche Absurditäten erst möglich macht, ist nicht auszugehen.

Umsonst ist im Kapitalismus ja sowieso nichts. Selbst der Tod kostet; und zwar das Leben.

Im Kulturcafé am Rande des Örtchens Fahrdorf wird es still werden. Mucksmäuschentotenstill. Auch das eine Folge des Wahlspruches: Geld, oder Leben. Der Altersnachwuchs wird sich hüten. So wird das Leben noch zu Lebzeiten eine Ware des Todes.



Der Wettlauf mit dem Umwelttod

Kulturen, die nicht anerkennen, dass das menschliche Leben und die natürliche Welt eine geheiligte Dimension haben, einen immanenten Wert jenseits vom Geldwert, kannibalisieren sich selbst bis sie sterben. Sie plündern rücksichtslos die natürliche Welt und die Mitglieder ihrer Gesellschaft im Namen des Fortschritts bis zur Erschöpfung oder bis zum Kollaps, blind für die Wut ihrer Selbstzerstörung. Das Ausströmen des Öls in den Golf von Mexiko, geschätzt auf vielleicht mehr als 100 000 Barrel (à 164 l) täglich, ist Teil unseres verrückten Todesmarsches. Es ist ein weiterer Schlag, ausgeteilt vom kapitalistischen Staat: der Handel von Leben gegen Gold. Aber diesmal wird der Kollaps, wenn er kommt, nicht auf die Geographie einer verfallenen Zivilisation beschränkt bleiben. Er wird weltweit sein. Chris Hedges

Shell darf ab dem Sommer im arktischen Ozean nach Öl und Gas bohren. Eine entsprechende Erlaubnis hat die US-Regierung unter Auflagen erteilt. Umweltschützer warnen vor unüberschaubaren Risiken. spon

Auch andere Wettläufer stehen bereits in ihren Startblöcken um am Wettrennen des Todes teilzunehmen.



BND: In der großen Koalition liegen „die Nerven blank“

Vertreter der Koalition sind bemüht, „im Ausschuss mit allerlei Verfahrenstricks Zeit zu schinden, indem man über Verfahrensfragen diskutiert“. Sputnik



Amerikanische Erpressungsversuche kontraproduktiv

Venezuela genießt nun mehr Unterstützung aus Lateinamerika als vor den Sanktionen welche die US-Regierung im März 2015 gegen Venezuela verhängte. Die USA erleiden z. Z. einen globalen Machtverlust. IRIB



Bayern gegen Barcelona: Transnationale Geldsäcke unter sich

Schnelle Flügelspieler hin, lahme Enten her. Hauptsache die Abendkasse stimmt am Ende der Veranstaltung. Urheberrechte sind gut für ihre Vermarkter. Für den Fußball mit Herz, Leib, Seele und Bauch nicht.



FH

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