Dienstag, 30. Juni 2015

Die Bombensparabwürfe der Troika treffen unterschiedslos Krankenhäuser, Schulen, Wirtschaft und das gesamte zivile Leben

Professor Michel Chossudovsky: Wenn eine IWF-Delegation in ein Land kommt und den Abbau sozialer und wirtschaftlicher Einrichtungen als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangt, unterscheidet sich das nicht besonders von der physischen Zerstörung durch NATO-Bombenangriffe. Der IWF verlangt die Schließung von Krankenhäusern, Schulen und Fabriken. Von den Kosten her ist das natürlich viel effizienter als die Bombardierung dieser Krankenhäuser, Schulen und Fabriken, wie sie es in Jugoslawien betrieben haben, aber das Ergebnis ist ziemlich gleich: die Zerstörung des Landes. Der IWF verfügt über das MAI - das Multilaterale Abkommen über Investitionen. Das ist das endgültige Abkommen betreffend Investitionen. Die Unterschrift unter dieses hat die wirtschaftliche Zerstörung des angepeilten Landes zur Folge. Und - Krieg ist einfach die letzte Konsequenz aus dem MAI. Quelle

Mowitz
Wann sind den Europäern ihre Ideale eigentlich abhandengekommen? Falls sie je welche hatten. Die merkelsche "Vision" von Europa, hat sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit von Konzernen, Banken und Erbsenzählern abgeschaut. Übrig bleibt ein Europa, das international wettbewerbsfähig zu sein hat. Ein Europa, dass mit niedrigen Löhnen, Renten und Kahlschlägen im Sozialbereich Märkte erobern soll. In Deutschland hat es der Hartz-IV-Kanzler, der Genosse der Bosse, Gerhard Schröder vorgemacht. Ein Modell, das die Luschen von heute noch immer staunend als notwendige "Reformen" bewundern. Keiner der Luschen wagt es laut zu sagen: "Mehr als so gibt der Kapitalismus nicht her!" Der Kaiser ist nackig. Hätten alle Länder ihren Bürgern im Namen der Wettbewerbsfähigkeit eine Agenda 2010 verpasst, hätte sich doch an der Wettbewerbsfähigkeit nichts geändert. Die wäre nach der "Reform" auf demselben Wettbewerbsfähigkeits-Niveau geblieben wie vor der Reform. Nur eben mit niedrigeren Löhnen für alle Beteiligten. Wettbewerbsfähigkeit mit vermehrter Armut der 99 Prozent zu bezahlen, ist die Herrschaft des Kapitals über die Demokratie, (Herrschaft des Volkes). Kapitalistische Spielregeln sind an Interessen gebunden. An Kapitalbesitzerinteressen.

Die Verheißungen des Kapitalismus, haben als Ersatzreligion nie den Beweis angetreten, dass die These von Reichtum oder zumindest bescheidenen Wohlstand auf jeden zutrifft, der nur fleißig genug arbeitet. Internationale Finanzmärkte als Heilsbringer des Reichtums für jedermann. Nicht durch Arbeit, sondern durch Wetten und Spekulationen. Was dazu führt, dass der wachsende Reichtum, den es ja durchaus gibt, (aber nicht durch "erarbeitete" Finanzblasen), in immer weniger Hände landet und die ebenso wachsende Armut in immer mehr Hände gerät. Das nennt man verschämt, "die Schere zwischen Arm und Reich spreizt sich weiter." Hört sich doch sehr viel schöner an als zu sagen die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Genau dieser Vorgang ist im Kapitalismus systemimmanent und die (Ä)liten hüten sich tunlichst dieses Phänomen in den Mittelpunkt irgendeiner Agenda zu stellen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Gestern war der Tag danach. Der Tag nach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen den EU-Institutionen plus IWF auf der einen Seite und Griechenland auf der anderen. Und der Tag an dem die Propagandamaschinen in Berlin und Brüssel auf Hochtouren mit voller Laustärke desinformierten, ließen sie den sehr viel leiseren Griechen nicht ein Minimum an Fairness zukommen. Deutschland und Europa wenn sie am hässlichsten sind. Sozusagen richtig Wall Street-like.

Fehlende strukturelle Reformen und Nichterfüllung der EU-Kriterien für eine Aufnahme in die Euro-Zone waren den Verantwortlichen und ihren Experten in Brüssel und Berlin schon lange bekannt. Immerhin trat Griechenland bereits 1981 der Europäischen Gemeinschaft bei.

Die Dämonisierung von SYRIZA ist einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass sie links ausgerichtet ist. Ein Unding in einem Europa wo wieder "Deutsch" gesprochen wird und der Kommissionspräsident Meister der Hintertreppe ist:
"Herbergsvater der Banken. Von den heutigen 150 Banken (in Luxemburg) sind nur drei einheimische. Die Geldhäuser haben mit der finanziellen Versorgung der Bevölkerung nichts zu tun. Sie könnten ihre Transaktionen auch zu Hause machen – aber Luxemburg bietet für zahlreiche Finanzprodukte das niedrigste Regulierungsniveau. Das wiegt die Kosten auf, die durch den aufwendigen Betrieb in der Finanzoase entstehen. Die Profite steigen – zulasten der Staatshaushalte und der Rechtssicherheit in den Herkunftsstaaten der Banken. Das kleine Großherzogtum kann es sich leisten, auf der OECD-Liste zur Steuerregulierung als »nicht konform« zu stehen." Werner Rügemer, junge Welt
Das Merkel als Bundeskanzlerin der stärksten europäischen Wirtschaftsnation total überfordert ist, warf ihr Helmut Kohl bereits 2011, laut Spiegel, mit den Worten vor: "Die macht mir mein Europa kaputt." (Helmut Kohl hat inzwischen gegenüber der "Bild"-Zeitung behauptet, die ihm im Spiegel zugeschriebenen Äußerungen seien frei erfunden. Der Spiegel dagegen bleibt jedoch bei seiner Darstellung.)

FH

1 Kommentar: