Samstag, 20. Juni 2015

Europa nicht mehr die Nabelschnur der Welt? Die Rolle Russlands in der Welt wächst

Mowitz
Chapeau, Alexis Tsipras! Zwar ist das schon lange keine Neuigkeit mehr, aber es aus dem Mund eines (noch?) amtierenden, demokratisch gewählten Ministerpräsidenten des EU-Mitgliedstaates Griechenland zu hören, hat schon etwas für sich. Griechenland sitzt sowieso am längeren Hebel. Nicht umsonst löst die Gefahr einer Pleite Griechenlands mehr Angst und Schrecken in Europa aus, als in Griechenland selbst. Frau Merkel, die ja vor jedem ökonomischen Beschluss Rat bei der Finanzindustrie sucht um eine Entscheidung treffen zu können, (s. hier), sieht sicher auch Russlands Bedeutung wachsen, ist aber fest in der Hand der Wall Street-Regierung, die auch in der EU entscheidet wo es langzugehen hat. Im Klartext bedeutet das, dass der Handel zwischen den USA und Russland floriert, er hat im letzten Jahr mit sechs Prozent zugelegt, der zwischen Russland und der EU ist dagegen um minus zehn Prozent eingebrochen.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Kurzfristig muss die Regierung Tsipras aufpassen, dass auf Athens Straßen keine CIA-Bunte-Regime-Change-Revolution ausbricht, wie vor über einem Jahr in Kiew, an deren Teilhabe heute weder Merkel noch Obama erinnert werden wollen. Wenn es stimmen sollte was das deutsche Fernsehen gestern meldete, nämlich dass in Griechenland Forderungen bei Gegendemonstrationen immer lauter würden, die einen Verbleib Griechenlands in der EU und den Euro fordern, wird man sicher schon sehr bald auch US/EU bezahlte Revolutionsgardisten in Griechenland in Augenschein nehmen können - und Frau "Fuck the EU" Nuland, Wurstbrote an regierungskritische "Revolutionäre" verteilen sehen. Griechenland hat ja durchaus schon seine Erfahrung mit Militärputschen gemacht.

Dass Russland einer der bedeutendsten Partner ist, gilt nicht nur für Griechenland, sondern sollte es auch für das ganze Europa sein. Die immer enger werdende wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China, Russland, der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und der BRICS-Gruppe, löst in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ernsthafte Befürchtungen aus, ihre globale Hegemonstellung zu verlieren. Diese Furcht hat sie ja auch veranlasst den Ukraine-Konflikt auszulösen. Um Russland "einzudämmen" wie es in Orwells Neusprech heute heißt. Die Wall Street-Regierung wird gezwungen werden ihre Defizite nicht mehr über die schnellen digitalen "Druckerpressen" der regimeeigenen Weltleitwährung Dollar zu finanzieren, sondern wie jeder andere Staat auf dem Planeten auch, über Währungskörbe die in international verflochtene Volkswirtschaften eine Alternative zur Wechselkursbindung an eine einzelne Währung wie den Dollar sind. Das wird a) die Machtstellung des Dollars und damit des Imperiums reduzieren und ist b) gut für den internationalen Wettbewerb und gegen eine fortschreitende Monopolisierung der internationalen Wirtschaft in vom Westen dominierten Konzernen.

Im gleichen Umfang wie die Dominanz der USA und des gesamten Westens überhaupt abnimmt, wird die entstehende Lücke durch den Zuwachs an wirtschaftlichen Aktivitäten durch neue, aufstrebende Wirtschaftsmächte abgelöst.
"In nächster Zeit werden die Länder des Asiatisch-Pazifischen Raumes als wichtigste Quelle für die weltweit wachsende Nachfrage nach Waren und Dienstleitungen dienen, diese Tendenz ist unvermeidlich, wie Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Plenarsitzung des Petersburger internationalen Wirtschaftsforums erklärte". Sputnik
Die Welt wird sich aus einer Wall Street-Sanktionspolitik befreien, die weder durch die US-Army noch der perversen US-Aufzucht von islamistischen IS/al Qaida/al-Nusra Terrorgruppen zur Destabilisierung ganzer Regionen auf Dauer aufrechtzuerhalten ist.

FH

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