Freitag, 10. Juli 2015

Deutsche Werteindustrie: Rüstungskonzerne an 90 Prozent aller Korruptionsfälle in Griechenland beteiligt?

Mowitz
Zur Korruption gehören, wie wir alle wissen, immer wenigstens zwei Partner die bereit sind außerhalb der Legalität miteinander zu kooperieren. Einer der korrumpiert und einer der sich korrumpieren lässt. Dass der europäische Wertestaat Griechenland durch und durch korrumpiert ist, lernten die Deutschen spätestens seit den immensen TV-Schwatzbudensendungen der letzten Monate kennen. Ebenso wie man sich ein Feindbild vom faulen Griechen zurechtzimmert, der viel zu früh in Rente geht, kein Katasteramt hat, keine Steuern von den Wirtschafts-Eliten erhebt und Beamte hat, die inkompetent und korrupt sind. "Wir" spielen doch mit in den Korruptionsskandalen der Reichen und Konzerne. Ganz vorne. Donnerwetter, das wussten sie doch schon alle vorher. Seit Jahrhunderten schon. "Uns" machen sie, (die Griechen), nichts vor. Die sollen doch bitteschön erst mal ihre Hausaufgaben machen und die Korruption abschaffen, bevor sie nach einem Schuldenschnitt schreien, den wieder die besonders fleißigen und ehrenwerten Deutschen bezahlen sollen. "Wir" sind doch nicht die Zahlmeister Europas. Und korrumpieren, tun die Deutschen nur aus Not. Wenn überhaupt. Sie wollen doch nur zurück an die Export-Spitze.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Einer der Hauptprofiteure griechischer Staatsausgaben, sind neben den kapitalistischen Wertefinanziers der internationalen Hochfinanz, die via üppige Zinszahlungen sowieso schon zu den Hauptbegünstigsten des kapitalistischen Wertesystems gehören, eben auch deutsche Rüstungskonzerne, die dem zahlungsunfähigen Griechenland die eine Waffe nach der anderen als "alternativlos" aufs Auge drücken. Frau Mekel vergisst nicht mit mahnenden Worten Griechenland daran zu erinnern, dass die offenen Rechnungen an deutsche Waffenhersteller unbedingt zu bezahlen sind, (damit weitere U-Boote für lau an Israel geliefert werden können?). So lese ich heute bei RT DEUTSCH, dass an etwa 90 Prozent aller griechischen Korruptionsfälle deutsche Firmen beteiligt sein sollen.
"Wie bereits im Februar dieses Jahres die Zeitung Junge Welt berichtete, sind in 90 Prozent aller griechischen Korruptionsfälle deutsche Firmen beteiligt. Darunter auch sehr prominente Unternehmen wie Siemens oder der Waffenfabrikant Krauss Maffei Wegmann. So zahlte beispielsweise Siemens 60 Millionen Euro Bestechungsgeld, um öffentliche griechische Aufträge zu erhalten. Krauss Maffei Wegmann zahlte 1,7 Millionen Euro Schmiergeld für den Abschluss von Rüstungsdeals. Beide Fälle werden derzeit juristisch verhandelt. Andere deutsche Rüstungskonzerne schreckt dies jedoch nicht ab, ähnlich zu agieren. Mal geht es um Panzer-Lieferungen an Griechenland, ein anderes mal um Flugabwehrsysteme. Stets profitieren dabei deutsche Unternehmen. Die Zeche hat der griechische Staatshaushalt zu zahlen, der wiederum von Steuergeldern aus den restlichen EU-Mitgliedsstaaten gestützt wird."RT DEUTSCH
Als ich mit der Suchanfrage "deutsche bank korruption" im Netz googelte, bekam ich 308.000 Ergebnisse in 0,52 Sekunden als Antwort. Bei "Siemens Korruption" 149.000 Ergebnisse in 0,56 Sekunden. Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei brachte es immerhin auf 7.330 Ergebnisse in 0,35 Sekunden bei der Suche nach "kraus maffei korruption."

Die häufigen Erwähnungen der genannten Beispiele zum Thema Korruption sind so reichhaltig, dass die Menge es schon gar nicht mehr zulässt, sich ein stichhaltiges Bild im Einzelnen zu machen. Aber ich glaube nicht, dass ich verkehrt mit der Annahme liege, dass es nicht korrumpierte Häuptlinge in Drittländer sind, die das große Übel der internationalen Korruption als Ganzes ausmachen, sondern die (Ä)liten unseres gemeinsamen (W)ärtekanons Kapitalismus. "Unsere kulturellen Werte, geprägt durch eine christlich-jüdische Tradition, der sich die CDU besonders verbunden fühlt, und historischen Erfahrungen sind die Grundlage für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und bilden unsere Leitkultur", nannte es die CDU in einem Leitantrag 2010. Der gilt wohl immer noch. Das sind die Floskeln, mit denen der Kapitalismus vertuscht werden soll, obwohl er es ist der die Agenda setzt. Die christliche wie die jüdische.

FH

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