Mittwoch, 8. Juli 2015

Erinnerungspolitik: Sahra Wagenknecht hilft CSU Erinnerungslücken zu schließen - Lieber Militärjunta als fehlende Stabilität?

Dramatische Folgen der griechischen Schuldenkrise
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de

Sahra Wagenknecht, MdB Die Linke, in einer Presseerklärung vom 07.07.2015:

"Statt mit Unwahrheiten und Ressentiments Stimmung gegen Griechenland zu machen, sollte die CSU lieber ihre eigene Vergangenheit aufarbeiten. Schließlich gehörte die CSU unter Franz Josef Strauß zu den offenen Befürwortern der griechischen Militärdiktatur, unter der zwischen 1967 und 1974 zehntausende Griechen eingesperrt, gefoltert und nicht wenige sogar ermordet wurden", kommentiert Sahra Wagenknecht aktuelle Forderungen der CSU nach einem Ende der Gespräche mit Griechenland sowie einem Rauswurf des Landes aus der Eurozone. Die Erste Stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Franz Josef Strauß hat die griechische Militärjunta damals dafür gelobt, dass sie dem Land wieder 'Stabilität' verschafft hätte. Ich frage die CSU, ob ihr im Fall Griechenlands auch heute noch die vermeintliche Stabilität einer Militärdiktatur lieber wäre als eine Demokratie, bei der die Bevölkerung eben zuweilen anders votiert als es mancher gern hätte. Wie sonst sind die Äußerungen von CSU-Generalsekretär Scheuer zu verstehen, der den gewählten Ministerpräsidenten eines EU-Landes als 'linken Erpresser und Volksbelüger' beschimpft, der mit seiner 'schmutzigen Tour' nicht durchkommen dürfe? Oder will die CSU nur davon ablenken, dass auch sie dafür verantwortlich ist, dass Deutschland seit 2010 die Haftung für die Schulden des schon damals überschuldeten Griechenland übernommen hat und so auf verantwortungslose Weise über 60 Milliarden Euro deutsche Steuergelder verschleudert wurden? Im Unterschied zur CSU hat DIE LINKE schon damals darauf hingewiesen, dass ein Großteil dieses Geldes verloren sein wird und deshalb dagegen gestimmt."

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Mowitz, den Faschisten, sind ihre Brüder im Blut, der Wall Street und im Geist, der City of London, doch natürlich näher, als die Menschen, die Freiheit und Demokratie anstreben.Jeder Faschist, ist für sie, schließlich eine Herzensangelegenheit, kann man aktuell, im nahen Osten und in der EX Ukraine sehen, im Lateinamerika, gehen ihnen ihre Brüder, so langsam aber sicher aus. Daher ja die einhellige Unterstützung, der Demokratiebestrebungen, in Griechenland, von den wachsenden Demokratien Lateinamerikas.

    AntwortenLöschen
  2. Schon nicht uninteressant, nur was ist Geschichte und muss Geschichtsschreibung mit dieser Inhaltlich immer übereinstimmen? Letztlich geht es hier auch weniger um Demokratie oder Diktatur, sondern um Herrschaft, Herrschaft des Kapitals, es geht um Klassenkampf, dieses wird allerdings all zu oft vergessen, auch von der Ikone kommunistischen Seins in der Partei der Linken. In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass Demokratie auch nichts anderes ist, als ein Herrschaftsverhältnis und zwar im Interesse der herrschenden Klasse! Sie dient dem Interessenausgleich innerhalb der herrschenden Klasse, nicht dem zwischen herrschenden und beherrschten, wie den Menschen gern eingeredet wird. Solch Erklärungen sind ja nicht schlecht, sind sie doch auch etwas Balsam auf die ansonsten geschundene „Volksseele“, nur wessen Interesse haben Parteien wie die CSU zu dienen, da hat sich zur Vergangenheit heute nichts geändert! Und machen wir uns doch nichts vor, den Kräften des Kapitals war ein kapitalistischen Griechenland eben lieber, als ein sozialistisch ausgerichtetes. Es ist auch eine Illusion anzunehmen, dass die Mächtigen in EU-Europa Griechenland in irgendeiner Weise aus ihren Verantwortungsbereich entlassen werden. Entsprechende Drohungen mögen maximal zur Einschüchterung der eigenen Völker dienen und orientieren sich an mancher Illusion, welche über kapitalistisches Sein verbreitet wird.

    AntwortenLöschen