Mittwoch, 15. Juli 2015

In Griechenland wurde das Volk befragt - In Deutschland Meinungsumfragen bestellt

Mowitz
Sogar der IWF, finanzielle Massenvernichtungswaffe des westlichen Kapitalismus in dem das Wall Street Kapital, vertreten durch seine Regierung in Washington, bei wichtigen Entscheidungen, die mit 85 % Zustimmung beschlossen werden müssen und mit nur einem Stimmenanteil von 16,74 % bereits eine eigene Sperrminorität besitzt, warnt davor, dass die griechischen Schulden unhaltbar geworden sind. Das sollte sich doch eigentlich schon lange herumgesprochen haben. Bis hin zu den schwarzen Null-Wirtschaftskoryphäen Schäuble und Merkel.

Nie sind wir über den Feudalismus hinausgekommen. Noch immer stecken wir mittendrin. Und damit das auch weiterhin so bleibt, erfand man Weltbank, IWF und Börsen an denen Spekulanten mit Papieren, die sie gar nicht besitzen auf fallende Börsenkurse wetten können. Damit kann man Milliardär werden. George Soros ist so ein Milliardär, der es mit Leerverkäufen weit gebracht hat.

Der überwiegende Teil unserer Bevölkerung besteht aus abhängig beschäftigten Arbeitnehmern, die nicht Eigentümer von Fabriken und Unternehmen sind, sondern in Knechtschaft für Kapitalbesitzer arbeiten, an die sie die Wertschöpfung der von ihnen produzierten Waren abgetreten haben, und viele sich als Aufstocker durchschlagen. Offiziell kommen in Deutschland "nur" etwa 3 Millionen Arbeitslose vor, obwohl es 7 Millionen Hartz IV- und Arbeitslosengeldempfänger gibt, die erfolglos hinter einer Arbeit herhecheln die der im untergehenden und zum Dauerwachstum verdammten Turbokapitalismus schon lange nicht mehr hergibt und auch nicht mehr hergeben wird/kann.

Aber anstatt in neuen Bahnen zu denken und an einer Gesellschaft zu arbeiten, die auch ohne Nonsenswachstum bestens und vor allen Dingen nachhaltig zurechtkäme, bleiben die Vernichtungsmaschinen des Kapitalismus einem "Wachstum" verpflichtet, an dem sie schon längst aufgehört haben selbst zu glauben. Dass der griechische Ministerpräsident Tsipras sich gezwungen sah ein Abkommen zu unterschreiben, an das er selbst nicht glaubt und das die Handschrift der schwarzen Nullen Schäuble und Merkel trägt, ist nur aus der Sicht zu verstehen, dass, solange der Kapitalismus in seiner jetzigen Form noch die Macht im Universum ausübt, Tsipras gar keine andere Möglichkeit hatte, falls er nicht den schnellen Massentod von Rentnern und Kleinkindern billigend in Kauf nehmen wollte. Und das tun Linke, im Gegensatz zu Kapitalverbrechern, nun mal nicht.

Der IWF zelebriert z. Z. etwas, dass sich wie eine Bekehrung unterm Galgen liest, als er laut spon, in einem Bericht davor warnt, Griechenland stehe vor einem unüberwindbaren Schuldenberg - und eine Umschuldung müsse her. Trotzdem spricht keiner von ihnen davon, das System Kapitalismus, durch ein besseres zu ersetzen. Der Gedanke ist ihnen zu ungeheuerlich, als das sie wagen würden ihn auch nur ansatzweise zu denken. Sie sind eben Versager auf der ganzen Linie.

Stattdessen fluchen sie wie Kesselflicker und streiten sich hinter verschlossenen Türen in den Hinterzimmern der Macht, reparieren und flicken an Löchern im Fundament des Kapitalismus, obwohl das Fundament schon längst weggebrochen ist und den Blasen der Finanzwirtschaft Platz gemacht hat.

Dessen ungeachtet zählt man weiter Erbsen und will "Reformen" im Schnellverfahren durchziehen; verkaufsoffene Sonntage, die Privatisierung lohnender Stromnetzbetreiber, die Finanzmafia soll durch die Beseitigung sämtlicher Möglichkeiten zur politischen Einflussnahme gestärkt werden, die griechische Verwaltung soll "modernisiert" und ihre Kosten gesenkt, (entpersonalisiert) werden. Dann wird alles gut. So müssen es Merkel und Schäuble anscheinend versprochen haben. Wie in Deutschland mit seinem 7-Millionen-Arbeitslosen-und Hartz-IV-Aufstocker-Heer als die heute geltende allgemeine Verheißung des Kapitalismus, die sicher auch schon bald wieder Makulatur sein wird.

Bild: Wikimedia, gemeinfrei
Jeder französische Soldat trägt den Marschallstab in seinem Tornister, impfte bereits Napoleon seinen Soldaten ein, so wie jeder seines Glueckes eigener Schmied ist falls er nur fest daran glaubt. Napoleon machte sich in Moskau 1812 schnell in einer Kutsche aus dem Staub, oder Schnee wie es wohl treffender heißt, hinterließ eine geschlagene Armee die auf ihrer mühseligen Flucht aus Russland ihre Napoleon-Gefolgsamkeit sicherlich, aber eben zu spät, tief bedauerte, als die Russen Napoleons Herrschaft über Europa den Anfang vom Ende in Moskau bereiteten. Von den 610.000 Soldaten der "Grande Armée" sollen nur 20.000 bis 80.000 überlebt haben. Die Schätzungen liegen weit auseinander. 130 Jahre später machte der deutsche Gröfaz („Größter Feldherr aller Zeiten“) Adolf Hitler, die gleiche Erfahrung wie Napoleon nur mit dem Unterschied, dass er sich gar nicht erst die Mühe machte selber mit seinen Truppen nach Russland mitzumarschieren. Er blieb vorausschauend in Berlin und hockte lieber mit Blondie in seinem geliebten Bonker verdrängte das Ende und glaubte bis zuletzt an einen Endsieg. Ein klarer Fall von Wahrnehmungsstörungen. Die Entwicklung geht weiter und rührt sich trotzdem nicht von der Stelle.

Fabriken und Unternehmen, der heutige Großgrundbesitz, sind fest in den Händen von Großaktionären, den Großgrundbesitzern unserer Zeit. So wie wir sie aus der Zeit des Feudalismus nur noch aus Büchern kennen. Die Arbeitnehmer befinden sich wieder in einem Zustand von Abhängigkeit, der seit der Einführung der Globalisierung in den letzten dreißig/vierzig Jahren durch sogenannte "Reformen" immer mehr Platz einnimmt, die arbeitende Bevölkerung ärmer macht und sie wieder als Hörige in die Arme ihrer Ausbeuter zurückführte wo sie als persönlich Abhängige ihr Dasein fristen.

Nicht gerade die feine, demokratische Art seinen Anspruch auf die Herrschaft über den Planeten geltend zu machen. Sondern ein Rückfall in die "gute alte Zeit" der Barbarei.

FH

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