Montag, 27. Juli 2015

Princeton-Studie: Der Schimmel ist weiß - Der Rappe schwarz

Mowitz
DWN zitiert aus einer Princeton-Studie, nach der die USA keine Demokratie mehr sind, da politische Entscheidungen nicht mehr den Wünschen der Bürger nutzen, sondern den Interessen einer kleinen Wirtschafts-(Ä)lite dienen. DWN sortiert dieses Ergebnis unter "verblüffend" ein. Aber so war es doch immer schon. Die Interessen der Bürger wurden nur dann in den Vordergrund geschoben, wenn es galt die Interessen der (Ä)liten durchzusetzen und den Massen vorzugaukeln die Interessen der (Ä)liten seien deckungsgleich mit denen des Volkes. Auch dass außenpolitische Konflikte wirtschaftlichen Interessen hinterherlaufen und nicht Bürger-Interessen, ist nichts Neues.

Georg Herwegh wusste es:

"Gleich Kindern laßt ihr euch betrügen,

Bis ihr zu spät erkennt, o weh! –

Die Wacht am Rhein wird nicht genügen,

Der schlimmste Feind steht an der Spree."

Kurt Tucholsky wusste es sowieso:

"Der moderne Krieg hat wirtschaftliche Ursachen. Die Möglichkeit, ihn vorzubereiten und auf ein Signal Ackergräben mit Schlachtopfern zu füllen, ist nur gegeben, wenn diese Tätigkeit des Mordens vorher durch beharrliche Bearbeitung der Massen als etwas Sittliches hingestellt wird. Der Krieg ist aber unter allen Umständen tief unsittlich. Es ist nicht wahr, dass in unsrer Epoche und insbesondere in der Schande von 1914 irgend ein Volk Haus und Hof gegen fremde Angreifer verteidigt hat. Zum Überfall gehört einer, der überfällt, und tatsächlich ist dieses aus dem Leben des Individuums entliehene Bild für den Zusammenprall der Staaten vollkommen unzutreffend."

Auch George Orwell wusste worum es ging:

"Der Krieg wird von den Herrschenden gegen die eigenen Untertanen geführt - und sein Ziel ist weder ein Sieg über Eurasien oder über Ostasien - sondern die Aufrechterhaltung der Gesellschaftsstruktur."

Carl von Ossietzky kämpfte sein ganzes Leben gegen die Kriegslüge:

"Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert."
Merkel stürzt in Bayreuth vom Stuhl
Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Zum Schluss noch der Antiklimax im Bayreuther Schuhkarton der Großen und Wichtigen - Oder die Auflösung des Geheimnisses als Bundeskanzlerin Merkel zusammenbrach. Nicht sie brach während der Kaffeepause zusammen, sondern der Stuhl auf den sie sich setzte, tat es. Ein physikalischer Vorgang, wenn Belastung Belastbarkeit übertrifft. So banal kann Wirklichkeit sein. Wie die Princeton-Studie.

FH

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