Samstag, 4. Juli 2015

Weiß der Spiegel etwas was eigentlich noch keiner wissen kann? - Das Gequatsche vom "designierten" Ex-Premier Tsipras

Mowitz
Morgen entscheidet das griechische Volk selbst wie es weitergehen soll. Ja oder Nein zu einer völlig gescheiterten "spar-dich-tot-Austeritätspolitik" der EU-Troika unter "Führung" der deutschen Wirtschaftslaiendarstellerin Angela Merkel. Ein Programm, das nur mit den Bombenteppichen zu vergleichen ist, die im Zweiten Weltkrieg gleichermaßen von den Alliierten als auch von den Achsenmächten angewandt wurden um größtmögliche Schäden beim Feind anzurichten. Das war noch vor 75 Jahren, als Wirtschaftskriege, ("Zwischenstaatlich organisiert sind in Europa nur das Verbrechen und der Kapitalismus" Kurt Tucholsky), noch "alternativlos" militärisch ausgefochten wurden. Heute schickt man als Vorboten der militärischen Auseinandersetzung die Weltbank und den IWF die als Werkzeuge des Kapitalismus Schäden in einer Größenordnung anrichten, die denen von Bomben und Kanonen in nichts nachstehen. Außerdem sind sie nicht nur billiger, sondern für den Kapitalismus auch noch bedeutend ertragreicher. Das hat in den letzten 70 Jahren in Europa ausgereicht um keine militärischen Kriege anzuzetteln, mit Ausnahme des völkerrechtswidrigen Vernichtungskrieges des kapitalistischen Westens gegen ein sozialistisches Jugoslawien. Im Übrigen verlagerte man seine hauptsächlichen Kriege nach Afrika, in ehemalige Sowjetrepubliken, im Nahen und Mittleren Osten und schickt sich an einen Nuklearkrieg mit Russland zu riskieren. Nach einem Bericht in der New York Times waren an einem NATO-Manöver in Lettland auch US-Atombomber des Typs B-52 beteiligt und haben Bombenabwürfe geübt. [s. hier].

Das die Griechen in einer demokratischen Wahl eine linke Syriza-Regierung unter Ministerpräsident Tsipras ins Amt brachten, passte natürlich überhaupt nicht ins Weltbild eines rechtslastigen Europas, dessen deutschen Erbsenzähler nicht müde werden von einem wieder deutschsprechenden Europa zu schwadronieren. Ein Europa, das sich als Kommissionspräsident einen Juncker leistet, der aus dem Steuerparadies für internationale Steuerbetrüger, dem Zwergen- und Bankenstaat Luxemburg kommt, wo er das Amt eines Ministerpräsidenten bekleidet hatte und nun als Bankenschwanz mit dem EU-Hund wedelt.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger (korrekt: „Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft zur Erinnerung an Alfred Nobel“), Joseph E. Stiglitz, bezeichnete das Troika-Programm als eine Katastrophe, die zu einem 25%igen Rückgang der Wirtschaftsleistung Griechenlands geführt habe und vorsätzlich in eine Depression mit katastrophalen Folgen, die Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland liegt inzwischen bei über 60%, geführt wurde.

Das ehNaMag ist nicht gerade als Waffenträger linker Ideen bekannt, sondern profiliert sich lieber als Kommunistenfresser, das stramm im Neoliberalismus nach Orientierungshilfe sucht. Deshalb erstaunte es mich nicht wirklich, als es gestern, zwei Tage vor dem griechischen Referendum, mit der Überschrift aufwartete: Entscheidung per Referendum: Der designierte Ex-Premier. Um die "Nein"-Seite in vorauseilender Wegnahme des wirklichen Ergebnisses des morgigen Referendum in die Ecke des Verlierers zu drängen und uns bereits heute schon vorsorglich auf ein solches Ergebnis einzustimmen, spekuliert man: "Tatsächlich," so das ehNaMag, "sind die Zeiten, in denen Tsipras auf großen Rückhalt in weiten Teilen der griechischen Medien setzen konnte, offenbar endgültig vorbei.". Der Beweis? "die meistverkaufte Tageszeitung "Ta Nea", ein Nein-Votum würde zu Chaos, Armut und einer Rückkehr zur Drachme führen". Spekulationen und Stimmungsmache einer griechischen Zeitung als Tatsachen, (tatsächlich), die in der Überschrift vom "designierten" Ex-Premier Tsipras münden, seinem Publikum zu verkaufen. Also, dass Tsipras für ein Amt vorgesehen wäre, als hätte die "Ja-"Seite schon das Referendum gewonnen. Oder liegt es an dem Umstand, wie Christoph Hörstel auf Facebook schreibt:
"Alarm! Griechenlands Abstimmungen und Wahlen werden von US-Firma mit engster Goldman-Sachs-Verbindung durchgeführt! Die Firma Singular Logic ist in Business Software und Regierungsaufträgen bis hin zu geheimhaltungspflichtigen Aufträgen aus dem Verteidigungsministerium und im Nato-Rahmen bestens im Geschäft - und bearbeitet im Auftrag des Innenministeriums auch Wahlen."
Denkbar wäre ein manipuliertes Wahlergebnis durchaus. Wer einen Regierungsputsch in der Ukraine durchführt, wird auch vor einem Staatsstreich in Griechenland nicht zurückschrecken. Mit, oder ohne Hilfe des griechischen Militärs. Hat nur eben nichts mit Demokratie zu tun. Aber das behaupten die EU, Deutschland oder der IWF ja auch nicht.

FH

Zum Thema:
Gegenmeinung: Wie Jugoslawien zerstört wurde.....
Joseph E. Stiglitz: Europas Anschlag auf die griechische Demokratie.....

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