Samstag, 15. August 2015

Schuldenfrondienst: Drittes Schuldenpaket - Griechenland darf auf weitere Schulden von bis zu 86 Milliarden Euro hoffen

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de


Mowitz
Die Rettung des internationalen Finanzkapitals nimmt unverdrossen ihren Lauf. Kranke 86 Milliarden Euro, winken nach einer langen Unterwerfungsdebatte in Athen den Griechen um die internationale Zockerbande schadlos zu halten, die bei ihren jahrzehntelangen Kreditgewährungen an Griechenland versäumte, die Kreditwürdigkeit des Landes näher zu untersuchen. Im neoliberalen Turbokapitalismus ist das nichts Schlimmes für Geldverleiher, da sie selbst kein Risiko eingehen, sondern das wird bis auf den letzten Cent auf die Steuerzahler, in diesem Fall, Griechenlands und Europas verlagert. Auf wen auch sonst? Die tonangebenden Zocker genießen heute endlich totale, globale Narrenfreiheit im Zockerkapitalismus und werden ihre Position mit dem neuen TTIP-Freihandelsabkommen noch um ein Vielfaches stärken. Dieses Abkommen handelt nämlich um die Freiheit der Konzerne zu schalten und walten wie sie wollen. Nicht der Menschen. Und die Verhandlungen scheuen das Licht der Öffentlichkeit, wie die Mafia eine bestechungsresistente Polizei.

Für die griechische Bevölkerung bedeutet das dritte Schuldenpaket, wie schon bei den vorhergegangenen, dass nichts bei ihnen ankommt, sondern dass auch das dritte Schuldenpaket fast ausnahmslos für die Begleichung alter Schulden verwendet wird. Ein krankes Wirtschaftssystem im Dienst von Zockerbanden. Den Rentenkürzungen stehen in Griechenland im Zuge der Umverteilung von arm nach reich, die Privatisierung gewinnabwerfender Staatsunternehmen gegenüber. Auch Flughäfen, Inseln in der Ägäis, der Hafen von Piräus und vieles mehr wird bald in privaten Besitz übergehen. Ein totaler Sieg der privaten Kapitalvermehrer über das arbeitende Volk. Und wir können sicher sein, dass der weniger gewinnbringende Staatsbesitz auch weiterhin im Staatsbesitz verbleibt. Allein schon um einer staunenden Allgemeinheit vorzuführen, dass nur die Privaten "wirtschaften" können. Obwohl die Wirklichkeit eine andere ist. Die Liste missglückter Privatisierungen ist lang und teuer für die Allgemeinheit. Berichtet wird nach dem Prinzip "was man nicht weiß, gibt es auch nicht," was soviel wie spärlich bedeutet, über die Privatisierungsflops unserer Zeit.

Der Widerstand des Volkes ist zaghaft, da muss man Wahlen und Petitionen nicht ernst nehmen. Der große Aufstand bleibt aus und alles bleibt wie gehabt. Das Wort "Systemveränderung" ist während des ganzen Tamtams um die neuen Schuldenpakete, nicht ein einziges Mal bemüht worden. Wie soll sich auch dann etwas ändern?

FH

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