Donnerstag, 3. September 2015

Und keiner wills gewesen sein - Der ertrunkene syrische Junge an einem türkischen Badestrand

Mowitz
Am Strand des türkischen Badeortes Bodrum liegt ein toter, von den Wellen angespülter syrischer Junge.

Einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" zufolge, überlebten möglicherweise auch der Bruder des Jungen und die Mutter die Überfahrt nicht. Der Mainstream ist sich schnell einig das Bild als "Botschaft" auszuschlachten. Eine "Botschaft", die "freiheitliche W(ä)rte" des Westens transportieren soll.

So schreibt ein Bernard-Henri Lévi in Springers Postille für gehobene transatlantische Wall Street-Ansprüche, dass der syrische Flüchtlingsstrom, wie sollte es auch anders in Springers Augen sein, einem "verrückten Despoten", gemeint ist wohl der gewählte syrische Präsident Assad, anzuhängen ist. Den er dann noch mit weiteren, unbewiesenen Propagandabehauptungen zu dämonisieren versucht. Nämlich dass er (Assad), mit "Mord an 240.000 (exakt?) seiner Leute versuche, sein Land zu entvölkern." Auf dem Niveau liegt Lévi, und tut sich folglich auch nicht schwer damit, höchst berechtigte Hinweise des russischen Außenministers Lawrow, dass Flüchtlinge nur aus arabischen Ländern kommen die vorher vom Westen bombardiert wurden, als "Nebelkerzen" zu bezeichnen, die er dann mit Nichtachtung übergeht. Das gilt im heutigen "Qualitätsjournalismus" unserer Lei(d)medien, schon als sauber und unabhängig recherchierte Quellenkritik. Der Mann könnte glatt beim CIA-Presseamt für Agitation und Propaganda in die Lehre gegangen sein. Was die Schieflage in seinem Meinungsbildungsprozess eventuell erklären könnte.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Wer wundert sich da noch, dass der Rechtsextremismus in Deutschland inzwischen bereits mitten in der Gesellschaft angekommen ist und wächst und wächst und wächst? Was sogar dem S?PD Vorsitzenden und Vizekanzler Gabriel aufgefallen ist.

Für eine Springer-Journaille die sich das deutsche Bildungsbürgertum als Zielgruppe auserwählt hat, eine peinliche Argumentationslosigkeit. Es kann aber auch - und das scheint mir sehr viel wahrscheinlicher zu sein - dass die "Intelligentia" des deutschen Bildungsbürgertums keine höheren Ansprüche an "korrekte" Informationen stellt, sondern sich mit dem begnügt was ihm Lei(d)- und Lügenmedien, so zwischen Tür und Angel, mal schnell bescheren.

Heute ist bereits die Meinung in den Köpfen desinformierter Konsumenten unserer "Qualitätsmedien" fest verankert, dass keiner dieses Ausmaß an Flüchtlingsbewegungen habe vorhersehen können. Komisch, dieses Argument hatten wir doch schon letztens beim Finanzcrash den die Wall Street-Gurus mit ihrer Immobilienblase auslösten, von denen dann auch keiner etwas "vorhergesehen" hat. Wie sollte das auch in einer Spaß-, Schieß- und Pornogesellschaft möglich sein? In der muss man sich ja um alles selbst kümmern. In der man verlernt hat "sich zur Abwechslung mal abends eigene Gedanken zu machen".

Das Ausmaß dieser und kommender Flüchtlingsströme mitsamt ihren Ursachen, sind schon lange bekannt und werden diskutiert. Auch wenn Konzernmedien aus Dummheit oder auf Anordnung, diesen Eindruck nicht vermitteln. Konzern- und Staatsmedien sehen ihre Aufgabe heute nicht mehr darin für Aufklärung in breiten Schichten der Bevölkerung zu arbeiten, sondern sie mit allerlei Firlefanz und vollbusigen Schönheiten unwissend zu halten. So wird viel Geld mit dem "vor sich Hindämmern" einer anspruchslosen Käuferschar gemacht. Ist nicht ein anderes Springer-Blatt, "BILD", das auflagenstärkste Massenblatt Europas? Noch wird keiner gezwungen es zu kaufen, aber es wird trotzdem gekauft. Zwar von immer weniger Käufern, die aber immer noch zu viele sind. Und eine "Enteignet Springer-Kampagne", die schon in den 1960er Jahren nichts brachte, würde nach heutigem Zeigeist die Todesstrafe zur Folge haben. Die ist zwar nach Art. 102 des GG abgeschafft, würde aber wohl zum Schutze des Springer-Vermögens zumindest temporär wieder "angeschafft". Das geht in null Komma nichts. Ruck, zuck! (Wenn es denn seinen Interessen dient).

FH

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