Mittwoch, 23. September 2015

W(ä)rte-Sintflut

Mowitz
Jahrhundertelang, seit Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts fluteten europäische Kolonialmächte Amerika, Afrika, Asien und Australien. Keinen Kontinent ließen sie aus. Ermordeten die Urbevölkerungen wo sie ihrer habhaft werden konnten, und schlugen sich zwischendurch auch noch gegenseitig die Köpfe in Europa ein. In dürren Worten, die weder den Anspruch auf Vollständig- noch Wissenschaftlichkeit erheben, ist das die Zusammenfassung der globalen Verbreitungsgeschichte christlich/jüdischer Werte, an welche die herrschende Klasse des Westens heute mit Vorliebe ihre Untertanen erinnert und deren Verteidigung ihnen, der herrschenden Klasse, noch immer heilig ist. Heilig, weil auf dieser Geschichte die Erfolgsgeschichte des ganz großen Geldes der Wenigen aufbaut. Gespickt mit treudoofem Alarmismus wie die des ehemaligen S?PD-Kriegsalarmisten Struck von 2002, dass „die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland auch am Hindukusch verteidigt wird.“

Das war notwendig es so zu sagen, um die Tätigkeit des Mordens durch intensive Bearbeitung der Massen als etwas Notwendiges und Gutes darzustellen. Der ehemalige Bundespräsident Köhler wurmte für freie Handelswege und wollte regionale Instabilitäten verhindern, die sonst unsere Chancen vermindern würden; er wollte unsere Arbeitsplätze und Einkommen sichern usw., usw.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die Interessen der Afghanen kamen in seinem Weltbild so wenig vor wie in dem seiner "Compañeros" auf nationaler, wie internationaler westlicher Bühne. Schließlich sind wir die "Guten" und nicht die "Bösen". Das sind die Anderen die uns jetzt "Übersintfluten". Darunter auch einige, wenige Afghanen.

Die Geheimdienstoperationen der CIA in Afghanistan, welche die Schöpfung der "Islamischen Brigaden" beinhaltete, begannen aber schon weit vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Das wahre Motiv Washingtons bestand in der absichtlichen Provokation eines Bürgerkrieges, der nun seit mehr als 30 Jahren andauert.

In Afghanistan lief es mit der Kolonialisierung durch kapitalistisch-imperialistische Truppen des Westens, nicht so wie es sich die Imperialisten gedacht hatten. Seit Beginn des Krieges zwischen Afghanistan und der Sowjetunion in den frühen 1980er Jahren hat der US-Geheimdienstapparat die Entstehung der „Islamischen Brigaden Afghanistans“, den Ursprung Al Qaidas, unterstützt und in der Folge alles dafür getan, die Wahrheit über die Entstehungsgeschichte dieses selbst erschaffenen "Staatsfeindes Nummer Eins" auszulöschen.

Die Kämpfer der Taliban waren es dann, welche den hochgerüsteten Truppen der westlichen Allianz so militärisch zusetzten, dass diese entnervt aufgaben und sich aus Afghanistan davonmachten. Heute ist nur noch eine US-Resttruppe in Afghanistan vorhanden, die wahrscheinlich Ende des Jahres abgezogen werden soll.
"Die Geschichte des Drogenhandels in Zentralasien ist eng verwoben mit den verdeckten Operationen der CIA in diesem Gebiet. Vor dem Afghanistankrieg richtete sich die Opiumproduktion Pakistans und Afghanistans nach den kleinen Märkten der Region.......

Die Studien des Forschers Alfred McCoy bestätigen, dass innerhalb von zwei Jahren nach Beginn der Operationen der CIA in Afghanistan „das Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan zur weltweit bedeutendsten Region bezüglich der Heroinproduktion avancierte und 60% des Bedarfes am amerikanischen Markt abdeckte......

Afghanistan ist ein strategisch äußerst wichtiges Drehkreuz in Zentralasien, angrenzend sowohl an Chinas Westen als auch an die ehemalige Sowjetunion. Es stellt eine Landbrücke für die Öl- und Gas-Pipelines dar, die das Kaspische Meer mit dem Arabischen Meer verbinden. Des Weiteren hat sich seine Lage aber auch als strategisch günstig für die Opiumproduktion herausgestellt. Die Produktion allein in dieser Region deckt heute laut Angaben von UN-Quellen mehr als 90% des Bedarfes an Heroin auf dem Weltmarkt ab und sichert Gewinne in Milliardenhöhe für Wirtschaftsyndikate, Finanzunternehmen, Geheimdienste und das organisierte Verbrechen."
Außer Opiumanbau funktioniert heute in dem geschundenen Land so gut wie nichts mehr. Das ist das "ruhmreiche" Resultat westlicher Faschisten bei ihren militärischen Anstrengungen westliche W(ä)rte zu exportieren und denen das Leben in- und ausländischer Menschen in einer globalisierten Welt des Kapitalismus sowieso gar nichts bedeutet. Menschen sind beliebig reproduzierbar und als solche nützlich. Mehr fällt der herrschenden Klasse dazu nicht ein.

VW-Winterkorn bedauert zutiefst, dass VW beim Betrug erwischt wurde. Über die tödlichen Effekte erhöhten Abgasausstoßes bei Mensch und Natur habe ich noch kein Wort des Bedauerns gehört. Daimler-Chef Dieter Zetsche freut sich auf die Flüchtlingsströme "hoch motivierter Arbeitskräfte", die, Donnerlittchen auch, sogar ein "neues Wirtschaftswunder in Deutschland" bewirken könnten. Zu Dumping-Löhnen?

Die vermessene Arroganz US-kapitalistischen Hochmuts kommt in einem Interview des ehemaligen Sicherheitsberaters von US-Präsident Jimmy Carter, Zbigniew Brzezinski, das er im Jahr 1998 gab, zum Vorschein:
Brzezinski: "In der offiziellen Version der Weltgeschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch die CIA in den 1980er Jahren, sprich nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Afghanistan [am] 24. Dezember 1979. Die bisher gut behütete Realität dahinter sieht jedoch völlig anders aus. Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter den ersten Befehl zur verdeckten Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul bereits am 03. Juli 1979. Am gleichen Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Nachricht, in der ich ihn darauf hinwies, dass meiner Ansicht nach diese Unterstützung unweigerlich zu einer sowjetischen Militärintervention führen würde.

Frage: Aber trotz dieses Risikos waren sie ein Befürworter dieser verdeckten Operation. Vielleicht wünschten Sie sich ebenfalls eine Kriegserklärung der Sowjetunion und wollten diese provozieren?

Brzezinski: Das ist so nicht ganz richtig. Wir haben die Russen nicht gedrängt zu intervenieren, wir haben nur absichtlich die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.

Frage: Als die Sowjets ihre Intervention mit der Bekämpfung einer verdeckten Einmischung der Vereinigten Staaten in Afghanistan begründeten, glaubte ihnen niemand, obwohl diese Aussage im Grunde genommen richtig war. Bereuen Sie diesen Schritt aus heutiger Sicht nicht?

Brzezinski: Was soll ich bereuen? Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten und sie erwarten ernsthaft, dass ich das bereue? Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.

Frage: Und sie bereuen es also auch nicht, den islamischen Fundamentalismus unterstützt und somit Waffen und Know-how an zukünftige Terroristen weitergegeben zu haben?

Brzezinski: Was ist wohl bedeutender im Lauf der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zerfall des sowjetischen Reiches? Ein paar verwirrte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?"
Als Nachspiel des 11. September 2001 wurden dann die selbst erschaffenen Feindbilder der "Gefahr von Außen" dazu benutzt, die wirklichen strategischen und ökonomischen Motive für den Krieg im Nahen Osten und Zentralasien zu verschleiern. Man nennt wirtschaftliche Eroberungskriege "gerechte Kriege" gegen den Terrorismus die selbstverständlich auch "humanitäre" Kriege sind. Wie sollte es auch anders sein? Es sind ja nur "Gute" die heldenhafte Kriege führen und die "Bösen" die sie über sich ergehen lassen müssen um letztlich als Sintflut in Europa zu landen; was Ängstliche und Rechte in Deutschland und Europa noch ängstlicher und rechter macht. Die Rechten "mutig" Streichhölzer anzünden um Feuer an Asylunterkünfte anzulegen und dabei den Tod von Frauen, Männern und Kleinkindern billigend in Kauf nehmen.

Derweil, vom 11. bis 14. Juni findet im Interalpen-Hotel im österreichischen Telfs das diesjährige Treffen der beliebtesten Geheimbündler aller Verschwörungsliebhaber, die Bilderberger, statt. Sie werden lückenlos von der Polizei geschützt sein. Die wirklich Bedrohten und de facto Vertriebenen aus dem Nahen Osten nicht.

Warum? Weil die einen leichter zu reproduzieren sind als die anderen?

FH

Sämtliche Zitate:

Professor Michel Chossudovsky: Der inszenierte Terrorrismus: Die CIA und Al Qaida.....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen