Freitag, 30. Oktober 2015

Aus der Reihe die Verheißungen des Kapitalismus heute: Massenflucht, die Sandkastenspiele der Eliten

Mowitz
Sie marschieren um ihr Leben. Unaufhaltsam. Weg von den Folgen maßlosen Wirtschaftswachstums den andere anrichten und deren ersten Opfer sie sind. Fort von der totalen Wasserknappheit. Ihre Knappheit ist unser Überfluss. Sie haben weniger sauberes Wasser zum trinken, als wir zur Spülung unserer Klos oder zum Abwaschen unserer Autos verbrauchen. Sie sind die Verlierer eines perversen, neoliberalen Kapitalismus in dem es nur wenige Gewinner gibt. Kapitalistische Wachstumsfetischisten wie George Soros zum Beispiel. Die Massen der reichen Welt sind noch nicht auf der Flucht, wohin sollten sie auch fliehen? Trotzdem gehören sie zu den Verlierern. Der Anteil derjenigen steigt stetig, die sich ihr Zuhause unter nasskalten Brücken in Schuhkartons an Rhein und Ruhr, Mississippi, in Göteborg, Paris, Kanada, London, Brüssel, Berlin und anderen beliebigen Teilen der Welt einrichten, wo die Verheißungen des Kapitalismus bereits seit vielen Generationen voll zum Tragen kommen. Die einzige Größe die in der Heimat des Kapitalismus mit immer neuen Zuwächsen aufwartet, ist die zunehmende Massenverelendung seiner Bevölkerungen. Das ist die wahre und einzige Verheißung die sich hinter den Verheißungen des Kapitalismus verbirgt.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Die globale Umweltzerstörung hat allein schon durch die friedliche, nichtmilitärische Ausbeutung des Planeten ein gigantisches Ausmaß angenommen. Und als wenn uns das noch nicht reichen würde, setzen wir mit unseren nie endend wollenden, kapitalistischen Eroberungs- und "Wachstumskriegen" eine zusätzliche Massenvernichtungswaffe gegen alles Leben auf unserem Planeten ein, so als hassten wir es, anstatt es zu lieben.

Nicht nur Umweltveränderungen treffen zuerst die Ärmsten der Armen. Sie sterben auch früher und elendiger als die Reichsten der Reichen, ohne dass es die Eliten wirklich juckt. Das mag auch hinter dem kurzsichtigen Nichtstun der Eliten gegen die erwartete Klimakatastrofe liegen. Sie glauben nämlich, dass das Gesetz der Katastrofe nur auf die Ärmsten der Armen zutrifft. "Eliten" sind voll und ganz damit beschäftigt ihre eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Sich einige Inseln für Glückselige zu reservieren, auf denen sie ihren Lebensabend damit verbringen können, sich mit Sandkastenspielchen - wie Börsen- und Hedgefondskurse zu studieren - die dann im wirklichen Leben schon längst aufgehört haben zu existieren. So wie die Generalität im Sandkasten Kriege übt, bevor sie reales Leben löscht. Am Ende auch das eigene.

All dies ist längst bekannt und niemand kann sich damit herausreden es nicht gewusst zu haben. Trotzdem passiert, außer feierlichen Gelöbnissen auf Krisenjubiläumsveranstaltungen, die schon gebrochen sind bevor sie mit einer Resolution angenommen werden, nichts. Rein gar nichts.

US-Regierungssprecher Josh Earnest übernimmt jetzt, drei diplomatische Etagen tiefer, Obamas Rolle, "Russland ist nur eine Regionalmacht", als oberster Sandkastenspieler um Russland zu provozieren und versucht der Auffassung seiner Regierung Gehör zu verschaffen, dass von einem neuen Kalten Krieg derzeit keine Rede sein kann, da der Kalte Krieg durch eine Konfrontation von zwei Supermächten gekennzeichnet war, wovon nach dem Wegfall der Sowjetunion nur noch eine "Supermacht" übrig geblieben ist.

Ein weiteres Spielfeld US-amerikanischen Super-Machtgehabes, ist das demonstrative Auftauchen des US-Zerstörers "USS Lassen" in der Nähe der Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer, fast 14.000 km von den USA entfernt. Diese werden von China beansprucht, was bei den großen Gas- und Ölvorkommen die in dem Gebiet vermutet werden, nicht überrascht.

Eine Aktion, die der russische Fernost-Experte Alexander Larin als Aktion der USA bewertet um den US-Schützlingen Vietnam, Malaysia, Brunei, den Philippinen und Taiwan, die auch die Spratly-Inseln neben China beanspruchen, zu signalisieren, dass sie von den USA im Falle eines Falles nicht sich selbst überlassen sein würden. Alexander Larin bezweifelt dennoch, dass sich die Beziehungen USA-China verschärfen werden, da es enge Verbindungen in Handel und Finanzen gibt.

Experten müssen nicht immer richtig mit ihren Wahrsagungen liegen. Auch russische nicht. Und die 'engen' wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und den USA sind seit der Einführung der Asiatischen Infrastruktur- und Investmentbank (AIIB) durch China und andere Staaten, die als Konkurrenz zur Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der Asiatischen Entwicklungsbank funktionieren soll, auch nicht mehr so ungetrübt wie es vielleicht noch der offizielle Anschein suggerieren soll.

Und der von den USA und seinen Vasallen Saudi-Arabien, Katar, Israel, Türkei etc. vor vier Jahren entfachte Flächenbrand in Syrien, populär in westlichen Mainstreammedien als "Bürgerkrieg" schöngelogen, ist noch nicht zu Ende. Welche Hoffnung auch immer auf die Syrien-Konferenz in Wien gesetzt wird. Zu guter Letzt haben die USA genug Vasallen im Schlepptau, die stellvertretend für sie, den Krieg gegen Syrien weiterführen können und werden. Ausgerüstet mit deutschen Waffen und Waffen aus den USA, an denen es im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Syrien nicht mangelt. Auch nicht bei den von den USA/Saudis/Katar/Türkei gestützten IS-Verbrecherbanden.

Die Entvölkerung des Nahen und Mittleren Osten wird fortgesetzt. Da ist es im Namen der deutschen Waffenlieferanten und der von ihnen gesponserten Parteien, welche das deutsche Volk frei gewählt hat um in seinem Namen zu regieren, nur recht und billig, wenn Deutschland seinen Teil der Verantwortung der von deutscher Seite mitverursachten, syrischen Flüchtlingskatastrofe ohne großes Getöse und Gejammer seiner Bevölkerung, klaglos übernimmt.

Krieg darf sich nicht lohnen. Auch nicht für's Volk. Wer sonst soll Waffenbauern und Politikern Paroli bieten? Wenn nicht der Souverän. Man kann nicht mit seinen Wurstfingern bequem auf Merkel zeigen, aber nach oben feige die Schnauze halten.

FH

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen