Sonntag, 1. November 2015

Günter Schabowski, erfolgreicher DDR-Grenzöffner heute gestorben - Horst Seehofer, nach erfolglosem Berliner Grenzgeplänkel wieder in München - AfD-Extremist Pretzell: auch mit Waffengewalt Flüchtlinge stoppen

Mowitz
Die junge Geschichte der neuen Bundesrepublik kann außer mit viel Selbstbeweihräucherung nicht mit nennenswerten Erfolgen aufwarten. Kaum waren die 100 DM Begrüßungsgeld an die "Brüder und Schwestern" der DDR ausgezahlt, fing die Treuhand umgehend an nicht unbedeutende Vermögenswerte der ehemaligen DDR billig an das Kapital des In- und Auslandes zu verramschen bzw. stillzulegen um neue Märkte aufzumachen.

Seit der Vereinigung beider Schrumpfdeutschländer arbeitet die neue Führung der BRD still und leise auf ein neues Großdeutschland hin. Wobei bis auf den heutigen Tag keine Stunde vergeht, wo nicht die Propagandasirenen der BRD heulen um uns daran zu erinnern wie undemokratisch alles in der DDR war. Leute wurden eingesperrt, an der Grenze der DDR, oder wie sie in der DDR genannt wurde, am antifaschistischen Schutzwall, wurde geschossen um unerwünschte Ausreisen von DDR-Bürgern zu unterbinden. Und die Stasi soll auch viel schlimmer als der westdeutsche Verfassungsschutz gewesen sein. Erich Fritz Emil Mielke als DDR-Minister für Staatssicherheit und somit Stasi-Chef, war per se sowieso ein ganz schlimmer Zeitgenosse. Viel schlimmer als seine Pendants im "demokratischen" Westdeutschland.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Von ehemaligen westdeutschen Verfassungsschutzpräsidenten hört man heute nicht mehr viel. Einer von ihnen, Hubert Schrübbers (CDU), der immerhin mit seinen 17 Jahren (1955-1972) Dienstzeit am längsten an der Spitze des Verfassungsschmutzes saß, trat von seinem Posten zurück, oder vielleicht wurde er auch zurückgetreten, nachdem seine Tätigkeit in der NS-Justiz während der Zeit des Nationalsozialismus bekannt wurde.
"Unter Schrübbers sollen auffällig viele hohe Positionen im Bundesamt mit ehemaligen SS- bzw. SD-Angehörigen besetzt worden sein. Schrübbers war von 1938 bis 1941 als Staatsanwalt in Bochum, Dortmund, Arnsberg, dann als Oberstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Hamm Ankläger in diversen Verfahren gegen rassisch und politisch Verfolgte des NS-Regimes: Die Jüdin Anna Neubeck wurde beispielsweise am 31. März 1941 entsprechend dem Antrag Schrübbers’ zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie im belgischen Exil unter anderem Geld für andere Flüchtlinge gesammelt hatte. Neubeck kam nie mehr in frei und starb am 1. Januar 1943 im KZ Auschwitz." Wiki
1962–1967 war Ernst Brückner sein Vizepräsident, der
"nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 als Sturmmann in den SA-Nachrichtensturm 212 in Itzehoe eintrat. 1936 wurde er Mitglied im NS-Rechtswahrerbund, im folgenden Jahr wurde er Mitglied der NSDAP und der NSV. Ab 1937 war er bei diversen Staatsanwaltschaften tätig bis er 1939 in Itzehoe Staatsanwalt wurde. Der Generalstaatsanwalt in Kiel sah in einer Beurteilung vom 8. August 1939 bei Brückner „unbedingt die Gewähr, dass er sich stets für den nationalsozialistischen Staat einsetzen wird.“ Von September 1939 bis Frühjahr 1945 war Brückner als Flakoffizier im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Zudem war er von 1941 bis 1942 Außenstellenleiter der Sicherheitspolizei in Tschenstochau im Generalgouvernement.

Bei Kriegsende geriet er in alliierte Kriegsgefangenschaft und wurde bis 1946 interniert. Nach seiner Entlassung und Entnazifizierung nahm er wieder seine Tätigkeit als Staatsanwalt in Itzehoe auf. In der Bundesrepublik Deutschland leitete er im Bundeskriminalamt von 1952 bis 1964 die Sicherungsgruppe in Bad Godesberg. Von 1964 bis 1967 war er Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Wiki"
Es muss also schon sehr viel Selbstverleugnung her um die alte BRD im Glanze einer "sauberen" Demokratie strahlen zu lassen. Ich kann beim besten Willen keine unterschiedlichen Charaktereigenschaften zwischen Mielke und seinen Gegenüber auf der anderen Seite der Grenze erkennen. Heute hat der gesamtdeutsche AfD-Extremismus bereits bedrohlich nazistische Positionen eingenommen. Sein AfD-Landesvorsitzender in NRW, Marcus Pretzell, rechtfertigt Schusswaffeneinsatz um Flüchtlinge zu stoppen. Die schleichende Rechtsradikalisierung der gesellschaftlichen Mitte Deutschlands ist nur noch mit großen Anstrengungen zu leugnen. Von dieser "Mitte" aus, findet deren Gedankengut auch in deutsche Regierungsparteien und grüner Oppositionsbourgeoisie Einlass. Daran kann man nur schwerlich etwas ändern. Aber wissen sollte man es schon.

FH

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