Donnerstag, 31. Dezember 2015

Hessen-Wahlkampf 1999 - PEGIDA-Vorläufer CDU: "Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?"

Mowitz
Frau Merkel, weit in die Zukunft blickende "Weltpolitikerin" aus der ehemaligen DDR, wurde nur von einem Ereignis in ihrer Politrukkarriere auf falschem Fuß erwischt. Sie sah keine Flüchtlingsbewegungen voraus. Warum sollte sie auch, hatte ihre Presse doch eine kleine Pause in der Flüchtlingsberichterstattung eingelegt. Es war die Zeit der großen Grexit-Diskussion, als den Deutschen in Endlostalkshows beigebracht wurde, die Griechen sollten doch bitteschön mehr arbeiten, weniger faulenzen, nicht so früh in Rente gehen, mehr sparen wie es die Deutschen auch tun, ho, ho, ho, sonst drohe ihnen der Rauswurf aus der Eurozone (Grexit). Und mehr als ein Thema gleichzeitig zu behandeln, dazu hat es bei der ehemaligen DDR-FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda, noch nie gereicht.

Das bereits über 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor deutschen Rüstungsgütern und Nato-Soldaten waren, muss ihr von ihrem Mitarbeiterstab glatt vorenthalten worden sein. In zahlreichen Mitteilungen der deutschen Einheitspresse konnte man allerdings durchaus auf Meldungen stoßen, die über weltweite Fluchtbewegungen rapportierten. Laut Medienberichten hatten sowohl Frontex als auch die Länder die Bundesregierung schon frühzeitig vor einem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen gewarnt.

Dann standen diejenigen Flüchtlinge vor Europas Tür, die auf ihrem Todesritt über's Mittelmeer nicht abgesoffen waren und begehrten Einlass in eine Welt die von Kriegen besser lebt als von harter Arbeit. Die fremde Staaten destabilisiert, bunte und blutige Aufstände mit Hilfe von NGO:s anzettelt und am Ende von nix gewusst haben will.

Karikatur:© Kostas Koufogiorgos, www.koufogiorgos.de
Frau Merkels an Simpelhaftigkeit durch nichts zu überbietende Losung, "wir schaffen das," beugten sich aufmüpfige CDU-Parteimitglieder in Kassel, und ließ sie einem Flickwerk zustimmten, welches sie nur Minuten zuvor abgelehnt hatten.

Erinnert sich vielleicht noch jemand an den Hessen-Wahlkampf 1999 als der spätere CDU-MP Roland Koch und seine CDU Wahlkampf auf dem Rücken von Ausländern in Deutschland machte? "Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben"-Wahlkampf der CDU Hessen 1999.

Kein Unterschied zu den Flachhirnpfeifen der Pegida von heute. Aus der Mitte der Gesellschaft eben. Man kann es nicht oft genug sagen.

Nicht die Ränder einer Gesellschaft sind gefährlich, so lange sie Ränder bleiben. Erst wenn sie Substanz annehmen und von der Mitte der Gesellschaft aus agieren, werden sie zu einer echten Gefahr für den Weltfrieden, der Demokratie und einer fairen, globalen Wirtschaftspolitik.

Das völlig sinnfreie "wir schaffen das", birgt alle Gefahren in sich, Fremdenhass zu schüren und die Mitte der Gesellschaft zum Botschafter des Hasses umzufunktionieren. Das ist der Weg den wir schon seit längerer Zeit beschritten haben. "Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben," war nur der Anfang und das mit dieser Parole transportierte Menschenbild hat sich inzwischen in immer mehr Köpfen einer verkommenen Elite breitgemacht. Donald Trump, im Augenblick aussichstreichster US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, will gar keine Muslime mehr in die USA einreisen lassen – zum Schutz der Bürger vor neuen Angriffen. Egal nun ob er gewählt wird oder nicht. Er muss auch die Politik ausführen, welche die Wall Street vorgibt. Interessant ist nur wie weit die Verkommenheit in den Köpfen der Mächtigen schon fortgeschritten ist, ohne dass man sie verstecken muss. Man kann Wahlen damit gewinnen. In den USA, wie in Europa. Je simpler die Parolen um so größer die Erfolgsaussichten. Fragt mal Koch und/oder Merkel.

FH

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